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Janina Rohde wird immer besser

Alsfeld/Melsungen. Übereinstimmend war die Meinung der angereisten Melsunger Athleten mit Trainer Alwin J. Wagner: „Alsfeld war eine Reise wert“. Während einige Nachwuchsathleten der MT 1861 Melsungen beim Springertag in Felsberg am Start waren, unterzogen sich zur gleichen Zeit vier weitere Nachwuchshoffnungen des Melsunger Traditionsvereins beim  Hans-Georg-Schüssler-Gedächtnis-Sportfest in Alsfeld einen Formtest gegen starke Konkurrenz aus Ost- und Mittelhessen. Dank einer überragenden Janina Rohde ging sogar ein Mehrkampfsieg in die Bartenwetzerstadt an der Fulda. Die 13-jährige Melsunger Gesamtschülerin präsentierte sich in einer hervorragenden Form und holte sich im Wahldreikampf  –  man konnte sich aus verschiedenen Wettbewerben einen Mehrkampf selbst zusammenstellen – mit  1527 Punkten überlegen den ersten Platz.

Mit ihren drei Wettbewerben, bestehend aus Kugelstoßen, Hoch- und Weitsprung, hatte sie in der Endabrechnung 71 Punkte Vorsprung vor Hannah Kayß von der LG Alheimer Rotenburg-Bebra.

Was sich Janina Rohde eigentlich für die nordhessischen Vierkampfmeisterschaften in Bebra vorgenommen hatte, schaffte sie bei dieser Vielseitigkeitsprüfung in Alsfeld. Mit zwei Bestleistungen in den vertikalen und horizontalen Sprüngen machte sie deutlich, dass eine überdurchschnittlich gute Werferin auch über eine enorme Sprungkraft und Schnelligkeit verfügen muss. Bei den nordhessischen Vierkampfmeisterschaften in Bebra übersprang sie 1,44 Meter und schaffte 4,43 Meter im Weitsprung. Das ergab für diese beiden Wettbewerbe eine Zwischensumme von 955 Punkte. In Alsfeld steigerte sie sich im Hochsprung auf 1,48 Meter (493 P.) und verbesserte sich im Weitsprung auf 4,69 Meter (515 P.). Drei Tage vorher hatte sie bei einem Werferabend in Spangenberg mit 32,08 Meter im Diskuswerfen sowie mit 11,33 Meter im Kugelstoßen für Hessens B-Schülerinnen ein wohl vorerst nicht erreichbares Maß gesetzt. Seit Alsfeld  gehört Janina Rohode auch im Hochsprung zu den TOP-TEN des Verbandes in ihrer Altersklasse und liegt höhengleich mit Luzie Schrauf aus Unterliederbach auf Rang sechs der HLV-Rangliste.

Nachdem Hannah Kayß nach zwei Wettbewerben 928 Punkte gesammelt hatte und Janina Rohde mit ihren 1,48 m im Hochsprung und vorzüglichen 11,20 Meter im Kugelstoßen auf 1012 Punkte gekommen war, konnte im abschließenden Weitsprung eigentlich nichts mehr passieren. Ohne jeglichen Druck landete die mehrfache Nordhessenmeisterin bei 4,69 Meter und hatte damit 1527 Punkte „in der Tasche“.  Für diese hervorragende Punktzahl wurde sie neben einer Urkunde mit einer Geldprämie ausgezeichnet.

„Diese tolle Punktzahl und die dabei erzielten Leistungen werden Janina noch mehr motivieren, um bei den nationalen Titelkämpfen des Deutschen Turnverbandes im Mehrkampf sowie im Schleuderballwerfen, die am 18. September in Berlin stattfinden, ein entscheidendes Wort bei der Medaillenvergabe mitzureden“, sagte Trainer Alwin J. Wagner, der aber immer noch an der Weitsprung- und Kugelstoßtechnik etwas auszusetzen hatte.

Aber der Melsunger Coach war nicht nur mit den Leistungen von Janina Rohde sehr zufrieden, sondern freute sich auch über die Ergebnisse von Henri Alter, Robin Hohmann und Tochter Katharina, die ebenfalls in Alsfeld überzeugen konnten.

Auch Henri Alter wird immer besser. Das zeigen nicht nur seine Trainingsergebnisse, sondern das konnte der junge Mehrkämpfer auch in Alsfeld der Öffentlichkeit demonstrieren. Im Weitsprung kam er zwar „nur“ mit 5,21 Meter in die Wertung, aber er trat einen 5,50m-Sprung nur hauchdünn über. Im Hochsprung überquerte 1,56 Meter und stellte seine persönliche Bestleistung ein. „Henri hat noch sehr viel Potenzial, denn bei seiner Lattenüberquerung erfolgt kaum ein Aufrichten des Oberkörpers zur Latte (Taschenmesser), so dass seine Beine verhältnismäßig passiv wirken und dadurch ein zu langer Flugweg über die Latte benötigt wird“. Auch sei noch keine gute Streckung in der Hüfte erkennbar, monierte Alwin J. Wagner, der aber Henri Alter zutraut, schon bald seine eigene Körpergröße zu überspringen.

Im Speerwerfen näherte sich der hessische Schülermeister im Steinstoßen mit 43,45 Meter wieder seinem Kreisrekord von 44,53 Meter.  „Ich hoffe, dass ich in diesem Jahr den Rekord noch um ein bis zwei Meter verbessern kann“, sagte Henri, der mit seinen 50 Kilogramm Körpergewicht zu den Leichtgewichten unter Hessens besten Schüler-Mehr-kämpfern gehört.

Robin Hohmann hatte sich sicherlich seinen Wahldreikampf anders vorgestellt, denn er war vor Beginn dieser Vielseitigkeitsprüfung hinter Marius Rode (LG Alheimer) und Karl Westphal (VfL Wanfried) ein Anwärter auf Rang drei und wäre damit in den Genuss einer Geldprämie gekommen. Während er bei den nordhessischen Mehrkampfmeisterschaften in Bebra seine Weitsprungbestleistung auf 5,49 Meter steigern konnte, blieb er zum Auftakt bereits 39 Zentimeter zurück, so dass er mit 505 Punkten wertvolle Zähler verlor.

Im Hochsprung überzeugte der hessische Vize-Hallenmeister über 1000 Meter mit 1,56 Meter, aber er konnte gegenüber Henri Alter keinen Punkt aufholen, denn sein Trainingspartner übersprang die gleiche Höhe. So hatte er nach zwei Wettbewerben mit 1014 Punkten überraschend 12  Zähler Rückstand auf Henri.   Da vor dem abschließenden 1000m-Lauf das Speerwurfergebnis von Henri Alter (43,45 m = 593 Punkte) bekannt war, hätte Robin Hohmann eine Zeit von knapp unter 2:50 Minuten erzielen müssen. Er legte zwar ein flottes Anfangstempo vor, doch er merkte bald, dass er die anvisierte Zeit nicht laufen konnte. So konzentrierte er sich auf Benedikt Orth (ESV Treysa), der Bruder von Florian Orth, frisch gebackener deutscher Juniorenmeister über 1500 Meter, der wie eine Klette an Robin Hohmann hing und sich nicht abschütteln ließ. Nach 2:21 Minuten für die 800 Meter war Robin Hohmann klar, dass er Henri Alter nicht mehr von Platz drei in der Mehrkampfwertung verdrängen konnte. So setzte er auf der Zielgeraden nicht mehr alle Energien frei und lief nach 2:56,26 Minuten über die Ziellinie. Benedikt Orth, der seinen ersten 1000m-Lauf absolvierte, überraschte mit 2:57,76 Minuten und scheint in die Fußstapfen seines großen Bruders treten zu wollen.

Katharina Wagner hatte das Pech, bei ihrem Wahldreikampf zweimal gegen den Wind anzukämpfen. Zunächst musste sie auf den Hochsprung verzichten, da es unmittelbar vor dem Wettkampf zu regnen anfing, so dass alle Teilnehmer unter das Tribünendach flüchten mussten.  Als alle wieder zum Vorschein kamen, stand die Bahn unter Wasser und an eine gute Höhe war nicht mehr zu denken. So ließ sie den Hochsprung streichen und wählte dafür nach dem 100m-Lauf und dem Weitsprung das Kugelstoßen als dritte Disziplin.

Beim Sprint lag sie bis zur Hälfte noch gut im Rennen, musste dann aber die Überlegenheit von Julia Smakal (Alsfeld) anerkennen, die sich auf den letzten 40 Meter sicher absetzen konnte und bei einem Gegenwind von 1,1 Meter pro Sekunden mit 13,11 Sekunden als Erste über die Ziellinie lief. Katharina sicherte sich in 13,49 Sekunden Rang vier vor Marie Weitzel vom ESV Jahn Treysa in 13,65 Sekunden.

Beim Weitsprung hatte sich Katharina Wagner eigentlich eine Weite von 5,20 Meter zum Ziel gesetzt, aber nachdem sie im ersten Durchgang wegen des starken Gegenwindes zehn Zentimeter vor dem Absprungbalken absprang und deshalb nur 4,78 Meter erreichte, ging sie beim Anlauf für ihrem zweiten Sprung einen halben Fuß nach vor. Leider erklärte die Kampfrichterin diesen Sprung von 5,30 Meter und mehr für ungültig, nachdem sie nach langer Suche einen winzigen Eindruck in der Plastinlineinlage fand.  So durfte sie beim dritten und letzten Sprung nicht mehr alles auf eine Karte setzen und kam deshalb bei 0,5 Meter Gegenwind nur auf 5,05 Meter. Beim abschließenden Kugelstoßen erreichte Katharina Wagner aus dem Stand 9,79 Meter und machte deutlich, dass sie in diesem Jahr noch gerne die 10m-Marke überstossen möchte. (ajw)



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