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Saebsich: Mehr Breitband für Hessen

Hessen. „Hessen ist auf der Zielgeraden.“ Die flächendeckende Breitband-Grundversorgung wird bis Ende 2011 erreicht sein. Jetzt geht es darum, in den kommenden drei Jahren den Ausbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen zu forcieren Dieses Resümee zog Wirtschaftsstaatssekretär Steffen Saebisch beim zweiten Breitbandgipfel in Wiesbaden. Bis Ende des Jahres werde die flächendeckende Grundversorgung mit Breitband-Internetzugängen erreicht, so dass Hessen die Erschließung mit Hochgeschwindigkeitsnetzen (Next Generation Access, NGA) konkret anvisieren könne. Vor rund 450 Teilnehmern des Gipfels stellte Saebisch die Strategie dazu vor.

Ende 2009 hatte es in Hessen noch über 1.400 Ortsteile gegeben, in denen keine Internetzugänge von mindestens 1 Mbit/s verfügbar waren. Inzwischen haben 99,1 Prozent der Haushalte in Hessen eine Grundversorgung beziehungsweise eine Grundversorgungsperspektive. 2,8 Millionen Euro Fördermittel wurden dafür aufgewendet. „Damit ist das Ziel der flächendeckenden Grundversorgung nahezu erfüllt“, sagte Saebisch. Das nächste Ziel der Breitbandstrategie sei wesentlich ehrgeiziger. Hier wolle Hessen erreichen, dass bis 2014 mindestens 75 Prozent der Haushalte Internetverbindungen mit Übertragungsraten von wenigstens 50 Mbit/s nutzen können. Den Weg dazu beschreibt die hessische NGA-Strategie für den Auf- und Ausbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen. „Schnelles Internet ist für Bürger und Unternehmen in der heutigen Informationsgesellschaft zu einer unverzichtbaren sozialen und wirtschaftlichen Infrastruktur und damit für die Regionen und Kommunen zu einem wesentlichen Standortfaktor geworden. Mit unserer Breitband-Initiative setzen wir uns gegen eine digitale Spaltung zwischen ländlichen und städtischen Regionen ein, erschließen Wachstumspotenziale und bauen Hessens Position als IT- und Kommunikationsstandort Nr. 1 in Deutschland weiter aus“, sagte Saebisch.

Die NGA-Strategie basiert auf einem integrativ-kooperativen Ansatz. Das Land agiert als Bereitsteller, Koordinator und Förderer. Es setzt vorrangig auf den marktgetriebenen Ausbau, unterstützt aber die Aktivitäten in den Landkreisen mit ergänzenden Maßnahmen. So erhalten Landkreise oder Gemeindeverbände unter anderemfür externe Planungsarbeiten professioneller Büros einen Zuschuss von 50 Prozent. Zudem unterstützt Hessen die zielgerichtete Planung mit dem Breitbandinformationssystem hesbis. Im Rahmen des Straßenbauprogramms werden Leerrohre verlegt, die Datenleitungen aufnehmen können. Schließlich gelte es, so Saebisch, gerade in ländlichen Regionen Anwendungsszenarien zu schaffen, um die Nachfrage zu forcieren. Dazu will Hessen die Entwicklung internetbasierter Anwendungen und des „Internets der Zukunft“ weiter vorantreiben. „Denn Hessen setzt nicht nur auf den Ausbau der Netze, sondern auch auf innovative Anwendungen, die den marktwirtschaftlichen Ansatz stärken“, so der Staatssekretär.

Saebisch zeigte sich erfreut, dass auch die drei aus Hessen kommenden Sieger des Bundeswettbewerbs Jugend forscht mit einem eigenen Stand auf dem Breitbandgipfel vertreten waren. „Till Hülsmann, Jonatan Molinski und Joshua Kühner zeigen, dass es in Hessen kreative Köpfe gibt, die der Wissenschaft mit ihren Fähigkeiten zukünftig zur Verfügung stehen“. Die drei Jungforscher entwickelten eine laserbasierte Methode zur Kryptografie in Glasfasern. Ihr Verfahren zur Verschlüsselung ermöglicht eine schnelle und abhörsichere Datenübertragung.

Die hessische NGA-Strategie mit allen Informationen steht zum Download bereit unter www.breitband-in-hessen.de. Mehr Breitband in Hessen ist ein Projekt der hessischen Landesregierung. Es soll bis Ende 2011 die Grundversorgung unterversorgter Gemeinden und Ortsteile sowie bis Ende 2014 den Auf- und Ausbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen erreichen. Das im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung angesiedelte Projektbüro hat beratende und unterstützende Funktion in den Bereichen Finanzierung und Förderung, rechtliche Rahmenbedingungen, Marktversorgung, Informationssystem sowie Technik. Dabei arbeitet es eng mit den umsetzenden Kommunen, den Telekommunikations- und Versorgungsunternehmen sowie mit Behörden, Wirtschaftsförderungsgesellschaften, Kammern und Verbänden zusammen. (red)

Weitere Informationen unter www.breitband-in-hessen.de.



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