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Janina Rohde kehrte mit zwei Siegen vom Turnfest zurück

ajw120523aLudwigshafen/Melsungen. Der Wunsch nach einer Medaille beim Deutschen Turnfest in der Metropolregion Rhein-Neckar stand für Janina Rohde (MT 1861 Melsungen) an erster Stelle. Aber auch was die Weite im Schleuderballwerfen betraf, hatte sie sich ein gutes Ergebnis vorgenommen: Der 1kg schwere Gummiball an der Lederschlaufe sollte beim größten Wettkampf- und Breitensportevent der Welt deutlich über die 40m-Marke fliegen.  Aber dass sie so erfolgreich nach Melsungen zurückkehren würde, damit konnte niemand rechnen. Die 16-Jährige, die in diesem Jahr bereits im Diskuswerfen und Kugelstoßen für großartige Leistungen auf Landesebene sorgte, krönte ihre bisherige sportliche Karriere mit zwei deutschen Meisterschaften. Sie gewann den Titel im Schleuderballwerfen der U18 und siegte einen Tag später überraschend auch in der leichtathletischen Vielseitigkeitsprüfung, die aus dem 100m-Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen, Schleuderballwurf und dem abschließenden 1000m-Lauf besteht.

Am Pfingstsonntag wurde in Ludwigshafen die Meisterschaft im Schleuderballwerfen entschieden. Es war ein großer Wettkampf, denn sieben Athletinnen warfen den 1 kg schweren Gummiball mit einer Lederschlaufe im Dauerregen über 40 Meter. Nur die große Favoritin Vanessa Sprau, die mit der besten Vorleistung anreiste, verfehlte als einzige Finalteilnehmerin die begehrten 40m-Marke nur um zwei Zentimeter.

Bevor Janina Rohde ihren ersten Versuch ausführen durfte, hatten bereits vier Athletinnen über die 40 Metermarke geworfen und Anna Krickel hatte mit 42,01 Meter die Führung übernommen.  Doch das Melsunger Werfer-Ass ließ im Training den Schleuderball fast immer hinter der 40m-Linie landen und hatte nach dem Einwerfen ein gutes Gefühl. Norbert Weinreich, der in den letzten Wochen mit ihr das Training durchführte, gab ihr mit auf dem Weg:  „Bleibe locker und denke immer daran, dass der linke Arm bei den Drehungen führt; bleibe im Körper stabil und werde beim Abwurf groß“. Nach einer kurzen Konzentrationsphase führte Janina Rohde ihre drei Drehungen nach diesen Anweisungen aber auch im Bewusstsein ihrer Leistungsstärke fast perfekt aus. Sie spürte bereits beim Abwurf, dass das Gerät sehr weit fliegen würde. Der Schleuderball verließ im richtigen Moment die Hand und landete genau in der Mitte des Sektors. Als die Weite von 47,30 Meter bekannt gegeben wurde, wusste jeder der Anwesenden, dass damit die Entscheidung gefallen und der Goldwurf schon ausgeführt worden war.

Miriam Wehrle aus Iffezheim kam mit ihrem Auftaktwurf zwar auf 41,82 Meter, doch am Ende blieb sie mit 42,02 Meter auf Rang vier.  Sarah Weckbecker aus Gelnhausen sicherte sich mit 42,97 Meter die Silbermedaille vor Selina Kamb (ASV Landau), die nach 42,64 Meter mit Bronze ausgezeichnet wurde.  Nur einen Zentimeter hinter M. Wehrle kam Anna Krickel aus Bernkastel-Kues mit 42,01 Meter auf Rang fünf.

ajw130523bDer einsetzende Regen war auf keinen Fall leistungsfördernd, aber die Melsunger Athletin demonstrierte mit 46,42 Meter noch einmal ihre Klasse.  Auch mit ihren 44,96 und 44,69 Meter blieb sie noch zweimal über den besten Leistung ihrer Konkurrentinnen.

Für die vergängliche Dauer eines kurzen Sprints lief es ihr bei der Siegerehrung wie „ein Song of Joy“ über ihr Gesicht. Dann war es auch schon vorüber, aber die Ode an die Freude wird unterdessen noch lange nachhallen.

19 Jahre nach dem Sieg ihres Trainers Alwin J. Wagner beim Deutschen Turnfest in Hamburg, holte Janina Rohde wieder einen Turnfestsieg im Schleuderballwerfen für die MT 1861 Melsungen in die Bartenwetzerstadt an der Fulda.

Dass die 16-Jährige mit ihrer Bewegungsbegabung und ihren athletischen Fähigkeiten im Diskus- und Schleuderballwerfen noch auf Jahre viel verspricht, zeigte sie bereits vor drei Jahren bei den deutschen Meisterschaften in Berlin-Steglitz, wo sie sich mit 37,43 Meter ihren ersten nationalen Titel bei den Schülerinnen holte.

Einen Tag nach ihrem Titelgewinn folgte der nächste Streich im Fünfkampf. Der Wettbewerb begann mit dem Weitsprung und die deutsche Schleuderballmeisterin hatte mit 4,64 und 4,60 Meter zwei gute Sprünge in ihrer Serie. Dafür erhielt sie 10,21 Punkte und lag damit bereits unter den TOP Five.  Bei einem Gegenwind von über zwei Meter pro Sekunde blieb die elektronische Uhr für sie beim 100m-Sprint erst bei 14,89 Sekunden stehen, so dass sie nach zwei Wettbewerben 19,63 Punkte auf dem Konto hatte.  Auf dem Nebenplatz wurde das Kugelstoßen ausgetragen.  Sarah Weckbecker, die am Vortag im Schleuderballwurf den zweiten Platz belegen konnte, erreichte 11,78 Meter. Aber Janina Rohde ließ sich nicht beirren und steigerte sich über 12,36 auf12,67 Meter. Nach dem Schleuderballwerfen, das sie mit 43,97 Meter erneut für sich entschied, lag sie plötzlich mit 44,86 Punkten an die Spitze des Mehrkampffeldes. Es folgten S. Weckbecker (42,57 P.) und Theresa Rasch mit 42,05 Punkten. Von Teresa Ittinger aus Bürgstadt wusste man, dass sie die 1000 Meter um 3:15 Minuten laufen konnte, so dass sie mit ihren bisherigen 40,33 Punkte in der Lage war, über 52 Punkte zu sammeln und damit als erste Titelanwärterin gehandelt wurde.

So war vor dem letzten Wettbewerb noch einmal Spannung angesagt. Janina Rohde hatte entgegen der Anweisung ihres Trainers  für diesen Wettbewerb kein Ausdauertraining absolviert, so dass man nicht sicher war, welche Zeit sie laufen konnte.  So wurde eine Zeit um 4:10 Minuten für sie angepeilt. Dafür sollte sie die fünf Streckenabschnitte in jeweils 50 Sekunden zurücklegen,  so dass sie am Ende etwa 52 Punkte und mehr erreichen konnte.

Den ersten Abschnitt lief sie unter 45 Sekunden an und als Zwischenzeit über 400 Meter wurden 95 Sekunden notiert. Die zweite Runde legte sie in 1:50 Minuten zurück und war nun bereits über fünf Sekunden hinter der angestrebten Zeit zurück. Vorne weg liefen mit einem großen Vorsprung Teresa Ittinger und Anna Krickel, die drei Jahre vorher in Berlin diesen Mehrkampftitel gewonnen hatte.  Als niemand mehr mit Janina Rohde gerechnet hatte, erhöhte sie 150 Meter vor dem Ziel noch ihr Tempo und überholte sogar noch Sarah Weckbecker, die teilweise einen Vorsprung von über 30 Meter herausgelaufen hatte.

Teresa Ittinger siegte in guten 3:16,9 Minuten und kam am Ende auf 51,71 Punkte.  Theresa Rach beendete den Lauf nach 3:40,1 Minute und sammelte 51,50 Punkte.  Anna Krickel sicherte sich nach 3:20,1 Minuten 51,38 Punkte, und Sarah Weckbecker, die zum Schluss keine Kraft mehr hatte, weil sie das Rennen zu schnell begann und von Janina Rohde auf den letzten Metern sogar noch überholt wurde, landete mit 50,00 Punkten auf Rang fünf.

Janina Rohde, die die letzten 200 Meter in 43 Sekunden lief, wurde für ihren tollen Einsatz und ihre Energieleistung mit einer weiteren deutschen Meisterschaft belohnt. Sie siegte mit glänzenden 52,35 Punkten und holte innerhalb von zwei Tagen zwei nationale Titel. Sie wird damit im Jahr 2013 zu den erfolgreichsten Sportlerinnen in der nordhessischen Region gehören. (ajw)



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