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Neue persönliche Bestzeit für Marie Wagner

Karlsruhe/Melsungen. Die 28. Auflage eines der weltbesten IAAF-Hallenmeetings in der Karlsruher Europahalle, bei dem Athleten aus 31 Nationen an den Start gingen,  hatte es wieder in sich. Vier Jahresweltbestleistungen auf den Mittelstrecken und viele persönliche Bestzeiten sorgten für beste Stimmung in der mit 4.500 Zuschauern restlos ausverkauften Europahalle. Auch Marie Wagner, die talentierte Mittelstreckenläuferin aus Gensungen, die seit Jahresbeginn für die MT 1861 Melsungen startet, zeigte sich mit ihrem ersten großen internationalen Auftritt sehr zufrieden. „Die Atmosphäre in Karlsruhe war unwahrscheinlich schön, das Publikum war einmalig. Durch die Stimmung und den starken Beifall, war ich so stark motiviert, dass ich die ersten drei Runden viel schneller lief, als ich mir vorgenommen hatte“, sagte die Mittelstrecken-Hoffnung nach dem Rennen. Schade dass Karolin Siebert, die hessische Hallen-Vizemeisterin der U18, wegen eines grippalen Infekts ihren Start absagen musste.

Die Bahn in der Karlsruher Europahalle hielt also was sie versprach. Vier Weltjahresbestleitungen über die Mittelstrecken sorgten für beste Stimmung in der mit 4.500 Zuschauern restlos ausverkauften Halle.  Zu den Höhepunkten gehörten aus deutscher Sicht bereits die Vorläufe über 60 Meter und 60 Meter Hürden mit den Mannheimerinnen Verena Sailer und Carolin Nytra. Auf den 3.000 Metern sorgte Arne Gabius (Tübingen) für Furore, der im Schlepptau der Afrikaner am deutschen Hallenrekord von Dieter Baumann kratzte. Stabhochspringerin Silke Spiegelburg (TSV Bayer 04 Leverkusen) versuchte sich an einem neuen deutschen Hallenrekord. Hochspringerin Ariane Friedrich (LG Eintracht Frankfurt) jubelte über 1,90 Meter wie zu besten Tagen und Kugelstoß-Weltmeister David Storl (LAC Erdgas Chemnitz) lieferte seinen nächsten 21-Meter-Wettkampf ab.

Auch Marie Wagner war mit ihrem Auftritt  sehr zufrieden, denn die 15-Jährige zeigte sich im Einlagewettbewerb der U23 gegen die zum Teil fünf Jahre ältere Konkurrenz von ihrer besten Seite und verbesserte sich über 800 Meter bereits zum vierten Mal in diesem Jahr. Vielleicht holte sie sich beim „Sauerstofftanken“ vor der Europahalle die erforderlich Kraft und Energie von den starken Männern. Der 21-Jährige Kugelstoßweltmeister David Storl und der amtierende Hallen-Europameister von Paris, Ralf Bartels, nahmen vor dem Lauf die Melsunger Mittelstrecken-Hoffnung in ihre Mitte und wünschten ihr anschließend eine neue Bestzeit.

Schon als die sieben Läuferinnen aus dem Callroom in die Halle geführt wurden, klatschten die Zuschauer laut Beifall.  Jede einzelne Läuferin wurde von Wolf-Dieter Poschmann (ZDF) persönlich vorgestellt und an der großen Anzeigetafel präsentiert. Unmittelbar nach dem Startschuss übernahm erwartungsgemäß die 20-jährige Lokalmatadorin Stefanie Kaiser (SVK Beiersheim), die mit einer Zeit von 2:13,91 Minuten gemeldet war, die Führung und legte ein höllisches Tempo vor. Sie passierte die erste von vier Runden in 30 Sekunden.  Nur  knapp dahinter lief Alexandra Trzensik aus Mannheim, die als Dritte der Süddeutschen Hallenmeisterschaften über 800 Meter der U18 eine Zeit von 2:17 Minuten gelaufen war. Marie Wagner nahm das Tempo der Führenden an und legte die erste Runde nach 31 Sekunden  zurück. Nach 400 Meter hatte Kaiser 62,8 Sekunden vorzuweisen, Trzensik wurde mit 64,5 Sekunden gestoppt,  und Marie Wagner hatte immer noch Tuchfühlung mit der Mannheimerin. Es war geradezu erstaunlich wie sie dieses hohe Tempo mithielt, denn Lisa Harderer aus Bühl (2:18 Minuten), Jessica Wessolly aus Waldhof (2:19 Minuten) und Lara Gruben, die auf den Positionen vier, fünf und sechs liefen, standen mit wesentlich besseren 800 Meter-Zeiten in den Bestenlisten. Marie Wagner passierte die 400 Meter-Zwischenmarke nach 65 Sekunden.  Das war natürlich viel zu schnell, aber sie kämpfte verbissen. Bereits nach der Hälfte der Strecke riss es viele Leichtathletik-Fans von den Sitzen.  Die 4.500 Zuschauer klatschten Beifall und feuerten die jungen Mittelstrecklerinnen lautstark an. Während man für Stefanie Kaiser nach der dritten Runde 1:39 Minuten notierte, erzielten A. Trzensik 1:42,5  und Marie Wagner 1:43,0 Minuten.  Sollten die Läuferinnen keinen Einbruch erleiden, wären das Endzeiten weit unter 2:20 Minuten.

Souverän legte Stefanie Kaiser die letzte Runde zurück und lief mit einem großen Vorsprung dem Ziel entgegen. Mit 2:15,91 Minuten hatte sie am Ende fast vier Sekunden Vorsprung vor Alexandra Trzensik, die sich 80 Meter vor dem Ziel von Marie Wagner befreien und sich noch deutlich absetzen konnte. Die Schülerin aus Gensungen war völlig ausgepumpt und konnte keinen Widerstand mehr leisten. Sie musste dem sagenhaften Tempo Tribut zollen. Aber es war geradezu phänomenal, wo die 15-Jährige die Kraft und die Courage für die ersten drei Runden hernahm.

Tollkühn und ohne Furcht laufend hielt sie 750 Meter mit den besten Jugendlichen aus Württemberg und Baden mit. Am Ende wehrte sich mit dem Mute der Verzweiflung, aber sie schaffte es nicht, den dritten Platz zu halten.  Kurz vor dem Ziel musste sie Lisa Haderer (2:21,04 Minuten), Jessica Wessolly (2:21,82 Minuten) und Lara Gruben (2:22,45 Minuten) passieren lassen. Marie, die mit einer Hallenbestzeit von 2;30,4 Minuten, gelaufen im März 2011 bei den hessischen Hallenmeisterschaften in Hanau, und einer Freiluftbestleistung von 2:24,74 Minuten in das Melsunger Wintertraining eingestiegen war,  ließ als Sechste Lena Kirsch (Karlsruhe) hinter sich, die im Vorjahr 2:23,22 Minuten gelaufen war und in diesem Lauf nach 2:23,71 Minuten das Ziel erreichte.

„Ich war mit dem Lauf zufrieden, obwohl ich auf den letzten Metern überhaupt keine Kraft mehr hatte. Als ich die Glocke für die letzte Runde hörte, hoffte ich nur, dass sie schnell rum geht. Das Karlsruher Publikum war einmalig, ich hatte so etwas vorher noch nie erlebt, und auch das Aufwärmen mit den internationalen Stars werde ich so schnell nicht vergessen“, schwärmte die  Marie Wagner.

Henri Alter, der zweifache hessische U18-Meister, der als interessierter Zuschauer in Karlsruhe weilte, war besonders von den Kugelstoßern angetan. „Einfach unglaublich, wie locker diese Männer über die 20 Meter-Marke stoßen!“ (ajw)



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