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MT zu Gast beim Tabellenführer

Hamburg/Melsungen. Gerade hat die MT Melsungen mit einem Heimsieg gegen Großwallstadt ihre ”Tour der Leiden” (drei Auswärtsniederlagen in Folge) beendet, da steht den Nordhessen eine weitere, nahezu unlösbare Aufgabe bevor: Am 26. Spieltag der TOYOTA Handball-Bundesliga muss die Mannschaft von Trainer Michael Roth beim unangefochtenen Spitzenreiter HSV Hamburg antreten. Das Spiel in der o2 World steigt am Sonntag, 27. März, um 15 Uhr. Das Internetportal sport1.de überträgt per Livestream.

Nichts zu verlieren hat gemeinhin eine um den Klassenerhalt ringende Mannschaft, wenn sie beim souveränen Tabellenführer – viele sagen im Falle das HSV schon ”designierter Meister” – anzutreten hat. Der MT Melsungen steht nun genau dieser Gang bevor. In Hamburg wartet die wohl am klangvollsten besetzte Mannschaft der stärksten Handballliga der Welt. Als da sind die deutschen Stars Hens, Bitter, Kraus, die international hoch dekorierten Gille’s, die Lijewski’s, weitere herausragende Spezialisten wie Vori, Lackovic, Lindberg, Duvnjak, Jansen, Sandström, Schröder – allesamt mindestens Championsleague gestählt.

Mit vier Punkten Vorsprung vor dem THW Kiel, dem Abonnementsmeister der vergangenen Jahre, führt das Team von Trainer Martin Schwalb die Tabelle an. Es sieht alles nach dem ersten Gewinn des wichtigsten nationalen Titels aus. Und auch in der Championsleague läuft es für die Hansestädter gut. Nach einer etwas verschlafenen ersten Halbzeit wurden am Donnerstag im Achtelfinal-Hinspiel die Spanier aus Valladolid mit 28:22 nach Hause geschickt. Den einzigen Fleck auf der weißen Weste der laufenden Saison hinterließ das Aus im DHB-Pokal. Nach der Niederlage im Achtelfinale gegen Berlin sind Hens & Co. zum ersten Mal seit fünf Jahren nicht beim Final Four am Start. Und das ausgerechnet in ihrem ”Wohnzimmer”, der o2 World. Umso zielstrebiger betätigt sich die Mannschaft in den beiden verbliebenen Wettbewerben Meisterschaft und Championsleague. Für Martin Schwalb könnte es zum bereits angekündigten Ende seiner Amtszeit als Trainer also einen wahrhaft krönenden Abschluss geben. Ab Juli wechselt der von den Lesern des HandballMagazins zum ”Trainer des Jahres” gekürte Coach ins Management des HSV. Oder gar auf die Bank der deutschen Nationalmannschaft, wie in Fachkreisen gerüchteweise schon zu hören war.

Wie dem auch sei, die MT Melsungen trifft am Sonntag in der Hansestadt auf High End-Handball und hat als Underdog demzufolge dort nichts zu verlieren. – ”Doch” entgegnet Michael Roth. Denn obwohl die Erfolgschancen seiner Mannschaft bei realistischer Betrachtung tatsächlich als sehr gering einzustufen sind, treiben den MT-Trainer einige hoffnungsvolle Gedanken um. ”Das Championsleague-Spiel gegen Valladolid ist dem HSV sicher nicht leicht gefallen. Das muss auch erst einmal aus den Knochen wieder raus. Vor allem in nur zwei Tagen Wettkampfpause”, rechnet Roth am Sonntagnachmittag mit einem nicht ganz so taufrischen Gastgeber. ”Wir praktizieren mittlerweile drei unterschiedliche Deckungsvarianten und wollen damit dem Gegner schon einige Aufgaben stellen. Wie weit wir damit kommen, wird sich dann zeigen”, so Roth. Zudem erinnert der Melsunger Trainer daran, dass am Ende der Saison auch das Torverhältnis über den Klassenerhalt entscheidend sein könnte. ”Wenn es auch nicht zu einem ganz großen Coup reichen sollte, wollen wir wenigstens ein gutes Spiel hinlegen und das Ergebnis so knapp wie möglich gestalten”, fordert der 49-Jährige.

Nicht ganz in den Plan passt es ihm, dass er immer noch nicht alle Leistungsträger fit nach Hamburg mitnehmen kann. Felix Danner hat am letzten Sonntag gegen Großwallstadt nach längerer Verletzungspause nur einige Kurzeinsätze gehabt und auch Grigorios Sanikis konnte in Anbetracht seiner seit Wochen andauernden Bauchmuskelprobleme noch nicht über eine längere Distanz gehen. Andrej Klimovets hätte in Anbetracht einer verstauchten Halswirbelsäule eigentlich noch gar nicht spielen dürfen. ”Wir werden in Hamburg keinesfalls etwas mit angeschlagenen Spielern riskieren, schließlich brauchen wir in den nächsten Wochen alle Mann in den entscheidenden Spielen gegen die unmittelbare Konkurrenten”, blickt Michael Roth über das Match gegen das Team seines ehemaligen Nationalmannschaftskameraden Martin Schwalb hinaus.

Denn die Lage beim nordhessischen Bundesligisten ist nach wie vor ernst. Acht Spieltage vor dem Saisonende dürfen sich  Vuckovic, Allendorf & Co. noch lange nicht in Sicherheit wiegen. Auf Tabellenplatz 14 liegend beträgt der Abstand zu Relegationsplatz 16 nur vier Punkte. Genauso viel sind es bis zu dem derzeit auf einem Abstiegsplatz liegenden Burgdorfern. Michael Roth hatte es bereits bei seinem Amtsantritt in Melsungen im November prophezeit: „Das wird ein langer steiniger Weg bis zum Klassenerhalt!“

Der MT-Coach mahnte auch weiter, nachdem er die Mannschaft nach sieben Spielen ohne Niederlage weg vom letzten Platz in die Nichtabstiegsränge geführt hatte. Doch dann kam die WM-bedingte Ligapause, in der die MT in Winterschlaf (O-Ton Roth) verfallen schien. Die Quittung kam prompt in Form von zwei nicht einkalkulierten Niederlagen gegen Lübbecke und Rheinland und schwupps saßen die Nordhessen wieder im Tabellenkeller. Dann aber gab die Mannschaft mit dem hochverdienten Remis gegen Berlin ein deutliches Zeichen des Überlebenswillens. Um anschließend auf der bereits erwähnten ”Tour der Leiden” mit drei Auswärtsniederlagen in Folge wieder auf den harten Boden der Ligarealität zurück geholt zu werden. Diese Negativserie stoppte die Mannschaft um Kapitän Mario Kelentric zuletzt gegen den Tabellenzehnten TV Großwallstadt mit einem 33:28-Erfolg. Aber der Spielplan ist unerbittlich. Nach diesem ”Verschnaufer” rollt nun erneut eine unheimliche Serie auf die Nordhessen zu: Spitzenreiter Hamburg (auswärts), Rhein-Neckar Löwen (zuhause) und Gummersbach (auswärts) lauten die drei kommenden Aufgaben. (Bernd Kaiser)

Bundesligavergleiche MT – HSV
Bisher spielten die MT und der HSV 11 Mal gegeneinander. Die Hamburger gewannen neun Spiele. In seinem ersten Bundesligajahr 2005 siegte Melsungen zuhause mit 30:27; 2009 rangen die Nordhessen den Hanseaten einen Remis ab.

Schiedsrichter in Hamburg
Christoph Immel (Erkelenz) / Ronald Klein (Ratingen); Spielaufsicht: DHB-Vizepräsident Wolfgang Gremmel.

TV-Übertragung
Internet-Livestream auf www.sport1.de ab 15 Uhr (Kosten: 2,99 Euro oder ABO).



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