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Melsunger Leichtathleten fahren mit Medaillenchancen nach Friedberg

Friedberg/Melsungen. Die hessischen Jugendmeisterschaften der U18 sowie die Titelkämpfer der Männer und Frauen, die am Wochenende in Friedberg stattfinden  und zu denen 567 Athleten aus 119 hessischen Vereinen ihre Meldung abgegeben haben,  können ein Triumph der Leistung und der Leistungsdichte sowie ein Meeting der sportlichen Elite des Hessischen Leichtathletik-Verbandes werden. In den letzten Wochen wurde bei den Bahneröffnungswettkämpfen und den regionalen Meisterschaften das Startsignal für die auf Länderebene erfolgreichen Leichtathleten gegeben.  Dabei wurde nicht gekleckert, sondern sofort mit guten Leistungen geklotzt. Aber Rekorde und Bestleistung zum falschen Zeitpunkt  zählen am kommenden Wochenende nicht mehr.  In Friedberg muss man sich neu beweisen.  So wird es wieder Favoritensiege geben, aber auch die ein oder andere faustdicke Überraschung.

Die sieben Jugendlichen der MT 1861 Melsungen fahren nicht chancenlos nach Südhessen. Wenn es optimal läuft, können sie mit  sechs Medaillen nach Melsungen zurückkehren, denn im Kampf um den Landestitel können sowohl Karolin Siebert als auch Henri Alter ein Wörtchen mitreden.  Aber auch Tobias Stang und Marie Wagner sind für Edelmetall gut und könnten bei der Siegerehrung auf dem Podest stehen.

Die beiden Melsunger Henri Alter und Sebastian Ludwig steigen am Samstag um 13.35 Uhr im Hochsprung der U18 als erste der Melsunger Teilnehmer in den Wettkampf ein. Henri Alter, der mit seinen 1,77 Meter Rang sieben in der aktuellen Rangliste in Hessen einnimmt, müsste fast Bestleistung springen um einen Finalplatz zu erreichen. Wenn er bei den entscheidenden Höhen im ersten Versuch zuschlägt, ist ihm eine Platzierung unter den besten Acht zuzutrauen. Sebastian Ludwig konnte sich beim Abendsportfest in Neukirchen mit übersprungen 1,70 Meter als Zwölfter für diese Meisterschaften qualifizieren. Vielleicht gelingt ihm in Friedberg eine persönliche Bestleistung und ein Platz unter den TOP-TEN.  Klarer Favorit in diesem Wettbewerb ist  Dennis Hutterer vom ASC Darmstadt, der sich  in diesem Jahr als beständiger 1,90 Meter-Springer zeigte und  die Bestenliste mit 1,95 Meter anführt.

Unmittelbar nach diesem Wettkampf startet Karolin Siebert im 400 Meter-Lauf. Bis zum Pfingstsonntag sprach vieles dafür, dass Denise Wagemans von der LG Bad Soden bei diesem Wettbewerb als Landesmeisterin gekürt werden wird, denn die 16-Jährige Langsprinterin legte in diesem Jahr bereits die 200 Meter in starken 26,41 Sekunden zurück und war damit über eine Sekunde schneller als Karolin Siebert. Im Vorjahr lief Wagemans über 300 Meter 42,23 Sekunden und war damit fast zwei Sekunden schneller als die Jugendliche aus Melsungen. Aber seit  Pfingstsonntag brachte sich auch Karolin Siebert ins Gespräch, wurde sie doch über 400 Meter mit 59,89 Sekunden gestoppt.  Diese  Zeit kann auch Jessica Hesse vom TV Gelnhausen laufen. So wird ein spannendes Finale mit offenen Ausgang erwartet,  für das auch Luisa Debus vom TV Burgsolms einen Medaillenanspruch erhebt. Man wird sehen, welche Jugendliche am besten für dieses Rennen vorbereitet ist.

Um 15 Uhr fällt die Entscheidung über die Stadionrunde bei der männlichen Jugend. Dieser Wettbewerb kann zur großen Galashow von Steffen Schattner werden, denn der Darmstädter blieb in diesem Jahr mit 49,92 Sekunden als einziger unter 50 Sekunden. Zu seinen größten Konkurrenten zählen Fabian Rühl (Egelsbach) und David Wecht (Rimbach). Zu beachten sind auch Joshua Weiß (Odenwald) und Ali Yüksel (Stadtallendorf). Tobias Stang (MT Melsungen), der mit 54,41 Sekunden gemeldet wurde, liegt mit dieser Zeit in dem 24-köpfigen Feld auf Rang zehn. Er hat in Friedberg nichts zu verlieren. Es wäre eine große Überraschung, wenn er einen Finalplatz  der schnellsten acht Viertelmeiler der U18 belegen würde. Dafür müsste er persönliche Bestzeit laufen.

Im Dreisprung der Frauen, der um 16.15 Uhr beginnt, geht die 17-jährige Celine Kühnert (MT Melsungen) als krasse Außenseiterin an den Start. Wenn sie das Finale der besten acht Springerin erreichen sollte, wäre das für sie ein Riesenerfolg. Die hessische B-Jugendmeisterin konnte sich in den letzten drei Wettkämpfen permanent steigern und wurde vor einer Woche in Neukirchen mit 10,77 Meter Kreismeisterin der U20. Für das Finale muss man aller Wahrscheinlichkeit nach elf Meter und mehr springen. Diese Weite ist für Celine Kühnert nicht unmöglich, da sie in diesem Jahr nicht nur ihr Anlauf verbessern konnte, sondern sich auch im Weitsprung auf 5,10 Meter steigerte. Die HLV-Elite führt Henrike Zimmer vom TV Bad Schwalbach mit 12,41 Meter vor ihrer Clubkameradin Nicole Litsche (12,03 Meter) an.

Um 16.30 Uhr treten die schnellsten Staffelformationen des Hessischen Leichtathletik-Verbandes zum Finale über 4×100 Meter an. Sowohl die Mädchen der LG Friedberg-Fauerbach als auch die Sprinterinnen der LG Langgöns mit der pfeilschnellen Lisa Mayer (12,15 Sekunden)  als Schlussläuferin haben sich die Goldmedaille als Ziel gesetzt. Aber die Würfel fallen erst nach dem letzten Wechsel. Bei der Medaillenvergabe sollte man auf jeden Fall auch die Mannschaften der Eintracht Frankfurt und vor allem die Jugendlichen des Alsfelder Sport-Clubs mit einbeziehen, die ebenfalls unter 51 Sekunden laufen können. Das MT-Staffel-Quartett mit der Besetzung Katharina Wagner, Stefanie Klein, Marie Wagner und Karolin Siebert wurde mit 51,84 Sekunden souveräner Nordhessenmeister.  Wenn die Wechsel wieder so gut klappen, darf man den Jugendlichen aus Melsungen eine weitere Bestzeit zutrauen und somit auch auf einen Finalplatz  hoffen.

Am zweiten Meisterschaftstag startet Marie Wagner um 11.15 Uhr im 800 Meter-Lauf der U18. In diesem Rennen gibt es mit Ronja Böhrer (SSC Bad Sooden-Allendorf) die klarste Favoritin bei diesen Meisterschaften. Für sie sprechen nicht nur ihre makellosen Wettkämpfe sowie ihr souveräner Sieg bei den Landesmeisterschaften über 2000 Meter Hindernis in 7:03,93 Minuten, sondern vor allem, dass sie im Vorjahr die 800 Meter bereits in 2:16,76 Minuten lief und damit in ihrer Altersklasse zu den besten Mittelstreckenläuferinnen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes gehörte. Leonie Weber aus Wies-baden (2:21,38 Minuten) und Lorena Keil (Eintracht Frankfurt), die rechtzeitig aus der Versenkung auftauchte und mit ihrer 1500Meter-Zeit von 5:05 Minuten ihre Möglichkeiten andeutete, sollten den Kampf um Silber und Bronze unter sich ausmachen. Auch Sina Berger aus Bensheim ist zu beachten, denn die hessische Meisterin benötigte über 1500 Meter Hindernis nur 5:23,43 Minuten und ist ebenfalls gut für eine 800 Meter-Zeit unter 2:25 Minuten.

Man darf aber auch nicht  Marie Wagner unterschätzen. Die 15-jährige aus Gensungen lief bei den nordhessischen Meisterschaften in Kassel als Siegerin 2:25,86 Minuten und verbesserte sich beim Pfingstmeeting in Baunatal trotz einer leichten Erkältung auf 2:25,50 Minuten. Da es nur wenige hochqualifizierte 800 Meter-Rennen der U18 mit großer Leistungsdichte gibt, stehen die Athletinnen in Friedberg vor einer ganz anderen Situation. Es ist leichter ein kleines Feld zu beherrschen, als in einer achtköpfigen fast gleichstarken Gruppe immer im Bilde zu sein und taktisch richtig zu laufen. Marie Wagner hat in der Hallensaison gezeigt, was sie kann. Sollte sie auf der Zielgeraden noch Anschluss an die Spitzengruppe haben, kann sie sogar die Bronzemedaille gewinnen. Nach Aussage von Alwin J. Wagner  hat sie ihr Optimum in diesem Jahr noch nicht erreicht und ist in Friedberg sogar in der Lage, zwei bis drei Sekunden unter ihrer Jahresbestzeit zu bleiben.

Unmittelbar nach dem 800 Meter-Lauf ermitteln die Weitspringer ihren Meister. In diesem Wettbewerb spielt neben dem Können auch das Glück eine große Rolle, denn unterschiedliche Windverhältnisse, ein passender Anlauf auf der einen Seite oder Anlaufschwierigkeiten andererseits oder der schwarze Tag eines Favoriten haben schon so manche Prognose über den Haufen geworfen. Dennoch dürften  Leon Kirchner (Mörfelden-Walldorf), Niclas Petersmann (Bensheim)  und Felix Repp (Langgöns)  mit Weiten über 6,50 Meter die Medaillen unter sich ausmachen. Tobias Stang, der sich beim Melsunger Mai-Meeting auf 6,19 Meter verbessern konnte, hat nur dann eine klare und reguläre Chance sich für den Endkampf zu qualifizieren, wenn er diese Weite in Friedberg bestätigt.  Ob er diese Chance nutzen und seine Zuverlässigkeit als entscheidende Waffe einsetzen kann, hängt auch davon ab, wie er den 400 Meter-Lauf vom Vortag verkraftet hat.

Zeitgleich um 15.30 Uhr werden das Speerwerfen und der Dreisprung der männlichen U18 ausgetragen. Da Henri Alter für beide Meisterschaften ge-meldet hat, könnte er innerhalb einer halben Stunde zweifacher Medaillengewinner werden. Im Januar machte er bei den Winterwurfmeisterschaften in Frankfurt  mit einem Wurf von 50,43 Meter als Landesmeister auf sich aufmerksam. Kurze Zeit später verletzte er sich so stark am Wurfarm, dass er  seit dieser Zeit keinen Speer mehr werfen konnte. Aus diesem Grund musste er auch auf die nordhessischen Meisterschaften verzichten. Nach einer viermonatigen Pause scheint er seine Verletzung überwunden zu haben. Aber die Angst, dass die Schmerzen beim Abwurf wiederkommen, steckt noch in ihm.  Dennoch möchte er in Friedberg den Speer über die 50m-Markierung  segeln lassen. Bleibt die Frage, wie sehr ihn die Verletzung zurückgeworfen hat.  Vom vorzeitigen Ausscheiden im Vorkampf bis zu einer Medaille ist dem vielseitigen MT-Athleten alles zuzutrauen. Als Favorit hat sich Ruben Loew (Weilmünster) herauskristallisiert, der bereits zweimal über die 50m-Marke werfen konnte und die HLV-Bestenliste anführt.  Eine handvoll Athleten ist in der Lage zwischen 46 und 50 Meter zu werfen. Sven Bergfeld (Salmünster), Carsten Storch (Fulda), Lukas Lakomy (Hatters-heim) und der Spangenberger Finn Wunderlich, der in Melsungen 47,29 Meter erzielte,  sind in der Lage, im Kampf um die Medaillen mit einzugreifen.

Da zur gleichen Zeit auch der Dreisprungwettbewerb ausgetragen wird, muss Henri Alter zwischen beiden Wettkampfanlagen hin- und herlaufen und auch jedes Mal die Schuhe wechseln. In diesem Wettbewerb kann es für ihn eigentlich nur Gold oder Silber geben, denn keiner der neun gemeldeten Athleten hat in dieser Saison die begehrte 13 Meter-Marke übertroffen. Felix Repp aus Langgöns hat nach seinem großartigen Weitsprungresultat von 6,55 Meter und seiner Dreisprungbestleistung von 13,20 Meter die Favoritenrolle übernommen. Henri Alter scheint sein stärkste Widersacher  zu sein.  Mit 12,78 Meter wurde er in diesem Jahr Nordhessenmeister und bei den Kreismeisterschaften steigerte er sich trotz eines störenden Gegenwindes auf 12,95 Meter. Auch Tobias Stang sollte man auf der Rechnung haben, wenn es um die Bronzemedaille geht. Bei ihm kommt es darauf an, wie weit er seinen zweiten Sprung ziehen kann.  Mit seinem Schlusssprung kann er über fünf Meter kommen. Was hilft das, wenn er beim zweiten Sprung fast zwei Meter verliert?  Mit wem muss man noch rechnen? Daniell Gescheidle aus Bad Nauheim könnte der große Gegenspieler von Tobias Stang werden, denn auch er kann über 12,50 Meter zu springen. Auch für die beiden Schwalbacher Sebastian Roth und Roman Wilhelm dürfte die 12 Meter-Marke keine Barriere sein. Sebastian Ludwig, der dritte Melsunger Teilnehmer, hat sich mit seinen Leistungen zwischen 11,70 und 12,00 Meter eingependelt und will sich so gut wie möglich schlagen.  Sollte er das Finale erreichen, wäre es  ein großer Erfolg für den Jugendlichen aus Obermelsungen.

Zum Abschluss der Meisterschaften stehen die 400 Meter-Hürdenläufe auf dem Programm. Wenn alles nach Plan läuft, könnten die Melsunger einen ganzen Medaillen-Satz, also Gold, Silber und Bronze, in diesem Wettbewerb einfahren. Karolin Sieberts Zeiten unter 67 Sekunden sind nicht nur Zeichen ihrer frappierenden Beständigkeit, sondern auch Orientierungspunkt für diesen Wettbewerbund. Nach ihrer starken  400 Meter-Zeit von 59,89 Sekunden ist sie die große Favoritin in diesem Hürdenfinale. Vorschlusslorbeeren gelten allerdings auch hier herzlich wenig. Neben dem Können spielt gerade über 400 Meter-Hürden der Schritt-Rhythmus eine entscheidende Rolle. Ihre stärkste Konkurrentin wird vermutlich Marie Wagner werden, die sich mit ihrem Debüt bei den Kreismeisterschaften in Neukirchen mit 68,50 Sekunden den Eintritt zu den Landesmeisterschaften erlaufen konnte.  Gold und Silber wären für die beiden MT-Aushängeschilder keine Utopie. Es kommt darauf an, ob sie ihren Schrittrhythmus halten können und wie sie das 400m-  bzw. das  800m-Finale weggesteckt haben.   Am nächsten kommt dem Melsunger Duo  Nadine Luthardt aus Wetzlar, die  über die  300m-Hürden um 47 Sekunden lief und bei einem guten Stehvermögen ebenfalls an die 67 Sekunden heranlaufen könnte.   Die anderen Athletinnen sind zwar fähig, um 68 Sekunden zu laufen, aber um an Gold oder Silber zu gelangen, muss man die Stadionrunde beim Überlaufen der zehn Hürden unter 67 Sekunden zurücklegen.

Nach den Mädchen läuft die männliche Jugend die gleiche Strecke. Felix Repp könnte innerhalb von einer halben Stunde nach dem Dreisprung auch dieses Hürdenfinale gewinnen, denn er lief mit 57,57 Sekunden eine ausgezeichnete Zeit und führt die Meldeliste mit fast zwei Sekunden Vorsprung vor Alexander Atkins aus Bad Homburg an. Tobias Stang ist auf dieser Strecke noch ein Neuling. Er kann  nichts verlieren und läuft dadurch auf einer Position, die durchaus beflügeln kann. Sollte er mit dem Schritt-Rhythmus hinkommen und nicht allzu viel Kraft beim Dreisprung verloren haben,  könnte er an die 60 Sekunden heranlaufen und mit der Bronzemedaille belohnt werden. (ajw)

 



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