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MT mit Niederlage im letzten Saison-Heimspiel

Kassel/Melsungen. Schlecht angefangen, einen tollen Mittelteil gehabt und am Ende wieder eingebrochen. Die Leistungskurve der MT Melsungen glich im letzten Heimspiel der Saison gegen die als Absteiger bereits feststehende HSG Ahlen-Hamm einer Berg- und Talbahn. Und das 27:30 (17:13), das schließlich als Ergebnis auf der Anzeigetafel stand, drückt diese Wellen auch aus, die die 1.878 Zuschauer in der Kasseler Rothenbach-Halle erleben mussten. Die MT stand indes von Beginn an mehr neben sich und ihren Gegnern, als diese wirkungsvoll vom eigenen Kasten fern zu halten. Dabei hätte Michael Allendorfs Führungstreffer durchaus den Charakter einer Initialzündung für ein Feuerwerk zum Saisonabschluss haben können.

Nenad Vuckovic hatte einen Ball der behäbig und langsam beginnenden Ahlener locker weggefischt und seinen Mannschaftskameraden auf die Reise zum 1:0 geschickt. Doch dann entpuppte sich dieser Blitzstart ganz schnell als Fehlzündung.  Denn die Treffer drei und vier der Gäste gingen auf das Konto der überhaupt nicht reagierenden Abwehr. Erst Michael Allendorfs Siebenmeter zum 2:4 beendete nach sechs Minuten die zwischenzeitliche MT-Flaute.

Obwohl der Ex-Melsunger Marcus Hock sich den Luxus erlaubte, einen Siebenmeter glatt neben das Tor zu setzen, wuchs der Rückstand an. Zu umständlich das Melsunger Angriffsspiel, zu unglücklich vor allem die Figur, die Robert Lechte im Kasten abgab. Nach knapp zehn Minuten lag der Absteiger schon mit 6:2 in Führung. Zweimal Grigorios Sanikis und einmal Savas Karipidis ließen endlich die rot-weißen Fans mal wieder jubeln. Aber fröhlicher war das kleine Häuflein Gästefans, die ihr Glück kaum fassen konnten. Malte Schröder, Thomas Rycharski und Maik Machulla sorgten dafür, dass ihr Team nach einer Viertelstunde immer noch mit 9:5 vorn lag.

Mit der Hereinnahme von Jens Schöngarth für den indisponierten Alexandros Vasilakis änderte sich das Spiel. Nicht, weil der 22-Jährige plötzlich Tore am Fließband gemacht hätte. Aber allein sein Einstand mit einem tollen Bodenpass auf Andrej Klimovets am Kreis signalisierte, dass dieser Gegner rein spielerisch zu packen war, nicht mit der Brechstange. Und so begann die mit Abstand stärkste Phase der Hausherren, die überhaupt nicht mehr wieder zu erkennen waren. Der nächste Ahlener Angriff endete bei Robert Lechte, der ebenfalls von der Morgenluft auf dem Feld angesteckt wurde und immer stärker agierte. So ließ Allendorf bei dem von Lechte eingeleiteten Gegenstoß Tomas Mrkva keine Chance: 8:9. Es war die Zeit der MT, es war die Zeit der Traumtore. Auch wenn Mark Schmetz und einmal mehr Gegenstoß-Spezialist Thomas Rycharski noch einmal für die Gäste trafen.

Ab diesem Zeitpunkt wirbelte nur noch Rot-Weiß. Zuerst düpierte Michael Allendorf Tomas Mrkva mit einem rotzfrechen Heber von der Siebenmeterlinie, dann drehte Savas Karipidis das Leder artistisch von außen am HSG-Schlussmann vorbei ins kurze Eck. Auch der Ausgleich ging auf den Griechen. Weil Allendorf beim Gegenstoß sah, dass sein Kollege vom anderen Flügel mitgelaufen war. Ein kurzer Pass nach rechts sorgte dafür, dass sich Mrkva plötzlich auf dem falschen Fuß befand und keinerlei Abwehrchance mehr hatte. Der Ausgleich zum 11:11 war geschafft, die Galavorstellung aber noch längst nicht vorbei. Denn die Revanche stand an. Diesmal war es Karipidis, der Mrkva täuschte. Mit einem Einläufer auf die Halbposition und einem angetäuschten Wurf. Den brach er allerdings in der Luft stehend ab und passte stattdessen scharf zum von der anderen Seite ebenfalls eingelaufenen Allendorf, der dadurch das leere Tor vor sich hatte. Möglich waren diese Spielzüge aber nur, weil Robert Lechte immer stärker wurde. Egal ob Machulla oder der anfangs so treffsichere Lammers – Lechte war aus dem Rückraum nicht zu bezwingen.

Eines der vielleicht schönsten Tore der gesamten MT-Saison war der Treffer zum 14:12. Beteiligt waren die beiden besten Spieler der letzten Wochen. Savas Karipidis hatte sich einmal mehr auf Rechtsaußen durchgesetzt, lag bereits einwurfbereit quer in der Luft. In der Mitte hatte Nenad Vuckovic eine Lücke im Deckungsverband der Ahlener entdeckt und war konsequent hineingespurtet. Kein Wunder, dass die Rothenbach-Halle bebte vom Jubel der MT-Anhänger. Und sie bebte immer noch, als wieder Vuckovic gleich den nächsten Konter zum 15:12 versenkte. Innerhalb von nur drei Minuten hatten sich die Bartenwetzer einen Vorsprung herausgespielt. Ahlen-Hamm war in dieser Phase völlig chancenlos gegen den unwiderstehlichen Angriffswirbel der Hausherren. Zur Pause hatten die Melsunger einen frühen vier-Tore-Rückstand in eine vier-Tore-Führung verwandelt und befanden sich auf dem besten Wege zu zwei ungefährdeten Punkten.

Mit der Pause war der ganze schöne Schwung dahin. Jedes Tor bedurfte nun wieder harter Arbeit. Sicher weil die Abwehr der Ahlener nun wieder etwas besser stand. Sicher aber auch, weil das Spiel in den Köpfen einiger MT-Akteure bereits abgehakt war. Ein Fehler, wie sich schnell herausstellen sollte. An Michael Schweikardt, der die Aufbauposition übernommen hatte, lag es nicht. Eher schon an der plötzlich lahmenden rechten Angriffsseite. Da fehlte Savas Karipidis, der von Alexandros Vasilakis an der Außenlinie nur dürftig vertreten wurde. Und da verlor Jens Schöngarth trotz seiner Körpergröße zunehmend an Überblick, produzierte mehrere Ballverluste. Auch der sonst sichere Michael Allendorf scheiterte mit einem Strafwurf am Gebälk. Die Konzentration war fast komplett dahin. Nur einer wollte sich mal wieder nicht dem Schlendrian unterwerfen: Nenad Vuckovic. Vor allem ihm und seinen Einzelleistungen war es zu verdanken, dass Melsungens Vorsprung noch hielt. Bis zur 40. Minute jedenfalls. Dann gingen erst Andrej Klimovets, und nur 25 Sekunden später auch Michael Allendorf mit Strafzeiten vom Feld. Sanikis, Vuckovic, Schöngarth und Vasilakis stemmten sich eineinhalb Minuten lang in doppelter Unterzahl gegen das drohende Ungemach. Immerhin mit einem Teilerfolg, denn Andreas Simons Treffer beantwortete Nenad Vuckovic mit einem fulminanten Wurf genau in den oberen rechten Torwinkel.

Es half aber nichts mehr. Ahlen-Hamm übernahm mehr und mehr die Initiative. Jiri Hynek, ein weiterer ehemaliger Melsunger, und Mike Machulla sorgten für den Ausgleich. Die HSG war wieder da und ließ sich nicht mehr beirren auf ihrem Weg zu zwei Auswärtspunkten. Da halfen auch die Auswechslungen von Michael Roth nichts mehr. Der MT-Coach wollte seinen scheidenden Spielern die Möglichkeit geben, sich vor heimischem Publikum noch einmal auf dem Spielfeld zu präsentieren. Die Einwechslungen von Ivan Brovka und Milan Torbica auf den Außenbahnen brachten jedoch nicht den erhofften Schwung. Ahlens starker Kreisläufer Björn Wiegers und Andreas Simon trafen, und bogen mit ihren Mannschaftskollegen ein auf die Siegerstraße. Auch wenn die MT letzte Kräfte mobilisierte und immer wieder verkürzen konnte. Zum Ausgleich oder gar einer späten Führung reichte es jedoch nicht mehr. Und so blieb schlussendlich die Erkenntnis, dass eine Viertelstunde Traumhandball nicht reicht, um ein Spiel zu gewinnen. Es wäre an diesem Abend auch nicht gerecht gewesen, denn die HSG Ahlen-Hamm setzte dem Viertel Traumhandball eine dreiviertel Partie solide Arbeit entgegen. Und verdiente sich so ihren dritten Auswärtserfolg, der vorerst der letzte in der Bundesliga bleiben wird. (Benrd Kaiser)

Stimmen zum Spiel:
Michael Roth: Mir tut die Niederlage heute vor allem für unsere Fans leid. Da haben wir eine so gute Rückrunde daheim gespielt, und geben das Spiel heute in der zweiten Hälfte einfach aus der Hand. Das kam allerdings auch, weil ich noch versucht habe auch die Spieler zu bringen, die bisher nur wenig Spielanteile bekommen haben. Dieser Schuss ist voll nach hinten losgegangen, und deshalb muss ich einen guten Teil der Pleite auf meine Kappe nehmen. Aber wir müssen auch eingestehen, dass Ahlen-Hamm, obwohl schon abgestiegen, eine wirklich gute Leistung abgeliefert hat. Für uns bleibt jetzt das Vorhaben, wenigstens das abschließende Spiel in Wetzlar noch erfolgreich zu gestalten. Dann kommt die lange Pause, und zur nächsten Saison werden wir garantiert besser und vor allem konzentrierter zurückkommen.

Kay Rothenpieler: Ich bin sehr glücklich über dieses Resultat. Die Mannschaft hat es sich verdient, hier zu gewinnen. Wir wollten ein Spiel mit Leidenschaft und Kampf abliefern, und das ist uns voll gelungen. Auch diesmal hatten wir wieder ein paar treue Fans dabei, denen wir trotz des Abstiegs etwas Gutes tun wollten. Jetzt nehmen wir uns auch gegen Flensburg nächstes Wochenende ein gutes Spiel vor, so dass wir uns erhobenen Kopfes aus der Liga verabschieden können. Und dann gehen wir nach unten in dem festen Glauben, dass wir bald wieder nach oben kommen werden.

Statistik:
MT Melsungen: Lechte (10 P.), Kelentriv (4 P.); Brovka, Schöngarth 3, Mansson, Klimovets 2, Schweikardt, Torbica, Vasilakis 1, Danner, Sanikis 4, Karipidis 4/1, Zufelde, Allendorf 7/3, Vuckovic 6, Sania.
HSG Ahlen-Hamm: Mrkva (12 P.), Friedrich (3 P.); Rycharski 5, Clößner, Machulla 4, Simon 4/2, Wiegers 6, Schmetz 2, Schröder 1, Hock, Hynek 1, Gudat 2, Pomeranz, Lammers 5.

Schiedsrichter:
Matthias Brauer (Hamburg) / Kay Holm (Hagen).

Zeitstrafen:
8 – 6 (Danner 28:07, Klimovets 40:49 49:34, Allendorf 41:12 – Schröder 12:03, Schmetz 55:22 59:47)

Strafwürfe:
5/4 – 4/2 (Hock neben das Tor, 6:14 Min.; Schmetz scheitert an Kelentric, 28:10 Min.; Allendorf an die Latte, 34:13 Min.).

Zuschauer:
1.878 in der Rothenbach-Halle, Kassel



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