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Werferzehnkampf als Krönung einer langen Saison

ajw131125lVellmar/Melsungen. Ein beachtliches Echo und somit eine ausgezeichnete Besetzung hatte auch in diesem Jahr der traditionelle Werferzehnkampf des SSC Vellmar gefunden, der unter der Leitung von Hartmut Nuschke und seinen Helfern einen sportlich und organisatorisch einwandfreien Verlauf nahm. Leider erlebten die Athleten einen kalten, grauen und tristen Novembertag, allerdings ohne Regen, der bereits vor Wettkampfbeginn auf die Erde kam und somit das Gras und die Wettkampfanlage nass gemacht hatte, so dass sich die Athleten bei Temperaturen um vier Grad zusätzlich noch kalte und nasse Füße holten.   „Alles war gut, nur das Wetter nicht, aber was will man Ende November vom vorwinterlichen Wetter erwarten“, sagte Alwin J. Wagner, der mit den beiden Jugendlichen Henri Alter und Raphael Strube sowie Senior Norbert Weinreich zu dem fünfstündigen Wettkampf nach Vellmar kam. 

Unter wenigen Zuschauern weilte auch die mehrfache Seniorenwelt- und Europameisterin Hella Böker, die sich die spannenden Wettkämpfe nicht entgehen lassen wollte. Neben den klassischen Wurf- und Stoßdisziplinen wie  Speer-, Diskus- und Hammerwerfen sowie Kugelstoßen, standen beim Werferzehnkampf zusätzlich noch Schleuderballwurf, Steinstoßen, Kugelschocken, Keulenwurf sowie der Gewichtwurf ein- und beidarmig auf dem Programm.

ajw131125bajw131125cIm Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Duell der beiden Jugendlichen Karl Westphal (VfL Wanfried) und Henri Alter (MT Melsungen), die zu den talentiertesten Nachwuchsathleten des Hessischen Leichtathletik-Verbandes im Wurfbereich gehören und trotzdem keine Berufung in den Landeskader erhielten.

Die Vielseitigkeitsprüfung begann mit dem Hammerwerfen. Während die Melsunger Teilnehmer aus dem Stand warfen und mit Weiten knapp über 20 Meter keine Bäume ausrissen, erzielte der mehrfache deutsche Seniorenmeister Hartmut Nuschke (SSC Vellmar) mit 46,30 Meter die Tagesbestweite.  Norbert Weinreich bekam für seine 23,57 Meter 366 Punkte und lag knapp vor Henri Alter (22,43 m) und Raphael Strube (21,23 m).  Karl Westphal schleuderte den 6-kg schweren Hammer auf 21,03 Meter und hatte nach dem ersten Wettbewerb 29 Zähler Rückstand auf seinen Dauerkonkurrent.

Im Diskuswerfen zeigte der Melsunger Senior, dass im kommenden Jahr mit ihm in der M45 zu rechnen ist, denn trotz dieser Witterung kam er auf 35,89 m. Damit hatte er nach zwei Wettbewerben 968 Punkte auf seinem Konto und war auf dem besten Weg, 5000 Punkte und mehr in seinem ersten Werferzehnkampf zu erzielen. Henri Alter schien völlig von der Rolle zu sein und wurde erneut Opfer seiner Nerven. Nach seinem verunglückten ersten Versuch von 21,39 m nur noch zwei ungültige Versuch in seiner Serie, so dass er nach zwei Wettbewerben mit 603 Punkten fast schon hoffnungslos zurücklag.  Raphael Strube gefiel mit 29,32 m und blieb nur 1,33 m hinter Karl Westphal zurück, der mit 802 Punkten vor Raphael (775 P.) das Feld der Jugendlichen anführte.  Auch beim Kugelstoßen verschenkte Henri Alter wertvolle Punkte. Trotz dieses feuchtkalten Wetters hatte er sich eine Weite über 12 Meter vorgenommen, aber er konnte machen, was er wollte, die 6kg-Eisenkugel wollte nicht weiter als 11,40 m fliegen, so dass er nach drei Wettbewerben statt der angestrebten 1400 nur 1161 Punkte auf seinem Konto hatte.  Karl Westphal demonstrierte seine wieder gewonnene Stärke und stieß konstant über 12,50 m, wobei ihm sein weitester Stoß von 12,86 m 655 Punkte einbrachte.  Mit 1457 Punkten eilte er der Konkurrenz auf und davon, zumal Raphael Strube mit schwachen 9,68 m ebenfalls hinter den Erwartungen zurückblieb.  Mit 1210 Punkten belegte der Ex-Spangenberger noch vor Henri Alter (1161) den zweiten Platz. Norbert Weinreich hinterließ auch mit seiner Drehstoßtechnik einen starken Eindruck und kam nach 10,27 m auf 1447 Punkte.

ajw131125dajw131125eajw131125hIm Speerwerfen hoffte man auf einen 50m-Wurf von Henri Alter. Doch technische Fehler beim Abwurf und der zu glatte Asphaltanlauf machten 50m-Weiten und mehr utopisch. So landete sein weitester Wurf nur bei 46,95 m, so dass er auch in diesem Wettbewerb gegen Karl Westphal einige Punkte verlor.  Der Jugendliche aus Wanfried baute mit 47,29 m seine Führung weiter aus.  Raphael Strube zeigte, dass Handballspieler nicht unbedingt auch mit dem Speer gut umgehen können, denn mit seinen 32,25 m verschenkte er wertvolle Punkte.  Auch Norbert Weinreich erhärtete die Behauptung, dass Diskuswerfen nicht unbedingt auch gute Speerwerfer sein müssen. Für seine 28,78 Meter erhielt er nur 308 Zähler und musste sein Ziel von 5000 Punkten nach unten korrigieren.  Nach vier Übungen führte Westphal mit 2053 Punkten vor Alter (1752) und Strube (1578 Punkte).  Senior Weinreich hatte 1755 Punkte auf dem Konto und hoffte im Steinstoßen auf einen 500-Punktestoß, denn 30 Jahre vorher wurde er im Steinstoßen mit dem 5kg-Stein deutscher Schülermeister und stieß dabei sogar deutschen Hallenrekord.

In Vellmar wuchtete er den 30-Pfund schweren Eisenstein auf 6,47 m und bekam dafür 539 Punkte.  Auch Raphael Strube machte bei seinem ersten Wettkampf mit 8,19 Meter eine gute Figur und hatte nach der Hälfte der Wettbewerbe 2260 Punkte auf seinem Konto. Henri Alter stieß mit seinem Körpergewicht von knapp über 70 kg den 10kg-Stein auf 8,82 Meter und trat im dritten Versuch einen Stoß knapp vor der 10m-Linie nur knapp über.  Mit 2486 Punkten lag er nach zur Halbzeit fast 400 Punkte hinter Karl Westphal zurück, der den Eisenstein nicht nur 9,73 m stieß, sondern auch mit 2863 Punkten andeutete, dass er am Ende an die 6000 Punkte herankommen kann.

ajw131125fNach einer kleinen Stärkung wurde der Zehnkampf mit dem Schleuderballwerfen fortgesetzt. Nachdem beim Einwerfen Karl Westphal den Gummiball an der Schlaufe noch sicher über die 55m-Marke befördern konnte, spielten ihm im Wettkampf plötzlich die Nerven einen Streich. Zweimal landete der 1000g schwere Ball außerhalb der Sektorenlinie, so dass für ihn keine Leistung notiert werden konnte.  Henri Alter, der sich locker eingeworfen hatte, sorgte mit seinem ersten Versuch für einen Paukenschlag, denn für seine 58,73 m erhielt er 769 Punkte.  Leider wollte er mit seinen nächsten beiden Versuchen zum ersten Mal die 60m-Marke knacken, aber da er zuviel wollte, verkrampfte er wie in den meisten der vorausgegangenen Wettbewerbe, so dass zwei ungültige Würfe herauskamen.  Raphael Strube wurde nach sechs Wettbewerben mit 2826 Punkten in den Listen geführt, nachdem er im Schleuderballwerfen auf gute 45,22 m kam. Seine beste Einzelleistung in diesem Zehnkampf demonstrierte Norbert Weinreich in dieser sechsten Disziplin. Trotz Windstille und nasser Anlage ließ  er den drei Pfund schweren Ball auf 48,35 m fliegen. Diese Leistung zeigt, dass er im kommenden Jahr mit Weiten über 50 Meter bei den Landesmeisterschaften keine unwesentliche Rolle spielen wird.  Nachdem er für diese Leistung 615 Punkte erhalten hatte, stand er nach sechs Wettbewerben mit 2909 Punkten in der Wettkampfliste.  Dann wurde es still an der Anlage, denn Karl Westphal trat zu seinem letzten Versuch an. Er führte zwar mit einem Vorsprung von fast 400 Punkten die Wertung an, aber er konnte sich dennoch keinen Fehlversuch leisten.  Er wollte einen Sicherheitswurf absolvieren, aber nach diesem „unterirdischen“ Wurf, der schon bei 33,85 m wieder Bodenkontakt hatte, musste er seine bisher so souveräne Führung an seinen Freund Henri abgeben.  Nach sechs Wettbewerben führte der Melsunger mit 3255 Punkten vor Westphal (3232) und Raphael Strube (2826 Punkte).  Norbert Weinreich leistete gegen den 27 Jahre jüngeren Raphael Strube mit 2909 Punkten einen enormen Widerstand.

ajw131125gNach dem einarmigen 7,5kg-Gewichtwerfen übernahm Karl Westphal nach 14,52 m mit 3685 Punkten erneut die Führung.  Henri Alter hatte dem nichts entgegenzusetzen und blieb bei 12,89 m hängen, womit er 3657 Punkte hatte.  Raphael Strube bewies in dieser Disziplin sein Talent und imponierte  mit 15,11 m.  Nach dieser guten Leistung wurde er nach sieben Wettbewerben mit 3298 Punkten geführt.

Alles was aus einer Wurfdrehung heraus geschleudert werden kann, scheint Senior Norbert Weinreich besonders zu liegen. Das konnte man sowohl beim Diskus- als auch beim Schleuderballwerfen deutlich erkennen.  Auch im einarmigen Gewichtwerfen erfreute er mit guten 17,78 m. Damit sicherte er sich weitere 555 Punkte und hatte drei Wettbewerbe vor Schluss 3464 Punkte auf seinem Konto.

Im achten Wettbewerb, bei dem ein 10 kg schweres Gewicht wie beim Hammerwerfen beidarmig aus dem Wurfkäfig geschleudert werden musste,  holte sich Henri mit großartigen 13,43 m die Führung zurück und bewies eindrucksvoll seine Kämpferqualitäten.  Dafür erhielt er 537 Punkte, so dass er auf 4194 Punkte kam.  Für Karl Westphal wurden 4158 Punkte notiert, weil er in dieser Übung schon bei 11,83 m hängenblieb. Raphael Strube scheiterte mit 9,75 Meter gar an der 10m-Marke  und musste bei seinem Zwischenstand von 3688 Punkten ebenfalls sein Ziel von 5000 Punkten nach unten abändern.

Norbert Weinreich musste mit dem 12,5kg Gewicht werfen und kam auf  10,72 m, was ihm 428 Punkte einbrachten, so dass er nach acht Übungen 3892 Punkte gesammelt hatte.

ajw131125iajw131125jajw131125kDer Wurf mit der ein Pfund schweren Wurfkeule, die in etwa so aussieht wie eine Stielhandgranate und die man etwa zehn Meter weiter werfen kann als den Speer, stand als vorletzte Disziplin auf dem Wettkampfplan. Dass es auch anders geht, zeigte Raphael Strube, der mit dem Speer nur auf 32,25 m gekommen war und dabei Norbert Weinreich keine vier Meter abnahm. Im Keulenweitwurf wuchtete er das 500 Gramm schwere Gerät nach einem kraftvollen Anlauf auf glänzende 53,30 Meter und hatte fast fünfzehn Meter Vorsprung vor dem Melsunger Senior.

Wie vorher beim Speerwerfen hatten Karl Westphal und Henri Alter auf dem nassen Asphalt-Anlauf Schwierigkeiten in der Abwurfphase. Sie blieben mit 59,36 m bzw. 57,40 m unter der angestrebten 60m-Marke.  Obwohl Henri fast um zwei Meter verlor, konnte er mit  4725 Punkten die Führung vor Karl (4709 Punkte) immer noch behaupten.  Raphael Strube durch seinen Superwurf einen mächtigen Sprung nach vorn und lag mit 4181 Punkte nur 69 Punkte hinter Norbert Weinreich zurück, der nur  auf 38,76 m kam.

ajw131125aDer Werferzehnkampf von Vellmar wurde nach mehr als fünf Stunden mit dem Kugelschocken beendet.  Diese Übung, mit der man eine 3 bzw. 4-kg schwere Eisenkugel aus der Drehung wie beim Diskuswerfen abwirft,  musste die Entscheidung bei den Jugendlichen bringen.  Während Norbert Weinreich bei den Senioren die 4kg-Kugel nach einem kurzen Anlauf an dem sich eine Drehung anschloss bei 18,78 m landen ließ, kam Henri Alter mit der 3kg-Kugel nicht über  17,31 m hinaus. Damit verspielte er allen Chancen auf den Gesamtsieg, denn Karl Westphal, der bereits den Diskus fast zehn Meter weiter warf, kam auf 21,62 m.  Dennoch musste der sympathische Jugendliche aus dem Werratal alle Register seines Könnens ziehen, denn beinahe hätte ihn Raphael Strube, den der Werferzehnkampf sichtlich Spaß bereitete, besiegt.  Der 18-jährige Fachoberschüler schleuderte die Kugel auf 21,35 m und zog in der Gesamtwertung mit 4848 Punkten an Norbert Weinreich (4836 Punkte) vorbei. Karl Westphal sicherte sich in der U20 mit 5384 Punkten vor Henri Alter (5265 Punkten) den Sieg.

In der Altersklasse der U18 gewann der 17-jährige Maximilian Lang (SSC Bad Sooden-Allendorf) mit starken 5449 Punkten.  Eine noch bessere Punktzahl erzielte Senioren-Europameister Basilius Balschalarski (TuSpo Borken), der in der M65 auf  5500 Punkten, wobei er sein bestes Ergebnis im Steinstoßen (7,5 kg) mit 8,72 m erzielte. (ajw)



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