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OIKOS Sozialzentrum bietet ambulante Tagesbetreuung für Menschen mit Demenz

Schwalmstadt-Ziegenhain. „Seit mein Mann an fortgeschrittener Demenz leidet, dreht sich alles nur noch um ihn und seine Krankheit“, berichtet die Ehefrau eines erkrankten Menschen „Früher stand er mit beiden Beinen im Leben. Er reiste gern und trieb regelmäßig Sport, doch heute muss ich ihn beaufsichtigen, wie einen dreijährigen Jungen. Man kann ihn keinen Augenblick aus den Augen lassen.“ Was sie beschreibt, trifft viele Angehörige von Demenzkranken. Die Beaufsichtigung von gedächtnis- oder orientierungslosen Menschen bindet die volle Aufmerksamkeit, und das beinahe 24 Stunden täglich. Den kleinen Einkauf zwischendurch gibt es nicht mehr. Er gerät zu einer organisatorischen Herausforderung, die sich ohne fremde Hilfe kaum bewältigen lässt.

Doch diese Hilfe zu finden, ist schwer: „Unsere Freunde haben sich seit langem zurück gezogen“, berichtet die Frau. Und weiter: „Unter dem Strich bleibt alles an mir alleine hängen. So etwas wie frei verfügbare Zeit habe ich schon seit Jahren nicht mehr.“

Das Problem: laut dem aktuellen Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wird die Anzahl der Demenzerkrankungen in den nächsten zwanzig Jahren drastisch zunehmen, weltweit ist sogar von einer Verdoppelung die Rede. Damit geht auch ein deutlicher Anstieg von pflegenden Angehörigen einher, die Unterstützung für die Bewältigung dieser Aufgaben brauchen.

Ambulantes Betreuungskonzept
„Die sich zuspitzende Situation ist seit langem bekannt“, sagt Eszter Facskó-Otto, seit Juli 2012 neue Pflegedienstleiterin im OIKOS Sozialzentrum Schwalmstadt. „Daher haben wir bereits im Mai 2006 als erste Einrichtung im Schwalm-Eder-Kreis eine ambulante Tagesbetreuung für Menschen mit Demenzerkrankung ins Leben gerufen.“ Im Vordergrund dieses Angebotes stehe dabei, pflegende Angehörige zu entlasten, gleichzeitig aber auch eine respektvolle und fachlich gute Betreuung für die erkrankten Menschen bereitzustellen, so Facskó-Otto weiter. Es werde viel Wert darauf gelegt, dass die uns anvertrauten Besucher der Tagesbetreuung sich in den besonders dafür hergerichteten Räumen des OIKOS Sozialzentrums wohlfühlen.

Wichtig sei auch, dass man eine familiäre Atmosphäre biete, die Menschen aktiviere und ihre Lebensgeschichte in den Mittelpunkt stelle. „Das macht unsere Klienten lebendig, denn das Langzeitgedächtnis bleibt häufig lange Zeit intakt“, sagt Eszter Facskó-Otto.

Und weiter: „Ressourcen zu erhalten und zu fördern, ohne den an Demenz erkrankten Menschen zu überfordern, ist unser Ziel. Wir wollen aber gerade auch den pflegenden Angehörigen die Möglichkeit geben, wieder Zeit für sich zu finden. Denn nur, wer für sich selbst Zeit findet, hat die Kraft, den täglichen Belastungen in der Pflege eines demenzkranken Menschen standzuhalten.“

Was sie sich wünscht, beschreibt Eszter Facskó-Otto so: „Oft teilen Angehörige nicht mit, wie sehr sie durch die Pflegesituation zuhause überfordert sind. Ich möchte aber, dass der demenzerkrankte Mensch nicht nur bei uns abgegeben wird. Es liegt mir am Herzen, auch für die Angehörigen ein offenes Ohr haben und ihnen Unterstützung bei der Lösung ihrer Probleme zu geben. Ein Beratungsgespräch oder die Vermittlung zu weiterreichenden medizinischen, pflegerischen oder psychosozialen Angeboten kann dabei ein wichtiger Schritt zur deutlichen Entlastung sein.“ (mn)

Hintergrund
Die Betreuungsgruppe des OIKOS Sozialzentrums für Menschen mit Demenz findet von Montag bis Freitag in der Zeit von 10 bis 18 Uhr statt. Zu den Angeboten zählen begleitete Spaziergänge und Tagesausflüge, die Anleitung zu Handarbeiten, das Zubereiten des gemeinsamen Mittagessens, aber auch das gemütliche Beisammensein bei Gesang, Kaffee und Kuchen u.v.m. Für eine gute Erreichbarkeit des Betreuungsangebotes steht ein eigener Fahrdienst zur Verfügung.  Als sogenannte  „zusätzliche Betreuungsleistung“ übernehmen die Pflegekassen auf Antrag bis zu 200 Euro monatlich für die Teilhabe an einer geeigneten Tagesbetreuung (§45b SGB XI).

Weitere Informationen: Eszter Facskó-Otto (Pflegedienstleiterin) OIKOS Sozialzentrum, Hessenallee 12a, 34613 Schwalmstadt 2, Telefon (06691) 9635-333, www.oikos-sozialzentrum.de.



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