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Schockanruf: 36-jähriger Litauer festgenommen

Homberg. Ein 36 Jahre alter Litauer, der in Deutschland keinen festen Wohnsitz hat, konnte am Montagmittag in Homberg bei einer Geldübergabe nach einem sogenannten „Schockanruf“ auf frischer Tat vorläufig festgenommen werden. Auf Antrag der Kasseler Staatsanwaltschaft erließ heute eine Haftrichterin am Amtsgericht in Kassel einen Untersuchungshaftbefehl gegen ihn. Der 36-Jährige ist dringend tatverdächtig, an einem bandenmäßigen Trickbetrug beteiligt zu sein.

Ein vermutlicher Mittäter hatte sich am Montagvormittag um kurz nach 10 Uhr telefonisch bei einer 49 Jahre alten, aus der ehemaligen Sowjetunion stammenden Frau in Homberg gemeldet und sich in russischer Sprache mit weinerlicher Stimme als ihr Sohn ausgegeben. Wie die Frau später gegenüber der Polizei in Homberg angab, habe die Stimme des Mannes wie die ihres Sohnes geklungen, der auch reinstes Russisch spreche. Dann habe ihr angeblicher Sohn mit verheulter Stimme geschildert, dass er einen schweren Unfall verursacht habe, bei dem ein junges Mädchen schwer verletzt worden sei. Da er angeblich nicht mehr reden konnte, übergab der vermeintliche Sohn den Hörer an einen anderen Mann. Dieser sagte der 49-Jährigen, dass man von ihr 22.000 Euro bräuchte, um die Kosten der sicher komplizierten Operation bezahlen zu können. Als sie angab, soviel nicht besorgen zu können, gab der Anrufer sich auch mit 2.000 Euro als Anzahlung zufrieden. Zum Schein ließ sich die Frau jetzt auf die Forderung ein, verständigte aber sofort die Polizei in Homberg. Denn mittlerweile hatte sie über ihren anderen Sohn und die Schwiegertochter herausgefunden, dass es ihrem Sohn gut ging und die komplette Geschichte von vorne bis hinten erlogen war.
Festnahme im Hausflur
Polizei- und Kripobeamte aus Homberg observierten zunächst geduldig das Wohngebiet und konnten dann schließlich einen verdächtigen grünen VW Golf IV mit englischen Kennzeichen feststellen, der von einem Mann Mitte 30 gefahren und dann gegen 11 Uhr in der Bahnhofsstraße Nähe Tannenweg abgestellt wurde. Zu Fuß ging der Verdächtige, der sich dabei ständig misstrauisch umschaute, schließlich zum Wohnhaus der 49-Jährigen und ließ sich in der Wohnung 1.300 Euro übergeben. Noch im Hausflur konnte der völlig überraschte Mann von den Homberger Polizisten überwältigt und festgenommen werden. Dass er observiert worden war, hatte er trotz größter Vorsicht nicht bemerkt. Er gab in seiner Vernehmung gegenüber der Kripo Homberg später an, dass er lediglich den Auftrag hatte, dort eine aus einem Autokauf noch ausstehende Summe Bargeld entgegen zu nehmen. Die weiteren Ermittlungen werden vom ZK 30 beim Polizeipräsidium Nordhessen in Kassel geführt.

Die meisten Schockanrufer scheitern, Festnahmen bislang in vier Fällen
Zum Glück scheitern die meisten Schockanrufe im Versuchsstadium. Nur in rund zehn Prozent der Fälle kommen die Täter zum Erfolg und ergaunern sich mit diesem Trickbetrug von zumeist älteren, aus dem russischen Sprachraum stammenden Menschen das oft zuhause aufbewahrte Bargeld. Allein am gestrigen Montag scheiterten acht weitere versuchte Schockanrufe im Stadtgebiet Homberg. Ob der festgenommene Tatverdächtige auch damit zu tun hat, wird nur schwer zu beweisen sein. Mit der gestrigen Festnahme konnte die nordhessische Polizei bislang in vier Fällen die Geldabholer auf frischer Tat festnehmen. Sie hatten jeweils Beträge zwischen 1.300 und 5.000 Euro von ihren überrumpelten Opfern in bar erhalten. Insgesamt konnten dabei sieben Tatverdächtige dingfest gemacht werden, die allesamt auf Antrag der Kasseler Staatsanwaltschaft in Untersuchungshaft gingen. (ots)



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