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MT spielt nach 17 Jahren wieder um nationalen Titel

mt-trikots130410Hamburg/Melsungen. Nach ziemlich genau 17 Jahren spielt Handball-Bundesligist MT Melsungen wieder um einen nationalen Titel mit. Das nordhessische Aushängeschild ist für das Endrundenturnier um die deutsche Pokalmeisterschaft 2013 qualifiziert. Im so genannten Lufthansa Final Four treffen die Schützlinge von Michael Roth am 13./14. April in der Hamburger o2 World auf die Crème de la Crème der stärksten Liga der Welt: Neben Titelverteidiger THW Kiel sind Vorjahres-Vize SG Flensburg/Handewitt und der HSV Hamburg, Pokalsieger 2010, am Start.

Die Pokalteilnahme ist für unsere Mannschaft, für den Verein, aber auch für unsere Region insgesamt ein absolutes Highlight”, freut sich Barbara Braun-Lüdicke. “Ich denke, dass sich dies die MT nach so vielen Jahren redlich verdient hat. Es ist auch ein Lohn für die Beharrlichkeit, sich mit viel Energie und Engagement in die höchste deutsche Spielklasse hoch zu arbeiten und dort zu halten. Dabei hat sich unser Motto bewährt, Ruhe zu bewahren, auch wenn es sportlich mal nicht nach Plan läuft. Bei unserer letzten Final Four-Teilnahme 1996 war die MT ja bekanntlich noch Zweitligist. Damals haben die Pokalerfolge dem Verein und dem gesamten Umfeld einen spürbaren Schub versetzt. Das wünschen wir uns auch von unserem diesjährigen Auftritt in Hamburg”, so die MT-Aufsichtsratsvorsitzende.

1996 war für die MT Premiere in Hamburg
In der aktuellen Saison führte der Weg für die MT ins Final Four über die Stationen Weinsberg, Balingen und Eisenach. Der Reihe nach wurden der baden-württembergische Oberligist, der Klassenkamerad aus Liga 1 und der ambitionierte Zweitligist aus Thüringen jeweils klar in die Schranken verwiesen. So stand für die Nordhessen am 6. Februar 2013, dem Tag, auf den die MT fast genau 17 Jahre lang warten musste, endgültig fest: “Hamburg, wir kommen!”

1996 lagen die Hürden für den damaligen Zweitligisten noch etwas höher. Hier mussten gleich drei arrivierte Gegner aus dem Oberhaus ausgeschaltet werden, bevor die Rotweißen ins Endrundenturnier einziehen durften. Nettelstedt, Minden und Rheinhausen waren die letzten drei Gegner, ehe es dann am 30. April 1996 im Halbfinale zum Kräftemessen mit dem TuSEM Essen kam. Für Sperl, Fölker, Birk & Co. war dann aber in der ausverkauften Alsterdorfer Sporthalle Endstation gegen den Traditionsclub aus dem Ruhrgebiet. Die von Karl-Heinz Richter trainierte MT unterlag der Mannschaft um Goalgetter Alexander Tutschkin und Torwart-Ikone Stefan Hecker mit 17:22. Die anschließende offizielle Würdigung der Stadt Melsungen war den “Helden von Hamburg” dennoch sicher.

MT-Geschäftsführer auch diesmal Erfolgsgarant?
Bei der Beurteilung der eigenen Chancen beim diesjährigen Final Four tun sich die vier teilnehmenden Clubs schwer. Auch wenn sie, wie der THW Kiel, die Trophäe bereits acht Mal gewinnen konnten. Die MT Melsungen fühlt sich angesichts der drohenden Übermacht der drei Nordlichter Kiel, Flensburg/Handewitt und Hamburg als “Hecht im Karpfenteich”. “Aber”, so Axel Geerken, “wir fahren nicht dorthin, um die weiße Fahne zu hissen, sondern wollen unsere Außenseiterchance suchen.”

Der MT-Geschäftsführer hat sowohl als Spieler, wie auch als Offizieller bereits am Final Four teilgenommen. Als Torhüter mit der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen 1997 und mit dem THW Kiel 1998 und 1999, als die Zebras gleich zweimal in Folge Pokalsieger wurden, darüber hinaus als Manager mit dem VfL Gummersbach in 2010. Kurios: Damals schlug der VfL den THW im Halbfinale sensationell mit 38:28. Nicht minder sensationell war der 29:25-Ligasieg der MT mit ihrem neuen Geschäftsführer Axel Geerken im Dezember letzten Jahres in Kiel. Folgt nun am 13. April in Hamburg mit Geerken der nächste Coup gegen den THW? “Es scheint als wäre ich ein Garant für Siege gegen Kiel”, schmunzelt der 40-Jährige.

Um aber gleich wieder ernster zu werden: “Im Sport sind es nun mal in erster Linie Erfolge, die man zu einer positiven Gesamtentwicklung und zur Bildung und Stärkung einer entsprechenden Marke benötigt. Wir durften in dieser Saison schon einige Höhepunkte erleben, die uns eine große nationale Beachtung beschert haben. Dazu zähle ich die guten Ergebnisse in der Hinrunde, natürlich den herausragenden Sieg in Kiel, aber auch die von allen Seiten gelobte Ausrichtung des Methe-Benefizspiels in Kassel. Bis zu unserem doppelten Punktgewinn zuletzt in Neuhausen befanden wir uns in einer Abwärtsspirale. Umso wichtiger ist es jetzt, dass wir uns mit einem engagierten Auftritt beim Final Four – unabhängig vom Ergebnis – sehr gut präsentieren”.

Michael Roth: Wir werden nichts unversucht lassen
“Die Mannschaft, das gesamte Trainer- und Betreuerteam, die Fans – kurzum alle bei uns und in unserem Umfeld freuen sich sehr auf das Final Four. Das ist in diesen Tagen deutlich zu spüren”, so Michael Roth, der sich immer gewünscht hat, dieses Event auch mal nicht nur als Zuschauer erleben zu dürfen. “Es ist eben nicht selbstverständlich, dass man als Mannschaft aus dem Tabellenmittelfeld um einen nationalen Titel mitspielt. Der Pokal ist in dieser Saison bei uns natürlich ständig in den Köpfen drin. Vielleicht hat uns sogar dieses Highlight etwas die Konzentration auf die Liga erschwert, wie die ersten Ergebnisse im neuen Jahr gezeigt haben. Jetzt aber blenden wir tatsächlich mal das Ligageschehen aus und bereiten uns mit aller Kraft auf das Halbfinalspiel gegen den THW vor. Dabei mögen insgeheim viele unserer Fans hoffen, dass uns gegen den haushohen Favoriten erneut eine Sensation gelingt, wie letztes Jahr in Kiel. Doch solch ein Überraschungscoup ist nur schwer zu wiederholen. Dieser Gegner ist einer der weltweiten besten Clubs in dieser Sportart überhaupt, wenn nicht sogar der beste. Kiel ist in diesem Jahr wieder auf dem Weg, das so genannte Triple zu holen. Da ist es nur schwer vorstellbar, dass es sich von uns im DHB-Pokal die Butter vom Brot nehmen lassen wird. Andererseits werden wir nichts unversucht lassen, um diese Mannschaft aus dem Rhythmus zu bringen. Im Pokal ist vieles möglich”, sagt der MT-Trainer.

Erfahrene Pokalteilnehmer und Debütanten
Aus dem aktuellen Kader haben nur vier Spieler bereits Final Four-Erfahrungen vorzuweisen: Torhüter Per Sandström mit dem HSV Hamburg (2007, 2008, 2009, Pokalsieger 2010), Patrik Fahlgren mit der SG Flensburg/Handewitt Vizepokalsieger 2011), Daniel Kubes mit dem THW Kiel (Pokalsieger 2011 und 2012) und Malte Schröder mit dem TuS N-Lübbecke (2011).

Die meiste Erfahrung bei den Pokalevents weist jedoch einer auf, der abseits des Spielfeldes aktiv ist: Seit 1996 ununterbrochen in allen 17 Endspielen am Mikrofon, hat sich Hallensprecher Bernd Kaiser den Ruf als “Stimme des Final Four” erworben. Nur in diesem Jahr darf er nicht ran, auch wenn sein Heimverein MT nicht ins Finale kommt, so entschied die HBL.

Debütant in Sachen Final Four ist hingegen MT-Nationalspieler Felix Danner. Er kann es deshalb kaum noch erwarten und hofft, bis zum Wochenende seine Schulterblessur auskuriert zu haben: „Ich freue mich riesig auf das Lufthansa Final Four und auf meine erste Teilnahme überhaupt. Bislang habe ich dieses Top-Event leider nur am Fernseher verfolgen können und mir von anderen erzählen lassen, welch besondere Atmosphäre dort jeweils herrscht. Wir wollen mit der MT auf keinen Fall nur Kanonenfutter sein, sondern uns so teuer wie möglich verkaufen. Ob uns gegen den THW nochmal eine solche Überraschung gelingt wie in der Meisterschaftsrunde, kann man natürlich nicht vorhersagen. Aber Pokalspiele haben ja manchmal ihre eigenen Gesetze“, so der 27jährige Kreisläufer.

Besondere Spiele – besonderes Outfit
Um die Besonderheit dieses Final Four Auftritts auch optisch zu unterstreichen, werden sich die MT-Spieler eigens zu diesem Zweck ganz neu “in Schale werfen”. Da wird ausnahmsweise sogar mal auf die “Hausfarbe” Rot zugunsten eines frischen Blau verzichtet. Das traditionelle Weiß als Kontrastfarbe bleibt erhalten. Was die Spielkleidung unverwechselbar macht und ihren einmaligen Charakter unterstreicht, ist das eigens eingedruckte Lufthansa Final Four Logo mit dem Veranstaltungsdatum. “Die Ausstattung mit diesen Sondertrikots werten wir als eine nette Geste unseres Ausrüsters PUMA zum Ausklang der sechs Jahre währenden harmonischen Partnerschaft”, so MT-Geschäftsführer Axel Geerken. Natürlich können sich auch die Fans mit diesem Outfit schmücken. Die Trikots werden pünktlich zum Halbfinale am Samstag am MT-Stand in der Hamburger o2 World erhältlich sein.

Nordhessische Pokal-Karawane und ein “Party-Zug”
Die meisten der rund 1.000 Handballfans, die die MT in die Hansestadt begleiten, werden sich am Samstagvormittag auf den Weg gen Norden machen. Auto, Bus und Bahn sind die Verkehrsmittel der Wahl. Auf der A 7 könnte sich glatt eine nordhessische Handball-Karawane bilden. Knapp 300 Fans nehmen allerdings den Schienenweg und reisen im eigens von der MT gecharterten Sonderzug. Der wird gebildet aus fünf Wagen plus einem “Party-Waggon”. Abfahrtsorte sind natürlich der Stammsitz der MT in Melsungen und der Spielort Kassel.

Das von der HBL dem Verein zugesicherte Kartenkontingent wurde übrigens nahezu ausgeschöpft. Unabhängig davon hatten sich etliche weitere nordhessische Handballinteressierte im Vorfeld bereits auf eigene Faust Tickets besorgt, sodass die tatsächliche Zahl nordhessischer Zuschauer in der o2 World ganz sicher die Tausendermarke übersteigen dürfte.

Alle Spiele live im TV
Auch wer nicht in Hamburgs Handball-Tempel vor Ort sein kann, wird nichts vom Fina Four versäumen. Denn die beiden Halbfinalbegegnungen und das Finale werden jeweils live im Free-TV-Kanal auf sport1 übertragen, Zusammenfassungen gibt es am Sonntagnachmittag in ZDF und ARD. (Bernd Kaiser)

Hier der Überblick:
Samstag, 13.04.13, ab 14.45 Uhr: SG Flensburg-Handewitt – HSV Hamburg,
Samstag, 13.04.13, ab 17.40 Uhr: MT Melsungen – THW Kiel (Anwurf: 17.45 Uhr)
Sonntag, 14.04.2013, ab 13.50 Uhr: Endspiel (Anwurf 14 Uhr).
Sonntag, 14.04.2013, ab 17.10 Uhr: ZDF Sportreportage: Zusammenfassung.
Sonntag, 14.04.2013, ab 18.00 Uhr: ARD Sportschau: Zusammenfassung.



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