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MT nach Sieg gegen Lübbecke auf Rang sechs

Kassel. Die MT Melsungen hat in der DKB-Handball-Bundesliga ihr sechstes Spiel in Folge gewonnen. Beim 32:28 (12:14) vor 2.289 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle gegen den TuS N-Lübbecke bedurfte es aber dafür einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte. Der Schlüssel dazu war eine wesentlich verbesserte Abwehrleistung, die im eingewechselten Mikael Appelgren ihren großen Rückhalt hatte. Der Schwede glänzte mit dreizehn gehaltenen Bällen, brachte die TuS-Angreifer reihenweise zur Verzweiflung und riss das Publikum zu Beifallsstürmen hin. Im Angriff überzeugte der allein auf Halbrechts durchspielende Alexandros Vasilakis, dessen Würfe zehnmal den Weg ins gegnerische Tor fanden.

Ausschnitte vom Spiel gibt es Sonntag zwischen 19.30 und 19.58 Uhr im Sportnachrichtenüberblick der Hessenschau des HR.

Eine Halbzeit lang sah es so aus, als sollten an diesem Abend zwei Serien enden. Doch am Ende hatten beide immer noch Bestand und wurden fortgeschrieben. Während der TuS N-Lübbecke nach seinem furiosen Saisonauftakt nun die vierte Pleite hintereinander erlebte und auf Platz elf ins Niemandsland der Tabelle abrutschte, feierte die MT Melsungen ihren sechsten Liga-Sieg in Folge in der DKB-Handball-Bundesliga. Der Lohn für das 32:28 (12:14): Rang sechs. Direkt hinter den fünf sicheren Europacup-Plätzen, und nur einen hinter dem nächsten Auswärtsgegner SG Flensburg-Handewitt.

Vor dem Jubel und der Zufriedenheit über zumindest eine Halbzeit tollen Handball war jedoch Geduld angesagt. Denn einmal mehr, wie schon in den Begegnungen gegen Minden und Göppingen, war der Einstieg in die Partie mehr als holprig für die Nordhessen. Noch bevor der Sekundenzeiger der Uhr die erste Umdrehung vollendet hatte lagen sie bereits hinten. Ausgerechnet durch ein Tor des ehemaligen Melsungers in Nettelstedter Reihen, Jens Schöngarth, der dafür sogar vom heimischen Publikum Applaus erntete. Und dem Frank Løke sogleich den zweiten Nadelstich folgen ließ. Noch einmal Løke und Dennis Wilke erhöhten schnell auf 4:1 für die Gäste und machten den Melsunger Fehlstart perfekt.

Auch wenn sich die Rot-Weißen in der Folge mühten, der Erfolg blieb weitgehend aus. Zwar gelang der zwischenzeitliche Anschluss durch Patrik Fahlgren und Alexandros Vasilakis, doch auch ein vergebener Siebenmeter von Savas Karipidis und ein durch Dennis Wilke und Arne Niemeyer vereitelter Tempogegenstoß von Michael Allendorf standen nach zehn Minuten schon zu Buche. Zu wenig, um die wesentlich frischer wirkenden Ostwestfalen ernsthaft in Bedrängnis bringen zu können. Im Gegenteil gelang Niemeyer das 6:4 sogar in Unterzahl, als Mattias Gustafsson die Strafbank drückte. Wilke mit zwei Siebenmetern und noch einmal Niemeyer stellten bis zur 17. Minute sogar auf 9:5 für den TuS.

Vor allem Arne Niemeyer war im ersten Durchgang nicht zu bändigen von der sonst so zuverlässigen MT-Verteidigung. Nach seinem Tor zum 10:6 zog Trainer Michael Roth in Form einer Auszeit die Notbremse. Und wechselte schon früh Jonathan Stenbäcken für den vor allem im Abschluss unglücklich agierenden Nenad Vuckovic, sowie Anton Mansson für Felix Danner ein. Der Kreisläufer vermisste die genauen Zuspiele des verletzt fehlenden Grigorios Sanikis und konnte diesmal keine großen Akzente setzen. Seine auffälligste Szene hatte er in der 17. Minute, als ihn Ex-Kollege Schöngarth in den Würgegriff nahm und dafür auf die Bank musste.

Mit den Umbesetzungen lief das Spiel der Bartenwetzer besser. Stenbäcken ging weitere Wege als zuvor Vuckovic, und Mansson löste sich oft vom Kreis, um sich die Bälle selbst zu holen. Das genügte nach 25 Minuten zum 10:11-Anschluss durch Vasilakis. Aber Per Sandströms anschließende fünfte Parade nutzte nichts, weil Løke schneller schaltete als das Duo Mansson/Kubes und den Abpraller versenkte. Aus Sicht der Gastgeber waren nur die abschließenden Sekunden des ersten Durchgangs noch erwähnenswert. Als sich Alex Vasilakis nicht beirren ließ, den finalen Wurf aber nur antäuschte und stattdessen eine kurze Ablage auf Mansson spielte. Der sich unter härtester Bedrängnis durch Svensson, der dafür noch eine Strafe kassierte, durchsetzte und mit der Sirene das 12:14 erzielte.

Die Unterzahl direkt nach Wiederbeginn bekam den Gästen nicht. Angefeuert vom unermüdlichen nordhessischen Publikum, das spürte, dass die Mannschaft diese Unterstützung dringend brauchte, schafften Alex Vasilakis und Nenad Vuckovic, der mit ganz anderer Körpersprache aus der Kabine zurückgekommen war, erstmals den Ausgleich (15:15, 34.). Auf beiden Seiten standen wieder die Anfangsformationen auf dem Feld, doch jetzt gaben die Bartenwetzer den Ton an. Mehrfach war die Chance zur ersten Führung da. Doch selbst der Ballbesitz nach Mikael Appelgrens spektakuläre Doppelparade gegen Dennis Wilke bei dessen Siebenmeterversuch und anschließendem Nachwurf (38.) blieb noch ungenutzt.

Dem Kapitän war es vorbehalten, den ersten echten Wirkungstreffer zu setzen. Nenad Vuckovic brachte seine Mannschaft beim 21:20 (43.) erstmals in Vorlage. Dennis Wilke gelang zwar noch einmal der Ausgleich, doch die Rot-Weißen hatten ihre Chance längst gewittert. Wie auf Knopfdruck lief der Ball plötzlich mit traumwandlerischer Sicherheit durch die eigenen Reihen. Spätestens jetzt zahlte sich die Geduld der Fans aus, die ihre Lieblinge trotz der bis dahin eher dürftigen Leistung immer wieder vorangetrieben hatten.

Die Mannschaft dankte es – und wie! An der Spitze Mikael Appelgren, der vor allem Arne Niemeyer schier zur Verzweiflung trieb. Und sowohl dessen Geschoss von der Linie kratzte (45.), wie er nur kurze Zeit später auch Kristian Svenssons Tempogegenstoß zunichte machte. Was das Publikum mit begeisterten „Mikael“-Sprechchören dankte. Davon inspiriert setzten Savas Karipidis und Nenad Vuckovic das nächste Glanzlicht: Kempa-Anspiel Griechenland auf Serbien, und der vor der Pause noch bärenstark agierende Dario Quenstedt im Lübbecker Tor war beim 23:21 zum Statisten degradiert. Ebenso wie beim nächsten Volltreffer, den Michael Allendorf im Alleingang nach einer weiteren Appelgren-Parade mit weitem Pass des Schweden setzte. Innerhalb drei Minuten war das Spiel gekippt, die Halle glich einem Tollhaus und Gennadij Chalepo nahm eine Auszeit (47.).

Die aber nicht mehr wirklich fruchtete. Längst hatte sich die MT in einen kleinen Rausch gespielt, den Karipidis mit seinem zweiten erfolgreichen Kempa-Anspiel, diesmal zu Allendorf auf der gegenüberliegenden Seite des Feldes, voll auskostete. Wie auch Patrik Fahlgren, der gerade nach der Pause eindrucksvoll zeigte, dass er zu den besten Mittelmännern der Liga gehört. Sehenswert nicht nur seine intelligenten Anspiele, sondern auch das Auge des Spielmachers für die jeweilige Situation, wenn sich Lücken für ihn selbst auftaten. Die wurden dann, wie bei seinem Tor zum 29:25, eiskalt genutzt. Mit Glück zwar, aber das ist der Lohn des Tüchtigen. Der inzwischen eingewechselte Nikola Blazicko sah den ansatzlosen, überraschenden Wurf des MT-Spielmachers einfach viel zu spät, um noch koordiniert reagieren zu können.

Man muss den Ostwestfalen bescheinigen, dass sie nie aufgaben. Doch weder die ruppiger werdende Spielweise, noch eine Umstellung auf kurze Deckung durch Wilke für Fahlgren führten noch zum Erfolg. Was sie sich an Möglichkeiten erspielten, wurde zum Großteil eine Beute von Appelgren. Das musste schließlich auch Jens Schöngarth konstatieren, dessen letzter Wurfversuch vom MT-Schlussmann um den Pfosten gelenkt wurde. Für eine letzte unschöne Aktion sorgte schließlich Lübbeckes Mattias Gustafsson, der Alex Vasilakis bei dessen Tor zum Endstand Sekunden vor dem Abpfiff rüde von den Beinen holte, und dafür seine dritte Zeitstrafe kassierte.

Stimmen zum Spiel

Michael Roth: Zum Glück gibt es in einem Handballspiel zwei Halbzeiten. Wir haben die ersten 30 Minuten schlecht gespielt. Hatten keine Bindung zum Gegner und keine Einstellung zum Spiel. Alles war Stückwerk. Der Esprit war nicht da den man braucht, um auch die Zuschauer mitzunehmen. Aber die Mannschaft hat sich mental weiterentwickelt, so dass trotzdem keine Panik ausgebrochen ist. Vor allem Vasilakis und Fahlgren muss man herausheben, die sich nach der Pause voll reingehauen haben. Auch Appelgren hat uns mit seiner tollen Leistung sehr geholfen. Nach sechs Siegen in Folge fahren wir nun mit breiter Brust nach Norden zu den beiden leichtesten Auswärtsspielen der Saison.

Gennadij Chalepo: Das war heute, vor allem in der zweiten Halbzeit, kein glückliches Spiel für uns. In der ersten Hälfte, als wir noch konzentriert und aggressiv in der Abwehr waren, war das absolut ok. Im zweiten Durchgang kam aber viel Sand ins Getriebe. Wir hatten ein paar unglückliche Aktionen in Folge, die es Melsungen ermöglichten mit vier Toren in Führung zu gehen. Die vorher vorhandene Aggressivität hat gefehlt, und unsere Torhüter waren auch nicht so gut. Deshalb Glückwunsch an Melsungen zum verdienten Sieg. (Bernd Kaiser)

Statistik

MT Melsungen: Appelgren (13 Paraden / 15 Gegentore), Sandström (5 P. / 13 G.); Stenbäcken, Mansson (1), Kubes, Fahlgren (7), Schröder, Vasilakis (10), Hildebrand, Danner (1), Karipidis (3/2), Allendorf (5/2), Vuckovic (5).

TuS N-Lübbecke: Blazicko (3 P. / 9 G.), Quenstedt (9 P. / 23 G.); Gustafsson, Löke (4), Vukovic (4), Wilke (7/2), Svensson (1), Arnaudovski, Tluczynski (2/1), Gartmann, Niewrzawa, Niemeyer (7), Schöngarth (3), Remer.

SR: Andreas Pritschow (Leinfelden) / Marcus Pritschow (Stuttgart).

Zeitstrafen: 8 – 12 (Allendorf 17:20 Min., Danner 36:14, Kubes 47:51, Karipidis 51:46 – Gustafsson 10:12 51:09 59:54, Schöngarth 16:52, Svensson 30:00, Wilke 40:38).

Disqualifikation: Gustafsson (59:54 Min., nach der dritten Zeitstrafe).

Strafwürfe: 5/4 – 4/3 (Karipidis scheitert an Quenstedt, 7:49 Min.; Wilke scheitert an Appelgren, 37:05).

Zuschauer: 2.289 in der Rothenbach-Halle, Kassel.



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