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Förderprogramm Soziale Stadt: Die Stadtteilagentur und ihre Aktivitäten

homberg130730Homberg. Im Rahmen des Förderprogrammes „Soziale Stadt“, an dem die Stadt Homberg seit zehn Jahren mit dem Stadtteil „Bahnhofsgebiet und Efzeauen“ teilgenommen hat, entwickelte sich dort eine Infrastruktur und ein kommunikatives Netzwerk. Im Birkenweg 2 in dem Gebäude der ehemaligen Alten Sparkasse entstand das Kultur- und Begegnungszentrum mit der Stadtteilagentur als zentrales Aktionsfeld für Initiierung und Koordinierung verschiedener Integrationsbemühungen im Stadtteil. Der Quartiermanager Klaus Herz fungiert dort als Ansprechpartner der Kommune und hält die „Netzwerk-Fäden“ in den Händen. Das Förderprogramm läuft demnächst aus, das Projekt soll jedoch mit neuer finanzieller Förderung weiter geführt werden. Das Projekt wurde und wird weiterhin mit den lokalen Gremien abgestimmt. Dies sind zur Zeit die Lenkungsgruppe soziale Stadt, die Lenkungsgruppe Stadtteilagentur sowie der Stadtentwicklungsverein.

Dem jetzigen Kultur- und Begegnungszentum Alte Sparkasse kommt eine zentrale Bedeutung im weiteren Verlauf des Programms Soziale Stadt für Homberg zu.Hierbei war die Stadtteilagentur mit ihren täglichen Angeboten ein wichtiger Baustein. Die Fortführung der Stadtteilagentur, als Projekt, aber auch in der Person des jetzigen Akteurs, erscheint allen dort Tätigen als sehr wichtig für eine nachhaltige Etablierung der beschriebenen Gebäudefunktion.

 
Warum bedurfte es einer Stadtteilagentur?
Eine grundlegende Veränderung im Stadtteil „Bahnhofsgebiet“ setzte zu Beginn der 90-er Jahre des letzten Jahrhunderts ein. Immer mehr Aus- und Übersiedlerfamilien aus der ehemaligen Sowjetunion kamen in die Kreisstadt Homberg. Viele zogen schwerpunktmäßig in Wohnungen im Bahnhofsgebiet. Der Anteil dieser Familien an der Gesamtbevölkerung im Quartier liegt heute bei ca. 45%. Gleichermaßen wurden in dieser Zeit die Wohnungen des sozialen Wohnungsbaus im Bahnhofsgebiet von AsylbewerberInnen und anderen ausländischen Familien nachgefragt. Deren derzeitiger Anteil liegt bei ca. 8,5%. Ausländische Bewohner kommen überwiegend aus Polen, der Türkei, Russland und Kasachstan.

Die infrastrukturelle Versorgung musste als „schlecht“ bezeichnet werden. Es gab lediglich einen (russischen) Lebensmittelladen und einen Getränkemarkt für die Versorgung der Bewohner im Quartier. Bank und Post hatten sich aus dem Viertel zurückgezogen, der Kindergarten wurde in den 90er Jahren geschlossen. Insgesamt leben gegenwärtig ca. 1.800 Personen im Bahnhofsgebiet. Der Anteil junger Menschen ist dabei vergleichsweise hoch.

Arbeitslosigkeit oder geringe Einkommen und die damit verbundenen finanziellen und sozialen Probleme prägen das Leben der Familien und das Klima im Stadtteil. Sprachdefizite, gerade der BewohnerInnen über 40 Jahren, sowie teilweise kulturell bedingt unterschiedliche Wertesysteme verhinderten vor 10 Jahren die soziale Integration der unterschiedlichen Gruppierungen im Stadtteil.

Das Ergebnis ist häufig häusliche Isolation, die dazu führt, dass immer mehr Bewohner kaum in der Lage sind, aus eigener Motivation heraus soziale Kontakte zu anderen gesellschaftlichen Gruppen aufzunehmen, obwohl sie zum Teil schon mehrere Jahre in Deutschland leben oder hier aufgewachsen sind. Dies trifft in besonderer Weise auf Frauen mit Migrationshintergrund zu.

Insbesondere mangelnde Sprachkenntnisse und schlechte Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt führen zu Frustration und Rückzug sowie den allseits bekannten aggressiven Verhaltensweisen von Jugendlichen.

Die Hauptzielgruppen des Projektes

Hieraus leiten sich die Hauptzielgruppen des Projektes ab:
Frauen mit Migrationshintergrund, die Bewohnerschaft des gesamten Stadtteils bei den Maßnahmen für interkulturelle Vermittlung und Bewohner der Mehrfamilienhäuser mit gemeinsamen Außenflächen.

Das Kultur- und Begegnungszentrum insbesondere mit dem Projekt Stadtteilagentur ist vielen Bewohnern bekannt und wird regelmäßig von vielen Ratsuchenden aufgesucht. Insgesamt fanden jährlich durch den Koordinator der Stadtteilagentur ca. 220 Beratungsgespräche statt (das Ziel war: 20 Gespräche pro Monat).

Die oben genannten Zielgruppen wurden aktiv in die Projektgestaltung miteinbezogen. Sie konnten ihre Belange eigenverantwortlich und selbstbestimmt vertreten. Auch auf die Chancengleichheit von Frauen und Männern wurde bei der Zusammensetzung der Teilnehmer in allen Maßnahmen geachtet. Die gesamte Zahl der Teilnehmer an allen Maßnahmen, Beratungen und Veranstaltungen im Jahr 2010 betrug ca. 750 Personen.

Die Ziele
Als Ziele der Arbeit der Stadtteilagentur sind zu nennen: die interkulturelle Vermittlung, die Förderung des gegenseitigen Verständnisses durch Information über Migrationshintergründe und Lebenslagen, Stärkung der Nachbarschaften und Verbesserung des sozialen Klimas im Stadtteil durch Initiierung von Begegnungsmöglichkeiten, Verbesserung der Teilhabemöglichkeiten von Frauen mit Migrationshintergrund, Erweiterung der für den Berufs(wieder)einstieg nötigen Fähigkeiten, Verbesserung individueller Lebenslagen von Bewohnern mit Migrationshintergrund, Unterstützung im Kontakt mit Behörden.

Die Ziele dienen, neben der konkreten individuellen Hilfestellung, einem Aufbrechen von Isolation und Vereinzelung. Nur durch die Verbesserung der Lebenslagen und der damit einhergehenden Förderung der Kompetenzen und des Selbstbewusstseins kann eine Stärkung der Nachbarschaften und die Verbesserung des sozialen Klimas im Stadtteil gelingen.

Mit dem Projekt können wesentliche Vorhaben umgesetzt werden: Stabilisierung der sozialen Struktur des Stadtteiles, Verbesserung des Wohnumfeldes, Verbesserung der Chancengleichheit durch Beratungsangebot, soziale Sicherung, Umgang mit Behörden, Verbesserung der Sprachkompetenzen, Förderung des kulturellen Lebens im Stadtteil, Bürgerbeteiligung, verstärkte Nutzung der Potenziale der Bewohner, Bündelung der Aktivitäten der verschiedenen Anbieter im Stadtteil.

Was die Stadtteilagentur mit dem Quartiermanager an Aktivitäten initiiert

Die monatliche Veranstaltung „Komm ich zeig dir mein Land“ (3 Termine mit ca. 100 Teilnehmern) läuft sehr erfolgreich.

Zahlreiche  Feste mit einer Beteiligung von mindestens 50 Bewohnern finden statt.  Rund 100 Stadtteilbewohner nehmen an Veranstaltungen des Kultur- und Begegnungszentrums teil.

Es wurden und werden mündliche Abschlussprüfungen beim Kommunikationstraining analog den B1-Tests durchgeführt und Beratungsgespräche.

Dabei waren für die Arbeit der Stadtteilagentur die Sprachkurse sehr wichtig. Dadurch konnten auch Teilnehmer für andere Projekte gewonnen werden und insgesamt 23 Teilnehmer haben nach dem Besuch der Kurse einen festen Arbeitsplatz gefunden.

Die Sprachkurse
Mit den Sprachkursen sollen das Integrations- und Sprachangebot für Migranten und Aussiedler, die bereits an vorhergehenden Deutschkursen teilnahmen, weiter geführt werden.  Dies ist ein Angebot an Sprache für Menschen mit Migrationshintergrund, die eine Aus- und Weiterbildung anstreben oder berufstätig sein wollen. Ein Sprachtraining für Eingewanderte, die Sprachnachweise benötigen wird ebenfalls angeboten und insbesondere als Sprach- und Kulturbrücke für Frauen mit besonderem kulturellen, z. B. islamischen, Hintergrund, dienen die Sprachkurse.

Tatsächlich hatte der Sprachkurs mehr denn je verschiedene Gruppierungen von Teilnehmern vereinigen können. Alt-Teilnehmer und Neuzugänge aus verschiedenen Ethnien (3 Kontinente, 11 Länder) haben das Kommunikationsangebot wahrgenommen und das Grobziel der sprachlichen Entwicklung, auch für unterschiedliche Zielsetzungen, verfolgt. So haben die Sprachschwächeren sich weiterentwickeln können, andere eine Basis bekommen für einen Sprachtest, und wieder einige erhielten einen Impuls und genug Mut für einen Einstieg in eine Ausbildung oder das Know-how für den Arbeitsmarkt.

Die Kursinhalte, von den Teilnehmern gewünscht und im Konzept festgeschrieben, hatten den Schwerpunkt „Kommunikation“. Diese wurde in Dialogformen, in Redeanlässen zu unterschiedlichen Themen, im freien Erzählen und Zuhören, aber auch mit Hilfe auditiver Medien trainiert. Grammatische Trainingseinheiten begleiteten die Kommunikationsmodule des Kurses.

Der nächste Kommunikations- und Sprachkurs findet am Montag, 19. August, im KuBAS statt.

Neben den Sprachkursen wurden unter anderem Projekte wie eine Theatergruppe, ein Computerkurs,  der Kurs Betreuungs- und Bewegungsangebote für Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren und ein Kochkurs angeboten und rege wahrgenommen.

Wesentliche Kooperationspartner für das Gesamtprojekt sind der Starthilfe Ausbildungsverbund Schwalm-Eder e.V., die Stadtjugendpflege Homberg, die Agentur für Arbeit und die ARGE Schwalm-Eder.

„Es kann festgehalten werden, dass bei der Arbeit der Stadtteilagentur im Jahr 2012 und 2013, wie auch schon früher, die positive Entwicklung weiter verfolgt wurde, und dem Ziel des Abbaus von Benachteiligungsstrukturen, sowie der Verbesserung der Lebensqualität einen weiteren Schritt näher gekommen ist. Viele Bewohnerinnen und Bewohner berichten, dass sie sich sehr darüber freuen, dass es im Stadtteil so viele interessante Angebote gibt. Sie kommen sehr gerne zu Veranstaltungen, nehmen an Maßnahmen teil und genießen das Miteinanderleben und Voneinanderlernen“, berichtet der verantwortliche Quartiermanager Klaus  Herz. (Uwe Dittmer)

Ansprechpartner:
Quartiermanager Klaus Herz
Birkenweg 2, 34576 Homberg
Telefon (05681) 937309
Fax (05681) 937307
E-Mail: stev-hr@t-online.de

Projektträger
Internationaler Bund Kassel
Stefan Brieger
Tutor für Planungs- und Grundsatzfragen
Königsplatz 57, 34117 Kassel
Telefon (0561) 57463722
Fax (0561) 574637-10
E-Mail: Stefan.Brieger@internationaler-bund.de



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