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Erwerbstätigenzahl auf Vorjahresniveau

Hessen. In Hessen waren im zweiten Quartal 2010 rund 3,11 Millionen Personen erwerbstätig, rund 600 mehr als im entsprechenden Vorjahresquartal. Wie das Hessische Statistische Landesamt nach vorläufigen Berechnungen des Arbeitskreises „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ mitteilt, stagnierte damit die relative Entwicklung der Erwerbstätigkeit im Vorjahresvergleich zum vierten Mal in Folge. Die hessische Entwicklung lag im Berichtsquartal erstmals seit dem vierten Quartal 2008 unter dem Bundesdurchschnitt (plus 0,2 Prozent), nach einer durchschnittlich um 0,2 Prozentpunkte günstigeren Entwicklung als im Bundesdurchschnitt in den vorangegangenen fünf Quartalen.

Im Vergleich zum Vorquartal nahm die Zahl der Erwerbstätigen in Hessen im zweiten Quartal 2010 um knapp 14.400 Personen oder 0,5 Prozent zu. Der Anstieg fiel damit deutlich geringer aus als der Durchschnitt des gleichen Quartals der Jahre ab 2001 (plus 18.200 Personen).

Die Erwerbstätigkeit entwickelte sich in den einzelnen Wirtschaftsbereichen unterschiedlich. Beschäftigungsverlusten im Produzierenden Gewerbe (ohne Bau) und in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei standen Zugewinne in den Dienstleistungsbereichen gegenüber. Im Produzierenden Gewerbe ohne Baugewerbe wurden im zweiten Quartal 2010 im Vergleich zum Vorjahresquartal 16.900 Stellen oder 3,1 Prozent abgebaut, hauptsächlich im Verarbeitenden Gewerbe das besonders stark von der Rezession betroffen war. Hier setzte sich der im vierten Quartal 2008 begonnene Beschäftigungsabbau im Berichtsquartal fort. Allerdings waren die Beschäftigungsverluste nicht mehr so hoch wie in den Vorquartalen.

Im Baugewerbe verharrte im Berichtsquartal die Erwerbstätigkeit auf dem Stand des Vorjahresquartals. Der Bereich „Land- und Forstwirtschaft; Fischerei“ verzeichnete einen Rückgang um 300 Erwerbstätige beziehungsweise 0,6 Prozent.

In den Dienstleistungsbereichen insgesamt legte die Erwerbstätigkeit um knapp 17.700 oder 0,7 Prozent zu. Die Entwicklung in den drei Teilbereichen war jedoch sehr unterschiedlich. Während im Wirtschaftsbereich „Handel, Gastgewerbe und Verkehr“ die Erwerbstätigkeit um 5.600 Personen (minus 0,7 Prozent) zurückging, war im Bereich „Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister“ ein Anstieg von 6.900 Personen (plus 1,0 Prozent) festzustellen. Am stärksten nahm jedoch der Wirtschaftsbereich „Öffentliche und private Dienstleister“ mit 16.400 Stellen (plus 1,9 Prozent) zu.

In den Bundesländern waren sehr unterschiedliche Entwicklungen festzustellen. Die Spannweite betrug 1,6 Prozentpunkte und reichte von einem Plus von einem Prozent in Brandenburg bis zu einem Minus von 0,6 Prozent in Bremen.

Bei den hier vorgelegten Ergebnissen, die auf dem Rechenstand des Statistischen Bundesamtes vom 18. August 2010 basieren, handelt es sich um Berechnungen des Arbeitskreises „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ (AK ETR), dem alle Statistischen Ämter der Länder, das Statistische Bundesamt sowie der Deutsche Städtetag angehören.
Zusätzlich zur Erstberechnung der Erwerbstätigenzahl für das zweite Quartal 2010 wurden auch die bisher veröffentlichten Ergebnisse ab dem ersten Quartal 2006 überarbeitet. Hierbei wurden alle zum jetzigen Berechnungszeitpunkt zusätzlich verfügbaren erwerbsstatistischen Quellen einbezogen. Die aktualisierten Ergebnisse zur Erwerbstätigkeit können auf der Homepage des AK ETR unter www.statistik-hessen.de/erwerbstaetigenrechnung abgerufen werden.

Die Darstellung der Erwerbstätigkeit erfolgt als durchschnittliche Größe aller Erwerbstätigen nach dem Inlandskonzept (Arbeitsortkonzept). Erfasst werden demnach alle Personen, die im jeweiligen Gebiet ihren Wohn- und Arbeitsort haben, zuzüglich der außerhalb dieses Gebietes wohnenden Personen, die als Einpendler in diese Region ihren Arbeitsplatz erreichen. Zu den Erwerbstätigen rechnen alle Personen, die als Arbeitnehmer (Arbeiter, Angestellte, Beamte sowie Heimarbeiter und marginal Beschäftigte) oder als Selbstständige einschließlich deren mithelfenden Familienangehörigen, eine auf Erwerb gerichtete Tätigkeit ausüben, unabhängig von der Dauer der tatsächlich geleisteten oder vertragsmäßig zu leistenden Arbeitszeit. Grundlage für diese Definition bilden die von der International Labour Organization (ILO) aufgestellten Normen, die im Einklang mit den entsprechenden Definitionen im Europäischen System der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (ESVG) 1995 stehen. (red)



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