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Polizei mit Schwerpunkt Wildunfälle im Einsatz

Kassel. Im Rahmen der hessenweiten Verkehrssicherheitsarbeit steht in diesem Jahr die Sicherheit auf den hessischen Landstraßen im Fokus der Polizei. Wissenschaftliche Untersuchungen verdeutlichen, dass Landstraßen deutlich höhere Unfallgefahren bergen als jeder andere Verkehrsraum. Entsprechend dieser Erhebungen liegen die Risiken, bei einem Unfall auf der Landstraße tödlich zu verunglücken, fast dreimal so hoch.

In der Betrachtung der hessischen Unfallzahlen der ersten Jahreshälfte (1. Januar bis 30. Juni) von 2010 und 2011 erhöhte sich die Gesamtzahl der Unfälle von 63179 auf 64602, also ein Plus von 1423 Unfälle. Gleichfalls nahmen die Unfälle auf hessischen Landstraßen im genannten Vergleichszeitraum von 10429 (2010, darunter 6800 Wildunfälle) auf 11076 (2011, davon 7723 Wildunfälle) zu.

Zu den größten Unfallrisiken auf Landstraßen gehören enge Kurven und schmale Fahrbahnen, schlechte Sicht- und Fahrbahnverhältnisse sowie Bäume am Fahrbahnrand, die beim Abkommen von der Fahrbahn gefährliche Hindernisse darstellen. Auch die Nutzung der Landstraßen durch unterschiedliche Fahrzeuge mit individuellen Geschwindigkeiten kann ein zusätzliches Unfallrisiko sein. Bei landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen oder langsam fahrenden Zweirädern erfolgen manchmal Fehleinschätzungen der Geschwindigkeiten und des Abstandes. Auch werden diese Fahrzeuge schon mal mit riskanten Manövern überholt. Ein weiterer wichtiger und wesentlicher Punkt eines Unfallrisikos auf Landstraßen besteht im Wildwechsel. Für dieses von vielen anderen Schwerpunktthemen zur Senkung der Unfälle auf Landstraßen in Hessen ist das Polizeipräsidium Nordhessen verantwortlich.

Mit Wildwechsel muss als Verkehrsteilnehmer im ländlichen Verkehrsraum eigentlich immer gerechnet werden. Insbesondere aber zur Brunftzeit im Frühjahr und im Herbst, wenn die Tage wieder kürzer werden, ist eine leichte Häufung festzustellen. Gerade zu diesen Frühjahrs- und Herbstzeiten, wird es Verkehrsaktionen in Nordhessen zur Minimierung der Wildunfälle geben. Beginnen wird die erste Aktion bereits in der nächsten Woche, also im Zeitraum vom 27. Februar bis einschließlich 4. März 2012. In Stadt und Landkreis Kassel sowie in den nordhessischen Landkreisen Werra-Meißner, Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg wird die Polizei innerhalb der kommenden Woche außerhalb geschlossener Ortschaften auf Landstraßen Geschwindigkeitsmessungen vornehmen.

Im Vorgriff auf die noch stattfindende Pressekonferenz zur Vorstellung des Verkehrssicherheitslagebildes 2011 ließ sich bei der Betrachtung der Wildunfälle in der ersten Jahreshälfte 2011 (1. Januar bis 30 Juni 2011) im Bereich des Polizeipräsidium Nordhessen ein leichter Rückgang der Unfälle zur ersten Jahreshälfte 2010 erkennen. Verzeichnete die nordhessische Polizei bis Juni 2010 noch 3857 Wildunfälle, bei denen 8 Personen schwer- und insgesamt 42 Personen leicht verletzt wurden, so waren es im Vergleichszeitraum 2011 3663 Wildunfälle mit 11 Schwerverletzten und 25 Leichtverletzten. Der leichte Rückgang lässt sich aufgrund der klimatischen Verhältnisse erklären. Wildunfälle lagen in den zurückliegenden Jahren immer auf einem hohen Niveau und nahmen rund ein Fünftel der Gesamtunfälle ein. Todesopfer waren glücklicherweise unter den Verkehrsteilnehmern nicht zu beklagen. Die überwiegende Zahl dieser Wildunfälle endete mit Blechschäden.

„Wildunfälle sind ein echtes Gefahrenpotenzial für alle Verkehrsteilnehmer. Wildtiere können die Geschwindigkeit von Kraftfahrzeugen nicht einschätzen, insbesondere wenn Sie von Schweinwerfern geblendet werden. Natürlich kennen die Tiere auch keine Verkehrsregeln und betreten bzw. queren ohne Vorwarnung zu jeder Tages- und Nachtzeit gefährliche Straßenabschnitte. Daher können wir die Verkehrsteilnehmer nur auf die Gefahren des Wildwechsels aufmerksam machen und ihnen Tipps zum richtigen Verhalten mit auf den Weg geben“, so Nordhessens Polizeipräsident Eckhard Sauer.

Da Wildtiere auf der Suche nach Nahrung, Wohnraum oder wie in der Brunftzeit auf der Suche nach Partnern meist auf vertrauten Wegen wandern, wird ihr Lebensraum mit den Verkehrswegen durchkreuzt. Das hindert die Tiere nicht daran, an ihren Wegen festzuhalten und Straßen oder Schienen zu überqueren. Der zunehmende Verkehr führt dazu, dass Wildtiere und Kraftfahrzeuge sich immer öfter auf der Fahrbahn begegnen und das Risiko „Wildunfall“ steigt. Als sehr unfallträchtig gelten Straßen, die durch Waldgebiet führen oder entlang von unübersichtlichen Wald- und Feldrändern liegen. In Zusammenarbeit mit Straßenverkehrs- und Jagdbehörden wurden bereits einige bauliche Projekte gegen Wildunfälle auf den Weg gebracht. So entstanden zum Beispiel in manchen Gebieten bepflanzte Straßen-Querungshilfen, also Grünbrücken oder Tunnel, die in Verbindung mit Wildzäunen den Tieren helfen sollen, Straßen sicher zu queren. Auch zeigten sich elektronische Wildwarnanlagen als effektiv.

„Wir wollen den Verkehrsteilnehmer mit diesen Aktionen vor den Wildwechselgefahren warnen und der häufigsten Unfallursache -überhöhte Geschwindigkeit auf Landstraßen- mit Tempomessungen entgegen wirken. Gleichwohl geben wir den Kraftfahrern Tipps zur Reduzierung des Wildunfall-Risikos mit an die Hand“, erklärt der nordhessische Einsatzleiter, Erster Polizeihauptkommissar Achim Scholz.

Hier einige Tipps:

– Fuß vom Gas im Wald und an unübersichtlichen Wald – und
Feldrändern

– Erhöhte Vorsicht auf neuen, durch den Wald führenden Straßen

– Abblenden, kontrolliert abbremsen und hupen, wenn Wild an oder
auf der Straße steht

– Mit Nachzüglern rechnen: Da Wildtiere oft gesellig leben,
könnten nach dem ersten Tier

auch weitere folgen. Deshalb langsam weiterfahren, auch wenn zunächst kein Wild mehr zu sehen ist.

– Sollte eine Kollision mit dem Tier unvermeidbar sein gilt die
Regel: „Besser kontrollierter Aufprall als unkontrolliertes
Ausweichen“. Wildunfälle lassen sich nicht immer verhindern. Im
Ernstfall Lenkrad festhalten, geradeaus fahren und dabei
bremsen. Riskante Ausweich- manöver gefährden den Gegenverkehr
oder enden schnell am Baum.

Die Herbstaktionen zur Senkung der Wildunfälle auf nordhessischen Landstraßen sind für die 45. Kalenderwoche (vom 5. bis 11. November 2012) geplant. (ots)



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