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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 12. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

DAK-Gesundheitsreport für den Schwalm-Eder-Kreis

Bad Zwesten. Der Krankenstand im Schwalm-Eder-Kreis ist 2010 unverändert geblieben. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen lagen mit 3,7 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Damit waren in der Region an jedem Tag des Jahres von 1.000 DAK-versicherten Arbeitnehmern 37 krankgeschrieben. Den niedrigsten Krankenstand in Hessen verzeichnet die Stadt Frankfurt mit 2,8 Prozent. Den höchsten Wert hatte der Landkreis Gießen mit 4,2 Prozent.  Wie aus dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport für den Schwalm-Eder-Kreis hervorgeht, nahmen im Vergleich zum Vorjahr bei einigen Diagnosen die Ausfalltage zu. Den deutlichsten Anstieg gab es bei Erkrankungen des Nervensystems, der Augen und Ohren mit fast 20 Prozent. Erneut stieg auch die Zahl der psychischen Erkrankungen mit rund 15 Prozent stark an. Bei Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenleiden stieg die Zahl der Krankheitstage um rund elf Prozent. Dagegen gingen die Atemwegserkrankungen wie Erkältungen oder Bronchitis um 16 Prozent zurück. Auch aufgrund einer Erkrankung des Verdauungssystems waren weniger Menschen krank als ein Jahr zuvor. Bei fast allen wichtigen Krankheitsgruppen liegt die Region über dem Landesdurchschnitt.

„Die Höhe des Krankenstandes im Schwalm-Eder-Kreis ist ein Signal“, kommentierte DAK-Chef  Wilfried Knoll die Ergebnisse. „Auf dem Weg zu einem gesünderen Leben sind Bewegung, Entspannung und die richtige Ernährung wichtig. Wenn es um den Krankenstand in einem Unternehmen geht, können auch die Arbeitgeber handeln. In Sachen betrieblicher Prävention bieten wir unsere Beratung und Kompetenz an.“ Einen besonderen Akzent setzt die DAK in diesem Jahr mit einer Aufklärungskampagne zu speziellen Gesundheitsproblemen bei jungen Arbeitnehmern.

Nach einer repräsentativen Befragung beurteilen zwar 75 Prozent der erwerbstätigen Hessen unter 30 Jahren ihre Gesundheit als gut oder sehr gut. „Gleichzeitig fühlt sich mehr als die Hälfte der Befragten in ihrem Job unterfordert, was langfristig zu Stress und Krankheiten führen kann“, erklärt Knoll. „Junge Menschen wollen ihr Potential ausschöpfen, was Arbeitgeber beim Einsatz ihrer Mitarbeiter beachten sollten. Motivierte Kollegen sind in der Regel weniger krank.“

In Hessen empfinden 23 Prozent der befragten jungen Erwerbstätigen ihren Arbeitsalltag als „sehr belastend“. Stress und dauerhaft starke Anforderungen können die Belastbarkeit überstrapazieren und gesundheitliche Beschwerden hervorrufen. Nach der DAK-Studie hatten junge Arbeitnehmer in Hessen in den vergangenen zwölf Monaten vor allem Muskelverspannungen (47 Prozent), Kopfschmerzen (33 Prozent) oder Konzentrations-schwierigkeiten (24 Prozent).

Junge Arbeitnehmer in Hessen häufiger krank als ältere
Junge Arbeitnehmer werden im Vergleich zu ihren älteren Kollegen häufiger krankgeschrieben, dafür aber meist nur aufgrund von kurzen und akuten Erkrankungen wie Erkältungen oder Magen-Darm-Infekten. Auffällig: Psychische Erkrankungen betreffen zunehmend auch Jüngere. Hier ist die häufigste Diagnose bei den 15 bis 29-Jährigen die „Somatoforme Störung“, unter der fast jeder zehnte junge Erwerbstätige leidet. Bei diesem Krankheitsbild können zum Beispiel für körperliche Beschwerden wie Schmerzen oder Herzproblemen keine organische Ursache gefunden werden. Begleitet sind diese Störungen oft von Depressionen, die bereits bei vier Prozent der jungen Arbeitnehmer in Hessen festgestellt wurden.

Für viele Befragte gehört regelmäßiger und starker Alkoholkonsum dazu, um sich nach der Arbeit zu entspannen. Beliebt ist das  „Rauschtrinken“: 33 Prozent der jungen Erwerbstätigen in Hessen trinken mindestens einmal im Monat fünf oder mehr alkoholische Getränke in kurzer Zeit. Bundesweit waren es mit 34 Prozent etwas mehr.

„Der Start ins Berufsleben ist für viele junge Menschen offensichtlich mit größeren körperlichen und psychischen Belastungen verbunden“, betont Wilfried Knoll. „Der Schlüssel zur Gesundheit liegt neben Elternhaus und Schule in dieser Lebensphase auch immer im Betrieb.“ Außer der betrieblichen Gesundheitsförderung empfiehlt die DAK jungen Arbeitnehmern neue Internetangebote zur Entspannung und zur besseren Bewältigung des Alltags. Informationen gibt es in jedem DAK-Servicezentrum oder unter www.dak.de

Die DAK hat rund 530.000 Versicherte in Hessen, davon über 20.000 im Schwalm-Eder-Kreis. (red)



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