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Beratungsstelle lud zum Vortragsabend ein

beratungsstelle131119bBorken. Für das Trinkverhalten im Erwachsenenalter macht es einen großen Unterschied, ob Jugendliche bereits mit 13 oder 15 oder erst mit 20 Jahren und älter anfangen, Alkohol zu trinken.  Das ist nur eine von vielen interessanten Erkenntnissen, die rund 300 Gäste der diesjährigen Öffentlichkeitsveranstaltung der Beratungsstelle des Schwalm-Eder-Kreises im Parkhotel Borken mit nach Hause nehmen konnten. Dr. Edelhard Thoms, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Leipzig, stellte unter dem Veranstaltungstitel „Früh auffällig und später süchtig?“ eine Vielzahl von Forschungsergebnissen, eigenen Erfahrungen und Fallbeispielen aus der Arbeit in seiner Klinik vor.

Wie wirkt sich eine Suchterkrankung der Eltern auf die kindliche Entwicklung und das eigene spätere Suchtrisiko aus? Welche Belastungen in der Entwicklung im Kindes- und Jugendalter führen besonders häufig zum Alkohol- oder Drogenmissbrauch? Welche Auswirkungen haben Alkohol- und Drogenmissbrauch bei Jugendlichen? Gibt es erfolgreiche Hilfen?

Diese und andere Fragen standen im Mittelpunkt des mit vielen anschaulichen Beispielen versehenen Vortrags.

Die von Dr. Thoms vorgestellten Forschungsergebnisse machten aber auch deutlich, dass es keine zwangsläufigen Fehlentwicklungen gibt, dass nicht jede Krise in der Familie oder der Entwicklung von Kindern zu schweren Fehlentwicklungen führen muss.

Wichtig sei vor allem das Vorhandensein einer stabilen Bezugsperson, einem Menschen, der Halt und Sicherheit gebe, ein Kind verstehe und an es glaube. Neben den Eltern können andere Verwandte, Erzieher in der Kita, Lehrer in der Schule diese Halt gebenden Personen sein.

beratungsstelle131119aJeder der Gäste im Saal konnte sich somit als Teil eines Netzwerks sehen, das verhindern kann, dass aus ersten Alkohol- oder Drogenkontakten ein regelmäßiger Konsum wird. Thoms machte dabei deutlich, dass Jugendliche in der Pubertät naturgemäß eine große Neigung zum Ausprobieren hätten, dabei auch Grenzerfahrungen suchten, die mit Risiken verbunden seien. Das alles gehe aber auch ohne Drogen, wenn sie entsprechende Angebote haben.

Wichtig sei außerdem, möglichst früh gezielte Hilfen und Unterstützung zur Verfügung zu stellen, wenn Probleme sichtbar werden, die über eine Episode hinausgehen.

Anhand einiger Beispiele aus seiner Klinik zeigte er beispielhaft therapeutische Hilfen für suchtkranke junge Menschen auf und belegte damit anschaulich, dass es Wege aus der Sucht gibt.

Umrahmt wurde die Vortragsveranstaltung mit einer Ausstellung von Kunstwerken von Schülern des Melsunger Oberstufengymnasiums zum Thema „Alte Künstler- neue Süchte“. Auf Anregung und unter Anleitung ihres Kunstlehrers Herrn Lammert hatten sie Motive bekannter Kunstwerke so umgestaltet, dass wirklich sehenswerte Anti-Sucht-Plakate daraus wurden.

Die Werke der Schüler sind noch bis zum 22. November  in der Kreisverwaltung Homberg (Glaspassage) für alle Interessierten zu sehen. (red)



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