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Katharina Wagner siegte souverän im 100m-Sprint

Melsungen. Bei den Kreismeisterschaften der Männer und Frauen, die am Wochenende im Melsunger Waldstadion ausgetragen wurden, sicherten sich die überwiegend U18 Athleten der MT Melsungen sechs von sechzehn Titeln und stellten somit das erfolgreichste Team vor dem Tuspo Borken (5) und dem TSV Spangenberg (3).  Jeweils einmal konnten sich der TSV Remsfeld und der TSV Obervorschütz in die Siegerlisten eintragen. Bereits bei der Meldung taten sich gewaltige Sorgenfalten bei den Verantwortlichen auf, denn in manchen Wettbewerben wurde nur ein Starter gemeldet und einige Disziplinen mussten mangels Masse sogar ganz gestrichen werden. „In einigen Wettbewerben hat es nicht nur bei mir deutliche Alarmsignale gegeben“, monierte MT-Leichtathletik-Chef Hans-Jörg Engler, der gemeinsam mit Michael Langhorst diese Titelkämpfe gut vorbereitete und organisiert hatte.

Für einen der Höhepunkte dieser Meisterschaften sorgte die 17-jährige Katharina Wagner im 100m-Sprintfinale der Frauen. Dass sie immer schneller wird, konnte man bei den letzten Wettkämpfen bereits erkennen. Mit ihrer neuen Visitenkarte –  zum ersten Mal Kreismeisterin über 100 Meter der Frauen –  scheint sie zum Abschluss der Leichtathletik-Saison 2012 erst richtig in Fahrt zu kommen.  Gleich vom Start weg gab sie in diesem Finale den Ton an und imponierte mit einer guten Beschleunigungsphase. Mit kraftvollen Schritten fegte sie die Gerade im Eiltempo herunter und hatte nach der Hälfte der Strecke bereits einen sichtbaren Vorsprung vor Titelverteidigerin Laura Merten aus Borken herausgelaufen. Im Ziel hatte sie drei Zehntelsekunden Vorsprung und schlug mit  13.1 Sekunden eine neue Seite in der Chronik der Sprintgeschichte bei den Kreismeisterschaften des Schwalm-Eder-Kreises auf, denn noch nie holte sich eine B-Jugendliche den Titel über 100 Meter der Frauen. Hinter der neuen Kreismeisterin und Laura Merten durfte sich Lisa Arend (MT Melsungen) ganz besonders freuen, denn die nordhessische Meisterin im Kugelstoßen wird ebenfalls immer schneller und belegte in diesem Frauenfinale überraschend den dritten Platz. Dass sie bis zum Schluss das nötige Stehvermögen besaß, überraschte doch manchen, denn Lisa Arend, die im Vorjahr nach 14,46 Sekunden die Ziellinie erreichte, verbesserte sich in diesem Jahr auf der Sprintstrecke peu a peu und ist  trotz eines Gegenwindes von 1,3 m/sec schon bei 13,6 Sekunden angelangt.

Eindrucksvoll war auch der Lauf des Melsunger Staffel-Quartetts über 4×100 Meter der Frauen. Es war eine gelungene Premiere, weil mit Katharina Wagner und Stefanie Klein zwei Farbtupfer der U18 eingebunden waren und zu überzeugen wussten. In der Besetzung Katharina Wagner, Stefanie Klein, Celine Kühnert und Lisa Arend ließen sie der Konkurrenz von der Startgemeinschaft Eder-Nord keine Chance und siegten souverän in 51,7 gegenüber 53,4 Sekunden. Mit einer Zeit unter 51 Sekunden klappte es allerdings noch nicht, aber die könnte mit einem besseren Schlusswechsel und einer stabileren Form zum Ende der Saison noch erreicht werden.

Katharina Wagner lief vom Start weg ein Superrennen und legte wie die Feuerwehr los. Sie nahm Katrin Jungermann von der Startgemeinschaft Eder-Nord, die sich aus den Vereinen Tuspo Borken, TSV Jahn Gensungen und LAV Kassel zusammensetzt, auf der ersten Teilstrecke über zehn Meter ab und legte  den Grundstein für diesen Erfolg. Nach einem Bilderbuch-Wechsel auf Stefanie Klein büßte diese nur drei Meter gegen Laura Merten ein und übergab den Stab an Kurvenläuferin Celine Kühnert, weiter. Und die rannte, verfolgt von Judith Hesse, was das Zeug hielt. Der letzte Wechsel auf Lisa Arend hätte jedoch keinen halben Meter später erfolgen dürfen. Nach diesem Wechsel stand es fest, das MT-Quartett mit einem Altersdurchschnitt von 18 Jahren, sicherte sich nicht nur den Sieg, sondern lief sich mit 51,7 Sekunden auch in die TOP-TEN der Landesbestenliste.

Das Kugelstoßen der Frauen nutzte Lisa Arend zu einem weiteren Gala-Auftritt. Die 21-jährige nordhessische Meisterin in dieser Disziplin siegte mit 9,84 Meter vor Judith Hesse, die auf 9,08 Meter kam.  „Ich hätte heute gerne über 10 Meter gestoßen, aber mir fehlte die Explosivität“ sagte die neue und alter Kreismeisterin.

Damit Judith Hesse (Borken) im Hochsprung wenigsten etwas Konkurrenz hatte, meldete die MT Melsungen ihre beiden U18 Springerinnen Katharina Wagner und Stefanie Klein für die Frauenklasse und verzichteten somit auf einen Titel in der Jugendklasse. Stefanie Klein belegte mit 1,38 Meter den dritten Platz.  Katharina Wagner, die sich in dieser Saison nicht mit dem Hochsprung beschäftigte, stieg bei dieser Höhe in den Wettkampf ein und übersprang alle Höhen bis 1,53 Meter. Während Judith Hesse diese Höhe im zweiten Versuch meisterte, überquerte Katharina Wagner die Latte erst mit ihrem dritten Versuch.  Beide Springerinnen scheiterten an der nächsten Höhe von 1,56 Meter. So kam die Mehrversuchsregel zur Anwendung und dabei setzte sich Judith Hesse höhengleich vor der U18-Springerin aus Melsungen durch. „Katharina sprang unbekümmert, weil niemand eine solche Leistung von ihr erwartet hatte“, sagte Alwin J. Wagner und hofft, dass seine Tochter beim Sparkassen-Cup diese Leistung noch einmal in etwa bestätigen kann.

Erwartungen und Erfolge sind immer  von Bewertungsmaßstäben abhängig; entscheidend dabei ist immer die Höhe der Messlatte. Der 16-jährige Henri Alter wollte sowohl im Speerwerfen als auch im Hochsprung seine persönlichen Hausrekorde bei diesen Meisterschaften verbessern.  Nach seinen übersprungenen 1,75 Meter ließ er die Latte im Hochsprung der Männer auf 1,80 Meter legen und hatte beim ersten Sprung über diese Höhe Grund zum Grübeln. Er musste sich nämlich fragen, wie die Sprunglatte nach einer klaren Überquerung noch von der Ferse leicht berührt in Schwingung versetzt und zu Fall gebracht werden konnte. Er konnte offensichtlich beim zweiten und auch beim dritten Sprung den Fehler nicht korrigieren, so dass er mit übersprungenen 1,75 Meter zufrieden sein musste.

Der Speerwurf der Männer hätte ebenfalls nicht stattfinden können, wenn Henri Alter nicht zwei Klassen höher an den Start gegangen wäre. Aber wieder einmal bewahrheitete es sich, dass die Psyche ein wichtiges, sogar leistungsentscheidendes Kriterium darstellt. Gerade im Speerwerfen gilt es den  Mittelweg zwischen dem komplizierten technischen Bewegungsablauf und kraftvollen Abwurf zu finden.  Ist der Athlet dann auch noch übermotiviert und der Nervenanspannung für den ersten 50m-Wurf ausgesetzt, so wird die Sache umso komplizierter. Der vierfache hessische Jugendmeister der U18 wollte nach seinem Rekordwurf von 56,64 m bei den süddeutschen Meisterschaften mit dem 700g Speer nun auch mit dem 100 Gramm schwereren Männerspeer nachlegen und die 50m-Marke knacken. Aber es lief dieses Mal nicht nach Wunsch, so dass er nach dem zweiten Durchgang mit 47,92  m den Wettkampf beendete.  „Vielleicht klappt es beim Kreissparkassen-Cup“, zeigte er sich optimistisch.

Der Papierform nach zu urteilen, war die Favoritenrolle beim Weitsprung der Männer klar:  Auch in diesem Wettbewerb führte der vielseitige Melsunger die Liste der gemeldeten Teilnehmer mit 5,98 Meter an, so dass ihm eigentlich nichts passieren konnte. Doch denkste! Man soll den Tag nicht vor den Abend loben.  Nach zwei weiten Sprüngen um die sechs Meter, die beide knapp übergetreten waren, fand er anschließend nur schwer in den weiteren Wettbewerb.  Bis zum vierten Durchgang plätscherte der Weitsprung der Männer vor sich hin. Dann wurde es interessant, weil der Spangenberger David Bubenheim sich auf 5,80 Meter steigerte und sich von H. Alter absetzen konnte.  Im letzten Durchgang versuchte der Jugendliche noch einmal zu kontern, doch blieb er mit seiner Leistung von 5,65 Meter hinter den Erwartungen zurück und belegte hinter Bubenheim den zweiten Platz. (ajw)



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