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DAK-Gesundheitsreport 2012 vorgestellt

Krankenstand in Region steigt deutlich – Stress im Job erhöht Herzinfarkt-Risiko  

Fritzlar. Der Krankenstand im Schwalm-Eder-Kreis ist 2011 deutlich gestiegen. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen nahmen um 0,4 Prozentpunkte zu, während sie in Hessen insgesamt nur um 0,2 Prozentpunkte stiegen. Mit 4,1 Prozent liegt die Region auch deutlich über dem Landesdurchschnitt. Damit waren an jedem Tag des Jahres von 1.000 DAK-versicherten Arbeitnehmern 41 krankgeschrieben. Der höchste Wert in Hessen wurde mit 4,4 Prozent in den Landkreisen Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg gemessen. Den niedrigsten Krankenstand hatte erneut mit 2,9 Prozent die Bankenmetropole Frankfurt.

Wie aus dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport für den Schwalm-Eder-Kreis hervorgeht, stiegen im Vergleich zum Vorjahr bei fast allen Diagnosen die Ausfalltage an. Den deutlichsten Zuwachs gab es bei den psychischen Erkrankungen wie Depressionen mit fast 34 Prozent. Grund war hier eine deutlich längere Erkrankungsdauer von durchschnittlich 30 Tagen je Fall. Auch aufgrund von Atemwegserkrankungen wie Erkältungen oder Bronchitis gab es einen Anstieg der Fehltage um neun Prozent. Die Ausfallzeiten bei den Rückenleiden blieben gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant. Weniger Menschen waren dagegen aufgrund einer Erkrankung des Verdauungssystems krank geschrieben.

„Die Höhe des Krankenstandes in der Region zeigt Handlungsbedarf auf“, kommentiert die neue Chefin der DAK-Gesundheit in Fritzlar, Sandra Kater, die Ergebnisse. „Gesund leben und arbeiten gehören eng zusammen. Im Alltag ist es wichtig, dass sich die Menschen richtig ernähren, entspannen und bewegen. Die Arbeitgeber können über ein Gesundheitsmanagement den Krankenstand im Unternehmen beeinflussen. Aktuelle Studien zeigen, wie gezielte Rücken- oder Anti-Stress-Kurse positiv wirken. In Sachen betrieblicher Prävention beraten und unterstützen wir gerne.“

Einen besonderen Akzent setzt die Krankenkasse 2012 mit einer neuen Aufklärungskampagne: Im Beruf lauern bislang unbekannte Risikofaktoren für einen Herzinfarkt. Nach aktuellen Gesundheitsstatistiken ist der Infarkt die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. In Hessen verstarben im Jahr 2010 insgesamt 3.718 Personen an einem Herzinfarkt. Bislang wurden zur Vorbeugung vor allem die klassischen Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck oder Übergewicht beachtet. Der neue DAK-Gesundheitsreport zeigt dagegen auf, dass auch Stress und Frust im Beruf das Infarkt-Risiko deutlich erhöhen können. „Herzinfarkte sind schon lange keine Managerkrankheit mehr“, sagt Kater.

Fehlende Belohnung im Beruf macht krank
Nach einer repräsentativen Untersuchung leiden in Hessen 8,5 Prozent der Berufstätigen an einer sogenannten beruflichen Gratifikationskrise. „Die Menschen haben Stress im Job, weil sie sich für ihre Anstrengungen im Beruf nicht ausreichend belohnt fühlen“, erklärt Sandra Kater von der DAK-Gesundheit. „Dadurch verdoppelt sich bei den Betroffenen das Risiko für eine schwere Herzerkrankung.“ Während bundesweit vor allem Facharbeiter und Arbeiter an dieser Krise leiden, sind Selbstständige und Freiberufler nur selten betroffen.

Bei der Belohnung spielen vor allem das Gehalt, die Anerkennung durch Vorgesetzte und ein sicherer Arbeitsplatz eine wichtige Rolle. Als Belastungen werden Zeitdruck, Störungen und vermehrtes Arbeitsvolumen genannt. Sind erlebte Belastungen und Belohnungen nicht mehr ausgeglichen, sprechen Experten von einer „Gratifikationskrise“. Jeder zweite Betroffene schätzt auch seinen Gesundheitszustand als schlechter ein. Tatsächlich leiden die Personen häufiger unter Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen oder Schlaflosigkeit.

Betriebliches Gesundheitsmanagement nutzen
„Obwohl diese sehr gestressten Arbeitnehmer ihr erhöhtes Gefährdungspotential kennen, kümmern sie sich nicht stärker um ihre Gesundheit“, betont Kater. „Hier sollten Unternehmen mit ihrem betrieblichen Gesundheitsmanagement ansetzen, um die Betroffenen zu unterstützen.“ Die DAK-Gesundheit empfiehlt Arbeitnehmern außerdem neue Internetangebote zur Entspannung und zur besseren Bewältigung des Alltags. Informationen gibt es in jedem Servicezentrum der Krankenkasse oder unter www.dak.de.

Die DAK-Gesundheit hat rund 750.000 Versicherte in Hessen, davon rund 21.000 im Schwalm-Eder-Kreis. (red)



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