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Drei Silbermedaillen für Melsunger Leichtathleten

Zweiter Tag der Hessischen Schülermeisterschaften

Neu-Isenburg/Melsungen. Nach den zwei Silbermedaillen vom ersten Tag sicherten sich die Melsunger Nachwuchs-Leichtathleten bei den Landes-Schülermeisterschaften in Neu-Isenburg am zweiten Tag noch dreimal Silber und einmal Bronze. Knapp an einer Goldmedaille vorbei schrammte Tobias Stang im Dreisprung der M15. Was sich nach der Papierform wie eine einseitige Angelegenheit für ihn dargestellt hatte, erwies sich als spannender Wettkampf mit unglücklichem Ausgang für den Melsunger Nordhessenmeister. Nach seinen Trainingsergebnissen war er sich sicher, dass er mit einer neuen Bestweite und vielleicht mit der Goldmedaille nach Malsfeld zurückkehren würde. Aber am Ende wurde es trotz Bestweite „nur“ Silber. 

Henri Alter begann den Dreisprungwettbewerb der Schüler mit 11,10 Meter,  aber Gordon Hembus aus Bad Vilbel, der bis dahin noch nicht groß in Erscheinung getreten war,  setzte mit 11,48 Meter ein erstes Zeichen. Tobias Stang konterte mit 11,60 Meter und machte deutlich, was er an diesem Tag vorhatte. Nachdem Hembus im zweiten Durchgang einen Zentimeter weniger sprang, verbesserte sich der Malsfelder auf 11,87 Meter und hatte damit sein erstes Ziel erreicht.  Im dritten Durchgang landete Hembus bei 11,78 Meter und kam bis auf neun Zentimeter an Tobias Stang heran, der seinen dritten Versuch übertrat. Nachdem für den Schüler aus Bad Vilbel im vierten Durchgang 11,59 Meter gemessen wurde, landete Tobias Stang im vierten und fünften Durchgang jeweils bei 11,94 Meter und sah wie der sichere Sieger aus. Jeder der anwesenden Trainer erkannte aber auch, dass Tobias, der die 1000 Meter vom Vortag in den Knochen hatte, noch viel weiter springen konnte. Als die Schüler zu ihrem sechsten und damit letzten Versuch antraten, hatte sich Henri Alter auf 11,24 Meter verbessert und den dritten Platz gesichert. Leider trat er seinen letzten Sprung hauchdünn über, der ihn auf 11,60 Meter gebracht hätte. Aber an der Platzierung hätte sich nichts geändert. Der auf Rang zwei liegende Gordon Hembus stürmte bei seinem letzten Sprung schnell und konzentriert auf den Balken zu, traf ihn voll und landete bei 12,05 Meter. Das war die Führung.

Aber Tobias Stang hatte noch die Chance sich den ersten Platz zurückzuerobern. Schon seine Vorbereitungen an der Ablaufmarke wurden mit Anfeuerungsrufen der Melsunger Teilnehmer begleitet. Auch Tobias legte seine ganze Schnelligkeit in den Absprung und nahm die Geschwindigkeit in seine drei Sprünge mit. Zum ersten Mal landete er nach seinem zweiten Sprung über acht Meter und flog auch beim dritten Sprung, dem Jump, höher als sonst in die Grube. Doch der durch die rote Fahne markierte ungültige Versuch beendete das Ende aller Hoffnungen. Hier und da war ein enttäuschtes „Oh“ zu hören, aber am Ausgang war nichts mehr zu ändern. Gordon Hembus, der bisher noch nie aufgefallen war, stand am Ende jener Träume eines Nachwuchs-Dreispringers, die in eine Landesmeisterschaft münden. Auf Wunsch von Tobias wurde sein letzter Sprung gemessen: 12,52 Meter waren das Ergebnis, das leider nicht in die Wertung kam.

Unmittelbar nach ihrem großartigen 800 Meter-Lauf, wo sie mit 2:21 Minuten als Landes-Vizemeisterin ihre Bestleistung um fast drei Sekunden verbessert hatte, entschied sich Karolin Siebert auch einen Tag später die 2000 Meter zu laufen. Sie war die einzige Schülerin, die dieses Unternehmen „Medaille auch auf 2000 Meter“ anging und sie sicherte sich erneut eine Silbermedaille. Damit hat das Melsunger Mittelstrecken-Ass in der Altersklasse der W14 bei den Landesmeisterschaften in den letzten beiden Jahren insgesamt zweimal Gold, dreimal Silber- und zweimal Bronzemedaillen gesammelt.

In Neu-Isenburg lief Karolin die fünf Stadionrunden in 7:16,45 Minuten, doch Zeiten und Platzierungen sagen zum Schluss nur noch Rangfolgen aus. Sie sagen nichts über den Kampf und den Rennverlauf, den man hätte sehen müssen, um all das sagen zu können, was sich in diesen fünf Runden auf der Bahn abspielte.  Vom Start weg nahm Karolin Siebert das Zepter in die Hand und lief die ersten 400 Meter in 75 Sekunden an. Sie hatte bei 800 Meter eine Zwischenzeit von 2:42 Minuten und legte die erste Hälfte in 3:25 Minuten zurück. Eine Zeit, die in Anbetracht der Hitze und des am Tag vorher stattgefundenen 800 Meter-Lauf viel zu schnell war. Tjara Basen, ein Leichtgewicht aus Twistetal, lag bei der 1000 Meter-Marke zirka fünf Sekunden dahinter. Hannah Jaich aus Eschenburg und Luca Grittner aus Fulda waren bereits über zehn Sekunden zurück.  Als Karolin die 1200 Metermarke passierte, zeigte die elektronische Uhr 4:12 Minuten an und noch immer schien sie eine Endzeit von sieben Minuten anzusteuern. Die vierte Runde legte Karolin Siebert in 1:34 Minuten zurück und hatte mit 5:46 Minuten immer noch einen passablen Vorsprung. Aber die anhaltende Führungsarbeit und das bei der enorm hohen Hitze gelaufene Tempo hatten viel Kraft gekostet. So wurde sie in der letzten Runde sichtbar langsamer. Und dies nutzte Tjara Basen und lief 150 Meter vor dem Ziel an Karolin Siebert vorbei, die nun die schwersten Meter noch vor sich hatte. Von hinten näherten sich die anderen Schülerinnen, die eine Runde vor Schluss fast 100 Meter zurücklagen. Karolin Siebert hatte alles gegeben und sich total verausgabt. Sie musste T. Basen ziehen lassen und hatte nur noch die Möglichkeit, den zweiten Platz zu sichern, was ihr mit 7:16,45 Minuten auch gelang. Tjara Basen siegte in 7:11,96 Minuten und Hannah Jaich holte sich mit 7:18,24 Minuten die Bronzemedaille. Karolin Siebert hatte mit Absprache ihres Trainers das Risiko des zweifachen Starts auf sich genommen und wurde mit zwei Silbermedaillen belohnt.

Ein Krimi war der Weitsprungwettbewerb der Schülerinnen in der Schlussphase.  Katharina Wagner, die sich vom Sonnenschein und dem optischen Eindruck her stimulieren ließ und als Elfte mit einer Jahresbestleistung von 5,04 Meter als nach Neu-Isenburg anreiste, war sich sicher, dass sie das Finale der besten acht Weitspringerinnen erreichen würde. Maryse Luzolo (Eintracht Frankfurt), die in diesem Jahr bereits über 5,87 Meter gesprungen war, eröffnete die Konkurrenz mit 5,06 Meter.  Keiner der anderen 13 Schülerinnen sprang im ersten Durchgang über die Fünf-Meter-Marke, und so plätscherte dieser Wettbewerb nur so dahin. Da war nichts von jenem spannungsgeladenen Hauch, der die Konkurrenz vor einem Jahr bestimmte.  Katharina Wagner landete nach ihrem ersten Sprung jenseits der 5,40 Meter, doch trat sie diesen Sprung leicht über, so dass er für ungültig erklärt werden musste.  Nachdem im zweiten Durchgang M. Luzolo auch einen Fehlversuch hatte, übernahm Luisa Komkowski (Stadtallendorf) mit 5,13 Meter die Führung. Auch ihren zweiten Sprung trat Katharina über, so dass sie im dritten Durchgang einen Sicherheitssprung absolvieren musste, um in den Endkampf zu gelangen. Den begehrten Platz acht belegte mit 4,89 Meter bis dahin Christin Muth (LAV Kassel), die mit 5,07 Meter für Neu-Isenburg gemeldet wurde.  Katharina verschenkte bei diesem Sicherheitssprung zirka 25 bis 30 Zentimeter und landete dennoch bei 5,26 Meter.  Was sie in diesem dritten Sprung an Nervenstärke demonstrierte, konnten ihre Konkurrentinnen zunächst nicht nachvollziehen, denn damit ging sie nach dem Vorkampf sogar in Führung.

Im vierten Durchgang kam ein Alarmsignal durch Alina Lerch aus Alsfeld, die sich auf 5,35 Meter verbesserte und Katharina vom ersten Rang verdrängte.  Auch im fünften Durchgang flog Katharina erneut dicht an die 5,50 Meter heran, doch der durch die rote Fahne markierte ungültige Versuch beendete die Hoffnung auf eine größere Weite. So musste der sechste und letzte Durchgang die Entscheidung bringen. Maryse Luzolo traf endlich einmal den Absprungbalken und landete bei 5,75 Meter.  Das war der erwartete Sieg. Alina Lerch sprang im letzten Durchgang nur 4,91 Meter, so dass es Katharina in der Hand hatte, ihren zweiten Platz aus dem Vorjahr noch einmal zu wiederholen. Damals sicherte sie sich in Alsfeld mit ihrem letzten Sprung, der mit  5,36 Meter gemessen wurde, die Silbermedaille. Leider herrschte bei ihrem Anlauf wieder ein leichter Gegenwind, aber das Melsunger Weitsprung-Ass traf fast die Mitte des Absprungbalkens und verschenkte dieses Mal nur knapp zehn Zentimeter. Als die Kampfrichter für ihren Sprung 5,36 Meter bekannt gaben, bedeutete diese Leistung Platz zwei. „Diese Schlussphase im Weitsprung war spannender als jeder Krimi, aber auch berauschend schön,“  sagte Katharina Wagner nach dem Wettkampf, bei dem sie ihre Bestleistung von den vorjährigen hessischen Schülermeisterschaften einstellen konnte.

Beim abschließenden Dreisprung lieferte sie sich mit Stefanie Klein ein spannendes Duell. Die beiden Freundinnen belegten die Plätze vier und fünf. Katharina steigerte die Kreisjahresbestleistung von Stefanie Klein, die bei den Kreismeisterschaften als Siegerin 9,65 Meter gesprungen war auf 10,10 Meter. Stefanie Klein verbesserte sich auf 9,82 Meter.

Nachdem Jan Ullrich am ersten Meisterschaftstag im 100 Meter-Lauf seine Bestzeit nur um einen Wimpernschlag verfehlte, weil er zehn Meter vor dem Ziel das Tempo herausnahm, überzeugte er am nächsten mit glänzenden Weitsprüngen und blieb dreimal über seiner alten Bestleistung von 5,10 Meter. Der 14-Jährige Melsunger Schüler, der sich als Elfter für diese Landesmeisterschaften qualifiziert hatte, überzeugte bereits mit Trainingssprüngen von 5,30 Meter. Die Frage war nur, ob seine Beinverletzung wieder aufbrach oder ob er verletzungsfrei diesen Wettkampf beenden konnte. Bereits mit seinem Auftaktsprung verbesserte er seinen Hausrekord um zehn Zentimeter und lag nach dem ersten Durchgang mit 5,20 Meter unerwartet auf Rang fünf. Im zweiten Durchgang steigerte er sich auf 5,42 Meter und rückte auf Rang vier vor. Die Konkurrenz war von diesem Sprung überrascht, denn Jan Ullrich hatte niemand auf der Rechnung. Auch im dritten Durchgang demonstrierte Jan bei absoluter Windstille mit 5,36 Meter seine ernorme Sprungkraft. Im Finale verspürte er wieder Schmerzen im Fuß, so dass mit 4,99 und 4,81 Meter sowie einem ungültigen Sprung keine Steigerung mehr möglich war. Am Ende belegte er mit 5,42 Meter, nur sieben Zentimeter hinter dem Bronzemedaillengewinner, den vierten Platz.

Wenn man das Ergebnis des 3000 Meter-Laufs der Schüler liest, wird man nicht mehr jene Dramatik nachempfinden können, die in der letzten Runde bis zum Ziel herrschte. Bei großer Hitze ermittelten sieben Schüler während des Fußball-Länderspiels Deutschland gegen England ihren Ausdauerkönig in Hessen. Favorit war natürlich Anusan Rajeentan von der SSC Hanau-Rodenbach, der einen Tag vorher souverän den 1000 Meter-Lauf in 2:40 Minuten gewonnen hatte. Aber so sehr sich der Junge aus Sri-Lanka auch mühte, Alexander Cappel aus Urberach hing wie eine Klette an ihm und ließ sich nicht abschütteln. 50 Meter dahinter liefen Joshua Weiß (LG Odenwald), David Moreno (Weilmünster) Adam Jonas und der Melsunger Robin Hohmann, der zum ersten Mal unter zehn Minuten laufen wollte. Aber aufgrund der enorm hohen Temperaturen musste man mindestens fünfzehn bis zwanzig Sekunden mehr einplanen. Robin Hohmann zeigte in diesem Lauf seine läuferischen Qualitäten und blieb durch seinen Mut und seine Zähigkeit  an diesen Langlaufspezialisten dran, das mit jeder Runde immer dichter an das Führungsduo heranlief. Alexander Cappel siegte schließlich in 9:48,46 Minuten vor Anusan Rajeentan (9:49,37 Minuten), aber der Kampf um Bronze sollte spannend werden. 80 Meter vor dem Ziel überholte Robin Hohmann seine Kontrahenten und stürmte auf Bronzemedaillenkurs dem Ziel entgegen. Nur Joshua Weiß, der bei den Landesstraßenmeisterschaften den Obermelsunger noch klar besiegen konnte, hielt diesem enormen Endspurt mit und spurtete neben Robin Hohmann ins Ziel. Mit bloßem Auge konnte man nicht erkennen, wer den dritten Platz und damit die Bronzemedaille gewonnen hatte. Erst die Auswertung des Zielfilms gab darüber Auskunft:  Joshua Weiß belegte mit 9:58,49 Minuten Rang drei vor Robin Hohmann, der zwei Hundertstelsekunden langsam war, aber nach einem starken Lauf sein Ziel erreicht hatte.

Im Kugelstoßen der W14 konnte Janina Rohde mit ihren Trainingsstößen ihre gute Form nachweisen. Ihre Formkurve zeigte seit den Landeshallenmeisterschaften, wo sie mit 10,87 Meter den vierten Platz belegt hatte, ständig nach oben. Und so rechnete Alwin J. Wagner wieder mit einem Platz unter den besten sechs Schülerinnen in der Altersklasse W14. Janina Rohde begann ihren Wettkampf mit einem ungültigen Stoß, ließ im zweiten Durchgang einen Sicherheitsstoß von 10,74 Meter folgen und lag nach zwei Versuchen bereits auf Rang fünf. Im letzten Versuch des Vorkampfes zog sie mit 11,35 Metern an Sara Lisa Zorn (Hanau-Rodenbach), die bis dahin 11,18 Meter erreicht hatte und an der Dillenburgerin Kaja-Marie Jung (11,13 Meter) vorbei und belegte plötzlich Rang drei. Im vierten Durchgang steigerte sich Janina noch einmal und verbesserte sich auf 11,38 Meter. Aber die ein Jahr ältere Sara-Lisa Zorn hatte sich unmittelbar vor ihr 11,54 Meter gestoßen und Janina wieder auf Platz vier verdrängt. Nachdem sich niemand mehr in den beiden letzten Versuchen steigern konnte, stand fest, dass Janina Rohde mit 11,38 Meter den vierten Platz erreicht und erhebliche Fortschritte seit den Melsunger Kreismeisterschaften gemacht hatte, wo sie noch gegen Franziska Müller aus Borken verlor, die mit 9,69 Meter auf Rang sechs landete.

Im Diskuswerfen der W14 wäre es relativ einfach gewesen, eine Medaille zu gewinnen, denn der dritte Platz ging mit 25,04 Meter an Kaja-Marie Jung aus Dillenburg. Janina, die nie richtig in den Wettkampf fand, begann mit 21,44 Meter und ließ im vierten Durchgang 23,37 Meter folgen. Das bedeutete am Ende nur Rang sechs. (ajw)



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