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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 12. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

Nachruf zum Tode von Fleischermeister Arno Hain

Mosheim. Sein Erfolg gründete auf fachlicher Kompetenz, innovativem Denken, in die Zukunft gerichteten  Investitionen, Ausdauer und Fleiß. Mitten im Arbeitsleben brach der Mosheimer Fleischermeister Arno Hain zusammen. Er starb am 24. März in der Kasseler Markthalle. Für Arno Hain begann die Woche auch im Alter von 75 Jahren am Montagmorgen spätestens um fünf Uhr. Ganz selbstverständlich fügte er sich bis zur letzten Minute seines Lebens in die Produktionsabläufe des Mosheimer Fleischereibetriebes. Diesen hatte er gemeinsam mit seinem Vater Konrad aufgebaut und viele Jahre geführt. Er blieb auch nach Übernahme des Unternehmens durch seinen Sohn Kurt unentbehrlicher Berater und Helfer. Bis zu seinem plötzlichen Tod stand der knapp 76-Jährige seinen Mann. Im Schlachthaus war er genauso präsent wie in der Kasseler Markthalle, wo er zu den Marktbeschickern der erste Stunde gehörte.

Der 1. Juni 1938 gilt als offizielles Datum der Firmengründung. Damals war Arno zwei Jahre alt. In diesem Jahr legte Vater Konrad Hain seine Meisterprüfung ab. Doch schon das Jahr darauf musste dieser seine Metzgerkleidung gegen die Wehrmachtsuniform tauschen und kam erst 1946 aus der Kriegsgefangenschaft. In 1948 nahm der Mosheimer Metzgermeister die Arbeit in seinem Betrieb wieder auf. 1953 hatte Arno seine Metzgerlehre beendet. Sie hatte  im väterlichen Betrieb begonnen und schloss nach zwei weiteren Jahren in der Kasseler Metzgerei Wachsmut und Greiner mit der Gesellenprüfung ab. 1956 setzte  sich Arno, der eigentlich Architekt werden wollte, gegen die Bedenken seines Vaters mit seinen Vorstellungen von einem modernen Schlachthaus mit hohen, lichten Räumen und innovativer Technik durch. Im neuen Schlachthaus arbeiteten dann zwei Gesellen und ein Lehrling.

1961 legte Arno Hain die Meisterprüfung ab. In Kassel zogen Hains mit dem Markt vom Ständeplatz auf den Königsplatz und schließlich in die Markthalle am Marställer Platz 10 um.  1993 umgebaut, boten dort 85 Marktbeschicker aus der Region ihre Produkte an. Von den damals noch 60 Fleischern sind in 2010 noch 17  in der Markthalle vertreten. Auch das spricht für Qualität und Beständigkeit der Betriebsführung des tüchtigen Mosheimers .

Mit Kurt Hain wuchs die dritte Generation der Betriebsführer heran. Von 1979 bis 1981  ging er bei seinem Vater in die Lehre und qualifizierte sich in 1988 mit der Meisterprüfung für die Fortführung des väterlichen Unternehmens.

In einer Übergangszeit der gemeinsamen Betriebsführung von Vater und Sohn  entstanden in Mosheim und Kassel neue Produktions- und Verkaufsräume, die großen Reiferäume für Wurstwaren wurden gebaut. Energie und Kühlsysteme wurden erneuert.  Dabei entstand die Verbundanlage mit Wärmerückgewinnung. Die Einrichtung eines Blockheizkraftwerkes für den eigenen Energiebedarf in 1999 galt über die Region hinaus als beachtliche Pionierleistung. Vordenker war der Seniorchef Arno. Sein Name bleibt eng mit der  Erfolgsgeschichte der Fleischerei verbunden.

Arno Hain war weit über das Homberger Hochland hinaus eine „Institution“. Seine Interessen richteten sich nicht nur auf berufliche Aspekte. Er war Gründungsmitglied des Posaunenchores der evangelischen Kirche Sipperhausen, in dem er bis zu seinem Tode über mehr als 50 Jahre mit der Tuba musizierte. Als langjähriger Angehöriger der FDP engagierte er sich für die Kommunalpolitik.

Er war Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Mosheim und  betätigte sich wiederholt als Förderer von Vorhaben der politischen wie der kirchlichen Gemeinde. Als Liebhaber klassischer Musik war er regelmäßiger Gast bei Konzerten in der Region.

Mosheim hat mit Arno Hain einen hoch angesehenen Bürger verloren, dessen Name weit über das Dorf, die Gemeinde und das Homberger Hochland hinaus bekannt ist. (Reinhold Hocke)



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