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MT Melsungen blickt optimistisch nach vorn

Wetzlar/Melsungen. Nur noch ein Spieltag steht in der TOYOTA Handball-Bundesliga auf dem Terminplan der Saison 2010/2011. Die MT Melsungen muss zum Hessenderby bei der HSG Wetzlar antreten. Anwurf in der Wetzlarer RITTAL Arena ist – zeitgleich mit allen anderen acht Begegnungen dieses finalen Wettkampftages – am Samstag, 4. Juni, um 16.30 Uhr. Das Spiel wird geleitet von den beiden Referees Lars Schaller (Leipzig) und Sebastian Wutzler (Frankenberg/Sachsen). Der Ausgang des zwölften Hessenderbys in der ersten Handball-Bundesliga ist für die Tabellensituation nahezu ohne Belang. Für beide Kontrahenten gilt: Selbst mit einem Sieg kann man die eigene Platzierung auf keinen Fall verbessern. Wetzlar liegt mit 26:40 Punkten auf Rang elf und Melsungen mit 21:45 Zählern auf Rang 13. So geht es wie schon oft in der Vergangenheit in erster Linie hauptsächlich ums Prestige. Deshalb zieht man im Lager der MT schon vor diesem letzten Spieltag eine Saisonbilanz.

Fehlstart sorgte für böses Erwachen
Vieles deutete im August letzten Jahres darauf hin, dass die MT Melsungen gut gerüstet in ihre sechste Erstligasaison gehen würde. Doch das Ziel, mit konstanten Leistungen den Abstand zu den etablierten Clubs zu verringern, musste schon nach den ersten Spieltagen ad acta gelegt werden. Der damals neu geholte Trainer Matjaz Tominec erreichte die Spieler plötzlich nicht mehr, als es nach ordentlicher Saisonvorbereitung um Punkte ging. Schlimmer noch, die Mannschaft verlor gleich die ersten drei Spiele gegen vermeintlich schlagbare Kontrahenten. Der Fehlstart weitete sich in den darauf folgenden Wochen zu einem echten Fiasko aus und es machte alsbald gar das Wort vom drohenden Abstieg die Runde. Kein Wunder, denn bis Mitte November war der Negativsaldo der MT auf 0:24 Punkte angeschwollen. Beim Blick zurück auf frühere Saisons wurde das Unbehagen zusätzlich geschürt, denn die wenigen Clubs die eine solche oder ähnlich prekäre Zwischenbilanz aufwiesen, waren allesamt abgestiegen. Es war also höchste Zeit zum Handeln.

Trainerwechsel brachte den Umschwung
Noch im November wurde mit Michael Roth der Trainer vom Ligarivalen HSG Wetzlar nach Nordhessen geholt. Und mit ihm kam tatsächlich die Wende. Er hauchte der total verunsicherten Mannschaft neues Selbstvertrauen ein, feilte an Taktik und Aufstellung und traf mit seinen neuen Schützlingen ein zunächst ”geheimes Abkommen”. Die Effekte waren schon kurz nach seinem Amtsantritt deutlich zu erkennen und schlugen sich ebenso schnell in gewonnen Punkten nieder. Mit dem Sieg in Friesenheim am 17. November 2010 startete das Tabellenschlusslicht die Aufholjagd und blieb in den sieben Meisterschaftsspielen bis Ende des Jahres ungeschlagen. Zwischendurch wurde im Pokalwettbewerb die nächste Runde erreicht. Dann lüftete der Coach sein Geheimnis: ”Als ich die Mannschaft übernommen habe, haben wir uns gemeinsam, das heißt Trainerstab, sportlicher Leiter und Spieler, darauf eingeschworen, möglichst schon bis zur WM-Pause die Basis zum Klassenerhalt gelegt zu haben. Das haben wir erreicht und können stolz darauf sein”. Ausdrücklichen Dank richtet Michael Roth an das MT-Management. Bei der MT-Führung habe man in dieser schwierigen Phase stets die Ruhe behalten und Zuversicht ausgestrahlt. Das sei beileibe nicht selbstverständlich im harten Profigeschäft.

Klassenerhalt zeichnete sich frühzeitig ab
Trotz der erfolgreichen Kehrtwende konnte die MT dann im neuen Jahr ihren Höhenflug nicht in gleichem Maße fortsetzen. Die Pause war ihr offenbar gar nicht bekommen. Die beiden ersten Spiele wurden prompt abgegeben. Aber es gab im weiteren Verlauf der Rückrunde neben den schwankenden Leistungen immer wieder auch Lichtblicke, wie das Remis gegen Berlin, die sehr knappe Niederlage in Göppingen, die Siege gegen Gummersbach, Großwallstadt und Friesenheim sowie das umgebogene Spiel gegen Balingen/Weilstetten. So zeichnete sich recht bald ab, dass die Klasse gehalten wird und die MT die Planungen für ihr siebtes Erstligajahr aufnehmen kann.

MT-Führung lobt Roth
Auch wenn jetzt noch mit dem Hessenderby bei der HSG Wetzlar ein Spiel zu absolvieren ist, zieht die MT-Führung eine im Großen und Ganzen zufriedene Bilanz. ”Diese wechselvolle Saison war ziemlich nervenaufreibend für alle Beteiligten. Deshalb sind wir froh, die sportliche Wende nach dem verkorksten Start geschafft zu haben. Das ist vor allem ein Verdienst von Michael Roth”, stellt Aufsichtsratsvorsitzende Barbara Braun-Lüdicke dem Trainer ein dickes Lob aus. Sie selbst, wie auch ihre Mitstreiter im MT-Management, hätten nie ernsthafte Zweifel am Unternehmen Klassenerhalt gehegt. Auch nicht, als die Lage bedrohlich wirkte. ”Wir wussten um die Qualität unserer Mannschaft und hatten zudem großes Vertrauen in die Fähigkeiten des neuen Trainers. Es war aus unserer Sicht nur eine Frage der Zeit, bis sich das auch am Punktestand zeigen würde”, so Braun-Lüdicke.

Saison 2011/2012: Qualität statt Quantität
So hat die MT hinter den Kulissen ihre personellen Planungen für die neue Saison schon recht früh weiter voran getrieben. Das Motto dabei: Qualität statt Quantität! Dafür stehen nicht zuletzt die beiden hochkarätigen Neuzugänge Per Sandström, Torhüter vom Deutschen Meister HSV Hamburg, und Patrick Fahlgren, Spielmacher vom Vizepokalsieger SG Flensburg/Handewitt. Der Kader wurde von ehedem 19 auf 15 Akteure, plus ein Perspektivspieler, reduziert und der Verjüngungsprozess fortgesetzt. Aus diesen wegweisenden Maßnahmen speist sich auch die Zuversicht für die kommende Saison: ”Die Leistungsträger wurden gehalten und damit ist das Gerüst der Mannschaft erhalten geblieben. Im Vergleich zu voran gegangenen Jahren haben wir uns diesmal nur auf wenigen Positionen, dafür aber sehr gezielt verstärkt. Wir sind sicher, dass sich dies vorteilhaft bei der Integration der Neuzugänge auswirkt und es Michael Roth gelingen wird, eine schlagkräftige Mannschaft ins Rennen zu schicken”, blickt MT-Geschäftsführer Martin Lüdicke optimistisch nach vorn. Und auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen bei den Nordhessen. Zum siebten Mal in Folge erhielt die MT die Spielberechtigung für die höchste deutsche Spielklasse ohne Beanstandungen. Die von der Handball-Bundesliga-Geschäftsführung (HBL) erhobene ”Berichtspflicht” ist lediglich dem Umstand geschuldet, dass die Betriebsprüfung des für die MT zuständigen Finanzamtes zum Zeitpunkt der Lizenzvergabe durch die HBL noch lief und demzufolge noch kein Abschluss vorlag. ”So werden wir stets daran erinnert, unsere selbstgewählte Marschroute zur absoluten Kostendisziplin einzuhalten”, gewinnt Martin Lüdicke dieser Formalie Positives ab.

Gelassen zum Hessenderby
Dem letzten Saisonspiel, das Hessenderby bei der HSG Wetzlar, sieht man im MT-Lager mit einiger Gelassenheit entgegen. Da der Klassenerhalt ja längst feststeht, ist dieses Spiel eher Kür statt Pflicht. Der momentane 13. Tabellenplatz würde nur in Gefahr geraten, wenn die MT verliert und gleichzeitig der eher unwahrscheinliche Fall eintritt, in dem Balingen sehr deutlich gegen Hamburg gewinnt. Ein Ziel hat sich das Roth-Team dennoch gesteckt: Nach dem kläglichen letzten Heimspiel und der dort erlittenen Niederlage gegen Absteiger Ahlen/Hamm will sich die MT mit einer möglichst couragierten Vorstellung in Mittelhessen zum Saisonfinale nochmal von ihrere besseren Seite zeigen. Nichtsdestotrotz geht es auch in diesem Derby wieder ums Prestige. Mit einem Sieg hätte die MT in dieser Saison die HSG in beiden Spielen geschlagen und könnte damit ihre positive Bilanz weiter ausbauen. In den bislang gegeneinander ausgetragenen 11 Spielen in der ersten Bundesliga verließ die MT immerhin bereits sieben Mal als Sieger den Platz, zwei Mal teilte man sich die Punkte.

Wohl nicht helfen kann der MT am Samstag Savas Karipidis. Der Rechtsaußen und frühere Wetzlarer laboriert noch an den Folgen eines Muskelfaserrisses in der  Wade, den er sich vor drei Wochen im Spiel gegen Balingen zuzog. Dafür können Kelentric & Co auf die lautstarke Unterstützung der drei MT-Fanclubs bauen, die jeweils mit ausgebuchten Bus-Kontingenten anreisen. (Bernd Kaiser)



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