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Neue Rahmendaten zur Bevölkerungsentwicklung

Hessen. Die Bevölkerung Hessens schrumpft langfristig etwas langsamer als bislang erwartet, die Konzentration auf städtische Gebiete und die südliche Landeshälfte verläuft jedoch schneller. Dies geht aus den jüngsten Rahmendaten zur langfristigen Bevölkerungsentwicklung in Hessen hervor, die im Auftrag des Hessischen Wirtschaftsministeriums erstellt wurden. Wie Wirtschaftsminister Dieter Posch am Dienstag mitteilte, hat das Kabinett sie als Vorgabe für die Landesentwicklungsplanung beschlossen. „Die Trendzahlen sind ein Ansporn, unsere strukturpolitischen Anstrengungen weiter voranzutreiben.“

Danach wird die Einwohnerzahl Hessens von derzeit knapp 6,06 Millionen auf 5,91 Millionen im Jahre 2030 (minus 2,5 Prozent) zurückgehen. Bis zum Jahr 2050 wird die Bevölkerungszahl um 8,7 Prozent auf 5,53 Millionen sinken und damit das Niveau der 70er und 80er Jahre des 20. Jahrhunderts wieder erreichen. Dies sind etwa 14.000 Personen mehr als in der vorigen Studie aus dem Jahr 2007 errechnet. Grund ist die höhere Lebenserwartung.

Die Auswertung von Daten aus den Jahren 2000 bis 2009 zeigt, dass die Wanderungsbewegungen schneller verlaufen als bislang angenommen. So erwartet die Untersuchung bis 2030 für Nordhessen einen Bevölkerungsrückgang von fast elf Prozent, bis 2050 sogar von fast 24 Prozent. Die Großstadt Kassel ist dabei mit minus ein Prozent bis 2030 und minus vier Prozent bis 2050 relativ gering betroffen. Hohe Abnahmeraten können dagegen bis 2050 auf die Landkreise Waldeck-Frankenberg ( minus 27,1 Prozent), Kassel (minus 28,2 Prozent), Schwalm-Eder (minus 31,4 Prozent), Hersfeld-Rotenburg ( minus 32,7 Prozent) und Werra-Meißner (minus 41,1 Prozent) zukommen.

Für Mittelhessen errechnet die Analyse eine Abnahme von knapp sieben Prozent bis 2030 und von gut 17 Prozent bis 2050. Die Werte schwanken zwischen minus 39 Prozent im Vogelsbergkreis und minus fünf Prozent im Landkreis Gießen.

Grund ist die Zuwanderung in die südliche Landeshälfte. Im Regierungsbezirk Darmstadt wird die Bevölkerung bis 2030 noch um 1,3 Prozent wachsen, bevor auch dort der Rückgang einsetzt. Nutznießer sind in erster Linie die großen Städte, deren Einwohnerzahl zwischen 6,5 Prozent (Darmstadt) und 3 Prozent (Wiesbaden) zunimmt.

Posch wies darauf hin, dass diese Berechnungen die Gegenmaßnahmen der Landesregierung und der Kommunen noch nicht berücksichtigen: „Es besteht eine gute Chance, dass die Bevölkerungsrückgänge in den einzelnen Teilregionen aufgrund der strukturpolitischen Anstrengungen des Landes und der flankierenden Aktivitäten auf kommunaler Ebene geringer ausfallen.“ Der Minister nannte die Autobahnprojekte A 44 und A 49 in Nord- und Mittelhessen sowie den Ausbau des Regionalflughafens Kassel-Calden. Hinzu kämen Investitionen in den ÖPNV, die Ausweisung interkommunaler Gewerbegebiete, die Konversion ehemals militärisch genutzter Areale, Angebote an Unternehmensgründer und der Ausbau öffentlicher touristischer Infrastruktur.

Als Herausforderung bezeichnete Posch die drastische Abnahme der Zahl der Erwerbsfähigen: „Selbst bei steigender Erwerbsbeteiligung stehen zukünftig immer weniger Arbeitskräfte zur Verfügung“, sagte der Minister. Eine besondere Verknappung zeichne sich für Nordhessen ab, wo aus heutiger Sicht bis zum Jahr 2030 mit einem Rückgang der Arbeitskräftereserve – die rechnerisch für den Arbeitsmarkt noch zu mobilisierenden Erwerbsfähigen – von fast zwei Dritteln zu rechnen sei. „Von entscheidender Bedeutung ist es deshalb, die Potenziale älterer Arbeitnehmer optimal zu nutzen, die Erwerbsbeteiligung der Frauen weiter zu erhöhen, Aus- und Weiterbildung, lebenslanges Lernen und Gesundheitsvorsorge für alle Erwerbstätigen zu intensivieren und für eine bestmögliche schulische und berufliche Ausbildung aller jungen Menschen zu sorgen.“(red)

Die Studie kann abgerufen werden unter www.wirtschaft.hessen.de.



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