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MT macht trotz Niederlage Werbung in eigener Sache

Kassel/Melsungen. Die MT Melsungen hatte sich vorgenommen, den ungeschlagenen Tabellenführer THW Kiel zu ärgern. Das gelang dem Tabellenzehnten in der mit 4.100 Zuschauern fast ausverkauften Kasseler Rothenbach-Halle zumindest eine Halbzeit lang, wie der 9:11 Pausenstand zeigt. Im zweiten Durchgang setzte sich allerdings der haushohe Favorit klar durch. Das 19:27-Ergebnis spiegelt die Kräfteverhältnisse in diesem Spiel wider, mit dem anschließend beide Seiten gut leben konnten.

Während die Gäste bis auf Rechtsaußen Christian Sprenger alle Leistungsträger an Bord hatten, mussten die Hausherren auf die Rekonvaleszenten Anton Mansson und Michael Allendorf sowie auf den kurzfristig erkrankten Grigorios Sanikis verzichten. Der in den letzten Wochen in Bestform spielende Halblinke musste wegen eines grippalen Infekts passen. Linksaußen Allendorf stand zwar im Aufgebot, wurde aber wegen der nicht gänzlicher auskurierten Bänderverletzung noch geschont. Dafür war Spielmacher Patrik Fahlgren nach 13-wöchiger Wettkampfpause wegen eines Unterarmbruchs erstmalig wieder im Einsatz.

MT-Trainer Michael Roth hatte vor dem Spiel versprochen, die Kieler mittels taktischer Maßnahmen überraschen zu wollen, da der Gegner von seiner individuellen Stärke her deutlich überlegen sei. Und so startete die MT mit einer 4:2- Abwehrformation, bei der sich Savas Karipidis auf Filip Jicha konzentrierte und Patrik Fahlgren, beziehungsweise Predrag Dacevic, sofern unter diesen beiden ein Angriff-/Abwehrwechsel möglich war, gegen Kiels Regisseur Daniel Narcisse agierte. Die MT-Defensive, bis hin zu Torwart Per Sandström, zeigte sich jedenfalls von Beginn an bissig. Der Keeper kaufte erst dem leicht von Fahlgren bedrängten Narcisse einen Gegenstoß ab und dann Kiels Strafwurfspezialist Ilic einen Siebenmeter. Dennoch hatte der THW in dieser Auftaktphase die glücklicheren Szenen für sich und führte nach gut vier Minuten mit drei Toren. Kurz darauf ließ Fahlgren den Knoten bei der MT platzen (1:3, 5.). Weitere drei Minuten später, die MT hatte gerade einen Siebenmeter zugesprochen bekommen, unterbrachen die Schiedsrichter das Spiel, um das aus der Verankerung gerissene Melsunger Tor befestigen zu lassen. Dem zum Strafwurf bereit stehenden Savas Karipidis konnte die mehrminütige Unterbrechung nichts anzuhaben, er verwandelte nach Wiederanpfiff souverän zum 3:4 Anschluss.

Nun wurde das Spiel hitziger. Erst musste Andersson nach Foul an Vuckovic für zwei Minuten vom Feld, wenig später Zufelde nach Foul an Jicha. Die aufkommende Unruhe schien indes eher die MT zu beflügeln. Gestützt auf einen weiterhin gut postierten Sandström im Tor und eine aggressive Abwehr, klappte es fortan auch im Angriff immer besser. Bis zur 17. Minute hatten die Nordhessen die Partie sogar zur eigenen 6:5-Führung gedreht. Die Fans waren schier aus dem Häuschen – es gab erste Standing Ovations Bekundungen. Und hätte Vasilakis den Ball nicht an den Pfosten gehämmert, wäre sogar eine Zwei-Tore-Führung möglich gewesen.

Kuriosum dann in der 22. Minute, beim Spielstand von 7:7: Innerhalb von nur 40 Sekunden wurde auf beiden Seiten je ein Strafwurf verhängt und beide Schützen scheiterten am “Holz”. Karipidis setzte den Ball an die Latte,  Jicha an den Pfosten. Der MT-Rechtsaußen aber machte dieses Versehen schon im nächsten Angriff wieder wett und traf ausgerechnet per Sprungwurf aus dem Rückraum zum 8:7 (23.). Als Danner in der 24. Minute ds Spielgerät zum 9:8 versenkt hatte, deutete vieles darauf hin, dass die MT sogar mit einem positiven Zwischenstand in die Halbzeit gehen könnte. Aber etwas Wurfpech und ein technischer Fehler ließ die MT die restlichen sechs Minuten bis zum Pausenpfiff torlos bleiben, währenddessen auf der anderen Seite Andersson, Narcisse und Ahlm jeweils erfolgreich waren. Sandström hatte zwischenzeitlich noch einen Siebenmeter von Ilic pariert. Die so erlangte Drei-Tore-Führung des THW nach dem ersten Spielabschnitt war etwas zuviel des Guten. Denn eigentlich hatten hier zwei Teams zur Überraschung der Viertausend Fans weitestgehend auf Augenhöhe operiert.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit musste bei der MT Vasilakis passen. Der bislang beste Feldtorschütze der MT hatte wegen einer Wadenverletzung die Woche über kaum trainiert. Nun verhinderte sie zunächste dessen Weiterspielen. Für ihn besetzte Schöngarth die halbrechte Rückraumposition. Auf Linksaußen hatte Schweikardt  Zufelde ersetzt. Schöngarth und Danner prüften kurz hintereinander Omeyer. Aber der Kieler Keeper war jeweils auf dem Posten. Umgekehrt musste jetzt die Melsunger Deckung ihrer kraftraubenden Arbeit im ersten Durchgang Tribut zollen. Der Verband arbeitete nicht mehr so effektiv, immer häufiger gelang es Kieler Schützen nun, die Freiräume zu nutzen. Praktisch im Handumdrehen hatte der THW seine Führung auf 9:14 (32.) ausgebaut.

Jetzt offenbarten die Kieler Akteure immer mehr ihre individuelle Klasse. Vor allem Narcisse (zwei Wackler, ein Gegen-
stoß) und Andersson (drei Rückraumtore) drehten mächtig auf. Obendrein war Jicha per Siebenmeter erfolgreich und Lundström von Außen. Diesem tollen Zwischenspurt des THW konnte bei der MT nur Schöngarth mit zwei Treffern etwas entgegensetzen. So stand es nach knapp 42 Minuten 11:19, was einer Vorentscheidung gleichkam. Michael Roth versuchte dann noch einmal per Auszeit, seine Schützlinge auf die Schlussphase einzuschwören. Das fruchtete insofern, als sie es im weiteren Verlauf schafften, diesen Abstand nicht größer werden zu lassen. Das Spiel vorne ging nun wieder bedeutend strukturierter vonstatten. Was aber nichts an der Tatsache änderte, dass der THW den Kontrahenten stets kontrollierte.

Die letzten rund zehn Minuten wurden von beiden Trainern nochmal dazu genutzt, etwas durchzuwechseln. So kehrte bei der MT Zufelde auf Linksaußen zurück, Hildebrand übernahm Rechtsaußen den Part von Karipidis, später durfte Sania auf Halblinks ran und Kelentric im Tor für Sandström. Bei Kiel machte Narcisse in der Mitte den Platz frei für Palmarsson und im Tor Omeyer für Palicka. Schließlich kam sogar der künftige MT-Spieler Daniel Kubes – eigentlich niht ganz fit – noch zu einem Kurzeinsatz.

Kiel konnte sich in der Schlussphase des Sieges bereits sicher sein und so ließ sich der Tabellenführer auf einen lockeren Schlagabtausch ein. Die kämpferisch nie aufsteckende MT belohnte die Zuschauer zwischendurch nochmal mit einem sehenswerten Kempatrick: In Unterzahl bediente Schweikardt Vuckovic, der den Ball gekonnt im Flug einnetzte (17:23, 53.).  Und hätte die MT in den verbleibenden Minuten etwas mehr Fortune gehabt (Karipidis beim Siebenmeter, Schöngarth und Vuckovic bei Würfen aus dem Rückraum) wäre das Ergebnis sicher etwas knapper ausgefallen. Immerhin nutzte der am Morgen des Spieltags Vater einer Tochter gewordenen Danner seine Chancen. Der nach durchwachter Nacht im Kreißsaal völlig übermüdete Kreisläufer trug sich vier Mal in die Torschützenliste ein und machte auch in der Abwehr eine sehr gute Figur. Mit dem 19:27-Ergebnis waren nach dem Spiel beide Trainer einverstanden. Die MT hatte vor großer Kulisse Werbung in eigener Sache betrieben und der THW reiste ab, wie er gekommen war: Als verlustpunktfreier Tabellenführer. (Bernd Kaiser)

Stimmen zum Spiel

Michael Roth: Glückwunsch zum Sieg. Das ist aber letztendlich nichts wirklich Neues. Wir hätten gern heute die Überraschung geschafft, wie es jede Mannschaft irgendwie im Hinterkopf hat, den THW mal aus der Spur zu bekommen. Wir sind stolz, dass wir das heute wenigstens eine Halbzeit geschafft haben, das Spiel offen zu halten. Es hat die Durchschlagskraft gefehlt. Der kurzfristige Ausfall von Sanikis hat uns hart getroffen, weil er gegen eine offensive Abwehr gefährlich agieren kann. So hatten wir leider nur wenige Wechselmöglichkeiten. Was auch irgendwann ein Kraftproblem war und sich in der Abwehr widergespiegelt hat. Der THW hat sich später auf unsere Abwehr besser eingestellt und ist gleich nach der Pause davongezogen. Trotzdem hat die Mannschaft das Ergebnis bis zum Schluss im Rahmen gehalten. Deshalb großes Lob an mein Team, das aufopferungsvoll gekämpft hat.

Alfred Gislason: Natürlich bin ich sehr zufrieden, dass wir hier gewonnen haben. Wir haben uns, wie in den letzten Jahren auch, lange Zeit sehr schwer getan. Und hatten große Probleme in der ersten Halbzeit mit dieser 4:2-Abwehr. Wie haben davon gelebt, dass unsere Abwehr gut stand. Nach der Pause kam auch mehr Spielfluss. Wir haben dann bessere Lösungen gefunden gegen die Melsunger Abwehr und haben deshalb auch verdient gewonnen. Ich bin sehr zufrieden mit den Jungs, auch wenn nicht alles perfekt war. Ich bin stolz, dass wir noch nicht verloren haben.

Statistik

MT Melsungen – THW Kiel 19:27 (9:11)

MT Melsungen: Sandström (12 P.), Kelentric (0 P.) – Schöngarth 2, Schweikardt, Fahlgren 1, Vasilakis 1, Hildebrandt, Danner 4, Karipidis 6/5, Zufelde, Allendorf, Vuckovic 4, Dacevic, Sania 1.

THW Kiel: Omeyer (19 P.), Palicka (0 P.) – Andersson 6, Lundström 1, Sprenger, Ahlm 4, Kubes, Zeitz 3, Palmarsson 1, Narcisse 6, Ilic, Klein 1, Jicha 5/4

SR: Lars Schaller (Leipzig) / Sebastian Wutzler (Frankenberg/Sachsen)

Zeitstrafen: 12 – 4 (Zufelde 15:54, Vuckovic 24:25 33:58, Dacevic 39:45, Sania 45:55, Schöngarth 52:13 – Andersson 14:18, Ahlm 17:35)

Strafwürfe: 8/5 – 7/4 (Ilic scheitert an Fahlgren, 1:38 Min.; Karipidis an den Pfosten, 21:01; Jicha an die Latte, 21:40; Ilic scheitert an Fahlgren, 25:50; Schweikardt über das Tor, 36:11; Karipidis über das Tor, 54:51).

Zuschauer: 4.100 in der Rothenbach-Halle, Kassel.

Spielfilm: 0:1 (3.), 1:3 (5.), 2:4 (8.), 3:4 (10.), 3:5 (12.), 5:5 (15.), 6:5 (18.), 7:7 (20.), 8:7 (22.), 9:9 (25.), 9:10 (28.), 9:11 (HZ), 9:14 (32.), 10:14 (35.), 11:16 (38.), 11:17 (40.), 11:19 (42.), 13:20 (45.), 13:21 (48.), 14:21 (50.), 16:22 (52.), 17:24 (55.), 17:25 (58.), 19:27 (EN).



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