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Druckerei Plag stellt Insolvenzantrag

Schwalmstadt. Hephata sieht sich seinen Klienten und Mitarbeitenden gegenüber in besonderer Weise verpflichtet, bei unternehmerischen Entscheidungen nicht alleine die wirtschaftlichen Gesichtspunkte in Betracht zu ziehen. Denn Hephata arbeitet nicht gewinnorientiert, sondern gemeinnützig. Die Hephata Diakonie hat aus diesem Grund als alleinige Gesellschafterin der Plag gemeinnützige GmbH schon seit einiger Zeit den laufenden Betrieb der Druckerei mit Darlehen gestützt, um die 17 Mitarbeitenden, von denen sieben schwerbehindert sind, weiter beschäftigen zu können. Dies hält der Hephata-Vorstand allerdings nicht länger für vertretbar.

Die anhaltende Konzentration in der Druckindustrie und sinkende Umsätze mit gedruckten Werbemitteln aufgrund veränderter Kommunikations- und Informationsgewohnheiten machen auch vor der Druckerei Plag nicht halt: Der Integrationsbetrieb mit dem Ziel, schwerbehinderte Menschen in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren, hat am heutigen Donnerstag, 27. Juni 2013, beim Marburger Amtsgericht Insolvenzantrag gestellt.

Der Hephata-Vorstand bedauert die Entwicklung der Druckerei Plag. Gleichzeitig betont Vorstandssprecherin Barbara Eschen, dass die Hephata Diakonie bereits seit 2007 Verluste der Druckerei abgefedert habe. „Es wäre den anderen Bereichen Hephatas gegenüber nicht zu verantworten, für die Druckerei Plag weitere Defizite auszugleichen“, erklärt Eschen. Damit droht der Druckerei jetzt die Überschuldung, deshalb musste der Insolvenzantrag gestellt werden.

Im Jahr 2008 war bereits ein Sanierungsplan erarbeitet worden, der zunächst auch gegriffen hat. Die einzige Möglichkeit, den Fortbestand der Firma zu sichern, war es, sieben Arbeitsplätze abzubauen. So konnten die Kosten für den Betrieb der Druckerei zwar gesenkt werden, doch leider ließen auch  die Umsätze erheblich nach.

Schon länger hatte zudem der Landeswohlfahrtsverband seine Ausgleichszahlungen für den Integrationsbetrieb stark gekürzt. Jetzt machen sie nur einen sehr geringen Einnahmeposten aus. „Damals waren Integrationsbetriebe wie die Plag gGmbH in Hessen gesellschaftspolitisch gewollt, das hat sich in den vergangenen Jahren offenbar geändert“, erklärt Eschen. Während deutschlandweit die Zahl der Integrationsunternehmen gestiegen ist, ist sie in Hessen in den vergangenen Jahren gesunken. Gab es 2009 noch 45 Integrationsfirmen in Hessen, so sind es nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter im Jahr 2011 nur noch 40 gewesen.

Trotz dieses Trends hat sich die Hephata Diakonie bis zuletzt mit allen Kräften bemüht, die Druckerei Plag zukunftsfähig zu machen – immer mit dem Ziel, den Mitarbeitenden auf Dauer eine Perspektive bieten zu können. So war beispielsweise die Investition in eine neue Druckmaschine beabsichtigt, um mit den größeren Druckereibetrieben im Wettbewerb mithalten zu können. „Unterm Strich sind die Rahmenbedingungen aber einfach zu schlecht, als dass eine solche Investition verantwortungsvoll wäre“, betont Eschen.

Laut Statistiken des Bundesverbandes Druck und Medien sind die Umsätze mit Druckerzeugnissen bundesweit alleine im Zeitraum von 2009 bis 2011 um mehr als 13 Prozent zurückgegangen – mit eklatanten Folgen für die Betriebe und deren Beschäftigte. So gab es im Jahr 2000 noch fast 14.000 Druckereien in Deutschland. Im Jahr 2011 waren es nur noch 9746. Die meisten Druckereien, die vom Markt verschwunden sind, waren kleine Betriebe mit bis zu 20 Mitarbeitenden und damit ähnlich strukturiert wie die Firma Plag. Die Zahl der Beschäftigten in der Druckereibranche insgesamt sank in dem Zeitraum 2000 bis 2011 von rund 223.000 auf nur noch rund 154.500. (red)



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