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MT biegt Spiel gegen Balingen um: 32:29-Sieg!

Kassel/Melsungen. Mit einer deutlichen Leistungssteigerung nach der Pause drehte die MT Melsungen das Spiel gegen den HBW Balingen/Weilstetten noch um. Vor 2.010 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle brauchte die MT bis in die zweite Hälfte hinein, um ihren Fehlstart in die Partie wieder auszubügeln. Am Ende stand ein verdientes 32:29 (14:19) auf der Anzeigetafel. Mit diesem Sieg ist der Klassenerhalt auch rechnerisch endgültig in trockenen Tüchern, sowie der angepeilte zwölfte Platz nach wie vor in Reichweite.

Dass gegen die ebenfalls nur noch theoretisch abstiegsgefährdeten Gäste erheblicher Widerstand zu erwarten wäre, das hatte MT-Coach Michael Roth geahnt und auch offen ausgesprochen. Dass seinen Schützlingen aber in der Anfangsphase dermaßen das Fell über die Ohren gezogen würde, das hatte auch Roth nicht auf der Rechnung. Zwar gab es Erklärungen für das viel zu passive Verhalten in der Abwehr. Immerhin fehlte nicht nur Felix Danner (Blockade im Rücken) im Innenblock, sondern musste auch Mario Kelentric nach dem Aufwärmen passen. Dadurch fehlte die Abstimmung total, was die Gäste gnadenlos ausnutzten. Die Offensivabteilung jedoch gab nicht nur den enttäuschten Anhängern Rätsel auf. Es war keine Bindung zu den Außen Michael Allendorf und Savas Karipidis zu erkennen, Andrej Klimovets am Kreis sah fast zehn Minuten lang praktisch keinen Ball. Weil die Balinger 3:2:1-Deckung mit Wolfgang Strobel auf der Spitze äußerst beweglich war und alle sich bietenden Räume im Neun-Meter-Radius um den eigenen Kasten blitzschnell zustellte.

Lediglich Nenad Vuckovic von der ungewohnten Kreisposition und Grigorios Sanikis mit einer Einzelleistung vermochten das Leder ins gegnerische Netz zu befördern. Da das die Gäste im gleichen Zeitraum allerdings siebenmal schafften, sah sich Michael Roth schon nach achteinhalb Minuten zum Legen der Grünen Karte gezwungen. Echte Hilfe war das zunächst leider nicht. War es vor der Auszeit Alexandros Vasilakis mit einer Fahrkarte, leistete sich direkt danach Vuckovic einen Fehlwurf. Michael Allendorf zielte bei einem Siebenmeter traf unglücklich den Oberschenkel von Nikola Marinovic. Einzig Savas Karipidis schien den Weckruf gehört zu haben: er traf gleich dreifach zum 5:10 (15.).

Fortan sah es in der Vorwärtsbewegung nicht mehr ganz so schlecht aus, was die Rot-Weißen leisteten. Alex Vasilakis war sich seiner fehlenden Wurfqualität an diesem Tag scheinbar bewusst und leistete seinen Teil der Arbeit durch ein halbes Dutzend feiner Vorlagen. Nicht nur Nebenmann Savas Karipidis hatte ihm einige Treffer zu verdanken, sondern auch Nenad Vuckovic. Der taute immer mehr auf und traf zum 6:13 noch ein weiteres Mal aus der Nahwurfzone, natürlich nach herrlichem Anspiel von Vasilakis. Robert Lechte kam für den bis dahin glücklosen Vitali Feshchanka zwischen die Pfosten und parierte gleich doppelt gegen Roland Schlinger und Felix Lobedank. Die Erste Welle der MT rollte, Vasilakis auf Vuckovic – Tor. Kurz darauf wieder der Grieche, diesmal auf Landsmann Karipidis – Tor. Es hätte alles so einfach sein können. Hätte. Denn so gut sich die Melsunger im Angriff gefangen hatten, so dürftig war die Leistung hinten geblieben. Fatal dabei gerade das Beispiel Vasilakis: vorn selbst ohne eigenen Treffer ein unverzichtbarer Aktivposten, in der Abwehr dagegen nicht immer auf dem Posten.  Bester Beleg dafür das Tor zum 13:18 durch Wolfgang Strobel nach Zuspiel „mit Ansage“ von Daniel Sauer. Dabei wurde Nebenmann Karipidis zum Aushelfen gezwungen, und musste dafür zu allem Überfluss auch noch für zwei Minuten auf die Bank. Kein Wunder, dass der Rückstand bis zur Pause nicht schmelzen wollte.

Die zweite Hälfte brachte dann aber auch defensiv die Kehrtwendung zum Besseren. Mit einem starken Robert Lechte im Rücken steigerte sich vor allem der Innenblock mit Anton Mansson und Andrej Klimovets. Wolfgang Strobel, bis dahin Garant für Verwirrung in der Melsunger Hintermannschaft, war völlig abgemeldet. Und weil durch den vorgezogenen Michael Allendorf in der 5+1-Formation auch Benjamin Herth zunehmend in Not geriet, witterten die Bartenwetzer Morgenluft. Die Initialzündung lieferte Alexandros Vasilakis mit einem fulminanten Wurf, der unhaltbar von der Unterkante der Latte im Netz einschlug. Nenad Vuckovic und Grigorios Sanikis wechselten sich in kurzen Abständen auf der Mitte und Halblinks ab, so dass die HBW-Abwehr sich auf keinen der beiden ordentlich einstellen konnte. Und je mehr sich die verunsicherten Gäste an den eigenen Wurfkreis zurückdrängen ließen, desto genauer schlugen die Geschosse im Kasten der Süddeutschen ein. Aufregung gab es dabei in der 36. Minute. Erst wurde Sanikis gefoult, dann Vuckovic unfair angegangen. Trotzdem machte der Serbe das 18:21, Felix Lobedank musste zur Abkühlung zwei Minuten auf die Bank.

Was vor der Pause Vasilakis als Anspieler leistete, das machte nach der Pause Sanikis. Einer seiner gestochen scharfe Pässe zum Gegenstoß erreichte wieder Vuckovic: 19:21. Das nächste Zuspiel auf Karipidis, aber der wurde im Tempogegenstoß von Frank Ettwein übel von den Beinen geholt. Der Balinger konnte froh sein, dafür „nur“ zwei Minuten bekommen zu haben. Karipidis selbst trat zum Strafwurf an und verkürzte: 20:21. Gleiche Minute, gleiches Geschehen – Ballgewinn in der jetzt hellwachen Abwehr, Tempogegenstoß gleich zu dritt von Allendorf, Klimovets und Karipidis: Ausgleich! Die Halle tobte, und der HBW benötigte ganz dringend die von Dr. Rolf Brack genommene Auszeit.

Die aber wohl etwas zu spät kam, denn die Nerven der Gäste spielten schon längst nicht mehr mit. Roland Schlinger kam im Trainingsleibchen als siebter Feldspieler; eine Spezialität des HBW, mit der einst schon der große THW Kiel in die Niederlage getrieben wurde. Nicht aber die MT Melsungen. Hätte Grigorios Sanikis nach der Eroberung des Spielgerätes nur ein paar Zentimeter weiter nach rechts gezielt, wäre sein Wurf über das gesamte Spielfeld ins Tor, und sein Team in Führung gegangen. So durfte Balingen durch eben Roland Schlinger im zweiten Versuch noch einmal in Führung gehen. Zum letzten Mal allerdings, denn dann spielten erst einmal nur noch die Gastgeber. Die zwei besten der zweiten Hälfte, Sanikis und Vuckovic, machten aus dem Rückstand eine Führung (23:22, 41.), Vasilakis, Sanikis, der eingewechselte Jens Schöngarth (zweimal) und Michael Allendorf bauten den Vorsprung auf 28:24 aus. Kurz darauf traf wieder Vuckovic zum 30:25. Die Entscheidung?

Nein, denn wieder einmal brachten Leichtsinnsfehler den schon bezwungen geglaubten Gegner wieder ins Spiel. zweimal Ettwein und Schlinger verkürzten, sorgten wieder für Hoffnung in den eigenen Reihen. Die MT-Deckung schwamm plötzlich wieder, weil ständig ein Trainingsleibchen für Unruhe sorgte. Die Brack-Spezialität mit einem Feldspieler mehr schien einmal mehr zu stechen. Nur diesmal ließen sich die Melsunger nicht in die Falle locken. Robert Lechte verzichtete nach einem Defensiv-Block gegen den Balinger Rückraum auf einen riskanten Wurf in Richtung des verwaisten Gehäuses gegenüber und beruhigte das Spiel stattdessen. Eine gute Entscheidung, denn ohne die Hektik der vorangegangenen fünf Minuten besannen sich auch seine Kollegen im Feld wieder auf das Wesentliche. Und so konnten auch die letzten beiden HBW-Treffer nichts mehr am letztlich verdienten Erfolg der Nordhessen ändern. Michael Allendorf und der überragende Nenad Vuckovic mit seinem 175. Saisontreffer sorgten für klare Verhältnisse, Gunnar Sauer konnte Sekunden vor dem Schlusspfiff nur noch Ergebniskosmetik betreiben. Die Zuschauer in der Rothenbach-Halle hatten sich schon Minuten vorher zu standing ovations erhoben.

Stimmen zum Spiel
Michael Roth: Wir sind natürlich mit dem Endergebnis vollauf zufrieden. Wir haben einen klassischen Fehlstart hingelegt und sind dem Gegner in die Konter gelaufen. Man hat gemerkt, dass das Fehlen von Felix Danner im Abwehrzentrum und Mario Kelentric dahinter der Stabilität unserer Deckung nicht gut getan hat. Da hat die Abstimmung und auch die nötige Aggressivität gefehlt. Unser Spiel nach vorn hat sich Mitte der ersten Hälfte schon gebessert, aber wir konnten die Defensive nicht in den Griff kriegen. Ich war froh, dass wir zur Halbzeit nur mit fünf hinten lagen. In der Pause hatten wir Zeit, unsere 5+1-Abwehr noch einmal neu zu formieren. Dadurch haben wir die Quote der bekommenen Tore im zweiten Durchgang praktisch halbiert. Wichtig war auch, dass Robert Lechte einige Bälle gehalten hat, zudem haben wir mit mehr Emotionen verteidigt. Dadurch, dass wir den Rückstand innerhalb weniger Minuten bis auf ein Tor verringern konnten, wurde es in der zweiten Halbzeit doch noch ein tolles Spiel unserer Mannschaft.

Dr. Rolf Brack: Wir haben eine gute Anfangsphase, und eigentlich auch eine gute erste Halbzeit gespielt mit 19 Toren bei fünf Fehlwürfen und einem technischen Fehler. Nach dem 10:3 hatten wir aber dann in der Deckung immer mehr Probleme, Melsungens gute taktische Spielanlage und individuelle Klasse in den Griff zu kriegen. In der zweiten Halbzeit hat die MT bei acht Versuchen sieben Tore gemacht, wir haben nur zwei von sechs verwertet. Gerade in Überzahlsituation nach dem 18:21 hatte Melsungen innerhalb zwei Minuten drei Kontertore. In dem Moment sind wir auf die Verliererstraße gekommen. In der zweiten Hälfte sind Leistungsträger wie Lobedank und Herth völlig untergetaucht. Und 18 Ballverluste bei nur zehn Toren sind einfach zu viel. Wir haben es wieder einmal nicht geschafft, physisch bis zum Ende durchzustehen, und das ist mit das schlechteste Zeugnis, was man einer Mannschaft ausstellen kann. Am Ende war es eine hoch verdiente Geschichte für Melsungen. (Bernd Kaiser)

Statistik
MT Melsungen: Lechte (13 P.), Feschanka (2 P.); Brovka, Schöngarth 3, Mansson, Klimovets, Schweikardt, Torbica, Vasilakis 2, Sanikis 4, Karipidis 10/3, Zufelde, Allendorf 3, Vuckovic 10, Sania

HBW Balingen/Weilstetten: Marinovic (4 P.), Ziemer (3 P.); Lobedank 3, Herth 6/2, Sauer 2, Wilke 1, Ettwein 3, Schlinger 5, Strobel 4, Mitkov, Temelkov 3, Bürkle, Ilitsch 1, Wessig 1

SR: Nils Blümel (Berlin) / Jörg Loppaschewski (Berlin)

Zeitstrafen: 14 – 6 ( Vuckovic 4:31, Brovka 25:49, Karipidis 27:48 44:02 57:50, Klimovets 32:30 56:20 – Mitkov 24:25, Lobedank 36:00, Ettwein 37:33)

Rote Karte: Karipidis (3×2 Minuten 57:50)

Strafwürfe: 4/3 – 3/2 (Allendorf scheitert an Marinovic, 12. Min.; Herth wirft über das Tor, 58.).

Zuschauer: 2.010 in der Rothenbach-Halle, Kassel

Die restlichen Spiele der Saison 2010/11:
Sa., 28.05.11, 19.00 Uhr: MT Melsungen – HSG Ahlen-Hamm, Rothenbach-Halle Kassel
Sa., 04.06.11, 16.30 Uhr: HSG Wetzlar – MT Melsungen, Mittelhessen-Arena Wetzlar



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