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MT 45 Minuten lang mit Kiel gleichauf

Kiel/Melsungen. Die 45 Minuten lang ausgeglichene Begegnung des THW Kiel gegen die MT Melsungen entschieden die Hausherren aufgrund eines starken Zwischenspurts mit 28:23 (14:14) für sich. In der ausverkauften Sparkassenarena avancierten Zeitz und Ilic für Kiel und Allendorf für die MT zu den besten Schützen. Spitzenreiter THW Kiel gegen den Viertplatzierten MT: 10.250 Zuschauer in der ausverkauften Kieler Sparkassen-Arena, prächtige Stimmung auf den Rängen, beide Teams in Bestbesetzung – die Rahmenbedingungen für den Hit des achten Spieltages waren nahezu ideal. Ideal war auch der Start für die „Mannschaft der Stunde“, den derzeit in Fachkreisen so bezeichneten Gast aus Nordhessen. Nach kurzem Abtasten markierte MT-Kreisläufer Mansson in der zweiten Spielminute das 0:1, was im Gegenangriff von Kiels Spielmacher Palmarsson egalisiert wurde.

Als das Roth-Team nach weiteren drei Minuten mit 5:2 in Führung lag, kehrte erstmalig ein wenig Ruhe in der Arena ein. Allendorf, Karipidis, Vasilakis und erneut Mansson vom Kreis hatten sich jeweils durchgesetzt. Auf der anderen Seite war in dieser Phase nur Zeitz erfolgreich. Die Aufgaben, die die Kieler 5:1-Abwehr (Jicha als Vorgezogener) der MT stellte, wurden von ihr ein ums andere Mal gut gelöst und in Torgelegenheiten umgewandelt. Wer war hier der Topfavorit, wer der Außenseiter? Doch der THW wäre nicht der THW, wenn er sich davon beeindrucken ließe. Nur ganze fünf Minuten brauchte der Rekordmeister, um den Drei-Tore-Rückstand in eine Ein-Tore-Führung zu verwandeln (6:5, 11.). Ausschlaggebend dafür war die Melsunger Unterzahl. Allendorf musste zwei Strafminuten absitzen, Kiel brachte zweimal hintereinander Rechtsaußen Sprenger in aussichtsreiche Position, was der Ex-Magdeburger effektiv nutzte. Und nach einem Jicha-Treffer aus dem Rückraum war es erneut Sprenger, der einlochte.

Die MT ließ sich aber nicht einschüchtern. Im Tor wurde Sandström immer stärker, kaufte den Kielern einige klarster Chancen ab und schien damit auch seine Vorderleute weiter zu beflügeln. Die spielten in der erfolgreichen Formation der letzten Wochen einen disziplinierten Ball und erarbeiteten sich so weitere Torgelegenheiten. Beim 8:8 durch Allendorf war das Spiel wieder völlig offen. Absolviert waren da 13:24 Minuten. Dieser Zwischenresultat sollte dann ganze drei Minuten lang Bestand haben, ehe Jicha die Kieler wieder nach vorn brachte (9:8, 16:21 Min.). Dabei hatten beide Teams in dieser Phase gleich mehrfach Gelegenheiten, sich weitere Vorteile zu verschaffen. Aber entweder war den betreffenden Schützen das Glück nicht hold und Latte oder Pfosten waren im Weg (Karipidis, Allendorf, Palmarsson), oder Sandström und Omeyer vereitelten jeweils reaktionsschnell.

Im Pingpong-System ging es auch im Folgenden weiter. Kiel legte vor, die MT glich aus – die MT legte vor, Kiel glich aus. Einen Break führte dann Kiels Coach Gislason in der 20. Minute herbei. Sanikis hatte gerade die MT wieder in Führung gebracht (10:11), als er die Grüne Karte legte. Die Besprechung in der Auszeit zeigt zumindest kurzzeitig Wirkung, weil Ilic nach Wiederaufnahme des Spiels postwendend zum 11:11 egalisierte.

Diese Ausgeglichenheit hielt bis zur Pause an. Zwischenzeitlich war Vuckovic für Sanikis gekommen und führte sich schnell mit dem Treffer zum 13:14 ein. Nach einer glänzenden Parade von Sandström gegen Jicha, hätte die MT die knappe Führung sogar mit in die Halbzeit nehmen können, wenn nicht Sprenger kurz vor der Sirene noch zum 14:14 eingeworfen hätte.

In der zweiten Hälfte merkte man schon recht früh, dass es jetzt verbissener zur Sache gehen würde. Der körperliche Einsatz beider Abwehrreihen nahm zu, Nickligkeiten schlichen sich ein und die Schiedsrichter trugen durch einige Entscheidungen auch nicht gerade dazu bei, das Spiel in ruhigere Bahnen zu lenken. Mehrere Male zogen sie sich den Unmut beider Trainer und der 10.000 Fans zu.

Unabhängig davon, gelang es auch den Hausherren zunächst nicht, die hartnäckige MT abzuschütteln, wie dies die Zwischenstände von 15:14 (33.), 16:15 (35.) und 17:16 (39.) belegen. Als dann kurz darauf Mansson, der an diesem Abend wieder einmal in Abwehr und Angriff gut arbeitete, für zwei Minuten auf die Bank musste, und vorne Vuckovic in Unterzahl ergebnislos abschloss, nutze Ilic im Gegenzug die Möglichkeit, den THW mit 18:16 in Führung zu bringen. Und als wenig später Zeitz durch ein Tor zum 19:16, die Überzahlsituation optimal ausnutzte, schien der THW so langsam auf die Siegerstraße einzubiegen.

Doch die Hoffnungen der Zebras wurden noch einmal gestoppt. Durch eine nicht aufsteckende MT. Deren Spiel im Rückraum lief zwar nicht mehr so flüssig wie im ersten Durchgang, als die Nordhessen in der in den letzten Wochen eingespielten Formation Sanikis – Fahlgren – Vasilakis agierten, aber die von der Bank gekommenen Vuckovic und Schöngarth sprangen nach besten Kräften in die Bresche. Letztgenannter sorgte mit seinen beiden Krachern sogar wieder für eine Pari-Pari-Situation: Erst per Unterarmwurf zum 19:17, dann mit einem ungeheuren Geschoss in den Winkel zum 19:19. Dazwischen hatte Allendorf einen Gegenstoß ebenso fulminant genutzt. So stand das Spiel in der 45. Minute auf des Messers Schneide. Dem THW gefiel das natürlich gar nicht.

Das hätte sicher so noch etwas weitergehen können. Denn nachdem Zeitz auf 20:19 gestellt hatte, bekam die MT die nächste Gelegenheit zum Ausgleich per Siebenmeter. Was den ansonsten sehr sicheren Strafwurfschützen Allendorf dann bewogen hat, es gegen Omeyer mit einem Heber zu versuchen, fragte er sich nach dem Spiel selber. Wie dem auch sei, Omeyer fischte sich den Ball und leitete den nächsten Kieler Angriff ein. Der konnte von der MT-Abwehr ebenso nur auf Kosten eines Siebenmeters gestoppt werden. Und da machte es dann Ilic besser als zuvor Allendorf und netzte zum 21:19 ein.

Geschlagene fünf Minuten sollte es dann dauern, ehe die Rotweißen zu ihrem nächsten Treffer kamen. Es war die Phase, von der Trainer Roth hinterher in der Pressekonferenz sagen wird, dass sich seine Akteure zu sehr in Einzelaktionen verstrickt und sich keine zwingenden Torchancen mehr erarbeitet haben. Ganz anders derweil der THW. Obwohl dessen Schützen noch mehrfach an Sandström scheiterten, setzte sich der Championsleague-Teilnehmer bis zur 54. Minute mit 25:20 ab. Das kam einer Vorentscheidung gleich, die beim 28:21 besiegelt war. Die beiden anschließenden Treffer von Allendorf und Fahlgren zum 28:23 Endstand belegten noch einmal den nie versiegenden Kampfgeist der MT. Sie hätte ein knapperes Resultat verdient gehabt, muss sich aber nicht grämen, dass beide Punkte aufgrund des starken Zwischenspurts der Hausherren am Ende in Kiel behalten wurden.

Starke Eindrücke auf Seiten der Nordhessen hinterließen Danner, Schöngarth und Sandström, während beim THW Zeitz und Omeyer herausragten. (Bernd Kaiser)

Stimmen zum Spiel:

Michael Roth, Trainer MT:
Wir haben hier ein gutes Spiel abgeliefert und den THW bis zur 45. Minute hart gefordert. Aber wie es dann so oft hier in der Sparkassenarena ist, entscheiden zwei, drei Kleinigkeiten ein Spiel. Wenn man wie wir, z.B. in der 46. Minute einen Siebenmeter nicht zum Unentschieden verwandelt, dann passiert das, was nicht passieren darf. Dann kommt die Halle, der THW holt sich aufgrund dieses gehaltenen Wurfes neues Selbstvertrauen und geht im nächsten Angriff mit zwei Toren in Führung. Wir haben dann nochmal eine Möglichkeit zu verkürzen, nutzen die aber auch nicht. Letztendlich hat in dieser Phase Omeyer gezeigt, warum er zur Weltklasse gehört. Er hat die entscheidenden Akzente gesetzt. Auf der anderen Seite gelang es uns nicht mehr, zwingende Chancen zu erarbeiten. Wir haben uns verstrickt in Einzelaktionen, sind durch Zeitstrafen zusätzlich unter Druck geraten. Insgesamt aber muss man sagen, dass wir für unsere Verhältnisse heute ein tolles Spiel gemacht haben. Wir konnten unseren guten Lauf trotz der Niederlage bestätigen und fahren hier mit einem guten Gefühl weg. Wir haben alles gegeben, haben bis zur letzten Sekunde gekämpft. Insbesondere hat mich beeindruckt, was unsere beiden jungen Spieler Mansson und Danner in der Abwehr geleistet haben. Ich bin stolz auf unsere Leistung. Schließlich kommt es in dieser Halle nicht oft vor, dass einem das gelingt. Wir können auf dieses Spiel weiter aufbauen und auch die nächsten Begegnungen mit Selbstvertrauen angehen. Dabei werden wir genauso weiter verfahren wie bisher. Zunächst wollen wir am Dienstag im Pokal gegen die Rhein-Neckar Löwen wieder eine möglichst gute Partie zeigen und dann am Wochenende gegen Hannover-Burgdorf auch in der Liga nochmal nachlegen.

Alfred Gislason, Trainer THW Kiel:
Erst einmal Glückwunsch an Michael Roth und an seine Mannschaft für die sehr starke Saison bis jetzt. Es macht Spaß, Melsungen spielen zu sehen. Heute war es für uns das erwartet schwere Spiel, die MT war ein sehr, sehr starker Gegner. Wir waren ja gewarnt durch deren Unentschieden bei den Rhein-Neckar Löwen, wo sie übrigens ganz klar beide Punkte verdient gehabt hätte. Deshalb haben wir Melsungen ganz sicher nicht unterschätzt. In der ersten Halbzeit sind wir sehr oft gescheitert an Sandström. Wir hatten 11 Fehlwürfe, davon allein neun von der Sechs-Meter-Linie. Damit war ich natürlich nicht zufrieden. Aber alles in Allem war es ein ordentliches Spiel von uns. Man muss aber auch anerkennen, dass Melsungen sehr überlegt gespielt hat, die Taktik gut umgesetzt und unsere Fehler jeweils bestraft hat. Aber Gott sei Dank haben wir in der zweiten Halbzeit zugelegt, im Tor und in der Abwehr insgesamt und wir haben vorne unsere Chancen besser genutzt. Deshalb haben wir verdient gewonnen. Ich bin zufrieden mit der Leistung, es war unser Ziel, in der heimischen Halle siegreich zu bleiben. Jetzt können wir das Championsleaguespiel in Leon angehen.

Zuschauer-Meinung eines THW Kiel-Fans auf der Internetseite der Kieler Nachrichten:
Erstmal Glückwunsch an den THW. Aber nun muss ich sagen, dass das Endergebnis nicht so ganz den Spielverlauf widerspiegelt, denn es war wesentlich knapper als das Endergebnis aussagt. Melsungen war eine sehr harte Nuss für den THW.

Statistik

THW Kiel – MT 28 : 23 (14 : 14)

THW: Omeyer (1.-60., 14 Paraden), Palicka (n.e.) – Andersson, Lundström, Sprenger 4, Ahlm 1, Kubes 1, Reichmann, Zeitz 6, Palmarsson 1, Narcisse 3, Ilic 6/3, Klein 2, Jicha 4.

MT: Sandström (1.-60., 10 Paraden), Kelentric (bei einem Siebenmeter) – Schöngarth 2, Mansson 2 , Schweikardt, Fahlgren 3, Vasilakis 2, Hildebrand, Danner 2, Sanikis 2, Karipidis 3/1, Allendorf 5/1, Vuckovic 2, Sania (n.e.).

SR: Robert Schulze / Tobias Tönnies (Magdeburg / Barleben)

Zeitstrafen: 4 – 5 (Andersson, Alm, 2x Jicha – Mansson, Hildebrand, Danner, Allendorf, Vuckovic).

Strafwürfe: 3/3 – 3/2 (Allendorf scheitert an Omeyer, 46.)

Zuschauer: 10.250, in der ausverkauften Sparkassenarena Kiel

Spielfilm: 1:1 (2.), 1:4 (4.), 2:5 (6.), 5:5 (9.), 6:5 (10.), 8:6 (12.), 8:8 (15.), 10:10 (18.), 11:12 (21.), 12:13 (24.), 13:13 (28.), 14:14 (HZ), 15:14 (32.), 16:15 (36.), 16:16 (38.), 17:16 (40.), 19:16 (42.), 19:18 (43.), 20:19 (45.), 22:19 (48.), 23:19 (50.), 24:19 (52.), 25:21 (55.), 28:21 (58.), 28:23 (EN).



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