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Fulda-Eder Energie (FEE) gegründet

fee130905Melsungen. Die Fulda-Eder Energie (FEE) ist am 3. September in der Melsunger Stadthalle gegründet worden. Die Bürgermeister der Kommunen Edermünde, Gudensberg, Guxhagen, Körle, Malsfeld, Melsungen, Morschen, Niedenstein und Spangenberg aus dem Schwalm-Eder-Kreis bekräftigten mit ihrer Unterschrift unter den Gründungsvertrag den Willen der neun Kommunen, zunächst die Energienetze von E.ON Mitte zurückzukaufen und die Energieversorgung der 60.000 Bürger der neun Gemeinden selbst zu gestalten. Ein Energievertrieb solle so schnell wie möglich aufgebaut werden. „Auch den Ausbau der erneuerbaren Energien werden wir konsequent in Angriff nehmen“, so Mario Gerhold, Bürgermeister Gemeinde Körle und Sprecher der neun Kommunen aus dem Schwalm-Eder-Kreis in Bezug auf die Gründung eines eigenen Versorgungswerks. Die Beschlüsse der kommunalen Gremien, die FEE gemeinsam mit der Städtische Werke AG aus Kassel als Partner zu gründen, wurden in nahezu allen Städten und Gemeinden einstimmig gefasst. Die Kommunen halten 60 Prozent der FEE-Anteile, der Kasseler Versorger 40 Prozent.

Für Mario Gerhold bietet die FEE einen greifbaren Mehrwert für die Bürger: „Die Frage, wie und zu welchen Preisen wir Energie bereitstellen, wird weiter an Bedeutung zunehmen. Mit der FEE gewinnen wir die Einflussmöglichkeiten der Kommunen und damit der Bürgerinnen und Bürger zurück.“

Andreas Helbig, Vorstandsvorsitzender der Städtischen Werke aus Kassel, bedankte sich für die gute und äußerst vertrauensvolle Zusammenarbeit sowie das fair und professionell geführtes Auswahlverfahren: „Wir bedanken uns für das uns entgegengebrachte Vertrauen, dass wir der richtige Partner sind, gemeinsam aus der FEE ein florierendes Unternehmen zu machen. Wir möchten diesen Vertrauensvorschuss mit einer guten Arbeit und guten Ergebnissen bestätigen.“

Helbig betonte zudem, dass die Gründung der erste strategische Schritt sei, aus der FEE einen regionalen Versorger zu machen. Jede einzelne Kommune müsse nun ihre Konzessionen ausschreiben. „Die FEE wird sich in einem sehr transparenten Verfahren auf die neuen Konzessionen bewerben und im nächsten Jahr steht der Beschluss, welcher Wettbewerber den Zuschlag erhält. Wenn alles gut läuft, wird die FEE der rechtmäßige Eigentümer der Netzkonzessionen werden“, so der Werke-Chef Gerhold zu den Verhandlungsaussichten mit der E.ON: „Die Entscheidung unserer neun Städte und Gemeinden, die Stromnetze wieder in das Eigentum der Bevölkerung zurückzunehmen, hat nach meiner Überzeugung zum Umdenken bei E.ON Mitte beigetragen. Dieser Eigentümerwechsel ist vertraglich begründet, wirtschaftlich sinnvoll und von den Parlamenten gewollt, damit besteht eine gute Basis für die bevorstehenden Verhandlungen.“ Die FEE soll mittel- bis langfristig zu einem vollständigen Energieversorger ausgebaut werden. Das schließt den Netzbetrieb, den Energievertrieb, die Erzeugung aus regenerativen Quellen und den Aufbau eigenen Personals mit ein. Bei diesem Prozess wird die Gesellschaft zunächst durch die Städtischen Werke unterstützt. Über die Aufnahme von Vertriebsaktivitäten im Rahmen der kommunalrechtlichen Vorgaben muss die Gesellschafterversammlung noch beraten.

Die beiden Geschäftsführer der FEE, Ralf Lengemann, Büroleitender Beamter der Stadtverwaltung Gudensberg, und Lothar Baum von den Städtischen Werken, erläuterten das weitere Vorgehen. Parallel zum Netzkauf solle zunächst mit Hilfe des Kasseler Unternehmens ein Energievertrieb aufgebaut. „Wir möchten, dass alle Bürger der neun Kommunen von ihrem eigenen Versorger Strom und wo möglich auch Gas beziehen können. Zunächst greifen wir auf die Vertriebsinfrastruktur unseres Kasseler Partners zurück, schrittweise möchten wir aber einen eigenständigen Vertrieb hier im Schwalm-Eder-Kreis für unsere Kunden aufbauen.“

Der Gründung der FEE ging Anfang 2012 ein Beschluss der neun Kommunen vorweg, ein eigenes Regionalwerk zu gründen. Dafür wurde ein strategischer Partner gesucht, der in einer Anfangsphase das operative Geschäft aufbauen könnte. Die neun kommunalen Partner planten, dass die zunächst ENERKOM genannte Unternehmung die Netze als Netzeigentumsgesellschaft erwerben werde, um sie dann an einen erfahrenen Energieversorger weiter zu verpachten. Doch die kommunalen Entscheidungsträger dachten gleich einen Schritt weiter: Die Option, ein auch operativ tätiges Regionalwerk mit eigenem Netzbetrieb und auch Vertrieb aufzubauen, war von Anfang an mitgedacht. Und auch weitere Aktivitäten im weiten Bereich der so genannten kommunalen Daseinsvorsorge waren von Beginn an inbegriffen. Und fest stand auch, dass die klaren Vorgaben zur Wirtschaftlichkeit und Struktur der Gesellschaft nicht in Frage gestellt würden.
Auf die Ausschreibung, strategischer Minderheitsgesellschafter der FEE zu werden, hatten sich neben den Städtischen Werken auch Eon Mitte und die Energie-Waldeck-Frankenberg beworben. Die entscheidenden Bewertungskriterien waren eine möglichst große kommunale Einflussnahme auf das Unternehmen, eine maximale Risikominimierung und hohe Rentabilität, den Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen, eine große regionale Wertschöpfung und ein hoher Stellenwert von ökologischen Aspekten. Nach der Angebotspräsentation Mitte 2012 fiel die Entscheidung im Oktober sehr eindeutig zugunsten der Städtischen Werke aus Kassel aus. 95 von 100 möglichen Punkte überzeugten die kommunalen Gremien. Bis zum Frühjahr 2013 wurde schließlich über die Modalitäten der Struktur der neu zu gründenden Gesellschaft verhandelt.

Das Modell sieht die Fulda-Eder Energie GmbH & Co. KG als Netzeigentumsgesellschaft vor, die bereits am 19. August gegründete Fulda-Eder Energie Verwaltungs-GmbH tritt als Komplementärin auf, an der sowohl die neun Kommunen als auch die Städtischen Werke beteiligt sind. Geschäftsführer der Verwaltungs-GmbH sind Ralf Lengemann von der Stadt Gudensberg und Lothar Baum von den Städtischen Werken. Sollte die Fulda-Eder Energie GmbH & Co. KG die Netze der einzelnen Kommunen erwerben, wird sie diese zunächst an die ebenfalls zu gründende Netzgesellschaft Fulda-Eder mbH verpachten. Die Netzgesellschaft Fulda-Eder mbH wird als vorerst hundertprozentige Tochtergesellschaft der Städtische Werke Netz + Service GmbH gegründet. (red)

Prozentuale Verteilung der Gesellschafteranteile
Städtische Werke AG: 40,0 %
Edermünde: 5,8 %
Gudensberg: 8,7 %
Guxhagen: 7,1 %
Körle: 3,7 %
Malsfeld: 4,5 %
Melsungen: 13,3 %
Morschen: 3,9 %
Niedenstein: 6,2 %
Spangenberg: 6,8 %



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