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MT Melsungen gastiert bei den Rhein-Neckar Löwen

Debüt von Trainer Michael Roth

Nur einen Tag vor seinem Debüt als neuer Trainer der MT Melsungen hat Michael Roth erstmalig sein Team komplett beisammen. Eine Woche lang waren die sechs aktuellen Nationalspieler der MT bei Länderspieleinsätzen in halb Europa unterwegs. Da ist schnelles Umschalten gefragt, wenn am Mittwoch wieder der Alltag in der TOYOTA Handball-Bundesliga den Takt vorgibt. Dann reist die MT Melsungen zum Viertplatzierten Rhein-Neckar Löwen. Anwurf in der Mannheimer SAP-Arena ist um 20.15 Uhr. Alle Daheimgebliebenen haben die Möglichkeit das Spiel via Internet Liveradio zu verfolgen (u.a. www.hna.de und www.1000mikes.com).

Natürlich sind die Voraussetzungen zur Vorbereitung auf ein Spiel nicht optimal, wenn die halbe Mannschaft unterwegs ist und der neue Trainer erstmalig 36 Stunden vor dem Anpfiff das komplette Team beisammen hat. Doch der Coach nahm es als gegeben hin und machte das Beste aus der Situation. “Ich habe die Zeit genutzt, um mit den vorhandenen Spielern Einzelgespräche zu führen und mich im Training intensiv mit denen zu beschäftigen, die bisher noch nicht so oft oder kaum zum Einsatz gekommen sind. Ansonsten muss unser Gegner ja mit der gleichen Situation zurecht kommen. Auch bei den Rhein-Neckar Löwen fehlte in der vergangenen Woche ein Teil der Mannschaft wegen Länderspielverpflichtungen”, erklärt Michal Roth.

Natürlich ist ihm klar, dass er mit seiner Mannschaft als Außenseiter nach Mannheim reist: “Aber bei 0:18 Punkten sind wir das bei jedem anderen Gegner auch”. Gleichwohl ist das für ihn kein Grund, ohne klares Ziel beim Championsleague-Teilnehmer anzutreten: “Zuletzt gegen den HSV hat die MT gezeigt, dass die Moral in der Mannschaft stimmt und der Wille da ist, den Hebel umzulegen. Gegen die Rhein-Neckar Löwen erwarte ich eine Fortsetzung dieser Einstellung. Es geht derzeit nicht über Schönspielerei, sondern nur über Kampf und Leidenschaft. Egoistisches Denken hat dabei absolut keinen Platz”, hat Roth seinen Schützlingen versucht klar zu machen.

Die haben dessen Aufruf verstanden und sind fest gewillt, in Mannheim an die engagierte Vorstellung aus dem letzten Spiel gegen Hamburg anzuknüpfen. Savas Karipidis, dessen Formkurve zuletzt wieder steil nach oben zeigte, ist zuversichtlich, dass dies gegen die Rhein-Neckar Löwen gelingt: “Wir sind zwar alle von den Länderspielen mit schweren Beinen zurück gekommen, aber darüber wollen wir gar nicht sprechen. Klar sind die Löwen Favorit, doch wir wollen mal sehen, was dort möglich ist. Wir werden uns hoffentlich gegenüber unserem letzten Spiel sogar noch etwas steigern können”, so der MT-Rechtsaußen.

Sein Mannschaftskamerad Andrej Klimovets sieht das ähnlich. Der Kreisläufer, der vor seinem Einstieg bei der MT fünf Jahre lang das Löwendress trug, sagt: “Ich gehe immer in ein Spiel hinein, um es zu gewinnen. Der Abstand in der Tabelle zwischen den beiden Mannschaften ist zwar groß, aber entscheidend ist, was auf dem Spielfeld passiert. Wir werden versuchen, den Gegner unter Druck zu setzen. Eine Chance hat man schließlich in jedem Spiel und gegen jeden Gegner”.

Spieler hören auf eine Stimme – auch auf der Bank
Mit dem Einstieg von Michael Roth initiiert die MT Melsungen in der laufenden Saison quasi einen Neustart. Die Erwartungen an den neuen Trainer sind hoch, schließlich gilt es, die Mannschaft weg vom Tabellenende in sicherere Regionen zu führen. Er soll das Potenzial aus ihr herauskitzeln, sie taktisch richtig auf die Gegner einstellen und insgesamt weiter entwickeln, so die Vorgaben der Vereinsführung. Damit der Mannschaft klar ist, wer auch während des Spiels das alleinige Sagen hat, haben sich Michael Roth und Alexander Fölker darauf verständigt, von der bisherigen Praxis – Trainer und sportlicher Leiter gemeinsam auf der Bank – Abstand zu nehmen. “Ich finde es gut, dass wir mit Michael Roth jetzt einen Trainer haben, der sich seiner Verantwortung stellt und dies auch auf der Bank deutlich nach außen zeigt”, so Fölker. Und Roth ergänzt: “Wir beide wissen, dass ein sportlicher Leiter naturgemäß andere Aufgaben hat, als sich zu den Spielen mit auf die Bank zu setzen. Dort haben wir außerdem mit Co-Trainer Sandor Balogh einen erfahrenen Mann, der z.B. auch mit dem Liga-Procedere rund um die Spiele bestens vertraut ist”.

Löwen sind erfolgreich im Jagdfieber
Bei den Rhein-Neckar Löwen läuft seit der Trennung vom Trainergespann Lindgren/Anderssen (Ende September diesen Jahres) alles in geordneten Bahnen. Unter Gudmundur Gudmundsson (49), der zuvor sportlicher Leiter war, haben Stefansson, Bielecki, Gensheimer, Roggisch & Co. noch kein Punktspiel verloren. Weder in der Bundesliga, noch im DHB-Pokal oder in der Championsleague. Insofern sind die Hoffnungen, in dieser Saison endlich einen nationalen oder gar internationalen Titel zu gewinnen, mehr als berechtigt. In der Liga hat man bei nur einem Punkt Rückstand auf Tabellenführer Kiel ohnehin nach wie vor sehr gute Karten. Lediglich personell gibt es einige Probleme. Nachdem sich Michael Müller mit einem Kreuzbandriss für mehrere Monate verabschieden musste, ereilte das Verletzungspech nun auch  Torwartzerberus Henning Fritz. Der Weltmeister zog sich einen Muskelfaserriss zu und fällt für die nächsten Spiele aus. Die Löwen reagierten kurzerhand und eisten den früheren Großwallstädter Keeper Chrischa Hannawald vom Bergischen HC für die Backup-Position hinter Slawomir Szmal los. Hannawald wird schon am Mittwoch gegen die MT im Aufgebot der Badener stehen.

Gegner führt im Vergleich mit der MT klar
Bislang gab es für die MT in den Duellen mit den Rhein-Neckar Löwen nur selten etwas zu holen. Inklusive zweier Pokalspiele, eines Vergleichs beim Sparkassencup-Turnier und 10 Ligaspielen, standen sich die beiden Clubs seit 2005 insgesamt 13 mal gegenüber. Dabei konnte Melsungen nur zwei  Punktspiele (2006 und 2007) und die Turnierbegegnung (2009) gewinnen. Vor der Zugehörigkeit zur Ersten Liga lieferten sich die beiden Kontrahenten aber schon einige Jahre lang als Zweitligisten heisse Duelle. Damals hießen die Badener noch SG Kronau/Östringen und wurden u.a. vom heutigen MT-Coach Michael Roth trainiert. Er war es auch, der 2003 den Club in die höchste deutsche Spielklasse geführt hat. (Bernd Kaiser)

Schiedsrichter in Mannheim:
Ronny Dedens / Nico Geckert (Magdeburg); DHB-Aufsicht: Thorsten Zacharias



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