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Melsungen verliert 29:34 gegen Lemgo

Nenad Vuckovic. Foto: Heinz HartungKassel/Melsungen. Die MT Melsungen erwischte im ersten Punktspiel des neuen Jahres vor 3.201 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle einen klassischen Fehlstart und lag nach elf Minuten bereits mit vier Toren hinten. Mit der Einwechslung von Torhüter Mikael Appelgren, der mehrfach glänzend gegen Sebastian Preiss vom Kreis reagierte, sowie der zunehmenden Spielfreude von Alexandros Vasilakis, der schon vor dem Seitenwechsel sechsmal traf, drehten die Melsungern die Begegnung bis zur Pause zum 16:15. Im zweiten Durchgang stand das Spiel bis zur 43. Minute auf des Messers Schneide (22:22), ehe sich der TBV Lemgo Zug um Zug Vorteile erarbeitete und dann die effektivere Schlussphase hatte. Dessen Sieg geht in Ordnung, wenngleich das 29:34 nicht ganz das enge Kräfteverhältnis widerspiegelt. Beste Schützen: Alexandros Vasilakis (10) für die MT Melsungen, sowie Sebastian Preiss (7) und Jens Bechtloff (7/3) für den TBV Lemgo.

Vom Anwurf weg gingen die Gäste aus Ostwestfalen in Vorlage. Vor allem über den agilen Rückraum, wo Nationalspieler Martin Strobel seine beiden Nebenleute Rolf Hermann und Gunnar Dietrich prima in Szene zu setzen wusste. Und immer wieder Lücken zu Kreisläufer Sebastian Preiss fand. Der war bis zur elften Minute über zwei Tempogegenstöße auch maßgeblich am Zwischenstand von 7:3 für die Gäste beteiligt, was MT-Trainer Michael Roth schon früh zum Legen der ersten Grünen Karte zwang. Zu fahrig agierten seine Protagonisten im Vorwärtsgang, zu konsequent nutzten die Gäste die Schwächen im Abwehrinnenblock, wo der grippekranke Daniel Kubes überhaupt nicht ins Spiel fand.

Ganz anders der TBV, der seine Spielfreude und das Selbstvertrauen aus dem glänzend verlaufenen Dezember in neue Jahr portiert hatte. Ausdruck dessen das Tor zum 4:8, als Martin Strobel gegen die Laufrichtung per Bodenpass kurz auf Sebastian Preiss ablegte, und der das Leder per Rückhand elegant an Per Sandström vorbei bugsierte. Vollkommen in Strobels Schatten stand Patrik Fahlgren, der jede Spritzigkeit vermissen ließ. Das erkannte auch Roth und stellte früh um: Nenad Vuckovic auf die Mitte, den zuletzt noch krank fehlenden Grigorios Sanikis in den linken Rückraum. Mit wenig zählbarem Erfolg, weil sich Lemgo längst frei gespielt hatte.

Mit Per Sandström zeigte ein zweiter Schwede Schwächen. Drei Paraden gleich zu Beginn, danach nur noch das Nachsehen gegen Strobel, Preiss und Dietrich. Nach Strobels 12:8 für die Gäste machte er Platz für Mikael Appelgren, der sich mit einer Doppelparade gegen Preiss aus nächster Distanz sofort gut einfügte. Weil fast zeitgleich auch der zögerlich gestartete Alex Vasilakis einen Gang zulegte und Christian Lichtlein ein ums andere Mal verlud, fing die Präsenz des TSV an zu bröckeln. Mit seinem vierten Treffer zum 11:13 (21.) zwang der Grieche Geburtstagskind Dirk Beuchler zur Auszeit. Davon ließ sich die MT allerdings nicht mehr beeindrucken. Noch einmal Vasilakis und Savas Karipidis vom Siebenmeterpunkt sorgten für den Ausgleich zum 14:14 (27.), erneut Vasilakis erzielte kurz darauf die erste Führung für die Hausherren, die sie mit in die Kabine nahmen (16:15).

Mit dem Vorteil des Anwurfs in der zweiten Hälfte gelang es den Nordhessen, sich sofort auf zwei Tore abzusetzen. Auf eine nachhaltige Wirkung beim TBV auf die gedrehten Voraussetzungen warteten die heimischen Zuschauer jedoch vergebens. Lemgo blieb dran, weil sich vor allem der Wechsel im Tor von Lichtlein zu Nils Dresrüsse auszahlte. Und auf der Gegenseite Appelgren plötzlich keine Hand mehr an den Ball brachte. Sicher geschuldet dem Umstand, dass Daniel Kubes, geschwächt durch seine Grippe, im Innenblock nicht mehr einsetzbar war. Felix Danner musste dagegen voll durchspielen, weil der Einsatz von Anton Mansson nach seinem Nasenbeinbruch noch zu früh gekommen wäre. Folgerichtig waren vor allem die Distanzwürfe der Gäste fast durchweg eine Bank.

Was in den ersten Minuten nach dem Wechsel durch Vasilakis‘ Treffsicherheit noch aufzufangen war. Doch dann drehten zwischen der 38. Und 41. Minute vier Gästetore in Folge die Partie erneut. Trotz einer Strafe gegen den zuvor zweimal erfolgreichen Gunnar Dietrich, und vor allem wegen der Paraden von Nils Dresrüsse, der auch einen schwach geworfenen Siebenmeter des etwas indisponierten Savas Karipidis parierte. Zwar kamen die Hausherren durch Michael Allendorf und Kapitän Nenad Vuckovic noch einmal zum Ausgleich (22:22, 43.). Doch zu mehr sollte es im Anschluss nicht mehr reichen.

Fast jeder Wurf landete im Kasten der Melsunger, woran auch der zurückgewechselte Per Sandström nichts mehr ändern konnte. Allein gelassen allerdings auch von der viel zu passiven Abwehr, die den Rückraumschützen immer erst dann auf den Füssen stand, wenn der Ball die Wurfhand bereits verlassen hatte. Insgesamt elf Bälle fanden allein nach der Pause aus Distanzen zwischen acht und zehn Metern ihr Ziel an den MT-Keepern vorbei. Und obwohl es vom Ergebnis her bis zu Fahlgrens einzigem Tor zum 26:28 (51.) noch machbar aussah, waren die selbstbewussten Gäste längst nicht mehr zu stoppen. Der schwedische Regisseur selbst leitete die Entscheidung mit zwei unmotivierten Würfen in den Lemgoer Abwehrblock ein, Rolf Hermann verwertete diese leichten Ballgewinne zu drei Treffern in Folge zum 26:31 (56.). Zu einer erhofften Resultatsverbesserung kam es schließlich auch nicht mehr, weil Dirk Beuchlers Mannschaft konsequent bis zum Abpfiff durchzog und sich auch von einer offensiveren Abwehrvariante von Michael Roths Team nicht mehr beirren ließ.

Mit dieser Niederlage geht für die MT Melsungen gleichzeitig auch eine imposante Heimserie zu Ende. Nach der Niederlage am 1. September gegen die Rhein-Neckar Löwen hatten die Nordhessen zuhause alles gewonnen. Bis heute der TBV Lemgo kam.

Stimmen zum Spiel

Michael Roth: Dirk hat heute ein schönes Geburtstagsgeschenk bekommen. Ich selbst habe erst am Freitag, und hoffe auf ein Geschenk meiner Mannschaft dann am nächsten Sonntag in Wetzlar. Ich muss mir die Frage stellen, warum ich es nicht geschafft habe, die Mannschaft richtig auf das heutige Spiel einzustellen. Wir haben natürlich versucht, unser gutes Gefühl aus dem Final-4-Einzug Mitte der Woche mit ins Spiel zu transportieren, aber das hat nicht geklappt. Fast jeden Zweikampf haben wir verloren, und unsere Torhüter haben uns auch nicht geholfen. Zur Pause waren wir zwar vorn und auch bis zum 20:18 hat es noch gut ausgesehen, aber dann haben wir das Spiel aus der Hand gegeben. Lemgo hat sehr effektiv gespielt, fast jeder Wurf war, wenn auch oft abgefälscht, im Netz. Aber wir waren auch selbst schuld, weil wir ihre Angreifer ins Spiel kommen lassen haben. 34 Gegentore sind absolut nicht unser Niveau. Das mag daran gelegen haben, dass Daniel Kubes grippegeschwächt praktisch komplett ausgefallen ist. Aber wir haben die Emotionen eben auch nicht mitgenommen die nötig sind, um einen Gegner niederzukämpfen.

Dirk Beuchler: Meine Mannschaft hat mir zu meinem heutigen Geburtstag ein super Geschenk gemacht. Wir wussten zwar, dass es schwer werden würde, aber letztes Jahr hatten wir hier auch schon gewonnen. Wir sind über eine gute Abwehr ins Spiel gekommen und auch die Leistung im Angriff war ansprechend. Trotzdem sind wir mit einem knappen Rückstand in die Pause gegangen. Trotzdem haben wir unsere Chancen, die wir uns vorn erspielt haben, gut und konseqent genutzt. Egal wer von uns auf dem Feld stand, fast jeder hat sich in die Torschützenliste eingetragen. Dafür mein Kompliment. Alfredo Sorrentino konnte uns gleich gut helfen, denn durch ihn konnte ich jedem meiner Rückraumspieler die nötigen Pausen geben. Das ist jetzt unser vierter Auswärtssieg in Folge, und ich bin stolz auf meine Mannschaft. (Bernd Kaiser)

Statistik

MT Melsungen: Appelgren (5 Paraden / 12 Gegentore) – Sandström (4 P. / 22 G.); Stenbäcken, Mansson, Kubes, Fahlgren (1), Schröder, Vasilakis (10), Hildebrand, Danner (4), Sanikis (2), Karipidis (1/1), Allendorf (6/4), Vuckovic (5).

TBV Lemgo: Lichtlein (3 P. / 18 G.), Dresrüsse (8 P. / 11 G.) – Niemey er, Preiss (7), Bechtloff (7/3), Kehrmann (2), Sorrentino, Strobel (6), Hermann (6), Prüssner, Dietrich (6), Haenen, Höning, Zieker.

SR: Colin Hartmann (Barleben) / Schneider (Magdeburg).

Zeitstrafen: 4 – 8 (Stenbäcken 50:33, Danner 54:45 – Preiss 8:07, Sorrentino 26:34, Dietrich 39:48, Strobel 47:58).

Strafwürfe: 6/5 – 3/3 (Karipidis vergibt in der 40. Minute).



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Ein Kommentar zu “Melsungen verliert 29:34 gegen Lemgo”

  1. Alwin J. Wagner

    Ich kann es einfach nicht verstehen: Obwohl Alex Vasilakis seit Jahren zu den Leistungsträgern der Melsunger Handballer gehört und heute mit zehn wunder-schönen Toren aus der zweiten Reihe erneut bewiesen hat, dass er zu den besten Werfern auf der halb rechten Position in der stärksten Liga der Welt gehört, wurde sein Vertrag nicht verlängert. Während einige Spieler, deren Vertrag um weitere zwei Jahre verlängert wurde, keine Einstellung zum Spiel fanden oder nur Kurzeinsätze bekamen, war auf Vasilakis heute wieder Verlass, denn er kämpfte bis zum Umfallen und war ein echtes Vorbild.

    In den nächsten vier Wochen wird sich entscheiden, ob man den 7. Tabellenplatz halten kann oder ob man wieder auf einen zweistelligen Platz zurückfallen wird.
    In Wetzlar zu gewinnen ist nicht einfach. Zu Hause gegen Flensburg-Handewitt zu siegen erscheint mir noch schwieriger. Auch in Hannover haben wir noch nicht gewonnen. Das könnte für uns bedeuten, dass wir bis zum 12. März keinen Punkt mehr gewinnen und dann mit 23:23 Punkten hinter Magdeburg, Wetzlar und Lemgo stehen.
    Aber ich glaube an unsere Mannschaft und hoffe, dass sich die Spieler, deren Verträge in den letzten Wochen verlängert wurden, trotzdem anstrengen und so erfolgreich spielen wie Alex Vasilakis, der diese Mannschaft in den letzten Jahren mitgeprägt und dazu beigetragen hat, dass sie dort hingekommen ist, wo sie zurzeit steht.


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