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Fachtag zum 25. Bestehen der Sozialpsychiatrie Hephatas

Schwalmstadt-Treysa. 110 Fachleute, Betroffene und Angehörige kamen beim Fachtag zum 25-jährigen Bestehen der Sozialpsychiatrie im Geschäftsbereich Soziale Rehabilitation am 8. Mai zusammen. Die Gäste lauschten im Hephata-Kirchsaal nicht nur den Grußworten und dem Vortrag von Dr. Birger Dulz, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, sondern berichteten  und tauschten sich über ihren Alltag aus. Hephata-Direktorin Pfarrerin Barbara Eschen übernahm die theologische Einstimmung auf den Tag. Eschen: „Dafür zu sorgen, dass jeder in der Gesellschaft seinen angemessenen Platz bekommt. Das niemand sich ausgeschlossen, abgehängt oder gar abgedrängt fühlt, das ist ein gutes Ziel für uns, für die anzustrebende Inklusion.“ Dies bedeute, Interessen gegeneinander abzuwägen, fair und offen zu sein, so dass keiner zu kurz komme. „Ganz gleich welche Biografie sie/er hat. Mit guten und schlechten Phasen. Psychisch krank oder ohne solche Erfahrung.“

Hephata-Direktor Pfarrer Peter Göbel-Braun erinnerte in seinem Grußwort daran, dass das Datum des 8. Mai und auch der Ort  Kirchsaal Hephatas geprägt seien. „Der 8. Mai 1945 ist der Tag der Befreiung Deutschlands von der Geißel des Nationalsozialismus.“ Im Kirchsaal Hephatas seien Menschen verabschiedet worden, die 1937 bis 1939 dann jeweils am kommenden Tag abtransportiert worden seien. „Auch die Menschen der Zielgruppe, mit denen wir uns heute beraten, waren diesen Diskriminierungs- und Tötungsaktionen der Nazis ausgeliefert“, so Göbel-Braun. Aber: In diesem Saal wurden 1945 die Evangelische Kirche in Deutschland, in Kurhessen Waldeck, die Innere Mission und das Evangelische Hilfswerk gegründet. 40 Jahre später hätten dann Mitarbeitende Hephatas beraten, welche Möglichkeiten selbst bestimmteren Lebens Menschen mit psychischen Erkrankungen und seelischen Behinderungen eröffnet werden könnten. Göbel-Braun kennzeichnete  die weitere Entwicklung der Sozialpsychiatrie und Sozialen Rehabilitation Hephatas mit dem Bau der Hephata-Klinik 1969, der Psychiatriereform 1975, sowie der Trägerschaft für die Wohnhäuser und Werkstätten der Sozialpsychiatrie Hephatas in Treysa und Fritzlar bis zum heutigen Tag.

Der Begrüßung schloss sich ein Grußwort von Frank-Martin Neupärtl, Landrat des Schwalm-Eder-Kreises, an: „Gott sei Dank gibt es Hephata. Sie haben wesentlichen Anteil an der psychiatrischen Versorgung im Landkreis. Was Sie geleistet haben, ist eine Erfolgsgeschichte.“ Es folgten Grußworte von Frank Nikutta, Landeswohlfahrtsverband Hessen, und Dirk Kaliske, Diakonisches Werk in Kurhessen-Waldeck. Nikutta sieht die Sozialpsychiatrie  mit dem Landeswohlfahrtsverband auf einem guten Weg. Im Rahmen der Inklusion sei man dabei, betriebsintegrierte Beschäftigungsplätze in großen Betrieben im Landkreis zu ermöglichen. Dirk Kaliske sprach sich für den Aufbau bedarfsgerechter und komplementärer Hilfen, für die Gleichstellung psychischer Kranker mit somatisch Kranken aus sowie für eine Regionalisierung der Angebote.

Gastredner des Fachtags war Dr. Birger Dulz, Asklepios Klinik Hamburg, der über die „Borderline-Beziehung“ als einer Form der Persönlichkeitsstörung sprach. Geschäftsbereichsleiter Kurt Dörrbeck referierte am Nachmittag über „personenzentrierte Hilfen“. Ansonsten gehörte dieser Veranstaltungsteil Betroffenen und Angehörigen. Unter dem Motto: „Beeinträchtigt, aber lebendig“ berichteten Betroffene psychischer Erkrankungen. Unter dem Motto: „Unser Weg zwischen Einigeln und Nach-Draußen-Gehen“ sprachen Angehörige von ihren Erfahrungen. (me)



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