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Der MT fehlt auch gegen Gummersbach das letzte Quäntchen Glück

Kassel/Melsungen. In vielen Bereichen war das 24:25 (13:10) der MT Melsungen gegen den VfL Gummersbach ein Spiegelbild der unglücklichen Niederlage zuletzt gegen Göppingen. Vor 1.924 Besuchern in der Kasseler Rothenbach-Halle hatten die Nordhessen mit dem Oberbergern den nächsten hohen Favoriten am Rand einer Niederlage. Aber wie schon am Mittwoch reichte es trotz großem Kampf nicht zum ersten Punktgewinn der Saison.

Dabei wurde das Feld für eine durchaus mögliche Sensation in der Anfangsphase vorbildlich bestellt. Auch die Ernte wurde in Form erfolgreicher Abschlüsse von Savas Karipidis vom Siebenmeterpunkt, Michael Allendorf im Tempogegenstoß sowie Nenad Vuckovic per Erster Welle zunächst eingefahren. In der Abwehr stand die Wand vor Mario Kelentric sicher. Und wenn nicht Karipidis aus der Drehung am starken VfL-Schlussmann Goran Stojanovic gescheitert wäre, sowie Vuckovic und noch einmal der außerordentlich agile Karipidis die Torumrandung anvisiert hätten, wären die Gäste nach fünf Minuten weit höher im Hintertreffen gewesen als nur 0:3.

Gummersbachs Trainer Sead Hasanefendic hatte da schon genug vom unproduktiven Anrennen seiner von Christoph Schindler nur ungenügend in Szene gesetzten Offensivabteilung und nutzte die flugs genommene Auszeit zur Umstellung. Geoffroy Krantz kam für die Aufbauposition, Barna Putics im linken Rückraum für Drago Vukovic. Viel besser wurde es dadurch zunächst nicht, aber immerhin entwickelte Krantz Zug zum Tor. Mit Einzelleistungen meist, weil das Kombinationsspiel durch Störmanöver der glänzend disponierten Melsunger Abwehr immer noch lahmte. Nach zehn Minuten der nächste Wechsel mit Igor Anic für den überforderten Patrick Wiencek am Kreis. Da hatten Vedran Zrnic und Adrian Pfahl schon zwei Strafwürfe ausgelassen, lag der VfL mit 1:4 hinten und war die MT in fast allen Belangen das überlegene Kollektiv auf dem Feld.

Doch die Gäste fingen sich, vor allem im Deckungsverbund. Während die Offensive sich weiter viele unerklärbare Schwächen leistete und Ball um Ball an die Melsunger abgab, hatte die Deckung zumindest den Positionsangriff der Hausherren unter Kontrolle. Weil die Kreuzungen von Grigorios Sanikis und Alexandros Vasilakis fast alle viel zu weit von Stojanovic’s Kasten entfernt stattfanden und deshalb niemand einmal hochsteigen und aus der zweiten Reihe abschließen konnte. Um dieses Manko zu kompensieren wurde nach Ballgewinnen oft zu schnell versucht das Leder nach vorn zu bringen. Nicht eben zur Freude von Trainer Michael Roth, der oft beruhigen wollte und nur Sekunden später verzweifelte Gesten machte, weil zum Beispiel Karipidis seinen langen und für Michael Allendorf gedachten Ball passgenau Robert Wagner in die Arme spielte. Die Folge war der Anschluss der Gäste zum 7:6 durch einen Konter von Igor Anic (20.)

Das 8:6 war ebenfalls ein Déja-Vu zum Mittwoch. Alexandros Vasilakis passte zu Savas Karipidis nach Außen, der legte in den Kreis ab und per Kempa klatschte der anfliegende Nenad Vuckovic den Ball in die Maschen. Und diese zwei Tore Vorsprung hielten, bis nach knapp 24 Minuten gleich hintereinander Anic und Zrnic mit Zeitstrafen auf die Bank mussten. Doch statt die Führung in doppelter Überzahl weiter auszubauen gelang dem Tabellenletzten bis auf ein Siebenmetertor von Savas Karipidis kein weiterer Treffer. Kaum wieder komplett schaffte Gummersbach gar den Anschluss durch zwei Pfahl-Tore. Beantwortet ebenfalls mit einem Doppelpack von Andrej Klimovets. So dass sich die Nordhessen zur Pause wenigstens über eine insgesamt absolut verdiente 13:10-Führung freuen durften.

Der Start in die zweite Hälfte gestaltete sich zäh. Weil sich die MT, wie schon zum Ende des ersten Durchgangs, einer 5:1-Abwehrformation gegenüber sah. Da störte Vedran Zrnic auf Schritt und Tritt Nenad Vuckovic, ohne den im Positionsspiel der Bartenwetzer noch weniger zusammen lief. Sechs lange Minuten ohne Tor bei Gegentreffern durch Adrian Wagner und Adrian Pfahl brachten die Oberbergischen wieder ins Spiel. Zumal Andrej Klimovets seine zweite Zeitstrafe abbrummen musste. Karipidis brach schließlich den Bann, als er seinen vierten Strafwurf sicher verwandelte. Auf das nächste Tor aus dem Feld musste der Rot-Weiße Anhang aber noch weitere sechs Minuten warten. Da hatte gerade vorher Vedran Zrnic per Tempogegenstoß die erste Führung der Gäste erzielt und Putics die Möglichkeit ausgelassen, ebenfalls vom Siebenmeterstrich zu erhöhen. Dafür machte Alex Vasilakis den Ausgleich. Wie der Grieche auch den nächsten Erfolg von Adrian Pfahl direkt beantwortete.

Gummersbach erspielte sich in dieser Phase ein später entscheidendes Übergewicht. Ein Knackpunkt vielleicht der Sprungwurf des kleinsten Gummersbacher Rückraumspielers, Geoffrey Krantz zum 18:19. Zwar traf der MT-Rückraum mit Vasilakis oder kurz vorher auch mit Grigorios Saniki, aber fast immer nur durch Einläufer oder Einzelaktionen zum Kreis. Ganz deutlich war nach 50 Minuten zu erkennen, wie viele Körner tatsächlich beim Göppingen-Spiel auf der Strecke geblieben waren. Alles ging nur noch über den blanken Willen, aber nicht mehr über Kombinationsspiel.

Der Wille indes war da. Auch als die Gäste mit drei Toren in Vorlage gingen (19:22, 55.). Da packte Nenad Vuckovic noch einmal die letzten Reserven aus und lochte trotz weiterhin konsequenter Sonderbewachung durch Zrnic zweimal ein. Vasilakis verkürzte gar auf 22:24, aber da waren schon nur noch zwei Minuten auf der Uhr. Das letzte Aufbäumen leitete Mario Kelentric ein. Der zwar wieder viele leichte Bälle eingeschenkt bekam, dafür aber auch einige Glanzparaden zeigte und im Vergleich zum Göppingen-Spiel eine ganze Klasse besser hielt. Er parierte 36 Sekunden vor Schluss seinen zweiten Strafwurf, diesmal von Adrian Pfahl. Predrag Dacevic fackelte nicht lange und besorgte den Anschluss. Da waren es noch 29 Sekunden.

Mit offener Manndeckung versuchte die MT noch einmal in Ballbesitz zu kommen und wenigstens einen Teilerfolg zu erzielen. Karipidis gegen Putics, Allendorf gegen Pfahl und Dacevic gegen Krantz. Doch der übernahm die Verantwortung wie schon zu Beginn der Partie. Und brachte das Leder acht Zeigerumdrehungen vor Ultimo zur Entscheidung an Kelentric vorbei. Der verzweifelte Frustwurf von Savas Karipidis praktisch mit der Sirene war nur noch Kosmetik, die das Schlussresultat wieder auf einen einzigen fehlenden Torerfolg stellte. Auch das wieder eine Parallele zum Göppingen-Spiel, wie sie bitterer kaum sein konnte. In einem Spiel, das erneut hätte siegreich bestritten werden können. Wenn zur großartigen kämpferischen Einstellung nur ein ganz klein wenig das Glück Einzug gehalten hätte. (Bernd Kaiser)

Stimmen zum Spiel
Sead Hasanefendic:
Melsungen hat eine sehr gute Mannschaft. Und ich bin keiner, der dieses Lob ohne Grund ausspricht. Ich war selbst Zeuge des ersten Spiels nach dem Trainerwechsel gegen Göppingen  und habe gesehen, wie viel Leidenschaft in dem Team drin ist. Meiner Mannschaft habe ich gesagt, dass wir wahrscheinlich gegen die stärkste Mannschaft antreten, die in der Bundesliga bisher jemals den letzten Platz innehatte. Deshalb haben wir uns genau so vorbereitet wie gegen Großwallstadt oder Lemgo, also Teams aus dem oberen Mittelfeld. Es war klar, dass wir für zwei Punkte in jedem Bereich unsere beste Leistung abrufen mussten. Bei der Analyse haben wir gesehen, dass Nenad Vuckovic der Kopf der MT ist. Deshalb haben wir unsere 5:1-Formation speziell gegen ihn so lange gespielt. Dadurch hatte Melsungen am Ende kaum noch Optionen gegen unsere offensive Abwehr.

Michael Roth: Glückwunsch an den VfL Gummersbach. Wir haben eine Melsunger Mannschaft gesehen, die wieder bis zum Schluss alles gegeben hat. In der Abwehr haben wir wieder ein Stückchen zugelegt. In der ersten Halbzeit nur zehn Gegentore gegen Gummersbach ist eine starke Leistung. Mit der 5:1-Deckung mussten wir uns auch schon vor dem Wechsel auseinander setzen. Dann sind wir aber einfach nur schlecht in die zweite Hälfte hinein gekommen. Man hat deutlich gesehen, dass unser Mittwochspiel gegen Göppingen unheimlich viel Substanz gekostet hat. Wir haben schließlich gegen eine international erfahrene und clevere Mannschaft verloren, die jeden unserer Fehler genutzt hat. Wir befinden uns voll im Abstiegskampf und müssen in Friesenheim jetzt anfangen zu punkten. Auch wenn der Druck immer größer wird, darf die Mannschaft nicht die Nerven  verlieren.

Statistik

MT Melsungen: Kelentric (10 P.), Lechte (bei einem 7m); Brovka (n.e.), Schöngarth, Mansson, Klimovets 2, Schweikardt, Torbica (n.e.), Vasilakis 5, Danner 1, Sanikis 1, Karipidis 7/4, Allendorf 2, Vuckovic 5, Dacevic 1, Sania (n.e.).

VfL Gummersbach: Stojanovic (17 P.), Somic (n.e.); Krantz 6, Wagner 5/2, Schindler, Vukovic 1, Anic 2, Putics 2, Wiencek 1, Teppich (n.e.), Valcic (n.e.), Pfahl 6, Rahmel (n.e.), Zrnic 2.

SR: Nils Blümel (Berlin) / Jörg Loppaschewski (Berlin).

Zeitstrafen: 4 – 4 (Klimovets 17:12 32:41 – Anic 23:27, Zrnic 23:42).

Strafwürfe: 4/4 – 6/2 (Zrnic scheitert an Kelentric, 8. Min.; Pfahl an die Latte, 9.; Putics an die Latte, 41.; Pfahl scheitert an Kelentric, 60.).

Zuschauer: 1.924 in der Rothenbach-Halle, Kassel



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