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Fotoausstellung: Hephata-Bewohner in Kassel zu sehen

Kassel/Fritzlar. Zur Vernissage reisten die Bewohner der sozialpsychiatrischen Einrichtung am Steinweg in Fritzlar kürzlich mit mehreren Kleinbussen nach Kassel. Immerhin sind sie auch die Hauptakteure der Ausstellung mit dem Titel „Fotogene Demontage“ in Kassel. Ein halbes Jahr lang hatten die Bewohner mit der Fotografin Ortrud Stegner aus Fritzlar an dem Fotoprojekt gearbeitet. Annemarie Fießler, Leiterin der Wohngruppe, erklärte bei der Eröffnung der Ausstellung, wie die Bilder entstanden sind. Die Fotografin habe zunächst eine Beziehung zu den Bewohnern aufgebaut und dann gemeinsam mit den Männern und Frauen nach Orten gesucht, an denen die Fotos aufgenommen werden sollten. Der Leitgedanke dabei lautete: „Hier fühle ich mich wohl, hier geht es mir gut.“ Auf diese Weise sind wunderbare Fotografien in schwarz-weiß entstanden, die als Ausstellung zunächst in der Fritzlarer Stadtkirche und danach im Hephata-Kirchsaal zu sehen waren. Bis zum 18. Oktober sind die Werke nun im Gebäude des Diakonischen Werks Kurhessen-Waldeck in der Kölnischen Straße in Kassel ausgestellt.

Schon als die Fotos in den Fluren und im Treppenhaus des Diakonie-Gebäudes aufgehängt wurden, hätten sie viele interessierte Blicke auf sich gezogen, berichteten Teilnehmer der Vernissage. Begeistert von den Fotos zeigte sich auch Pfarrer Uwe Seibel vom Vorstandsstab für Grundsatzfragen und Kommunikation beim Diakonischen Werk.

In seinem Grußwort bei der Vernissage ging Seibel auf den Gedanken der Inklusion ein und stellte fest: Die Sicht der Diakonie auf Menschen mit Beeinträchtigungen bedürfe der Korrektur – und damit womöglich auch der Demontage. Auf den Zusammenhang zwischen dem Titel der Ausstellung „Fotogene Demontage“ und der Arbeit bei Hephata ging Hephata-Direktorin Barbara Eschen ein. Sie berichtete zunächst, wie Fotografen gewöhnlich Fotos arrangierten. Dabei entstünden häufig Aufnahmen, die die fotografierten Menschen anders zeigten, als sie wirklich seien. Ortrud Stegner indes habe sich mit den Menschen auf den Weg gemacht und gemeinsam mit den Fotografierten die Motive entwickelt.

„Die Portraitierten sind somit nicht Objekte, die nur irgendwo in Szene gebracht werden, sondern sie sind Subjekte, die das Bild mit bestimmen“, so Eschen. Das sei ein wunderbares Beispiel für die Entwicklung, die auch die Arbeit bei Hephata präge. „Früher, bis in die 70er Jahre hinein, haben Experten bestimmt, wo und wie Menschen mit einer psychischen Erkrankung geholfen wird.“ Seit den 80er Jahren gebe es einen Veränderungsprozess. Neue Formen der Unterstützung wurden entwickelt – wie der Wohnverbund der Sozialpsychiatrie Hephatas in Fritzlar.

Als besonders beeindruckend empfanden viele Gäste der Vernissage die Worte von Sandra Depoortere. Sie ist eine der Hephata-Bewohnerinnen, die sich bei dem Projekt haben fotografieren lassen. „Ein paar Bilder machen kann jeder“, sagte die junge Frau. „Aber das hier sind Bilder, die zeigen, wie es einem wirklich geht und was in einem steckt.“ (Johannes Fuhr)

(Foto: Johannes Fuhr)



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