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MT Melsungen fegt Gummersbach weg

Kassel/Melsungen. Die MT Melsungen setzte ihren tollen Saisonstart in der TOYOTA-Handball-Bundesliga auch gegen den VfL Gummersbach fort. Mit 33:26 (16:13) feierten die Nordhessen ihren dritten Sieg in Folge und finden sich verlustpunktfrei hinter Rekordmeister THW Kiel auf Rang zwei der Tabelle wieder. Vor 2.002 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle konnten die Gäste nur in den ersten zehn Minuten mithalten. Danach übernahmen die Hausherren das Kommando und ließen sich den Erfolg nicht mehr streitig machen. Melsungen legte sofort ein ordentliches Tempo vor. Gleich der erste Angriff brachte einen Siebenmeter ein, den Savas Karipidis in gewohnt sicherer Manier verwandelte. Auch der zweite Vorstoß war erfolgreich. Karipidis schickte Michael Allendorf in den Gegenstoß. Gummersbach war noch gar nicht richtig auf dem Feld, lag aber bereits mit zwei Toren hinten.

Auch danach kam das VfL-Spiel nicht recht in Schwung. Christoph Schindler schien überfordert mit den Aufgaben eines Spielgestalters, so dass es immer wieder Barna Putics war, der die Offensive der Gäste von der Halbposition aus lenkte. Mit einigem Erfolg sogar, denn mit zwei eigenen Treffern und einer Vorlage für Igor Anic, der am Kreis wieder den Vorzug gegenüber Patrick Wienczek bekam. Weil dazu noch die Deckung besser ins Spiel fand und mit ihrem aggressiven Forechecking den Melsunger Rückraum in Fehler trieb, führten zwei Tempogegenstöße durch Anic und Schindler nach neun Minuten zum 5:4 für die Gäste. Das sollte allerdings die einzige Führung der Oberbergischen bleiben.

Patrik Fahlgren und Alexandros Vasilakis schlugen umgehend mit feinen Einzelleistungen zurück und brachten Rot-Weiß wieder nach vorn. Die nächste Wende hätte Vedran Zrnic einleiten können. Als Anton Mansson eine Strafe absitzen musste trat er zum Siebenmeter an. Aber seinen schwachen Versuch eines Hebers fing Per Sandström mühelos weg und leitete den Gegenstoß ein, den Alexandros Vasilakis zum 7:5 abschloss. Auch den achten Treffer machte der Linkshänder von Halbrechts; zu einem Zeitpunkt, da der VfL sich mit einer doppelten Manndeckung gegen Fahlgren und Sanikis auf Halblinks versuchte. Melsungen fand mittlerweile für jede Herausforderung die passende Antwort. Gerade als die Gummersbacher wieder besser ins Spiel fanden und sich Melsungens Angriff mehrfach verzettelte, folgte der nächste taktische Schachzug von MT-Trainer Michael Roth. Nenad Vuckovic kam in den Rückraum, Patrik Fahlgren ging an den Kreis. Die Verwirrung beim Gegner nutzte Karipidis zum 12:8. Gefolgt von seinem nächsten Treffer per Tempogegenstoß nach einer Sandström-Parade. Der Schwede hatte sich längst auf die Wurfbilder vor allem von Barna Putics und Adrian Pfahl eingestellt. Und brachte vor allem Pfahl zum Verzweifeln, als er auch dessen Siebenmeter beim Stand von 13:10 entschärfte.

Hätten die Gäste in dieser Phase nicht so gut verteidigt und ihrerseits en MT-Angriff einige Male zu unvorbereiteten Würfen gezwungen, wäre die Begegnung vermutlich schon zu Pause entschieden gewesen. So jedoch scheiterten Vuckovic und Vasilakis aus dem Rückraum. Adrian Pfahl vollendete jeweils die schnelle erste Welle und Gummersbach witterte beim 14:12 wieder Morgenluft. Nicht lange allerdings. Denn vor allem der eingewechselte Christian Hildebrandt und Alex Vasilakis machten hinten die Seite von Putics dicht, Felix Danner und Anton Mansson waren im Innenblock kaum mehr zu überwinden. Einzig Kentin Mahé fand mit einem Schlagwurf vor der Pause noch einmal das Ziel zum 15:13. Weil sich kurz darauf Anic eine Strafe einfing, tat sich vor Fahlgren eine riesige Lücke auf, die der Schwede zum 16:13-Halbzeitstand nutzte. Der Auftakt in Durchgang zwei gehörte zunächst wieder dem VfL. In Unterzahl konnte Kentin Mahé verkürzen. Doch diesmal kam der MT-Express früher wieder ins Rollen als noch zu Beginn der Partie. Nach Vasilakis’ 17:14 bewies Grigorios Sanikis einmal mehr seine glänzende Übersicht. Er bediente Fahlgren, und der feuerte das Leder per Schlagwurf in die Maschen. Wäre dann VfL-Keeper Vjenceslav Somic zweimal gegen Melsungens Regisseur Sieger geblieben, hätte es ganz bitter ausgesehen für die Westdeutschen. So konnten sie den Rückstand wenigstens noch in Grenzen halten. An einen Erfolg der Gäste glaubte zu diesem Zeitpunkt schon keiner mehr. Zu drucklos das Spiel, zu unkontrolliert die Abschlüsse. Wie der schwache Versuch von Barna Putics einen Meter über den Kasten. Nur die aufmerksame Deckung hielt die Gäste noch am Leben. Melsungen hatte zwar nicht wirklich Probleme, bekam aber auch keine Geschenke. Die nächste Chance zur Vorentscheidung bot sich nach knapp 42 Minuten. Die MT führte 21:16, Mahé bekam für sein Foul an Savas Karipidis im Tempogegenstoß zwei Minuten. Doch Alex Vasilakis fand in Somic seinen Meister und im Gegenzug traf Vedran Zrnic. Statt in Überzahl den Vorsprung auszubauen gingen die Hausherren etwas fahrlässig mit ihren Möglichkeiten um. Fahlgren vollstreckte zwar ein weiteres Mal vom Kreis, aber mit dem Auslaufen der Strafzeit schraubte auch Adrian Pfahl sein Torekonto noch mal um eins nach oben. Die Strafzeit nicht genutzt von der MT, die Chance zur Entscheidung einstweilen verpasst. Das sollte jedoch alsbald nachgeholt werden. Vasilakis und Allendorf trafen, Sandström animierte das Publikum mit seinen famosen Glanzparaden zu „Pelle, Pelle“-Sprechchören. Ganz abschütteln ließ sich Gummersbach noch nicht, dafür sorgten Putics und Mahé. Doch Konzentration und Selbstvertrauen ließ spürbar nach. Längst packte die Abwehr nicht mehr so konsequent zu wie noch vor dem Wechsel. Was vor allem die VfL-Torhüter zu spüren bekamen. Weder Somic noch Neuzugang Aljosa Rezar konnten auch nur annähernd das Niveau von Sandström im Melsunger Kasten erreichen. Sead Hasanefendic versuchte sein Team noch einmal zu motivieren und stellte die Abwehr um. Mahé nahm Fahlgren schon kurz hinter der Mittellinie aus dem Spiel. Was jedoch den Spielfluss der Bartenwetzer kaum störte. Als Zrnic von Außen nur den Innenpfosten traf, Anic im Nachwurf völlig frei vom Kreis an Sandström scheiterte und Alex Vasilakis die folgende erste Welle mit einem fulminanten Kracher ins lange Dreieck abschloss war die Partie beim Stand von 27:21 in der 50. Minute praktisch entschieden.

Daran änderte auch die fast völlige Öffnung der VfL-Deckung nichts mehr. Mahé stand Fahlgren wieder auf den Füßen, Zrnic versuchte Sanikis zu neutralisieren. Vergeblich, denn auch in Manndeckung behielt der Grieche seinen Blick für die Mitspieler. Sein Pass auf Mansson am Kreis bereitete dessen vierten Treffer vor. Da gab dann auch Hasanefendic endgültig auf und beorderte seine Reservisten aufs Feld. Jörg Lützelberger und Johnny Eisenkrätzer konnten sich in den letzten Minuten sogar noch in die Torschützenliste eintragen. Zu mehr als etwas Kosmetik reichte es jedoch nicht. Weil Melsungens Truppe ihr Spiel nach vorn ohne Schnörkel durchzog bis zum Ende. Und weil der einmal mehr überragende Per Sandström im Tor in seiner Konzentration ebenfalls nicht nachließ.

Mit diesen drei Siegen lässt die MT ihr Saisonziel Richtung Top-Ten realistisch erscheinen. Am nächsten Wochenende dürften die Roth-Schützlinge mit breiter Brust in Flensburg auflaufen wird. Dazwischen steht allerdings noch die 2. Runde im DHB-Pokal an – Melsungen muss am Mittwoch bei Zweitligist TV Korschenbroich antreten. (Bernd Kaiser)

Stimmen zum Spiel
Michael Roth: Wir wussten, dass wir eine sehr gute Ausgangsposition mit den zwei Siegen haben. Aber auch, dass das gegen zwei Aufsteiger war. Und wenn man den Anspruch erhebt, sich am Ende der Saison gegen Rang zehn zu bewegen, dann sollte das eher normal sein. Gummersbach war nun der erste Gradmesser, wo wir uns steigern mussten. Was schon seit eniger Zeit gut funktioniert, nämlich hervorragend mit Sanikis und Vasilakis nach vorn zu spielen, gut organisiert und geführt von Patrik Fahlgren, war auch heute wieder erkennbar. Die Basis nach der ersten Viertelstunde war die ausgezeichnete Abwehrarbeit. Vor allem von Anton Mansson und Felix Danner im Innenblock. Das war wirklich phasenweise hervorragend in Verbindung mit Per Sandström, der eine große Hilfe für die Abwehr ist. Wir haben den Gegner zu Würfen aus der Distanz und zu Fehlern gezwungen. Dann konnten wir unser schnelles Spiel nach vorne aufziehen. Das ist Grundlage eines erfolgreichen Handballspieles. Die Mannschaft hat sich den Sieg in dieser Form und auch in dieser Höhe heute verdient.

Sead Hasanefendic: Wäre ich sadistisch, würde ich sagen: wir machen Fortschritte. Weil wir in Balingen mit acht Toren verloren haben und jetzt hier nur mit sieben. Unsere Verteidigung war einfach zu schwach. Der Gegner machte immer sofort Druck, und wir warten einfach und reagieren zu spät. Das Positionsspiel nach vorn war auch nicht wie es sein sollte. Unsere Torhüter waren heute auch keine Hilfe. Man sollte besser spielen, wenn man so eine Partie wie heute oder auch noch ein paar andere Spiele eventuell gewinnen möchte. Gegen einen sehr guten Per Sandström konnten wir unsere Angriffe zu oft nicht gut abschließen. Die vier Punkte zu Beginn der Serie haben Melsungen Sicherheit gegeben und sie glauben an sich. Das ist gerade am Anfang einer Saison sehr wichtig. Ich kann ihnen nur gratulieren und sagen, die bessere Mannschaft hat heute gewonnen.

Statistik
MT Melsungen: Sandström (17 P.), Kelentric; Schöngarth, Mansson 4, Schweikardt, Fahlgren 6, Vasilakis 8, Hildebrandt, Sanikis 5, Karipidis 5/2, Zufelde, Allendorf 5, Vuckovic, Sania.

VfL Gummersbach: Somic (6 P.), Rezar (4 P.); Schindler 1, Anic 3, Krause, Putics 5, Wiencek 1, Lützelberger 2, Eisenkrätzer 1, Teppich, Mahé 5/2, Pfahl 6, Gaubatz, Zrnic 2.

SR: Matthias Brauer (Hamburg) / Kay Holm (Hagen, S-H)

Zeitstrafen: 2 – 6 (Mansson 10:21 – Anic 29:49, Mahé 41:21, Schindler 50:59).

Strafwürfe: 2/2 – 4/2 (Zrnic scheitert an Sandström , 11:11 Min.; Pfahl scheitert an Sandström, 24:25 Min.).

Zuschauer: 2.002 in der Rothenbach-Halle, Kassel.

Spielfilm: 2:0 (2.), 3:2 (5.), 4:4 (8.), 6:5 (10.), 7:6 (12.), 9:6 (15.), 11:8 (18.), 12:8 (21.), 13:10 (24.), 14:10 (27.), 14:12 (28.), 16:13 (HZ), 17:14 (32.), 18:14 (35.), 19:15 (38.), 20:15 (40.), 21:17 (42.), 23:18 (44.), 25:20 (47.), 27:22 (50.), 28:22 (52.), 30:23 (55.), 32:24 (58.), 33:26 (EN)



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