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Celine Kühnert überrascht mit Bronze im Dreisprung

Stadtallendorf/Melsungen. Die Landestitelkämpfe in Stadtallendorf konnten den Stellenwert der Hallenmeisterschaften festigen. Zwei Tage lang boten die hessischen Leichtathleten hervorragenden Sport. Allerdings waren einige Zuschauer enttäuscht, weil die angekündigte und gemeldete Hochspringerin Ariane Friedrich sich gar nicht in der Halle befand. Die deutsche Rekordhalterin im Hochsprung wurde auf der Homepage des Verbandes als Teilnehmerin am Weitsprungwettbewerb der Frauen angekündigt und erhielt dafür sogar eine Sonderstartgenehmigung. Aber die frühere Weltklasse-Hochspringerin war überhaupt nicht anwesend, so dass es wieder einmal wie ein PR-Gag schien.

Der Veranstalter war dennoch zufrieden, denn bei den ersten Titelkämpfen des Jahres 2013 waren fast 500 Athletinnen und Athleten aus über 100 Vereinen mit Begeisterung am Start. Die Melsunger Turngemeinde war zum Meisterschaftsauftakt nur mit drei Athleten am Start. Was die Medaillenausbeute und die Endkampfplatzierungen betrifft, erfüllten die drei MT-Starter die sowieso nicht sehr hohen Erwartungen. „Insgesamt gesehen bin ich zufrieden. Ich hatte mit einer Bronzemedaille gerechnet, und es gab auch nur diese eine Medaille“, zog Trainer Alwin J. Wagner sein Fazit. Aber diese sicherte sich nicht die 15-jährige Janina Rohde im Kugelstoßen der weiblichen Jugend U18, sondern Celine Kühnert im Dreisprung der Frauen.

In dieser Disziplin wurden schon oft große Wettkämpfe erst in der Schlussphase entschieden. Aber in Stadtallendorf war es anders, denn Mai-Linh Kirchner aus Königsstädten landete gleich im ersten Versuch bei 12,06 Meter. Sie war überglücklich und übertraf ihre Bestmarke um fast 20 Zentimeter. An dieser Marke, die wie ein Fels in der Brandung stand, biss sich Malin Brietzke aus Vellmar die Zähne ausbiss. Aber ihre 11,56 Meter vom zweiten Durchgang bescherten dem Talent aus Kassel wenigstens den zweiten Platz. Dafür erlebten die Zuschauer einen spannenden Kampf um die Bronzemedaille.

Celine Kühnert hatte zunächst Anlaufschwierigkeiten und trat ihre ersten beiden Sprünge knapp über, so dass vor dem dritten Versuch im Vorkampf auf dem letzten Platz lag. Ein Sicherheitssprung im dritten Durchgang, bei dem sie zirka zwanzig Zentimeter verschenkte, brachte sie plötzlich auf Rang drei. Mit 10,60 Meter zog sie an Franziska Schubert (10,18 m), Sara Grunewald (10,13 m) und Alisa Franz (10,11 m) deutlich vorbei und lag plötzlich auf Bronzemedaillenkurs.

Celine Kühnert konnte sich nicht mehr verbessern, denn nach einem schwächeren Sprung im vierten Durchgang, ließ sie nur noch zwei weitere ungültige Versuche folgen. Dafür ging es hinter ihr noch einmal hoch her. Sara Grunwald aus Vellmar steigerte sich auf 10,33 Meter und verbesserte sich auf Rang vier. Während sich Alisa Franz von der LG Riedstadt mit 10,27 Meter auf Rang fünf vorarbeitete, blieb Franziska Schubert vom TV Haiger, die mit 10,70 Meter gemeldet war, mit 10,23 Meter hinter den Erwartungen zurück. Leonie Dörr (LG Riedstadt) war die einzige Springerin, die mit 9,95 Meter unter der 10m-Marke blieb.

Im Kugelstoßen kam es zum Zweikampf der beiden Südhessinnnen Anna Faulhaber (Eintracht Frankfurt) und Sara Lisa Zorn (SSC Hanau-Rodenbach), den am Ende die groß gewachsene Schülerin aus der Mainmetropole mit 13,76 zu 13,79 Meter für sich entschied. Die Bronzemedaille ging überraschend an die Bestleistung stoßende Lisa Schmitt (Eintracht Frankfurt), die im letzten Durchgang mit 12,73 Meter an Janina Rohde vorbeizog. Nur allzu gerne hätte das Kugelstoß-Talent aus Melsungen ein Wörtchen vorne mitgeredet. Aber sie wurde Opfer ihrer Nerven und landete mit für sie schwachen 12,64 m nur auf dem undankbaren vierten Platz. Dabei hatte es beim Einstoßen noch gut ausgesehen, denn die 15-Jährige wuchtete die 3kg-Kugel bei ihrem ersten lockeren Standstoß über die 13m-Marke. Als sie beim zweiten Versuch mehr Kraft hinter ihren Stoß setzen wollte, stieß sie technisch unsauber, so dass sie nur noch knapp über 12 Meter kam.

Beim Abschlusstraining hatte sie Weiten über 13m abgeliefert, so dass man auch in der Herrenwaldhalle eine solche Weite erwarten konnte. Aber Janina Rohde verfügt momentan nicht über die mentale Stärke, die eine gute Kugelstoßerin auszeichnet, so dass sie kritische Situationen selbst mit lockeren Sicherheitsstößen bewältigen kann. Kein Trost für sie war dabei, dass Hanna Gambetta (Schlitz), eine weitere Medaillenanwärterin, mit 10,62 Meter über zwei Meter hinter ihrer Bestleistung zurückblieb.

Im 400m-Lauf der weiblichen Jugend U18 erreichte Judith Entzeroth aus Spangenberg ihr Ziel. Die 16-Jährige, die seit Jahresbeginn für den MTV Kronberg startet, wollte diesen Titel ohne Wenn und Aber. Und wie sie das tat! Nach 29,50 Sekunden passierte sie erstmals den Zielstrich, lag aber damit nicht in Führung, denn Tania Horst aus Wetzlar lief voraus. In der letzten Kurve der zweiten Runde rissen die Lücken auf. Judith Entzeroth stürmte nach vorn und setzte sich in guten 60,15 Sekunden souverän vor Tania Horst (61,28 Sek.) und der Vorjahresschülerin Cathrin Wicke aus Bad Schwalbach (61,46 Sek.) durch.

Marie Wagner, die in der letzten Freiluftsaison die Stadionrunde in 60,03 Sekunden zurücklegte, hatte im Lauf davor mit 62,99 Sekunden den zweiten Platz hinter Wiebke Fuchs belegt. Das reichte der Jugendlichen aus Reissen in der Endabrechnung mit 62,17 Sekunden den vierten Rang zu belegen. Als es in diesem Rennen auf den letzten 100 Metern zur Sache und damit um Rang vier ging, hatte Marie Wagner nichts mehr zuzusetzen. „Mir fehlte in der Schlussphase des Rennens noch die Kraft“, übte sie Selbstkritik. Aber dieses Ergebnis ist nicht verwunderlich, denn die HLV-Kaderathletin absolvierte in den Weihnachtsferien kein Bahntraining und kehrte erst 14 Stunden vor ihrem Wettkampf aus dem Ski-Urlaub zurück. Ohne ein gezieltes Training kann man keine besseren Zeiten und bessere Platzierungen erwarten, betonte Alwin J. Wagner und hofft, dass sein Schützling am nächsten Wochenende bei den U20-Meisterschaften mit einer Zeit unter 62 Sekunden aus Frankfurt zurückkehren wird. (ajw)



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