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Dramatische Lage bei der MT Melsungen

michael-roth130213Melsungen. Ausgerechnet vor dem Hessenderby in der DKB Handball-Bundesliga zwischen der HSG Wetzlar und der MT Melsungen müssen die Nordhessen eine geradezu dramatische personelle Lage eingestehen. In der Woche vor dem Aufeinandertreffen in der Wetzlarer Rittal-Arena (17. Februar, 17.30 Uhr) ist ein normaler Trainingsbetrieb unmöglich, weil derzeit fast die komplette Stammbesetzung der Rotweißen mit Virusinfekten darnieder liegt. Trainer Michel Roth hofft inständig auf die rasche Genesung seiner Schützlinge, um am Sonntag in Wetzlar einigermaßen konkurrenzfähig zu sein.

Die Nachrichten aus dem Lager der MT Melsungen vier Tage vor dem Hessen-Gipfel klingen mehr als besorgniserregend. Mit Patrik Fahlgren und Nenad Vuckovic liegen gleich beide Spielmacher flach. Das Bett hüten müssen zur Zeit ebenfalls Linksaußen Michael Allendorf und Abwehrchef Daniel Kubes. Und mit Malte Schröder und Alexandros Vasilakis hat es nun auch noch beide Halbrechte erwischt. “Ich betreue die MT seit fast 20 Jahren, aber dieses Ausmaß und diese Intensität von Infekten habe ich bei ihr noch nicht erlebt”, so Bernd Sostmann, einer der Mannschaftsärzte des Bundesligateams. Der Melsunger Allgemeinmediziner warnt sogar, dass in den nächsten Tagen weitere Spieler von der Infektwelle erfasst werden könnten. “Der Verlauf der Fälle ist derzeit allgemein heftiger und dauert länger an als etwa im letzten Jahr. Wir mussten in den letzten Tagen zum Beispiel weitaus mehr Patienten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ausstellen, als je zuvor. Auf unsere Bundesligamannschaft bezogen muss ich eingestehen: Der Trainer tut mir derzeit echt leid”, so Bernd Sostmann. (Bernd Kaiser)

Vor diesem Hintergrund vier Fragen an Michael Roth:

Wie läuft derzeit die Vorbereitung auf das Spiel der MT in Wetzlar?
Roth: An einen normalen Trainingsbetrieb ist natürlich nicht zu denken. Weil auch noch mehrere Mannschaftsteile gleichzeitig ausgefallen sind, beschränken wir uns derzeit auf individuelle Inhalte, also zum Beispiel auf Wurftraining oder konditionsbezogene Übungen. Dies ist eine sehr ernste Lage, vor allem weil ich nicht weiß, wen ich am Sonntag überhaupt zur Verfügung haben werde. Kommen die erkrankten Spieler rechtzeitig wieder zurück, oder fallen gar weitere aus? Die Voraussetzungen sind also denkbar schlecht.

Wer diese Nachrichten als Außenstehender liest, vermutet womöglich, dass die MT damit die Erwartungshaltung vor dem Derby herunterschrauben will – gerade auch wegen der zuletzt erlittenen Heimniederlage gegen Lemgo. Wäre das verständlich?
Roth: Aus Sicht eines Außenstehenden vielleicht schon. Aber es ist nicht meine Art, im Vorfeld eines Spieles Mitleid zu erregen oder gar drohende Niederlagen vorab zu entschuldigen. Unsere derzeitige personelle Lage ist zugegebenermaßen sehr problematisch, aber daran lässt sich ja nichts ändern. Und weil dies so ist, werden wir bei etwaigen Spielerausfällen eben entsprechend improvisieren, soweit möglich. Deshalb bereiten wir uns jetzt zum Beispiel darauf vor, ohne etatmäßigen Mittelmann zu agieren und auch darauf, uns im rechten Rückraum etwas einfallen zu lassen. Ich sehe solche Improvisationen immer unter zweierlei Aspekten: Was für uns selbst ungewöhnlich ist, ist natürlich auch für den Gegner so. Denn der muss auf einzelnen Positionen ja dann mit den neuen Gegenspielern zurecht kommen. Noch ein Wort zum Lemgo-Spiel: Diese Niederlage hatten wir nicht erwartet. Das hätte auch nicht so kommen müssen. Im Nachhinein muss man sich fragen, ob uns der Pokalerfolg drei Tage zuvor nicht doch zu sehr den Blick auf dieses Spiel verstellt hat. Auf jeden Fall lernen wir daraus, dass wir bei aller Final Four-Euphorie die Liga im Focus behalten müssen. Schließlich warten in den nächsten Wochen mit Flensburg, Hannover und Magdeburg dicke Brocken auf uns.

Aber jetzt steht zunächst das Hessenderby auf dem Programm. Erhält dieses Spiel durch den Wechsel der Müller-Brüder am Ende der Saison nach Melsungen noch eine besondere Note?
Roth: Bei Derbys rücken zwar auch immer Dinge in den Vordergrund, die nicht unbedingt zum Spiel selbst gehören, aber ich denke, da es in der Vergangenheit schon oft personelle Wechsel zwischen diesen beiden Clubs gegeben hat, ist der der Müller-Brüder nichts besonderes mehr. Die Derbys, von denen die MT übrigens die Mehrzahl gewonnen hat, haben ja auch gezeigt, dass so etwas die Hauptakteure auf dem Feld gar nicht beschäftigt. So gehe ich davon aus, dass auch das bevorstehende Derby wieder in einem verantwortungsvollen, fairen Rahmen abläuft und dass das eigentliche sportliche Geschehen dominiert. Wir reisen zwar höchstwahrscheinlich geschwächt an, stecken aber nicht den Kopf in den Sand. Vielleicht kommt uns ja der Auswärtsstatus zugute, der den Druck von der Mannschaft nimmt. Anders sieht es bei der HSG Wetzlar aus, die sich nach fünf Niederlagen in Folge vor eigenem Publikum sicher unbedingt ein Erfolgserlebnis verschaffen will.

Hessenderby hin, Ligageschehen her, es sei doch nochmal ein Blick auf den Pokal gestattet. Was hat die Qualifikation für das Endrundenturnier jetzt schon bei der MT Melsungen bewirkt?
Roth: Das hat natürlich bei der Mannschaft selbst eine große Euphorie ausgelöst, aber vor allem auch im Umfeld. Unsere Aktion, die Mannschaft per Sonderzug nach Hamburg zu begleiten, findet große Resonanz. Seitdem klar ist, dass wir beim Final Four dabei sind, ist dies das beherrschende Thema bei allen Sportinteressierten in unserer Region. Und diese Beachtung tut der Mannschaft, wie auch dem Verein gut. Ich denke, das ist gerechtfertigt. Schließlich muss man sich vor Augen führen, dass man als Mannschaft aus dem Mittelfeld der Bundesliga jetzt die Chance erhält, um einen nationalen Titel mitzuspielen. Doch bis dahin sind es noch zwei Monate hin. Am Sonntag spielen wir sozusagen erstmal um den Hessentitel.



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