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Senioren-EM: Staffel-Gold für Harry Geier

Zittau/Melsungen. „Ende gut, alles gut“,  dieses geflügelte Wort gilt auch für den Melsunger Viertel-Meiler Harry Geier, der bei der Senioren-EM in Zittau am Schlusstag mit der deutschen Nationalmannschaft über 4×400 Meter die Goldmedaille gewinnen konnte. Startläufer Dr. Horst Hufnagel aus Hamburg, der Achte im 400 Meter-Einzelrennen der M75, verlor überraschend gegen den Russen Yury Saraev einige Meter und überreichte deshalb das Staffelholz nur auf Rang zwei liegend an Harry Geier weiter. Die deutsche Mannschaft lag somit nach dem ersten Wechsel etwa eine Sekunde hinter der russischen Mannschaft, aber eine Sekunde vor dem Team der Briten, für die Alan Carter anlief. Allerdings war nach der ersten Teilstrecke noch nichts entschieden, denn die stärksten Läufer sollten noch folgen. Der Russe Alexandr Bondarenko lag eingangs der ersten Kurve noch leicht in Führung, doch nun lief für das DLV-Team Harry Geier aus Melsungen. Der deutsche 400 Meter-Meister 2012 zog sofort scharf an, überholte nach 50 Metern Bondarenko und übernahm die Spitze. Für die Briten war ihr bester Mann auf der Bahn, denn Arthur Kimber hatte sich als einziger von der Insel für das 400 Meter-Finale qualifiziert und belegte dort vor Dr. Hufnagel den siebten Platz.

Harry Geier lief in diesem denkwürdigen Finale 75,23 Sekunden und landete auf den undankbaren vierten Rang. Aber dieses Rennen wird in die Leichtathletik-Chronik als „Hitzeschlacht von Zittau“ eingehen, denn die Quecksilbersäule zeigte Temperaturen von 35 Grad im Schatten und über 45 Grad in der Sonne. Der Melsunger, der einen Tag vorher seinen Vorlauf in 74,93 Sekunden souverän gewonnen hatte, zeigte sich auch am Finaltag trotz Beschwerden an der Achillessehne noch bei guter Laune und voller Tatendrang. Noch 150 Meter vor dem Ziel lag er noch hinter dem späteren Sieger Kjell Steinset aus Norwegen auf Rang zwei, doch eingangs der Zielgeraden musste er erkennen, dass er sich übernommen hatte. Sowohl der Russe Kuramshin (74,23 Sekunden) als auch der Deutsche Buss (74,26 Sekunden) zogen an ihm vorbei und entrissen ihm die schon sicher geglaubte Medaille. Nachdem er das Ziel als Vierter erreicht hatte, legte er sich völlig entkräftet, aber auch etwas enttäuscht ins Gras, atmete schwer und war einige Zeit kaum fähig, sich zu erheben.

In dem entscheidenden Staffelrennen wollte es der fast 77-jährige Bartenwetzer anders machen. Er wollte mit einer Medaille im Gepäck nach Melsungen zurückkehren – koste es, was es wolle. Man fragte sich aber, wie er den kräftezehrenden Vorlauf und das anschließende Finale weggesteckt hatte. Nach der Hälfte der Strecke hatte er einen Vorsprung von über 60 Meter auf seine Gegner herausgelaufen und alle hofften, dass er auf der Zielgeraden nicht wie drei Tage vorher wieder einbrach. Aber dieses Mal zeichnete den Melsunger Viertelmeiler Kampfkraft bis ins Ziel aus. Auch wenn auf den letzten 50 Metern seine Schritte immer kürzer wurden, verlor er  kaum an Tempo und mobilisierte seine letzten Kräfte. Es war großartig wie er unter den Anfeuerungsrufen der deutschen Zuschauer und seiner Team-Kollegen fightete. Nach 73 Sekunden für diese Stadionrund reichte er den Stab an Kurt Winkelhake weiter, der kaum Boden an seine Verfolger abgeben musste. Und als Schlussmann Karl-Heinz Buss den Stab übernahm,  stand der Sieg der deutschen Mannschaft fest, denn Buss hatte im Einzelwettbewerb mit 74,26 Sekunden den dritten Platz belegt. Zwar konnte der Russe Kuramshin noch etwas aufholen, aber der Sieg war dem deutschen Team nicht mehr zu nehmen.  Mit 5:19,86 Minuten, das sind knapp 80 Sekunden im Schnitt, sicherte sich das DLV-Staffelquartett die Goldmedaille vor  Russland (6:14,17 Minuten) und Großbritannien (6:38,35 Minuten). Den Grundstein dafür legte Harry Geier mit seiner guten Laufzeit von 73 Sekunden. Damit stand er zum neunten Mal bei einer internationalen Meisterschaft bei der Siegerehrung auf dem Treppchen und wurde mit einer Medaille ausgezeichnet.

Nach diesem großartigen Erfolg konnte Harry Geier den Patzer im 400 Meter-Finale getrost vergessen und brauchte nicht mehr seinen Einbruch auf der Zielgeraden zu hinterfragen, ob es an dem kräftezehrenden Vorlauf, an seiner nicht ausgeheilten Achillessehnenverletzung oder an der Tropenhitze lag. „Es war heute ein hartes Staffelrennen, aber ich konnte am Schlusstag mein Ziel erreichen“, freute sich der neue Staffel-Europameister und unterstrich damit auch das geflügelte Wort „Ende gut, alles gut!“ (ajw)



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