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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 13. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

„Sie werden immer weniger!“ neu aufgelegt

Geschichte der jüdischen Gemeinde Spangenberg

Spangenberg. Nachdem das 2004 erschienene Buch „Sie werden immer weniger!“ über die Geschichte der jüdischen Gemeinde Spangenberg seit einigen Jahren vergriffen war, haben sich die beiden Autoren nun zu einer überarbeiteten Neuauflage entschlossen. Jechiel Ogdan aus Jerusalem und Dr. Dieter Vaupel hatten das Buch damals als deutsch-israelisches Projekt gemeinsam umgesetzt. Die Resonanz auf die Veröffentlichung war so groß, dass die beiden Autoren aus dem Verkauf einen Überschuss von mehr als Tausend Euro erzielten. Dieser Betrag bildete dann den Grundstock für das Projekt „Stolpersteine“, das ab 2006 in Spangenberg umgesetzt wurde. Eine Bürgerinitiative unterstützte das Vorhaben und sammelte weitere Spendengelder. Mittlerweile hat der Künstler Gunther Demnig in zwei Aktionen in den Jahren 2006 und 2008 insgesamt 16 Stolpersteine vor Häusern in Spangenberg verlegt, in denen ehemals jüdische Bürger wohnten, die in der Zeit des Nationalsozialismus ums Leben kamen. Im Vorfeld hatte diese Aktion in Spangenberg heftige Diskussionen ausgelöst.

Möglich war dies alles dadurch geworden, dass die beiden Autoren mit ihrer Schrift das Schicksal der Spangenberger Juden dem Vergessen entrissen. Der Buchtitel „Sie werden immer weniger!“  zitierte die Überschrift eines Artikels der Spangenberger Zeitung von 1937, in der  sich jubelnd über die Flucht der Juden aus der Stadt geäußert wurde. Die dortige jüdische Gemeinde war ehemals eine der bedeutendsten in der Region. Im Jahr 1930 gab es noch fast 150 Juden in der Stadt, die nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten systematisch aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Einigen gelang es, ins Ausland zu fliehen. Die meisten suchten vor den Hetzkampagnen in der Kleinstadt, an denen sich die Presse massiv beteiligte, Schutz in der Anonymität der Großstädte. Für viele erfolgte von dort aus der Transport in die Konzentrations- und Vernichtungslager. Als Anfang 1940 die letzten Bürger jüdischen Glaubens den Ort in Richtung Kassel verließen, verkündeten die Nationalsozialisten stolz, dass Spangenberg jetzt „judenfrei“ sei. Damit war die Jahrhunderte lange Tradition der jüdischen Gemeinde für immer beendet.

Die Autoren, die beide in Spangenberg ihre Kindheit verlebten – Ogdan in den 30er, Vaupel in den 50er Jahren – dokumentieren die Geschichte der ausgelöschten jüdischen Gemeinde mit Texten, Fotos und zahlreichen Archivalien. Das 100-seitige Buch lebt auch von den persönlichen Erinnerungen Jechiel Ogdans, der als Manfed Blumenkrohn bis 1937 in Spangenberg lebte. Das Buch ist ab sofort als „book on demand“ zum Preis von 12 Euro zu bestellen bei www.epubli.de sowie unter www.dieter-vaupel.jimdo.de (red)



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