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25:30 – Kampfstarke MT unterliegt Flensburg

mt131114Kassel/Melsungen. Nach fünf ungeschlagenen Spielen in Folge hat es die MT Melsungen erstmals wieder erwischt. Gegen die SG Flensburg-Handewitt unterlagen die Nordhessen mit 25:30 (14:15). Nach einer guten ersten Halbzeit mit einem nur knappen Rückstand verloren die Gastgeber zu Beginn der zweiten Hälfte den Faden und mussten den Favoriten ziehen lassen. Mit zunehmender Spieldauer konnte der Tabellenzweite seine individuelle Klasse mehr und mehr ausspielen und siegte am Ende vierdient, wenn auch etwas zu hoch. Melsungen hatte im siebenmal erfolgreichen Michael Allendorf seinen besten Schützen, für Flensburg trafen Thomas Mogensen und Steffen Weinhold je sechsmal.

Ohne Felix Danner, der sich am Abend vor dem Spiel beim Abschlusstraining verletzt hatte, dafür erstmals wieder mit Daniel Kubes in der Innenverteidigung sowie einer 5:1-Deckung präsentierten sich die Nordhessen zunächst ungewohnt offensiv. Wovon sich die Gäste allerdings nicht wirklich beirren ließen. Bis auf die Tatsache, dass sie sich für ihre Angriffe sehr viel Zeit ließen und dennoch kaum echte Lücken fanden. Sowohl Steffen Weinhold als auch Thomas Mogensen, der gleich zweimal erfolgreich war, erzielten ihre Tore clever durch verdeckte Würfe halbhoch durch die Abwehr hindurch. Auf der anderen Seite versuchten es die Melsunger mehr Mann gegen Mann. Vor allem Philipp und Michael Müller suchten die Zweikämpfe mit Jacob Heinl und Steffen Weinhold auf den Halbpositionen. Wovon Anton Mansson am Kreis zweimal profitierte: erst durch ein Zuspiel von Michael Müller, dann mit einem erhaschten Abpraller. Hüben wie drüben jedoch ging fast jedem erzielten Tor harter und zäher Kampf voran.

Dem entsprechend zäh und arm an Toren entwickelte sich das Spiel erst langsam, ohne aber auch nur eine Minute langweilig zu sein. Mit extremer Intensität allerdings und auf einem hohen Niveau. Bis zur 17. Minute hatte die Führung bereits viermal gewechselt und es stand erst 7:7. Jedoch unübersehbar mit Vorteilen bei der MT, die in Mikael Appelgren einen bärenstarken Rückhalt hatte. Vor allem die Flensburger Außen Lars Eggert und Lasse Svan verzweifelten fast am Schweden. Wodurch deren Gegenparts Michael Allendorf und Johannes Sellin per Tempogegenstoß ihr Team mit 9:7 erstmals deutlicher als mit einem Treffer in Führung bringen konnten. Was noch einmal Sellin und Michael Müller sogar auf 11:8 (22.) ausbauen konnten, um diesen Vorteil anschließend jedoch wieder abzugeben. Wozu auch die eine oder andere strittige Schiedsrichterentscheidung beitrug, die dem Melsunger Erfolgsbestreben nicht eben förderlich war. Davon ließen sich Nenad Vuckovic und Co. beeindrucken und verloren prompt ihre Linie. Die SG blieb ruhig, nutzte gegen Ende der ersten Hälfte praktisch jeden Ballgewinn zum Treffer und drehte den Rückstand eiskalt in eine knappe und glückliche Pausenführung.

Nach dem Wechsel kam bei Flensburg Holger Glandorf aufs Parkett. Und mit ihm der vorher vermisste Druck aus dem Rückraum. Gleich zweimal netzte er ein und brachte seine Farben erstmals deutlicher mit 18:15 nach vorn. Bei Melsungen übernahm, wie schon zum Ende der ersten Hälfte, Nenad Vuckovic die Regie. Erfolgreich, weil sich die Flensburger Deckung immer öfter nur noch mit Fouls zu helfen wusste und Allendorf sowie Selin vom Siebenmeterpunkt trafen. Richtig hitzig wurde die Atmosphäre, als die Zuschauer ihr Team nach 38 Minuten ungerecht behandelt glaubten. Doch diesmal hielt die Konzentration der Spieler zunächst noch, und es war an Mattias Andersson, mit glänzenden Reaktionen den Seinen die Führung zu retten.

Es waren eher die unkonventionellen Aktionen, die Melsungen anschließend in die Parade fuhren. Wie das Kempa-Anspiel von Anders Eggert über die ganze Spielfeldbreite zu Lasse Svan beim 18:21 oder der Hechtsprung von Holger Glandorf gleich darauf beim Gegenstoß, als er gut zwölf Meter vor dem Kasten in den Tiefflug ging um nicht noch von einem zurückeilenden Melsunger Abwehrspieler abgefangen zu werden. So wuchs der Rückstand aus Sicht der Gastgeber stetig, und die Niederlage begann sich spätestens Mitte der zweiten Hälfte abzuzeichnen. Melsungens Aktionen wurden fahriger, Flensburg spielte seinen Stiefel im Stile einer Spitzenmannschaft herunter. Bis auf 22:29 zogen die Norddeutschen weg, ohne dass die MT dabei wirklich enttäuscht hätte. Der Glaube an die Überraschung, in der ersten Hälfte noch jederzeit gegenwärtig, war völlig verflogen.

Dem entsprechend reagierte auch Trainer Michael Roth und gab der Bank reichlich Gelegenheit sich zu beweisen. Mit Erfolg sogar, denn Christian Zufelde, Christian Hildebrand, Malte Schröder und Jonathan Stenbäcken verkürzten den Rückstand mit Unterstützung von Nenad Vuckovic und Anton Mansson. Ohne jedoch noch einmal in Reichweite zu kommen. Die SG Flensburg-Handewitt hatte schließlich keine Mühe mehr, den Vorsprung, wenn auch leicht verkürzt, über die Zeit zu bringen. (Bernd Kaiser)

Stimmen zum Spiel

Michael Roth: Glückwunsch an Ljubo und nach Flensburg. Wir hatten am Sonntag ja schon gesehen, auf welch hohem Niveau unser Gegner momentan spielt. Da hätte bei uns schon alles absolut optimal passen müssen, um eine Chance zu haben. Dazu mussten wir nach dem kurzfristigen Ausfall von Felix Danner, der vorn wie hinten mit unser wichtigster Spieler ist, improvisieren. Daniel Kube hat sich trotz zwei Wochen ohne Training in den Dienst der Mannschaft gestellt. Gefühlt hätten wir zur Pause führen müssen und bekommen dann kurz vor der Halbzeit einen 3:0-Lauf der SG. Mit eier Führung in die zweite Hälfte gegangen wäre die Partie vielleicht anders gelaufen. Wir haben alles gegeben und gekämpft und damit Flensburg gezwungen, über weite Strecken mit der ersten Sieben zu spielen. Was meinen Freund Martin Schwalb und seinen HSV freuen dürfte.

Ljubomir Vranjes: Natürlich bin ich zufrieden mit diesem Spiel. Immerhin hatten wir hier bei Melsungen schon länger keine doppelten Punkte mehr geholt. Und wie wir die heute geholt haben! Das war eine Sache von viel Geduld und Disziplin, mit der meine Mannschaft aufgetreten ist. Es freut mich sehr, dass wir inzwischen diese Kontinuität auf so hohem Niveau gefunden haben. Holger Glandorf hat uns dabei heute sehr geholfen. Dass wir wieder zwei starke Leute im rechten Rückraum haben hat Steffen Weinhold sicher geholfen.

Statistik

MT Melsungen: Appelgren (17 Paraden / 30 Gegentore), Sandström (n.e.); Stenbäcken, Mansson (4), Sellin (3), Kubes, Fahlgren, Schröder, Forstbauer, Hildebrand (1), P. Müller (1), Zufelde, Allendorf (7/5), Vuckovic (4), M. Müller (5)

SG Flensburg-Handewitt: Andersson (16 P. / 25 G.), Rasmussen (1 P. / 0 G.); Karlsson, Nenadic (2), Eggert (3), Glandorf (3), Mogensen (6), Svan (5), Weinhold (6/1), Heinl, Gustafsson, Gottfridsson, Radivojevic, Knudsen (5)

SR: Nils Blümel (Berlin) / Jörg Loppaschewski (Berlin)

Zeitstrafen: 10 – 6 (Sellin 9:25, P. Müller 15:02, Vuckovic 27:27, Schröder 45:29, Mansson 53:42 – Karlsson 10:48, Nenadic 42:11 48:46)

Strafwürfe: 6/5 – 2/1 (Eggert scheitert an Appelgren, 20:35 Min.; Allendorf scheitert an Rasmussen, 55:47 Min.)

Zuschauer: 3.486 Rothenbach-Halle Kassel

Spielfilm: 1:1 (2.), 2:1 (3.), 2:3 (4.), 3:4 (6.), 4:4 (7.), 4:5 (8.), 5:5 (9.), 6:5 (12.), 6:6 (15.), 7:7 (16.), 9:7 (18.), 9:8 (19.), 10:8 (20.), 11:9 (22.), 12:10 (24.), 13:11 (26.), 14:12 (27.), 14:13 (28.), 14:15 (HZ), 15:16 (32.), 15:18 (34.), 16:19 (35.), 18:20 (40.), 18:22 (42.), 18:23 (45.), 19:24 (46.), 20:25 (48.), 21:26 (50.), 22:28 (52.), 23:29 (55.), 23:30 (56.), 24:30 (58.), 25:30 (EN)



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