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Hessenderby mit Herzschlagfinale: MT siegt 26:25

Wetzlar/Melsungen. Und wieder ein Herzschlagfinale – diesmal mit dem besseren Ende für die MT Melsungen. Hatten die Bartenwetzer zuletzt gegen Lemgo noch mit einem Tor Unterschied das Nachsehen, so gelang ihnen am Samstag gegen die HSG Wetzlar das genaue Gegenteil: Das Hessenderby ging vor 3.863 Zuschauern in der Wetzlarer Rittal-Arena nach einem 14:13 Halbzeitrückstand mit 26:25 an das Team von Michael Roth. Alexandros Vasilakis, der schon seit Wochen in bestechender Form spielt, bot gegen Wetzlar eine sensationelle 11-Tore-Show. Der Linkshänder brauchte dazu nur 14 Versuche. „Nach solch einem Krimi ist man eigentlich reif für die Insel“, wies Aufsichtsratschefin Barbara Braun-Lüdicke direkt nach dem Spiel auf ihr arg strapaziertes Nervenkostüm hin.

Das Spiel war in der Tat über die gesamte Distanz ein zähes Ringen um jeden Zentimeter. Dabei konnte sich während der 60 Minuten keiner der beiden Kontrahenten um mehr als drei Tore absetzen. Nach einer guten Viertelstunde gelang es den Hausherren nach einem erfolgreichen Siebenmeter erstmals in Führung zu gehen (7:6, 17.). Diesen knappen Vorsprung verteidigten sie bis zum Halbzeitpfiff (13:14).

Zu Beginn der zweiten Hälfte musste die MT eine Zeitstrafe gegen Danner hinnnehmen. Dennoch gelangen in der anschließenden Unterzahl sogar zwei Tore (Sanikis, Karipidis). Kurz darauf wurde Wetzlars Valo für zwei Minuten auf die Bank geschickt. Diesmal markierte die MT in Überzahl zwei Tore (Sanikis, Danner). Noch nicht mal 35 Minuten waren vorrüber, als Vasilakis mit seinem siebten Treffer die MT mit drei Toren nach vorne warf (14:17). Doch Wetzlar arbeitete sich heran und war beim 19:19 wieder gleichauf (43.).

Jetzt wurde das Spiel immer umkämpfter. Beide Kontrahenten lieferten sich einen offenen Schlagabtausch bei dem mal der eine, mal der andere mit einem Tor in Front gehen konnte. Der andere, das war exakt nach 55 Minuten und 43 Sekunden die MT. Anton Mansson, der den Platz am Kreis von Felix Danner eingenommen hatte (Danner war kurz zuvor nach seiner dritten Zeitstrafe disqualifiziert worden), erzielte das 25:26. Kein Mensch konnte zu diesem Zeitpunkt, da noch gut vier Minuten zu spielen waren, ahnen, dass dies bereits das Endergebnis sein würde. Aber technische Fehler, wie Wurfpech auf beiden Seiten ließen keine weiteren Treffer zu.

Mit diesem Sieg verhindert die MT, dass die Wetzlarer den Abstand zu Abstiegszone vergrößern. Indes beförderten sich die Nordhessen selbst auf den achten Tabellenplatz zurück. (Bernd Kaiser)

Stimmen zum Spiel:

MT-Trainer Michael Roth:
Wir sind natürlich glücklich, dass wir dieses Derby gewinnen konnten. Zunächst ist festzustellen, dass das Spiel trotz der Brisanz sehr fair verlaufen ist und die Spieler alle vernünftig miteinander umgegangen sind. Unser Ziel war es, den Gegner vor einige Aufgaben zu stellen, die er unter dem neuen Trainer wahrscheinlich noch nicht einstudiert hat. Das heißt, wir wollten über die gesamte Spielzeit immer wieder neue Abwehrvarianten einbauen, um die aufgrund der Konstellation ohnehin vorhandenen Unsicherheiten der HSG noch etwas zu intensivieren. Das ist uns im Großen und Ganzen gelungen. Ich denke, entscheidend war der gute Start nach der Halbzeitpause, als wir auf drei, vier Tore wegziehen konnten. Dieser Vorsprung diente uns als Polster , mit dem dann unsere erfahrenen Spieler sehr clever umgegangen sind. Zwischendurch sind wir aber immer wieder an Nico Weber gescheitert, was durch seine gute Quote von 18 gehaltenen Bällen bestätigt wird. Demgegenüber hat unser Torwart 10 Bälle abgewehrt. Das ist normalerweise in einem Auswärtsspiel nicht ausreichend, um einen Sieg einzufahren. Aber man spürte auf der anderen Seite bei der HSG eine gewisse Nervosität, da waren wohl die Köpfe nicht ganz so frei. Ein Unentschieden wäre vielleicht gerecht gewesen, aber aufgrund unserer guten zweiten Halbzeit haben wir dieses Derby nicht unverdient gewonnen. Ich hoffe, dass die HSG ihre nächsten Spiele so bestreitet, dass sie den Klassenerhalt sicherstellen kann.

MT-Rechtsaußen Savas Karipidis:
Ich bin hier wieder sehr freundlich empfangen worden, das freut mich natürlich jedes Mal. Denn hier zu spielen, ist für mich immer etwas Besonderes. Die HSG war schließlich mein erster Verein in Deutschland. Ich habe hier noch viele Freunde und mit allen noch regelmäßig Kontakt. Zwei Punkte in Wetzlar zu holen, ist nicht so einfach. Ich kenne das ja noch: Die Halle, die Zuschauer, die Stimmung hier, das ist alles ziemlich geil – genau wie auch die Mannschaft. Das war heute ein Top-Spiel für uns. Wir haben uns von Beginn an sehr konzentriert und mit der 4:2-Abwehr eine überragende Deckung gehabt. Das wusste Wetzlar offensichtlich vorher nicht. Gut war auch, dass wir das hohe Niveau über 60 Minuten halten konnten. Für Wetzlar bin ich mir sicher, dass diese Mannschaft keine Probleme bekommen wird, die Klasse zu halten.

HSG-Trainer Kai Wandschneider:
Wir haben uns in der ersten Halbzeit eigentlich ganz gut in die verschiedenen Abwehrvarianten der MT wie die 6:0, die 4:2 oder auch die 5:0+1 gegen Daniel Valo hineingekämpft. Im Spiel gegen Hannover oder auch gegen die Rhein-Neckar Löwen waren wir ja schon auf eine 4:2-Abwehr eingestellt. Aber das alles kostet sehr viel Energie, denn letztlich ist es doch ungewohnt. Trotzdem haben wir zur Halbzeit mit einem Tor geführt. Aber wir sind heute wie schon gegen Hannover viel zu schlecht aus der Halbzeitpause herausgekommen. Damals stand es in der 36. Minute 13:17 heute stand es 14:17, kurz danach sogar 15:19. In Überzahl haben wir einen Fehlpass gespielt, haben uns dann einen Wurf zu früh genommen und die Melsunger Deckung nicht mehr genügend bewegt. Das ist dann gnadenlos durch Konter bestraft worden. Dem so entstandenenen Rückstand sind wir lange hinterher gelaufen. Trotzdem haben wir mehrere Male den Ausgleich erzielt – z.B. vom 20:20 bis zum 24:24. Die Mannschaft hat sich also nie aufgegeben, sondern immer weiter gekämpft. Was uns einfach fehlt – und das war auch schon gegen Hannover so – ist die Durchschlagskraft im Angriff. Wir haben Steffen Fäth, der mit seinen 21 Jahren sehr torgefährlich ist und Daniel Valo. Darüber hinaus haben wir aber viel zu wenig Torgefahr ausgestrahlt. Wenn man zuhause 26 Tore kassiert, muss man selber eben 27, 28 oder gar 30 Tore machen. Heute hatte die MT das Glück des Tüchtigen. Aber ich bin überzeugt, dass wir die nötigen Punkte noch holen werden.

Statistik:

HSG Wetzlar – MT Melsungen 25:26 (14:13)

MT Melsungen: Sandström (10 P.), Kelentric (bei einem Siebenmeter) – Schöngarth, Mansson 1, Schweikardt, Fahlgren 5, Vasilakis 11, Hildebrand, Danner 1, Sanikis 2, Karipidis 5/4, Zufelde, Dacevic, Sania 1.

HSG Wetzlar: Weber (18 P.), Christian – Schmidt, Rompf, Salzer 1, Valo 6, Jungwirth 2, Mraz 2, P. Müller, Chalkidis 2, Fäth 6, Harmandic, Friedrich 3/3, Kristjansson 3.

SR: Andreas Pritschow (Leinfelden) / Marcus Pritschow (Echterdingen)

Zeitstrafen: 4 – 6 (Chalkidis, 21. Min.; Rompf, 26.; Valo, 34.; P. Müller, 52. – Dacevic, 8. Min.; Schweikardt, 25.; Danner, 32., 40., 52. -> disqualifiziert; Vasilakis, 50.).

Strafwürfe: 4/3 – 4/4 (Friedrich wirft an den Pfosten, 27. Min.).

Zuschauer: 3.863, Rittal-Arena, Wetzlar

Spielfilm: 0:1 (2.), 0:2 (4.), 1:2 (6.), 1:3 (8.), 2:4 (10.), 4:4 (12.), 6:6 (15.), 8:6 (18.), 9:7 (20.), 10:9 (22.), 12:10 (24.), 13:11 (25.), 14:12 (28.), 14:13 (HZ), 14:14 (32.), 14:17 (35.), 15:17 (37.), 15:19 (38.), 18:19 (41.), 19:19 (42.), 20:21 (44.), 21:22 (46.), 22:22 (48.), 23:23 (50.), 23:24 (51.), 25:24 (53.), 25:25 (55.), 25:26 (58.), 25:26 (EN).



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