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„Gewalt kommt mir nicht in die Tüte“

Bäcker-Innung Schwalm-Eder unterstützt Partnerinnen des sozialen Hilfesystems gegen häusliche Gewalt

Schwalm-Eder.
Im Schwalm-Eder Kreis werden alle Mitgliedsbetriebe der Bäcker-Innung Schwalm-Eder Brötchentüten mit dem Aufdruck „Gewalt kommt mir nicht in die Tüte – Gewalt in der Familie und sozialen Beziehungen ist keine Privatsache“ einsetzen. Die Bäcker-Innung mit ihren 36 Mitgliedsbetrieben und deren zahlreichen Filialen unterstützt damit die hessenweite Aktion der Frauenbüros vom 20 bis 27. November 2010.

„Die Bäckereien stellen einen großen Multiplikator dar, da selbst Kleinbetriebe täglich von mehreren hundert Kunden aufgesucht werden“, so Trudi Michelsen vom Frauenbüro des Schwalm-Eder-Kreises. Mit der Aktion wollen die Akteure zudem eine Übersicht der örtlichen Beratungsangebote und deren Erreichbarkeit geben, die auf der Rückseite der Brötchentüten aufgedruckt sind. Zudem werden Unterstützer aus anderen Vereinen und Verbänden mit Infoständen in den hiesigen Bäckereien vertreten sein. „Mit dieser intensiven Öffentlichkeitsarbeit soll das Bewusstsein der Bevölkerung für die Problematik von Gewalt in der Privatsphäre vorangetrieben werden und die Scheu von Betroffenen vor der Inanspruchnahme von Hilfen herabgesetzt werden“, sagte Trudi Michelsen.

Häusliche Gewalt sei die häufigste Ursache von Verletzungen bei Frauen und Kindern. Diese Verletzungen sind häufiger als die Zahl von Verkehrsunfällen und Krebserkrankungen zusammen genommen. Für Frauen und Kinder ist das Risiko innerhalb der Familie weitaus höher als durch die Gewalt von Fremden. Häusliche Gewalt sei unabhängig vom Einkommen, dem  Alter und der Religionszugehörigkeit in allen gesellschaftlichen Schichten anzutreffen. Statistisch sei fast jede vierte Frau bereits mit häuslicher Gewalt konfrontiert worden. In 80 bis 90 Prozent der Fälle häuslicher Gewalt sind Frauen die Opfer und Männer die Täter. Dennoch richte sich die Aktion gegen jegliche Gewalt, auch gegen die an Kindern und Männern.

„Die Partner wollen dafür sensibilisieren, dass Gewalt alle angeht und Gewalt keine Lösung sei. Jährlich fliehen rund 40.000 Frauen mit ihren Kindern in Frauenhäuser. Im Schwalm-Eder-Kreis fanden in 2009 69 Frauen mit 72 Kindern Schutz im Frauenhaus, daneben suchten 390 Frauen Beratung nach dem Erleben von Gewalt in ihrer Beziehung in der zugehörigen Interventions- und Beratungsstelle der Arbeiterwohlfahrt“, so Landrat Frank-Martin Neupärtl.

Unterstützt wird die Aktion von Landrat Frank-Martin Neupärtl, der Bäcker-Innung Schwalm-Eder sowie dem Verein Frauennetzwerk, dem Frauenhaus und der Interventionsstelle der Arbeiterwohlfahrt Schwalm-Eder. Koordiniert wird sie vom Kreisfrauenbüro, von der Kreissparkasse Schwalm-Eder wird sie gefördert. Initiiert wurde die hessenweite Aktionswoche gegen häusliche Gewalt von der Landesarbeitsgemeinschaft hessischer Frauenbüros und dem Bäckerinnungsverband Hessen. Es beteiligen sich auch örtliche Hilfeanbieter, die Frauenhäuser und die Polizeidirektionen daran. (red)



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