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MT: Knapper, aber verdienter Sieg gegen Lemgo

Kassel/Melsungen. Die MT Melsungen hat es richtig spannend gemacht, aber dann das bessere Ende für sich behalten. Mit 27:26 (16:13)-wurde der TBV Lemgo niedergekämpft. 2.036 Zuschauer in der Rothenbach-Halle feierten die in den letzten Wochen immer besser in Schwung kommenden Bartenwetzer mit standing ovations.

Dabei begann  die MT mit einer excellenten Defensivleistung. Schon beim ersten Angriff der Lipperländer rannte sich erst Holger Glandorf fest, dann zog Ferenc Ilyés seinen Verlegenheitswurf weit über den Kasten. Weil beide Halben jeweils nach innen zogen und dort in Andrej Klimovets und Felix Danner einem stabilen Innenblock gegenüber standen, der den Weg zum Tor einfach nicht öffnen wollte. Gleichzeitig deckten die beiden Kreisläufer ihren Positionskollegen Sebastian Preiß wirkungsvoll ab, so dass der Gästeangriff gar nicht erst ins Rollen kam. Nur je einen ihrer Würfe brachten die beiden wurfgewaltigen Lemgoer Rückräumer in den ersten zehn Minuten im Tor von Mario Kelentric unter, der Rest landete entweder in den Armen der Abwehr oder wurde sichere Beute des glänzend aufgelegten Kroaten.

Der nahtlos da weitermachte, wo er in Friesenheim aufgehört hatte. Die anderen beiden Tore zum 5:4-Zwischenstand hatte Manuel Liniger mit Tempogegenstößen beigesteuert. Während Kelentric da schon drei gehaltene Bälle aufzuweisen hatte, verließ Martin Galia das Feld und machte Platz für Carsten Lichtlein, ohne vorher auch nur einen einzigen Ball pariert zu haben. Vorher musste schon Preiß auf die Bank und sich dort lautstarke Trainer-Schelte gefallen lassen. Der National-Kreisläufer bekam weder vorn noch hinten einen Stich gegen Andrej Klimovets. Und als dieser den Siebenmeter zum zwischenzeitlichen 4:4 durch Savas Karipidis gezogen hatte, handelte Gästetrainer Volker Mudrow und brachte Christoph Theuerkauf.

Noch einmal schaffte Ilyés den Ausgleich, dann übernahm die MT das Kommando. Ausgerechnet in Unterzahl, Nenad Vuckovic verbüßte eine Zeitstrafe, legte Michael Schweikardt endgültig seine Zurückhaltung der bisherigen Saison ab. Eine famose Einzelleistung, bei der er Ilyés und Strobel mit einer Körpertäuschung ganz schlecht aussehen ließ, bescherte ihm eine freie Bahn zur Führung. Die Alexandros Vasilakis bei immer noch einem Spieler weniger auf dem Parkett umgehend ausbauen konnte, weil Kelentric glänzend gegen Liniger parierte. Anschließend waren innerhalb kürzester Zeit die zwei Gesichter des Holger Glandorf zu bestaunen. Zuerst das gute, das den Linkshänder einst zum umjubelten Weltmeister gemacht hat. Kelentric war ohne jede Chance gegen sein Geschoss zum Anschlusstreffer. Dann das andere, als er das Leder wie schon ganz zu Anfang der Partie fulminant weit am Gehäuse vorbei jagte. Grigorios Sanikis und Andrej Klimovets erhöhten auf 9:6 (12.), bevor Volker Mudrow durch Legen der Grünen Karte Einhalt gebot.

Erfolgreicher wurde das TBV-Spiel aber dadurch nicht. Was weiter ein Verdienst der beweglichen Deckungsreihe und vor allem Mario Kelentric war. Als Nenad Vuckovic nur den Pfosten traf und im Gegenzug Ilyés freie Bahn hatte war es wieder der MT-Keeper, der mit einem Reflex abwehren konnte. Wie sehr er die Ostwestfalen mit seinen Glanztaten aus der Fassung gebracht hatte zeigte sich spätestens, als Manuel Liniger einen Siebenmeterversuch wegen technischen Fehlers abgepfiffen bekam. Lemgo war völlig von der Rolle, die MT obenauf und nach Vasilakis‘ drittem Tor sogar mit 11:7 vorn (17.).

Erst nach zwanzig Spielminuten gelang es Carsten Lichtlein, erstmals einen Wurf der Melsunger zu parieren. Gleich doppelt sogar, weil nach Klimovets‘ Fehlversuch auch Michael Allendorf das Leder nicht am Schlussmann vorbei brachte. Und weil er auch in der Folge noch die eine oder andere Hand an den Ball brachte blieb der Abstand bis zur Pause relativ konstant. Bei Melsungen war es vor allem Grigorios Sanikis, der immer wieder für Begeisterung auf den Rängen sorgte. Auch wenn er drei glasklare Chancen ausließ hatte er bis zum Wechsel immerhin schon sechs Treffer zu Buche stehen. Auch Vasilakis war viermal erfolgreich, während sich der zuletzt so treffsichere Vuckovic mehr auf die Ballverteilung konzentrierte und auf diese Weise eher unauffällig, aber nicht unerheblich zur 16:13-Halbzeitführung beitrug.

Kaum aus der Kabine zurück legten Sanikis und Michael Schweikardt sofort nach. Der Ex-Göppinger hatte die Position am linken Flügel übernommen und fungierte in der Deckung vorgezogen als Spitze einer 5:1-Deckung. Was prompt für Verwirrung beim Gegner sorgte und den Ausbau der Führung möglich machte. Nicht lange allerdings. Nachdem Grigorios Sanikis mit einem rotzfrechen Heber über Lichtlein hinweg auf 20:18 gestellt hatte schlichen sich die ersten Konzentrationsfehler bei den Nordhessen ein. Jens Bechtloff und Christoph Theuerkauf verkürzten für die etwas stärker werdenden Gäste. Bei denen einzig der völlig indisponierte Glandorf weiter kaum Bindung zum Spielgeschehen fand. Er setzte einmal mehr einen Wurf meterweit drüber. Dafür traf in Unterzahl noch einmal Bechtloff. Der TBV war nach einer dreiviertel Stunde bei 20:18 wieder dran.

Es ist müßig zu spekulieren, ob die Partie nach Theuerkaufs Siebenmeter vielleicht endgültig hätte kippen können. Doch der landete nur am Pfosten, und Sanikis, Schweikardt sowie zweimal Vasilakis stellten mit einem weiter glänzenden Kelentric im Rücken während der nächsten Minuten wieder auf 24:19. Ein Abstand, den Mudrow mit einer Auszeit immerhin stabilisieren konnte. Trotzdem sah die Partie knapp fünf Minuten vor dem Ende aus wie entschieden, nachdem Savas Karipidis es besser als der Lemgoer gemacht, und seinen dritten Strafwurf zum 27:22 in die Maschen gesetzt hatte. Doch dann begann bei der MT offenbar die große Angst vor dem so nahen Erfolg.

Erst Christoph Theuerkauf, dann der viel zu spät für Glandorf gebrachte Rolf Hermann verkürzten für die Gäste. MT-Coach Michael Roth schwante Übles. Er nahm sofort die verbliebene Auszeit, um Ruhe in die Aktionen seiner Schützlinge zu bringen. Erfolglos. 95 Sekunden vor Schluss versagten auch bei Karipidis die Nerven. Sein Siebenmeter stellte Lichtlein vor keine großen Probleme. Der leitete sofort den Gegenzug ein und Florian Kehrmann verkürzte auf zwei. Der nächste Ballverlust der Melsunger ließ nicht lange auf sich warten, Sebastian Preiß nutzte ihn eiskalt zum Anschlusstreffer. Da waren es noch 34 Sekunden.

Die herunterzuspielen war nicht leicht bei nun offener Deckung der Lipperländer. Doch diesmal besannen sich die rot-weißen Akteure auf all ihre Routine, spielten die Zeit einfach weg. Und als die Arme der Schiedsrichter wegen Passiven Spiels nach oben gingen zog Alexandros Vasilakis im richtigen Moment ein letztes Mal ab. Aus 15 Metern zwar und ohne jede Aussicht auf Erfolg, aber das war egal. Es nahm die nötige Zeit von der Uhr, und nur das zählte. Der Rest war Jubel auf dem Feld wie auf den Tribünen. Wo die Zuschauer auch vorher schon während der zweiten Hälfte immer wieder aufgestanden waren um ihren Lieblingen Respekt zu zollen für eine wiederum tadellose kämpferische Leistung, die endlich auch die verdienten ersten Heimpunkte der Saison einbrachte. (Bernd Kaiser)

Stimmen zum Spiel
Volker Mudrow:
Klar wussten wir, dass Melsungen stark ist und nicht da unten hin gehört. Aber sie hatten auch erst zwei Punkte und strotzten nicht eben vor Selbstbewusstsein. Wir tun uns selbst immer unheimlich schwer, zeigen zu wenig Härte und Bissigkeit in der Abwehr. Galia ist kein schlechter Torhüter, auch wenn ich ihn früh ausgewechselt habe. Nur seine Abwehr hat ihn nur schmählich im Stich gelassen. Später im Spiel waren wir immer wieder mal dran, haben mit schwachen Abschlüssen aber selbst dafür gesorgt, dass wir nicht mehr ins Spiel zurück fanden. Am Ende sind wir nur noch heran gekommen, weil Lichtlein ein paar freie Bälle gehalten hat. Jetzt haben wir schon so viele Spiele verloren. Und bis auf Kiel alle selbst verschuldet, weil wir klarste Chancen nicht verwertet haben.

Michael Roth: Ich bin sehr glücklich, dass meine Mannschaft nach dem ersten Sieg in Friesenheim nun auch daheim nachlegen konnte. Das ist ganz wichtig, wenn man erst einmal in die Erfolgsspur gefunden hat. Mit dem Spiel selbst bin ich sehr zufrieden. Wir haben in der gesamten Partie nicht einmal zurück gelegen und teilweise mit 4 oder 5 Toren geführt. Am Ende kam dann aber wieder die Angst vor der Niederlage. Oder vor dem Sieg – je nachdem wie man es sieht. Basis für den Erfolg war die Abwehrleistung mit einem starken Torhüter Kelentric dahinter. Die Mannschaft entwickelt momentan echten Teamgeist. Dieses Spiel heute haben wir unseren tollen Fans gewidmet, die uns fantastisch unterstützt haben. Nur dürfen wir jetzt nicht gleich abheben. Heute wird zwar gefeiert, morgen aber schon wieder konzentriert weiter gearbeitet.

Statistik

MT Melsungen – TBV Lemgo 27:26 (16:13)

MT Melsungen: Kelentric (16 P.), Lechte (bei einem 7m); Brovka (n.e.), Schöngarth (n.e.), Mansson, Klimovets 2, Schweikardt 4, Torbica (n.e.), Vasilakis 6, Danner, Sanikis 9, Karipidis 4/3, Allendorf, Vuckovic 2, Dacevic (n.e.), Sania (n.e.)

TBV Lemgo: Lichtlein (9 P.), Galia (0 P.); Ilyés 2, Smoler, Preiß 4, Bechtloff 2, Datukashvili 3, Glandorf 3, Theuerkauf 3, Kehrmann 2, Strobel 4, Hermann 1, Liniger 2, Schneider

SR: Robert Schulze (Magdeburg) / Tobias Tönnies (Magdeburg)

Zeitstrafen: 2 – 4 (Vuckovic 8:42 – Ilyés 35:03, Strobel 40:18)

Strafwürfe: 4/3 – 2/0 (Liniger mit technischem Fehler, 16.; Theuerkauf an den Pfosten, 44.; Karipidis scheitert an Lichtlein, 59.)

Zuschauer: 2.036 in der Rothenbach-Halle, Kassel.

Spielfilm:
1:0 (2.), 3:2 (5.), 5:4 (8.), 7:5 (10.), 9:6 (12.), 10:7 (15.), 11:7 (18.), 11:8 (20.), 13:9 (22.), 14:11 (25.), 15:12 (28.), 16:13 (HZ), 18:13 (32.), 19:15 (35.), 20:17 (38.), 20:18 (40.), 20:18 (42.), 21:18 (45.), 23:19 (49.), 24:19 (51.), 25:21 (53.), 27:22 (56.), 27:26 (EN)



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