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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 12. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

Karolin Siebert und Marie Wagner blieben hinter den Erwartungen zurück

Mönchengladbach/Melsungen. Bei den 25. deutschen Leichtathletikmeisterschaften der U18, die in Mönchengladbach ausgetragen wurden, trafen die besten Jugendlichen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes auf leistungsstarke Konkurrenz aus allen Teilen Deutschlands.  Die vielen Zuschauer sahen an allen drei Tagen auf den vortrefflichen Anlagen des Grenzlandstadions von den „Leichtathletik-Stars von Morgen“ spannende Wettkämpfe und eine Fülle von bemerkenswerten Leistungen.

Aufmunternde Schreie vor jedem Startschuss,  rhythmisches Klatschen vor der Flugphase in den Sand und warmherziger Beifall als Begleitmusik aus dem Stoßring. Diese Leidenschaft steckte alle an.

Trainer, Eltern und Verwandte sowie Freunde, die die Athleten nach Mönchengladbach begleiteten, identifizierten sich wie bei den „Großen“ mit den Wettkämpfern, so dass schon bald der Funke übersprang und ein pures Leichtathletik-Feeling im Grenzlandstadion herrschte. Niemand  konnte sich dieser Begeisterung entziehen. Mit ihren Äußerungen zu der Atmosphäre im schmucken Stadion:  „Toll“, „fantastisch“,  „wahnsinnig“, meinten die Jugendliche alle das gleiche, nur in ihrer Wortwahl unterschieden sie sich.  Da sah man Typen, die ehrgeizig, couragiert, selbstbewusst und mutig an den Start gingen. Man sah aber auch enttäuschte und unzufriedene Gesichter. Für die meisten Starter war Mönchengladbach eine rundum gelungene Deutsche Meisterschaft, obwohl sich das Wetter in diesem verregneten Sommer erneut treu blieb.

Marie Wagner und Karolin Siebert (MT 1861 Melsungen) blieben über 400m-Hürden mit weiteren 32 Jugendlichen unter der geforderten DLV-Norm von 66,50 Sekunden und qualifizierten sich somit zum ersten Mal für diese nationalen Titelkämpfe.  Mit 65,17 bzw. 65,48 Sekunden belegten sie in der Rangliste die Plätze 17 und 19. Leider blieben die beiden fünfzehnjährigen Teenager bei ihrem Meisterschaftsdebüt hinter den Erwartungen zurück.

Marie Wagner wurde für den ersten Zeitlauf auf Bahn sechs ausgelost, wo sie gleich auf Lisa Marie Jacoby aus Erfurt traf, die mit 61,13 Sekunden die deutsche Bestenliste anführte. Mit Jackie Baumann aus Tübingen, gemeldet mit 63,18 Sekunden und Julia Hammerschmidt aus Greifswald (63,29 Sek.) waren  zwei weitere Läuferinnen im Rennen, die die Stadionrunde mit den zehn Hürden fast zwei Sekunden schneller als das Talent aus Gensungen zurückgelegt hatten.  Marie Wagner hatte sich bei Landesmeisterschaften der U20 in Bad Homburg auf 65,17 Sekunden verbessert und damit eine neue HLV-Jahresbestzeit aufgestellt, obwohl sie am Tag vorher mit neuer persönlicher Bestzeit über 800 Meter die Bronzemedaille gewonnen hatte.

Während Anna Schwabe aus Leipzig in der DLV-Rangliste mit 65,00 Sekunden auf Rang 16 nur einen Platz vor ihr zu finden war, belegte Annika Volquardsen aus Ulm mit 65,30 Sekunden den 18. Platz.  Ines Triphaus aus Ankum mit 65,99 Sekunden und Julia Graber aus dem bayerischen Auerbach mit 66,50 Sekunden komplettierten das achtköpfige Feld.  Pünktlich vor dem ersten Startschuss hörte der Regen auf, und auch für den Rest des Abends blieb es trocken, so dass gute Bedingungen herrschten.

Nach dem Startschuss lief Marie Wagner wie immer recht zügig an, überlief die erste Hürde nach 6,73 und die zweite Hürde nach 12,70 Sekunden.  Als sie nach 17,67 Sekunden an der dritten Hürde war, stürmte Lisa Marie Jacoby, die auf Bahn fünf lief, an ihr vorbei.  Die  Erfurterin war die souveräne Athletin in diesem Lauf und machte mit ihrer herrlich, makellos zu nennenden Tempojagd auf den ersten 300 Metern den Weg zur neuen DLV-Jahresbestzeit von 60,86 Sekunden reif.

Eingangs der Zielgeraden lag Marie Wagner aussichtslos auf dem achten und damit letzten Platz, denn sie hatte fast den gesamten Lauf über Schwierigkeiten mit ihrem Schrittrhythmus.  Auch auf den letzten Metern konnte sie keinen Boden mehr gut machen und erreichte nach 66,97 Sekunden die Ziellinie.

Hinter der souveränen Siegerin sicherte sich Julia Hammerschmidt mit 62,22 Sekunden den zweiten Platz vor Jackie Baumann (62,64 Sek.).  Jan Schwabe aus Leipzig, die in der DLV-Rangliste nur einen Rang vor Marie Wagner stand, qualifizierte sich mit 65,22 Sekunden für das B-Finale am nächsten Tag.

„Im Callroom und beim Einmarsch in das Stadion war ich sehr aufgeregt, doch unmittelbar vor dem Start legte sich das Gefühl und dennoch war in diesem Lauf der Wurm drin“, gestand Marie Wagner nach dem Rennen.

Für den zweiten Zeitvorlauf wurde Karolin Siebert für die Bahn zwei ausgelost.  Auf Bahn fünf startete mit Laura Gläsner aus Helmstedt eine Medaillenanwärterin, denn die Sechzehnjährige wurde mit 62,12 Sekunden bereits auf Rang zwei in der DLV-Bestenliste geführt.  Auch Josefine Röhner aus Leipzig gehörte mit ihrer Jahresbestzeit von 63,20 Sekunden wie Anja Roggel aus Remscheid (63,82 Sek.)  zu den Mädchen, die eine Runde weiterkommen sollten.  Karolin Siebert,  die als hessische Meisterin bei den Landesmeisterschaften mit  65,48 Sekunden gestoppt wurde, wurde mit der viertschnellsten Zeit  dieser acht Teilnehmerinnen notiert, da die weitere Konkurrenz schwächere  Zeiten vorzuweisen hatte. Insa Knust aus Holtland in Niedersachsen stand in der Rangliste  mit 65,86 Sekunden fünf Plätze hinter der erfolgreichen Läuferin aus Melsungen; Antonia Ellenrieder aus Augsburg reiste mit einer Bestzeit von 66,10 Sekunden nach Mönchengladbach an und Eva Klee aus Geilenkirchen (66,45 Sek.) sowie  Nora Beinlich aus Rostock (66,49 Sek.) nahmen in der Meldeliste gar nur die Plätze 32 und 33 ein.

Aber bereits am Start ließ das fünfzehnjährige Talent aus Melsungen ihren guten Antritt vermissen und war an der ersten Hürde bereits vier Zehntelsekunden langsamer als Marie Wagner im ersten Zeitvorlauf.  Nachdem sie mit dem „falschen Fuß“ zur zweiten Hürde kam,  verlor sie ihren Laufrhythmus. Nach 200 Metern lag sie über eine Sekunde hinter der Zwischenzeit von Marie Wagner zurück und hoffnungslos abgeschlagen auf Rang acht.  Bei den Landesmeisterschaften in Friedberg überlief sie die siebte Hürde nach 38,24 Sekunden. In Mönchengladbach wurden für die gleiche Strecke 41,39 Sekunden notiert –  Marie Wagner hatte zu diesem Zeitpunkt 39,23 Sekunden benötigt.

Als die Läuferinnen auf die Zielgerade einbogen, lag Karolin Siebert nur auf den achten und somit  letzten Rang.  Zwei Meter vor ihr lief auf  Bahn drei Nora Beinlich aus Rostock, die mit 66,49 Sekunden gemeldet war.  Karolin Siebert holte zwar nach der letzten Hürde diesen Rückstand fast auf, blieb aber am Ende dennoch mit enttäuschenden 67,17 Sekunden drei Hundertstelsekunden hinter der Athletin aus Rostock.

Für das A-Finale qualifizierte sich nur die Siegerin Josefine Röhner aus Leipzig mit 62,75 Sekunden.   Laura Gläsner (64,10 Sek.), die überraschend starke Insa Knust (65,06 Sek.) und Anja Roggel (65,07 Sek.) setzten sich für das B-Finale durch, das später Laura Gläsner mit 61,53 Sekunden gewinnen konnte.

Deutsche U18-Meisterin wurde erwartungsgemäß Lisa-Marie Jacoby vom LAc Erfurt mit 61,30 Sekunden vor Anni Nehl aus Friedrichsthal, die sich auf 61,99 Sekunden verbesserte.  „Bronze“ ging an Josefine Röhner aus Leipzig mit 62,29 Sekunden.

Bei Alwin J. Wagner lösten die Leistungen seiner beiden Schützlinge keine tiefe innere Zufriedenheit aus, denn er hatte mit Zeiten um 66 Sekunden gerechnet.  Der Melsunger Coach betonte immer wieder, dass die sportliche Vorbereitungen aufgrund unterschiedlicher Umstände nicht optimal waren, denn während Karolin Siebert nach den Landesmeisterschaften wegen gesundheitlicher Probleme völlig außer Tritt kam und die ersten Wochen in den Sommerferien einen Ferienjob annahm, bei dem sie schon morgens um 06.00 Uhr auf der Matte stehen musste, kam Marie Wagner erst drei Tage vor den Meisterschaften vom Urlaub aus Griechenland zurück.  An eine gezielte Vorbereitung war deshalb nicht zu denken, so dass die Defizite bei der Hürdentechnik  – zu hoch über den Hürden und dadurch  zu später Bodenkontakt zum Weiterlaufen danach – deutlich sichtbar wurden.   Hinzu kam noch bei beiden ihre Nervosität und dass sie von Beginn an nicht in ihren Laufrhythmus fanden.

Auch wenn die beiden MT-Athletinnen bei ihren ersten deutschen Meisterschaften glücklos liefen und nicht das erreichten, was sie sich vorgenommen hatten,  demonstrierten sie sechs Wochen vorher bei den Landesmeisterschaften, dass sie genügend Perspektive für die Zukunft haben. Sowohl Karolin Siebert als auch Marie Wagner stehen erst am Anfang ihrer sportlichen Entwicklung und ihres Könnens. Wenn ihnen durch das schwache Abschneiden in Mönchengladbach im direkten Wettkampf mit der gleichaltrigen Konkurrenz aus dem gesamten Bundesgebiet bewusst geworden ist, dass ein zweimaliges Training in der Woche nicht ausreicht und dass der Weg an die Spitze der besten DLV-Athletinnen über 400m-Hürden noch sehr weit und recht hart ist, dann haben sie eine gute Erfahrung gemacht und werden hoffentlich ein richtiges Fazit daraus ziehen. (ajw)



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