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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 12. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

Zukunft der kommunalen Stromnetze

Fritzlar. „Die Übernahme des Stromnetzes durch eine Kommune kann eine Chance sein, sich auf  Dauer eine Einkommensquelle zu schaffen, die vor allem für größere Kommunen interessant sein dürfte“, so der CDU-Kreisvorsitzende Bernd Siebert als Fazit der Info-Veranstaltung im Fritzlarer Soldatenheim. Hochrangige Teilnehmer, die sowohl auf dem Podium als auch im Publikum saßen, diskutierten lebhaft über die ab dem 1. Oktober 2012 vorhandene Möglichkeit, nach dem Auslaufen der jetzigen Konzessionsverträge mit der EON, die örtlichen Netze zu kaufen, und in eigener Regie oder gemeinsam mit einem Energieversorgungsunternehmen zu betreiben. Das Thema der zukünftigen Organisation der Stromnetze ist kein Thema, das  parteipolitisch geprägt ist, was auch durch die Teilnahme aller demokratischen Parteien, die im Kreis vertreten sind, deutlich wurde.

Jürgen Sattler von der EON sieht mehr Risiken als Chancen für die Kommunen: „Die Kommunen haben weder das fachliche Know-How noch die personellen Möglichkeiten, Netze selber zu betreiben. Sollten sich mehrere Kommunen für einen eigenen Weg entscheiden, ist die gute Versorgung, die EON Mitte bisher vor Ort sichergestellt hat, gefährdet. Vor allem Arbeitsplätze sind bedroht, wenn Verträge nicht verlängert werden.“

Das Thema Arbeitsplätze wurde anschließend kontrovers diskutiert. Auf der einen Seite wird auch von anderen Netzbetreibern Personal gebraucht, auf der anderen Seite kann nicht gewährleistet werden, wo ehemalige EON-Mitarbeiter eingesetzt werden würden. Dr. Thorsten Reichel von der OVAG aus Friedberg ergänzte hierzu: „Auch EON Mitte wird in Zukunft Personal abbauen, was sich aufgrund der wirtschaftlichen Lage auch nicht verhindern lässt.“ Dass EON Mitte bereits Personal reduziert hat, bestätigte Jürgen Sattler und betonte, dass dies stets sozialverträglich und in Übereinstimmung mit dem Betriebsrat erfolgte.

Stefan Schaller, Geschäftsführer der Energie Waldeck-Frankenberg beurteilt die Möglichkeiten der Kommunen, sich aktiv als Netzbetreiber zu engagieren, optimistisch: „Wir sind bereits seit mehreren Jahren im Landkreis Waldeck-Frankenberg aktiv und kooperieren mit mehreren Kommunen mittlerweile nicht nur im Energiebereich, sondern auch beim ÖPNV. Und diese Zusammenarbeit hat sich für beide Seiten sicher ausgezahlt.“

Michael Wübbels vom Verband der kommunalen Unternehmen, der ein Eingangsreferat zu dem Thema gehalten hat, bestätigte, dass der Gewinn aus dem Betrieb der Netze kommunal eingesetzt wird. Ein kommunaler Netzbetreiber, der Teil einer Wertschöpfungskette ist, wird Unternehmen vor Ort beauftragen, dort auch Steuern zahlen und energiepolitische Zielsetzungen verfolgen können und so für den Bürger als Partner interessant sein.

„Die Unterschiede zwischen den einzelnen Kommunen in Hinsicht auf Netzzustand, geographische Gegebenheiten, Einwohnerzahl und personelle Ressourcen sind so groß, das keine einheitliche Empfehlung für eine Übernahme der Stromnetze gegeben werden kann. Jede Kommune muss für sich beurteilen, welchen Weg sie in ihrer Energieversorgung gehen wird. Denkbar sind Kooperationen mehrerer Kommunen aber auch Insellösungen, wenn die Voraussetzungen gegeben sind. Im Schwalm-Eder-Kreis haben sich bereits Städte und Gemeinde für eine Lösung ohne EON entschieden, ebenso gibt es Kommunen, die weiter über Konzessionsverträge mit der EON verhandeln. Es lohnt sich in jedem Fall für die Städte und Gemeinden, mit den Energieversorgern zu verhandeln, um die optimalen Konditionen vor Ort bekommen zu können,“ so der Staatssekretär im Hessischen Umweltministerium, Mark Weinmeister, der die Diskussion moderierte. (red)



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