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Melsunger Schüler sicherten sich den Mannschaftstitel

Bebra/Melsungen. Bei den nordhessisschen Mehrkampfmeisterschaften der Schüler in Bebra sicherten sich  der Leichtathletiknachwuchs der MT 1861 Melsungen mit einem neuen Kreisrekord erwartungsgemäß die Nordhessenmeisterschaft in der Mannschaftswertung. Leistungen in Meter und Sekunden beweisen aber noch lange nicht alles. Sie sagen nichts über die Härte des Wettkampfes und sie sagen nichts über die Dramatik der Auseinandersetzungen. Das aber haben die Zuschauer in der Biberkampfbahn in Bebra mitgenommen: Es waren durchweg schöne und spannende Wettkämpfe, und es wurde im Kampf um die begehrten Titel und Plätze auch hervorragender Sport geboten.

Wenn es auf dieser Linie in den kommenden Wochen so weitergeht, ist es um die Aussichten der besten Melsunger Nachwuchsathleten mit Sicherheit nicht schlecht bestellt und man darf sich durchaus einige Hoffnungen machen, beim Kreissparkassen-Cup-Finale und beim Städtevergleichskampf am 18. September in Felsberg eine gute Rolle zu spielen.

Vor einem unrealistischen Optimismus sei allerdings schon jetzt gewarnt, da mit Tobias Stang und Henri Alter sich zwei herausragende Athleten auf Klassenfahrt in London befinden und als MT-Trümpfe wahrscheinlich nicht mit dabei sein werden. Aber bis dahin stehen noch wichtige Wochen bevor, die durch entsprechende Wettkämpfe und Vorbereitungen genutzt werden müssen.

Es passte in das gesamte Bild, dass die Zuschauer und die dazu gehörende Organisation den richtigen Rahmen zu einem Vierkampf der A-Schüler abgaben: Acht Mehrkämpfer über 2000 Punkte – was kann man mehr verlangen? Verständlich, dass in diesem Rausch der Leistungen das eine oder andere Glanzergebnis unterzugehen drohte. Auch wenn die Vorbereitungen für diese Vielseitigkeitsprüfung nicht so intensiv waren, erzielten auch die Melsunger Schüler zahlreiche Bestleistungen

Der Vierkampf begann mit dem 100 Meter-Lauf, bei dem Marius Rode bereits alle Register seines Könnens zog und mit 11,49 die Tagesbestzeit lief. Aber auch Robin Hohmann und Tobias Stang demonstrierten ihre verbesserte Sprintqualitäten und liefen mit 12,67 Sekunden beziehungsweise 12,76 Sekunden neue persönliche Bestzeiten.  Auch Michael Hiob (13,542 Sekunden), Henri Alter (13,62 Sekunden)  und Sebastian Ludwig (13,66 Sekunden) stellten persönliche Bestzeiten auf und waren nach dem sehr guten Auftakt zufrieden.
Was die Glocke geschlagen hatte, zeigten die Melsunger Mehrkämpfer in der zweiten Disziplin, denn auch im Hochsprung hagelte es Bestleistungen, so dass Trainer Ulf Ludwig allen Grund zur Freude hatte.

Tobias Stang zeigte mit 1,60 Meter seine gewohnte Leistung und auch Sebastian Ludwig bewegte sich mit 1,56 Meter im Rahmen seiner bisherigen Möglichkeiten. Dass aber Robin Hohmann ohne jegliches Hochsprungtraining über 1,60 Meter sprang und auch Henri Alter 1,56 Meter überquerte, war doch eine große Überraschung. Denn plötzlich hatte Robin Hohmann die große Chance im Vierkampf bester Melsunger zu werden. Henri Alter hatte durch diesen guten Sprung die Möglichkeit 1900 Punkte und mehr zu erreichen. Aber dafür brauchte er einen Kugelstoß an die Zehn-Meter-Marke und im abschließenden Weitsprung eine Leistung jenseits der 5,20 Meter.

Als man nach den ersten beiden Wettbewerben die Zwischenstände verglich, verführten die Hochrechnungen schon zu sehr gewagten Prognosen.  Die Melsunger Schüler waren nämlich auf dem besten Weg, den Mannschaftskreisrekord, den am 16. September 2003 Till Neudecker, Peter Micke, Jan Basczok, Peter Friedrichs und Jürgen Thon (ebenfalls MT 1861 Melsungen)  mit 9620 Punkten aufgestellt hatten,  zu pulverisieren. Sollte es auch im Kugelstoßen so weitergehen?

Tobias Stang erlitt mit 8,85 Meter zwar keinen Einbruch, aber er verlor doch wertvolle Punkte auf Robin Hohmann, der mit 10,79 Meter seine dritte persönliche Bestleistung an diesem Tag aufstellte und dadurch den Vorsprung auf seine Melsunger Verfolger weiter ausbauen konnte.  Henri Alter wusste, dass er in der Lage war, an die 10 Meter-Marke zu stoßen. Aber erneut scheiterte er an seinen Nerven und blieb mit 8,74 Meter hinter den Erwartungen zurück.  Jetzt musste er schon im Weitsprung eine Weite von 5,40 Meter erzielen, um die anvisierte 1900 Punktemarke zu erreichen. Sebastian Ludwig stieß die acht Pfund schwere Eisenkugel auf 8,28 Meter und war damit noch zwei Zentimeter besser als Michael Hiob, der sich damit aus der Mannschaftswertung verabschieden musste, denn er hätte im Weitsprung an die sechs Meter springen müssen, um 1900 Punkte zu bekommen.

Als vierter und damit letzter Wettbewerb stand der Weitsprung auf dem Programm. Lokalmatador  Marius Rode drohte nach zwei ungültigen Versuchen das Aus. Aber mit seinem letzten Sprung – vor dem Absprungbalken – erreichte er sogar noch mit 6,27 Meter eine persönliche Bestweite. Karl Westphal aus Wanfried  hatte nach seinem Super-Kugelstoß von 13,60 Meter die Silbermedaille sicher. Und auch der lang verletzte Raphael Strube aus Spangenberg konnte nach seiner vorzüglichen Weite von 5,98 Meter nicht mehr von Rang drei verdrängt werden. Leon Licht vom LAV Kassel sprang 5,93 Meter weit und kam am Ende auf 2105 Punkte. Die Melsunger Schüler ließen sich von diesen prächtigen Weiten der Konkurrenz aber nicht beeindruckten, sondern eher beflügeln. Tobias Stang verbesserte sich auf 5,77 Meter und landetet fast dreißig Zentimeter weiter als seine bisherige Bestleistung. Robin Hohmann flog auf 5,49 Meter und stellte an diesem Nachmittag seine vierte Bestleistung auf.  Henri Alter zeigte endlich die Leistung, die man im Training von ihm gewohnt war.  Und Sebastian Ludwig, der einen Sprung von 5,60 Meter nur knapp übertrat, war mit seinen 5,31 Meter zufrieden.  Nur Michael Hiob blieb aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme, die aber jetzt behoben scheinen, hinter seinem Frühjahrsleistungsniveau zurück.

In der Altersklasse der M15 sammelte Robin Hohmann 2100 Punkte und war damit bester Melsunger vor Tobias Stang (2035 Punkte) und Henri Alter (1901 Punkte). Den vierten Rang  in der internen Melsunger Rangliste sicherte sich Sebastian Ludwig mit 1867 Punkten. Es war abzusehen, dass Michael  Hiob mit seinen 1738 Punkten nicht mehr in die Mannschaftswertung der MT Melsungen kam, denn der ein Jahr jüngere Jan Ullrich war für 1900 Punkte gut. Und Jan Ullrich startete in der M14 mit einem Paukenschlag, denn zum ersten Mal legte er die 100 Meter unter 13 Sekunden zurück und lief mit 12,98 Sekunden hinter dem großen Favoriten  Levin Oziegbe aus Vellmar (12,76 Sekunden) die zweitschnellste Zeit.  Ein großes Fragezeichen stand bei ihm hinter dem Hochsprung, denn der antritts- und reaktionsschnelle Sprinter hatte fast zwei Jahre kein Hochsprungtraining mehr absolviert. Eingeplant war eine Höhe von 1,35 Meter, aber Jan Ullrich wuchs über sich hinaus und überquerte zur Überraschung aller 1,44 Meter.  Damit verlor er nicht allzu viel Boden gegen die Konkurrenz. Nur die beiden Mehrkämpfer aus Vellmar, Oziegbe und William Bremer, die beide 1,56 Meter sprangen, setzten sich ein wenig ab. Mit 9,72 Meter im Kugelstoßen erzielte Jan Ullrich hinter Till Schaller aus Wehlheiden (9,97 Meter) die zweitgrößte Weite und nahm William Bremer fast einen Meter ab, so dass der Weitsprung als vierter und damit letzter Wettbewerb die Entscheidung bringen musste.  Während der Vellmarer Mehrkämpfer bei 5,10 Meter hängen blieb, kam Jan Ullrich mit 5,17 Meter in die Wertung und hatte am Ende 1915 Punkte. Damit sammelte er 20 Zähler mehr als William Bremer und sicherte sich am Ende nicht nur überraschend die Vizemeisterschaft bei den vierzehnjährigen Jungen, sondern war am Ende sogar noch drittbester MT-Schüler.

Mit Robin Hohmann (2100), Tobias Stang (2035), Jan Ullrich (1915), Henri Alter (1901) und Sebastian Ludwig (1867) sicherte sich dieses Quintett mit 9818 Punkten die Mannschaftswertung vor den Schülern der TG Wehlheiden (8180 Punkte) und wiederholten damit ihren Erfolg, den sie vor zwei Jahren bei den nordhessischen Mehrkampfmeisterschaften in Korbach mit 8519 Punkten erzielt hatten. Michael Hiob kam mit seinem Vierkampfergebnis nicht mehr in die MT-Mannschaft. Wie stark seine Leistung war, kann man daran erkennen, dass er beim Vizemeister TG Wehlheiden als zweitbester Punkte-sammler in die Wertung gekommen wäre. Alle sechs Melsungen Schüler rundeten das Bild eines Mehr-kampfes ab, der an Dramatik und an Leistungsdichte einen nachhaltigen Eindruck hinterließ. Kein Wunder, dass sich die Melsunger Trainer sich für ihren Aufwand so effektvoll belohnt sahen.  Den angestrebten Kreisrekord verbesserten die MT-Schüler um 198 Punkte und gehören damit zu den erfolgreichsten Schülermannschaften des Hessischen Leichtathletik-Verbandes. (ajw)



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