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Lions-Club Schwalmstadt spendet für Wallfahrtskirche

Trutzhain. Der Lions-Club Schwalmstadt spendet 3.000 Euro für die Restaurierung der Wallfahrtskirche in Quinau (Kvetnov) in Tschechien. Die Wallfahrtskirche im deutsch-tschechischen Grenzgebiet soll als Treffpunkt der tschechischen und deutschen Gläubigen erhalten werden. Neben den Kirchengemeinden in Tschechien, Komotau (Chomutov), Görkau (Jirkov) und den anliegenden sächsischen Kirchengemeinden unterstützt auch die Kirchengemeinde in Trutzhain diese Bemühungen. Der Anstoß für die Spendeninitiative kam von Horst W. Gömpel, dessen Ehefrau Marlene aus dem Kreis Komotau (früher Sudetenland) kommt und nach der Vertreibung in Treysa eine neue Heimat fand. Die Quinauer Wallfahrt, die in Quinau und in Trutzhain gefeiert wird, verbindet die beiden Wallfahrtsorte seit über 60 Jahren. „Der Lions-Club Schwalmstadt möchte mit seiner Spende das Zusammenwachsen Europas unterstützen und die Verbindung zwischen den Menschen der Region Komotau und unserer Region fördern“, sagte Horst W. Gömpel bei der Überreichung der Spende an die Trutzhainer Kirchengemeinde.

Gemeinsamkeiten
Der Ursprung der Quinauer Wallfahrt geht auf eine Marienerscheinung im Jahr 1342 zurück. Durch die Vertreibung der Deutschen nach dem II. Weltkrieg und die Teilung Europas kam die Wallfahrt in Quinau nach über 600 Jahren fast zum Erliegen. Bereits in der Zeit des Nationalsozialismus waren Wallfahrten unerwünscht und seit 1941 verboten. Nach der Machtübernahme der Kommunisten in Tschechien wurden die Kirchen enteignet. Auch die Wallfahrtskirche in Quinau war davon betroffen, erst 2008 gab der Staat die Kirche an die Gemeinde zurück. Trutzhain wurde zu einer Art „Ersatzheimat“ für die Quinauer Wallfahrer. Seit 1949/1950 pilgerten die deutschen Wallfahrer in die jüngste hessische Gemeinde, dem ehemaligen Kriegsgefangenenlager um ihre Wallfahrt zu feiern. Je länger die Teilung Europas dauerte, desto schwieriger wurde die Teilnahme der Pilger an der Wallfahrt in Quinau. Trutzhain entwickelte sich immer mehr zum eigenständigen Wallfahrtsort. Nach Augenzeugenberichten kamen jährlich zwischen 300 bis 500 vorwiegend ehemalige Komotauer aus dem gesamten Gebiet der ehemaligen Bundesrepublik Deutschland um das Glaubensfest in Trutzhain gemeinsam zu feiern. Neben der gemeinsamen Glaubensbezeugung war die Wallfahrt auch immer ein Wiedersehen mit Verwandten, Freunden, Bekannten und ehemaligen Nachbarn und Schulkameraden aus der alten Heimat.

Kontakt blieb
Der Kontakt zur Wallfahrt nach Quinau blieb durch die Menschen auf beiden Seiten des „eisernen Vorhangs“ weiter erhalten. Besuche in der alten Heimat waren nur noch mit Einreisegenehmigungen möglich. Gegenbesuche wegen des Ausreiseverbotes waren gar unmöglich. Durch Spendensammlungen versuchten die Wallfahrer in Deutschland den Menschen in der alten Heimat bei der Aufrechterhaltung der Wallfahrt in Quinau zu helfen. Ein schwieriges Unterfangen für beide Seiten. Die damalige Tschechoslowakei versuchte mit allen Mitteln den Glauben zurückzudrängen und auch die Zahl der Katholiken im Kreis Komotau war durch die Vertreibung stark zurückgegangen.

Glaube verbindet
Mit der Einigung Europas und dem Wegfall der Reisehemmnisse belebte sich die Wallfahrt in Quinau und dennoch pilgerten die Wallfahrer auch weiter nach Trutzhain. War die Quinauer Wallfahrt anfangs ein Dokument der Teilung Europas, so näherten sich die Gemeinden langsam an. Auf dem Weg zum Weltjugendtag 2005 in Köln pilgerten Jugendliche aus Böhmen erstmals nach Trutzhain um ein Andacht zu halten. 2008 nahm erstmals Pfarrer Miroslav Dvoulety aus Jirkov (Görkau) an der Wallfahrt in Trutzhain teil. Zum Jubiläum 60 Jahre Wallfahrt in Trutzhain im Jahr 2010 konzelebrierte Pfarrer Dvoulety dem Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen. Unter dem Motto „Glaube verbindet über Grenzen hinweg“ sammelten die Pilger in Trutzhain für den Erhalt der Wallfahrtskirche in Quinau.

Weitere Informationen unter www.maria-hilf-trutzhain.de und www.quinau-de.comuf.com. (red)



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