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Vize-Meisterschaft im Fünfkampf für Janina Rohde

Berlin/Melsungen. Nach erfolgreicher Meisterschaft im Schleuderballwerfen am Samstag stand für Janina Rohde nach einer kurzen Nacht am Sonntag bereits ab 9 Uhr der zweite Wettkampf  bei den Meisterschaften des Deutschen Turnverbandes in Berlin- Steglitz an. Der leichtathletische Fünfkampf bestehend aus Kugelstoßen, Schleuderballwerfen, 75-Meter-Sprint, Weitsprung und dem abschließenden 1000-Meter- Lauf begann auf einem Nebenplatz mit dem Kugelstoßen.

Resignierend nahm man die erneuten organisatorischen Fehlleistungen zur Kenntnis, denn auch im Mehrkampf musste Janina trotz der besten Vorleistungen jede Disziplin eröffnen. Bereits hier merkte man Janina an, dass die letzten Tage nicht spurlos an ihr vorüber gegangen waren. Neben der trainingslosen Woche in London mit der aus schulorganisatorischen Gründen nicht zu umgehenden sehr langen Busheimreise war sie doch gekennzeichnet von einer mit Medikamenten behandelten Erkrankung sowie den Strapazen des ersten Wettkampftages. So erreichte sie in dieser Disziplin für sie nur 10,86 Meter und blieb somit über einen halben Meter zu ihrem Ergebnis bei den Landesmeisterschaften zurück. Ihr am nächsten kam Leonie Naubereit vom LTV Bad Dürkheim mit 9,37 Meter.

Bereits in dieser frühen Phase des Wettkampfes merkte man, dass es mit dem anvisierten zweiten Titel schwer werden würde, waren doch wie die meisten der Kontrahentinnen, auch die große Rivalin Anna Krickel vom SFG Bernkastel, ausgeruht angereist und hatten trotz Qualifikation auf das Schleuderballwerfen am Vortag verzichtet. Sie erreichte für ihre Verhältnisse ansprechende 8,11 Meter und so war bereits ein halber Punkt rechnerischer Vorsprung aufgebraucht.

Die zweite Disziplin war das Schleuderballwerfen. Hier steigerte sich Janina aufgrund der günstigeren Windbedingungen auf der Anlage auf 38,84 Meter. Anna Krickel erreichte hier mit 37,43 Meter exakt die Siegesweite von Janina am Vortag und legte damit zu ihren Vorleistungen über 5 Meter zu. Leonie Naubereit erreichte 33,99 Meter und somit war klar, das diese drei Athletinnen von den 29 gestarteten, den Sieg unter sich aus machen würden.

Der dritte Wettbewerb war der 75 Meter- Sprint. Nach durchschnittlichen 11,26 Sekunden von Janina keimte etwas Hoffnung auf, sollte doch Anna Krickel mit ihren 10,97 Sekunden doch deutlich über ihrer Bestleistung bleiben. Leonie Naubereit lief 10,85 Sekunden und unterstrich damit, dass sie noch nicht aufgegeben hatte.

Der vorletzte Wettbewerb war der Weitsprung. In Kenntnis der Stärke von Anna Krickel auf der abschließenden Mittelstrecke erhoffte man sich hier noch einmal eine Vergrößerung des Punktevorsprunges. Jedoch merkte man bereits beim Einspringen, dass Janina auf der letzten Rille ihres körperlichen Leistungsvermögens fährt. Mit ihrem standardmäßigen Anlauf kam sie überhaupt nicht in die Nähe der Absprungzone und so mussten mehrere Korrekturen vorgenommen werden, um die Wettkampfweite von 4,53 Meter zu erzielen. Die erhofften 4,80 Meter und mehr blieben aus und so war nach den erzielten 4,43 Metern von Anna Krickel und den 4,65 Metern von Leonie Naubereit klar, das der abschließende 1000-Meter- Lauf die Entscheidung bringen musste.

Zusätzliche Motivation für Janina sollte sein, das pünktlich zum abschließenden Lauf ihre Freunde vom Spielmannszug Malsfeld, in dem sie Klarinette spielt, in nicht unwesentlicher Anzahl die weite Reise nach Berlin auf sich genommen hatten und sich lautstark bemerkbar machten.

Aufgrund des großen Vorsprungs und gleicher Laufleistungen war klar, dass Leonie Janina nicht mehr gefährden konnte. Zu was jedoch ist Anna Krickel imstande, fragte man sich. Janina hatte einen Vorsprung von 2,81 Punkten was umgerechnet 37 Sekunden sind, die sie auf Anna Krickel verlieren durfte. Nachdem diese im Weitsprung und im Sprint auch nicht so frisch wirkte, erhoffte man sich einen Teil des Vorsprunges ins Ziel retten zu können.

So wurde, in Kenntnis der nicht angewandten Wettkampfregeln, davon ausgegangen, das Janina in der Startaufstellung, wie bei allen Disziplinen zuerst genannt und somit auf der Innenbahn platziert wird. Ziel war nun, sich mit einem kurzen Antritt  vor Anna Krickel zu positionieren und ihr somit so lange wie möglich das Tempo zu nehmen, zumal bekannt war, dass sie eine Zeit um die 3:25 Minuten laufen kann.

Dann der Schock und eine Vorentscheidung des Mehrkampfes: Die Kampfrichter hatten erstmals in diesem Mehrkampf eine umgekehrte Startfolge und legten diese völlig falsch aus. So mussten die Topleute von der äußersten Bahn ins Rennen gehen. Die Marschroute war völlig über den Haufen geworfen, war doch die antrittsschnelle Anna sofort nach dem Start auf der Innenbahn in Führung liegend davongezogen und Janina hing im Pulk der folgenden Läuferinnen fest, ohne die Kraft zu haben, diese auf der längeren Außenbahn zu überholen.

Dies zur Kenntnis nehmend lief Anna nun wie entfesselt und steigerte sich auf sensationelle 3:19,6 Minuten, was auch einer Spezialistin auf dieser Strecke ohne vorher vier Disziplinen zu absolvieren gut zu Gesicht gestanden hätte. Nun war die Frage, was kann Janina aus ihrem völlig erschöpften Körper noch herausholen. Sie kämpfte mit jedem Meter, versuchte alles und erreichte nach 3:56,7 Minuten das Ziel.

Die Differenz der beiden Läuferinnen betrug 37,1 Sekunden und somit ging das große Rechnen los, ohne jedoch zu einem Ergebnis zu kommen. Zu gering waren die Unterschiede und so musste man die Siegerehrung abwarten.

Wie befürchtet kam dann zur Siegerehrung die Erkenntnis, dass es nicht zur erhofften zweiten Goldmedaille gereicht hatte. Anna Krickel hatte eine Vorsprung von 0,02 Punkten, was umgerechnet im 1000-Meter- Lauf 0,1 Sekunden oder beim Kugelstoßen zwei Zentimeter gewesen wären. Noch ärgerlicher ist, dass es in diesem Jahr eine Umstrukturierung der Punktetabelle gegeben hat. Bei Anwendung der Tabelle aus dem Vorjahr hätte Janina die deutsche Meisterschaft mit einem Vorsprung von 0,53 Punkten errungen.

Die Umarmung von Janina mit Anna Krickel bei der folgenden Siegerehrung zeigte jedoch sehr schnell, welchen Respekt sie vor der Leistung der verdienten Siegerin gehabt hat und sich über den zweiten Platz und somit der zweiten Medaille bei diesen Bundesmeisterschaften gefreut hat. Auf der Heimfahrt wurde dann jedoch nochmals gerätselt was möglich gewesen wäre.

Hätte sie trainieren können. Hätte sie wie geplant die Anreise anstatt mit dem Bus mit dem Flugzeug von London nach Berlin machen können. Wäre sie nicht krank gewesen. Wäre ihr erfahrener Trainer Alwin J. Wagner, welcher zeitgleich den Vergleichskampf MT Melsungen gegen Pila organisieren musste, da gewesen, um die Kampfrichter auf die Regularien hinzuweisen und während des Wettkampfes entscheidende Korrekturen an den Techniken hätte vornehmen können???

All dieses wurde jedoch schnell vom Tisch gewischt und sich ausgiebig über die beiden Erfolge gefreut und festgestellt, das somit bei den nächsten Meisterschaften noch ein bisschen Luft nach oben ist.

Es bleibt die Erkenntnis : Berlin war eine Reise wert. (red)



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