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Hella Böker sichert sich sechste Deutsche Meisterschaft

Zella-Mehlis/Melsungen. Nachdem Hella Böker (MT 1861 Melsungen) vor drei Wochen in Minden dreimal Gold und einmal Silber bei den deutschen Seniorenmeisterschaften gewinnen konnte, war es keine Überraschung, dass sie bei der Vielseitigkeitsüberprüfung in den Wurfdisziplinen ihren Vorjahrestitel im Wurf-Fünfkampf der Seniorinnen W70 eindrucksvoll verteidigen konnte. Die 31-fache deutsche Seniorenmeisterin, die in diesem Jahr bei den deutschen Meisterschaften bereits fünf nationale Titelgewinnen konnte, war in Zella-Mehlis (Thüringen) auf Gold programmiert und vollzog diesen vorgezeichneten Weg mit der letzten Konsequenz. Als ihr Sieg nach fünf Wettbewerben feststand, musste die sympathische Athletin aus Fuldabrück viele Hände schütteln, denn alle wollten der alten und neuen deutschen Meisterin für ihren großartigen Sieg gratulieren.

Die mehrfache Senioren-Europameisterin im Werfer-Fünfkampf trumpfte bereits zum Auftakt im Hammerwerfen auf und kam im ersten Durchgang nach einem Sicherheitswurf auf 30,73 Meter. Obwohl sie dafür 1.131 Punkte erhielt, war sie mit diesem Ergebnis nicht zufrieden. Nachdem ihr zweiter und dritter Versuch vom Kampfgericht für ungültig erklärt wurde, hatte sie dennoch vor ihrer größten Konkurrentin fast drei Meter beziehungsweise 128 Punkte Vorsprung. Der beste Wurf von Ingrid Holzknecht (LG Elmshorn), die bei den deutschen Meisterschaften im Hammerwerfen als Vierte 27,56 Meter erzielt hatte, wurde mit 27,75 Meter gemessen. Irma Kirchhofs (Tuspo Borken), bei den DLV-Seniorenmeisterschaften in Minden mit 28,30 Meter mit Bronze ausgezeichnet, hinterließ in der Auftaktübung mit 28,42 Meter einen starken Eindruck und lag mit 1.032 Punkten auf Rang zwei.

„Leider hat Hella im Hammerwerfen  über 100 Punkte verschenkt“, sagte Alwin J. Wagner, der die erfolgreichste Melsunger Leichtathletin in den Wintersportort begleitete.  Sie wollte zwar nicht nach Ausreden suchen, aber ihr kam es so vor, als wäre sie nach Zella-Mehlis geflogen, sagte sie nach der ersten Übung.  Hella Böker verspürte beim Einwerfen und während des Wettkampfes ein unangenehmes Empfinden, das durch eine Störung der Raumorientierung hervorgerufen wurde. Dieses Schwindelgefühl legte sich zwar nach dem Hammerwerfen, aber die verlorenen Punkte waren nicht mehr aufzuholen.

Im Kugelstoßen verpasste sie ihren Kreisrekord,  den sie am 24. Mai in Neukirchen mit 9,28 Meter aufgestellt hatte, nur um drei Zentimeter. Wie gut sie an diesem Tag in Form war, konnte man beim Einstoßen schon erkennen, denn  die 3kg-Kugel landete sogar bei zirka 9,50 Meter. Mit der guten Weite von 9,25 Meter, die sie im dritten Durchgang erzielte,  baute sie  ihren Vorsprung aus. Hella Böker hatte nach den ersten beiden Wettbewerben 2.138 Punkte – 237 Zähler mehr als Ingrid Holzknecht, die immer noch auf einen Ausrutscher von der Titelanwärterin wartete. Irma Kirchhofs fiel nach dem Kugelstoßen (6,43 Meter) mit 1.689 Punkten vom zweiten Platz auf Rang fünf zurück. Auf Rang drei rückte Ilse Spiers aus Leerstetten vor, die nach 25,36 Meter im Hammerwerfen und 8,15 Meter im Kugelstoßen 1.770 Punkte auf ihren Konto hatte.

Pünktlich zum Diskuswerfen setzte der Regen ein, doch Hella Böker ließ sich davon nicht beeindrucken. Der erste Wurf der großen  Favoritin wurde mit 25,96 Meter gemessen und war zu einem nicht mehr zu brechenden Bollwerk geworden. In dem anhaltenden Regen gab es auch für MT-Sportlerin des Jahres keine Steigerung mehr. Mit ihren 24,43 Meter kam ihr Ingrid Holzknecht am nächsten.

  Hella Böker hatte nach der dritten Übung 3.056 Punkte – genau 300 Punkte mehr als Ingrid Holzknecht. Rang drei sicherte sich mit 2.370 Punkten Beate Möller aus Berlin. Irma Kirchhofs schleuderte den Diskus im Regen auf 16,83 Meter und verbesserte sich auf Platz vier, weil Ilse Spiers mit keinem ihrer drei Würfe in die Wertung kam und somit für diese dritte Übung keine Punkte erhielt.

Hella Böker hatte in den ersten drei Wettbewerben jeweils die beste Einzelleistung erzielt. Dieser Trend sollte sich auch im Speerwerfen fortsetzen, denn auch in dieser Disziplin konnte sie niemand gefährden. Im Juli hatte sie bei ihrem nationalen Titelgewinn in Minden 26,64 Meter erzielt. Bei den deutschen Winterwurfmeisterschaften in Erfurt stelle sie mit  27,32 Meter einen neuen Nordhessenrekord auf. In Zella-Mehlis ließ sie den 400g-Speer zweimal über 27 Meter fliegen. Dennoch verfehlte sie ihre Bestleistung – es waren winzige 24 Zentimeter. So war Hella Böker, die eine Verbesserung des deutschen Rekordes anpeilte, nach vier Übungen bei 3.979 Punkten angekommen, zirka 120 Punkte weniger als vorher geplant waren. Aber ihren Sieg im Mehrkampf konnte man ihr nicht mehr nehmen.  Einzig und allein, sie konnte sich selbst bezwingen, denn Ingrid Holzknecht blieb auch im Speerwerfen über drei Meter zurück und hatte bereits über 400 Punkte Rückstand. Auf Rang drei wurde Beate Möller mit 3.171 Punkten geführt. Irma Kirchhofs behauptete ihren vierten Platz mit 2.776 Punkten. Und Ilse Spiers, die mit 24,70 Meter die zweitbeste Speerwurfweite erzielt hatte, lag mit 2.602 Punkten auf Platz fünf. Abgeschlagen auf Rang sechs Maria Kern (SG Weißig) mit 2.516 Punkten.

Beim abschließenden Gewichtwerfen benötigte Hella Böker nur einen gültigen Versuch, um ihren Vorjahrestitel von Bogen verteidigen zu können. Dementsprechend vorsichtig gestaltete sie ihren ersten Wurf.  Das Gewicht flog auf 13,24 Meter. Damit war diese Meisterschaft von Zella-Mehlis entschieden. Aber wer nun im zweiten beziehungsweise dritten Durchgang noch eine weitere Steigerung erwartet hatte, sah sich getäuscht, denn wie zu Beginn dieser Vielseitigkeitsprüfung kam die alte und neue deutsche Seniorenmeisterin  im Wettkampf mit Schwüngen und mehrfachen Drehungen bis zum Abwurf nicht ganz zurecht und blieb auch im Gewichtwerfen – wie bereits beim Hammerwurf –hinter den Erwartungen zurück.

Mit 12,51 Meter erreichte Ingrid Holzknecht erneut die zweitbeste Weite und belegte in der Endabrechung mit 4.569 Punkten den zweiten Platz. Irma Kirchhofs kam im Gewichtwerfen auf 12,48 Meter und sicherte sich in dieser Übung den dritten Rang. Aber mit ihren 3.784 Punkten konnte sie keine Medaille mehr gewinnen. Das stellte dieser Konkurrenz ein hervorragendes Zeugnis aus, denn Beate Möller überraschte als Dritte mit 4.015 Punkten.

Die souveräne Siegerin und damit die Gewinnerin der Goldmedaille hieß erneut Hella Böker. Mit  ihren 5.058 Punkten verfehlte sie  ihren deutschen Rekord um 233 Zähler,  aber ihre Schwächen im Hammer- und Gewichtwerfen konnte sie mit den sehr guten Leistungen im Kugelstoßen, Diskus- und Speerwerfen  nicht mehr kompensieren. „Hammer- und Gewichtwerfen erfordern ein Mindestmaß an Körperbeherrschung beziehungsweise koordinativen Fähigkeiten, insbesondere Balance und Orientierung bei der Drehbewegung“, sagte Alwin J. Wagner und wies darauf hin, dass Hella Böker ausgerechnet in diesen beiden Übungen fast 300 Punkte und damit den angepeilten deutschen Rekord verschenkte.

Dennoch, die vielseitigste Werferin, die in allen fünf Übungen die beste Leistung erzielte, sicherte sich in diesem Jahr ihren sechsten deutschen Meistertitel und damit ihre 32. deutsche Seniorenmeisterschaft seit 1988. (ajw)



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