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Projekt Flughafenausbau: „Einfach war es nie“

Ulrich Spengler von der IHK Kassel-Marburg war von Anfang an dabei

Kassel-Calden. Der Regionalflughafen Kassel-Calden ist heute offiziell eröffnet worden. Der Weg dahin war nicht leicht. „Einfach war es nie“, sagt Ulrich Spengler, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Kassel-Marburg. Er war von Anfang an dabei und hat ganz wesentlich den Ausbau des Landeplatzes Kassel-Calden zum Regionalflughafen mit vorangetrieben. 1998 hatte die IHK mit einer Studie den Startschuss für den Ausbau des Flughafens Kassel-Calden gegeben. „Sie hat bewirkt, dass die Politik wieder bereit war, den Ausbau zum Regionalflughafen zu diskutieren“, berichtet Spengler. „Es bestand nun die Chance, den Flughafen auch als Flughafen zu denken.“ Somit lag dessen Zukunft nicht mehr nur am Boden als Standortfaktor für angrenzende Gewerbeflächen.

Im Verlauf der weiteren Vorgespräche kristallisierte sich nicht nur für die Flughafengesellschafter heraus, dass der Ausbau notwendig und ein gutes Investment ist. „Die Wirtschaft hat sich – abgesehen von einigen Ausnahmen – mit starkem Nachdruck für den Ausbau ausgesprochen“, schildert Spengler. Zu Beginn gestaltete sich die Finanzierung schwierig, insbesondere weil das Land Hessen nicht mit von der Partie war. „Dessen Teilnahme war entscheidend“, erklärt er.

Der IHK-Standortpolitiker war sich keineswegs sicher, dass das Projekt auch zu Ende geführt wird. Die sicherheitstechnischen Vorgaben seien während der Bauphase verschärft worden, was mit steigenden Kosten verbunden ist. Teilweise habe es Baukostensteigerungen gegeben, die von Gegnern verursacht wurden – und die einem das wiederum zum Vorwurf machten. Klar sei auch gewesen, dass nach dem Planfeststellungsbeschluss Klagen kommen würden.

„Den Ausgang der ersten Notifizierung durch die EU konnten wir ebenfalls nicht einschätzen“, erinnert sich Spengler. Unter anderem hatten sich die Zuständigkeiten für den Flughafen geändert: weg von der Generaldirektion Regionalpolitik hin zum Wettbewerb. „Die zugrunde liegenden Denkweisen sind vollkommen unterschiedlich“, sagt er. Entsprechend groß sei die Freude über den positiven Bescheid gewesen.

Derzeit sei der Markt schwierig, erläutert Spengler: „Wir sind genau in eine Phase des Umbruchs hineingekommen, in der Überkapazitäten abgebaut werden.“ Aber es gebe auch Reiseveranstalter, die ganz bewusst darauf verweisen, dass sie an den Nachbarflughäfen nicht vertreten sind und ein Gegengewicht zu diesen entwickeln wollen. Sie betonen die bessere Verkehrsanbindung Kassel-Caldens im Vergleich zu anderen Regionalflughäfen. Außerdem könnten die Reiseveranstalter mitgestalten. „Ich bin überzeugt, dass wir ein gutes Produkt haben“, resümiert der Experte für Standortfragen. „Wir sind gut positioniert, auch geografisch. Die Nachfrage ist vorhanden.“

Alle Unternehmen, die international aktiv sind, würden durch den Regionalflughafen viel attraktiver. „Wenn einige große Firmen dank des Regionalflughafens in der Region gehalten werden, hat sich das Investment für die Anteilseigner über die Gewerbesteuereinnahmen gerechnet“, sagt Spengler. „Standortpolitisch helfen uns keine Flughäfen in Paderborn oder Hannover, die Entfernungen sind zu groß.“ Spätestens wenn sich eine Firma neu aufstelle und entsprechende Investitionsentscheidungen treffen müsse, „haben wir jetzt mit dem Regionalflughafen ein gewichtiges Argument für unsere Region.“ (red)



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