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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 13. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

MT gewinnt mit 31:27 in Eisenach

Die MT-Spieler bedanken sich nach dem Abpfiff für die Unterstützung des mitgereisten Anhangs. Foto: nhEisenach/Melsungen. Stimmung im Saal: Insgesamt 250 Tänzer aus ganz Hessen kamen zu dem Fest nach Treysa. Mit dem 31:27 (15:11)-Auswärtssieg beim Aufsteiger ThSV Eisenach gewinnt die MT Melsungen in der DKB Handball-Bundesliga ihr drittes Spiel in Folge und rückt damit auf den sechsten Tabellenplatz vor. In der ersten Hälfte waren die Nordhessen etwa ab der 12. Minute tonangebend und konnten einen Vier-Tore-Vorsprung mit in die Pause nehmen. Im zweiten Spielabschnitt wurde Eisenach stärker und kam mehrmals bis auf einen Treffer heran. In der Schlussphase aber zeigten Fahlgren & Co und individuelle Klasse und siegten am Ende verdient. Beste Schützen vor 2.590 Zuschauern waren Allendorf (8) und Sellin (7) für die MT und Elisson (9) für den ThSV. Bestnoten verdiente sich auch Melsungens Keeper Appelgren.

In der zwar gut gefüllten, aber keinesfalls ausverkauften Werner-Aßmann-Halle eröffnete Eisenachs sprunggewaltiger Halbrechter, der Este Jaanimaa, bereist nach 29 Sekunden den Torreigen. Schon im Gegenzug hatte aber auch der rund 100 Köpfe starke MT-Anhang Grund zum Jubeln: Linksaußen Allendorf war nur aufgrund eines Fouls zu bremsen. Den fälligen Strafwurf verwandelte Sellin zum 1:1. Die nächsten drei Minuten verhinderten entweder die jeweils als 6:0-Formation agierenden Abwehrreihen oder die Torhüter Villadsen und Appelgren hüben wie drüben jegliche Torszenen. Doch dann konnte sich plötzlich Danner erfolgreich am Kreis durchtanken und besorgte die erste Führung für Rotweiß. Die aber hatte nur kurze Zeit Bestand, weil anschließend Jurdzs und Jaanimaa aus dem Rückraum trafen.

Dass sich beide Teams in diesem thüringisch-hessischen Derby nichts schenken würden, war zu erwarten und spätestens in der 8. Minute anhand der ersten Zeitstrafen auch zu erkennen. Nachdem Nick Heinemann Philipp Müller unsanft am Wurf gehindert hatte und beide nach dem Siebenmeter-Pfiff des Schiedsrichters nochmals einen kurzen, aber kernigen Kontakt miteinander hatten, wurden sie prompt für zwei Minuten zum Abkühlen auf die Bank geschickt. Beim Strafwurf scheiterte diesmal Sellin jedoch an ThSV-Keeper Villadsen.

Gleich zweimal über Linksaußen erfolgreich war dann die MT, respektive Allendorf, und ging so mit 4:3 in Führung. Der Flügelspieler hätte sogar den Hattrick perfekt machen können, wenn er im nächsten Angriff nicht von Heinemann von den Beinen geholt worden wäre. Wieder war ein Strafwurf fällig, wieder trat Sellin an und ließ das 3:5 folgen! Dann kam Allendorf erneut zum Zuge und besorgte das 3:6. Damit hatte sich die MT erstmalig etwas Luft verschafft.

Als Philipp Müller nach einem Foul an Jurdzs für zwei Minuten vom Feld musste, nutzte Eisenach die Gelegenheit und verkürzte über Linksaußen Elisson auf 4:6. Das steckte die MT schnell weg und kam – immer noch dezimiert – durch Michael Müller zum 4:7. Die beiden nächsten aussichtsreichen Gelegenheiten ließen die Nordhessen allerdings ungenutzt verstreichen: Nacheinander scheiterten Sellin und Michael Müller am starken Villadsen. Besser machte es auf der anderen Seite erneut Elisson, der das 5:7 markierte. Die Melsunger Antwort folgte auf dem Fuße, Fahlgren netzte zum 5:8 ein. Was Eisenachs Trainer Eyjolfsson zu einer Auszeit veranlasste.

Mit Wiederaufnahme des Spiels kam Stenbäcken für Philipp Müller im linken Rückraum. Die Auszeit hatte aber offenbar dem Roth-Team besser getan, als dem Kontrahenten. Denn erst war Danner nach Zuspiel von Fahlgren erfolgreich, wenig später fungierte der Torschütze als Passgeber und schickte Sellin auf die Reise. Der Gegenstoß saß – nach knapp 21 Minuten hieß es somit 5:10.

Bis zum Ende dieser ersten Halbzeit konnte die MT den Vorsprung nahezu verteidigen. Eisenach kam zwischenzeitlich maximal auf drei Tore heran, aber Fahlgren & Co wussten stets eine Antwort. Und außerdem konnten sie sich auf Appelgren verlassen, der einen starken Rückhalt zwischen den Pfosten bot. Beim 11:15 ging es in die Kabinen.

Eisenach kam nach der Pause konzentrierter zurück aufs Feld als die MT. Erst vertändelte Michael Müller den Ball, was von Elisson mit dem Tor zum 12:15 bestraft wurde. Im nächsten Angriff unterlief Fahlgren ein Fehlpass und erneut war es Elisson, der diesen Fauxpas ahndete. Zu allem Überfluss vergab Allendorf einen aussichtsreichen Gegenstoß. Gut, dass zuvor wenigsten Danner vom Kreis erfolgreich war – neuer Spielstand 13:16. Die Chance, auf 14:16 heranzukommen, hatte dann Jonsson von der Siebenmeterlinie aus, doch der Isländer traf nur den Pfosten. Stattdessen markierte Sellin das 13:17 und ließ von ungewohnter linker Rückraumposition per frechem Unterarmwurf auch gleich noch das 13: 18 (37.) folgen. Und das, obwohl die MT aufgrund einer Zeitstrafe gegen Danner in Unterzahl war. Zu diesem Zeitpunkt deutete alles darauf hin, dass die Partie eine klare Angelegenheit für die MT werden würde.

Kaum drei Minuten später aber kamen erste Zweifel auf: Eisenach gelang über die Flügelzange Elisson (links) und Wöhler (rechts) ein Doppelschlag zum 15:18. Fahlgren unterbrach diesen Anlauf zur Aufholjagd zunächst mit seinem Tor zum 15:19, aber die Gastgeber witterten Morgenluft. Sie nutzten die Unkonzentriertheiten der Melsunger Hintermannschaft zu drei Treffern in Folge (zweimal Pucelj vom Kreis, einmal Elisson von Außen) und waren plötzlich beim 18:19 wieder dran (44.). Michael Roth warf die Grüne Karte.

Aber die Blauweißen ließen sich nicht so einfach abschütteln. Im Gegenteil. In den folgenden zehn Minuten gelang es ihnen gleich sechs Mal, einen Zwei-Tore-Rückstand jeweils auf ein Tor zu reduzieren. Das machte die MT mitunter nervös, aber wiederum nicht in einem solchen Maße, dass ihr das Spiel aus der Hand zu gleiten drohte. Denn immer wenn individuelle Fehler passierten, wurden sie in der Regel vom Nebenmann in der Folgeaktion ausgebügelt. Nach Fahlgrens Tor zum 23:25 (52.) verordnete Roth seinem Keeper Appelgren eine Verschnaufpause. Doch Sandström blieb nur für gut zwei Minuten. Dann wurde Appelgren zurück beordert und das sollte sich als geniale Entscheidung erweisen. Denn fortan trug er mit Paraden in Schlüsselszenen maßgeblich dazu bei, dass das Spiel nicht zugunsten der Hausherren kippte. Er vereitelte allein drei hundertprozentige Chancen von Elisson, Jaanimaa und Pucelj, die jeweils frei vor ihm auftauchten.

Damit schien Teufelskerl Appelgren seine Vorderleute zu motivieren. Die MT-Angreifer, die inzwischen nach der Disqualifikation aufgrund dreier Zeitstrafen ohne Philipp Müller auskommen mussten, bewiesen in den letzten fünf Minuten Nervenstärke und individuelle Klasse. Auf den 25:26-Anschlusstreffer des ThSV ließen sie einen Angriff wie aus dem Lehrbuch folgen: Die druckvolle und gut getimte Ballpassage von rechts über die Mitte bis ganz nach links wurde von Michael Allendorf mit einem Geschoss in den Winkel souverän vollendet. Michael Müller, Stenbäcken und Sellin legten nach – nur unterbrochen durch einen Gegentreffer der Hausherren. Der Schlusspunkt allerdings war dem besten Schützen des Spiels, Eisenachs Bjarki Elisson vorbehalten, der mit seinem neunten Tor den 27:31-Endstand markierte.

Schon Minuten zuvor hatten die mitgereisten Fans im festen Vertrauen auf ihre Lieblinge „Auswärtssieg, Auswärtssieg“ skandiert. Mit diesem dritten Erfolg hintereinander hat sich die MT Melsungen auf den 6. Tabellenplatz vorgeschoben und wird dort auch die neuntägige, länderspielbedingte Ligapause verbringen. (Bernd Kaiser)

Trainerstimmen

Michael Roth: Es war das von beiden Seiten kämpferisch geführte Spiel, was wir alle erwartet haben. Beide Mannschaften haben um jeden Millimeter gefightet, wobei wir unsere Qualität im Angriff zum Ausdruck gebracht haben und in Bezug auf die individuelle Klasse einen Touch besser waren. In der zweiten Halbzeit kamen wir dann aber in die Bredouille, weil wir glasklare Chancen liegen gelassen haben. Zudem hat der Eisenacher Torhüter fantastisch gehalten und dann passierte das, was wir eigentlich verhindern wollten, nämlich dass die Halle zum Hexenkessel wird. Umso glücklicher sind wir über den für uns enorm wichtigen Sieg. Wir haben vor einigen Wochen eine kleine Serie gestartet und uns heute den Oktober vergoldet. Nun können wir zufrieden in die keine Nationalmannschaftspause gehen.

Adalsteinn Eyjolfsson: Wir hatten es heute unheimlich schwer. Unser Mittelblock musste eine unglaubliche Arbeit leisten. Das hat viel Kraft gekostet. Wir hatten im Gegensatz zu Melsungen personell keine Alternativen. Dennoch sind wir einige Male bis auf ein Tor herangekommen. Aber trotz großem Kampf unterlaufen uns dann in wichtigen Momenten individuelle Fehler. Wir haben manchmal zu naiv zwischen acht und neun Metern abgeschlossen. Und haben in der Phase, in der zum Beispiel Fahlgren traf, selber leider nicht getroffen. Dieser Spieler hat einfach die Klasse, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Am Ende hat uns die Tatsache, dass uns einfach Leute gefehlt haben, das Genick gebrochen.

Statistik

ThSV Eisenach: Villadsen (11 P.), Gorobtschuk, Trabert – Trautvetter (2), Elisson (9), Sklenak, Wöhler (3), Jurdzs (2), Jonsson, Luther (6), Pucelj (2), Jaanimaa (3), Heinemann.

MT Melsungen: Appelgren (15 P.), Sandström (2 P.) – Stenbäcken (2), Mansson, Sellin (7/3), Kubes, Fahlgren (5), Schröder, Hildebrand, Danner (4), P. Müller (1), Allendorf (8), Vuckovic, M. Müller (4).

Siebenmeter: 0/1 – 3/4 (Jon Jonsson trifft nur den Pfosten, 36. Min. – Sellin scheitert an Villadsen, 8. Min.)

Zeitstrafen: 3 – 4 (Luther, 2x Heinemann – Danner, 3x Philipp Müller, deshalb Disqualifikation in der 48. Min.)

Schiedsrichter: Nils Blümel und Jörg Loppaschewski (Berlin)

Zuschauer: 2.590, Werner-Aßmann-Halle, Eisenach
Spielfilm: 2:2 (6.), 3:2 (8.), 4:3 (11.), 5:7 (18.), 5:10 (21.), 7:11 (24.), 9:13 (26.), 11:15 (HZ), 12:15 (33.), 15:18 (38.), 18:19 (43.), 19:21 (45.), 21:22 (47.), 22:24 (50.), 23:25 (52.), 23:26 (53.), 25:26 (54.), 25:27 (55.), 25:28 (56.), 25:29 (58.), 26:30 (59.), 27:31 (EN).

Die nächsten Spiele:
Mittwoch, 06.11.13, 20.15 h: MT Melsungen – GWD Minden, Rothenbach-Halle Kassel
Samstag, 09.11.13, 19.00 h: HBW Balingen-Weilst. – MT Melsungen, Sparkassen Arena Balingen



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